Hallo und Guten Tag,
wo genau liegen eigentlich die Unterschiede zwischen den „Flakhelfern“ und dem „Volkssturm“? Beide waren doch „militärische Hilfskräfte“, die an der „Heimatfront“ reguläre Soldaten ersetzen sollten. Waren also Flakhelfer Angehörige des Volkssturms, oder gibt es da Unterschiede?
Vielen Dank im Voraus für Antworten,
Jasper.
Hallo Jasper,
Flakhelfer waren militärisch (nicht juristisch) keine richtigen Soldaten, sondern Schüler, die z.B. die Munition herangeschleppt haben oder die Kurbeln beim Richten der Geschütze bedient haben. Es war immer ein „echter“ Soldat dabei.
Der Volkssturm bestand aus Jungen und Männern, die nach gewöhnlichen Kriterien für die Wehrmacht noch nicht, nicht mehr oder aus anderen Gründen nicht eingezogen wurden. Das letzte Aufgebot eben, aber juristisch auf jeden Fall auch Soldaten.
Der Volkssturm war auch an der „richtigen“ Front im Einsatz, auch wenn diese zu dem Zeitpunkt durchaus in der Heimat verlief.
Gruß,
Andreas
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Hallo,
vor allem waren Flakhelfer meines Wissens Luftwaffe, Volkssturm hingegen Heer. Juristisch waren sie natürlich Soldaten, wenn auch nicht de facto. sie waren schlecht oder überhaupt nicht ausgebildet und die Ausrüstung des Volkssturms war lausig. Teilweise bekam der Volkssturm statt einer Uniform nur eine Armbinde und einen Karabiner in die Hand gedrückt.
Gruß
Peter B.
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Hallo,
natürlich gab es Unterschiede.
Flakhelfer gab es schon recht früh. Das waren meist Oberschüöer, die unter Anleitung richtiger Flakangehörigen die Fliegerabwehr im Reich unterstützten. Die Flakhelfer wurden dazu auch an den geschützen ausgebildet - sie erhielten auch das nöige theoretische Rüstzeug, um notfalls als geschützführer tätig zu werden. Nebenbei lief da zeitversetzt sogar oftmals noch der Schulunterricht - die Altersgrenze nach unten lag wohl bei 16 Jahren.
NAch Schuklabschluß bzw. Erreichen des 18 Lebensjahres wurden die Flakhekfer dann in den RAD bzw. gleich in die Wehrmacht aufgenommen.
Den Volkssturm gab es erst ab Ende 1944, als die Front das Reich erreichte. Hier wurde alles eingezogen, was eine Waffe tragen konnte. Kinder ab 14 und zuletzt auch noch jünger, Ausgemusterte, alte Männer - alles. In der regel gab es für die Volssturmangehörigen auch nur Armbinden - nicht einmal Uniformen oder Stahlhelme (das war ein Unterschied zu den Flakhelfern). Und bewaffnet wurden sie mit allem, was noch übrig war an Infanteriewaffen. Sozusagen echt das allerletzte Aufgebot. Es gab weder eine Ausnbildung, die siesen NAmen auch nur halbwegs verdient hätte noch sonstwas. Die wurden einfach verheizt.
Das war ein wesentlicher Unterschied. Die Flakhelfer mit ihren Ausbildern waren ein wirklich vollwertiger teil der Luftabwehr - der Volkssturm war allenfalls Kanonenfutter ohne ernsthaften Kampfwert.
Gernot Geyer
Hi,
Flakhelfer wurden aus den Jahrgängen 1926-28 rekrutiert und bedienten Flaks und Scheinwerfer.
Buchtipp: Fickentscher/Dülk: Die Feuerglocke
Bekannte Flakhelfer waren H-D Genscher, Leo Kirch, Manfred Rommel.
Bekannte Flakhelfer waren H-D Genscher, Leo Kirch, Manfred
Rommel.
Dieter Hillenbrandt, Josef Ratzinger
http://www.tom-goebel.de/html/body_luftwaffenhelfer…
Verlustrate bei Flakhelfern und Volkssturm?
Hallo Andreas (und alle anderen),
ich danke dir und allen für deine/ihre Antworten.
Eine Frage noch: War die Verlustrate bei Flakhelfern niedriger als beim Volkssturm oder nahm sich das nichts?
Danke im Voraus für Antworten,
Jasper.
Volkssturm
Hallo !
Erlaß vom 25. Sept. 1944 des Führers :
Unter anderem …" Zur Verstärkung der aktiven Kräfte unserer Wehrmacht und insbesondere zur Führung eines unerbittlichen Kampfes überall dort, wo der Feind den deutschen Boden betreten will, rufe ich daher alle waffenfähigen deutschen Männer zum Kampfeinsatz auf.
Ich befehle :
Es ist in den Gauen des Großdeutschen Reichs aus allen waffenfähigen Männern im Alter von 16 bis 60 Jahren der Deutsche Volkssturm zu bilden. Er wird den Heimatboden mit allen Waffen und Mitteln verteidigen, soweit sie dafür geeignet erscheinen.
Die Angehörigen des deutschen Volkssturms sind während ihres Einsatzes Soldaten im Sinne des Wehrgesetzes.
Vorher wurde ausgebildet .
Jugendliche ab 15 Jahre in vierwöchigen Wehrertüchtigungslagern.
Jugendliche ab 16 Jahre in sechswöchigen Wehrertüchtigungslagern.
Monatliche (zweimonatliche) Überholung des Ausbildungsstandes der 16jährigen in vierwöchigen Ausbildungslagern.
Durch Erfassung und Ausbildung von Unterführer-Bewerbern im Rahmen der dreimonatlichen Ausbildungszeit.
Flakhelfer/Flakhelferinnen
Flakhelfer/Flakhelferinnen :
Am 20 Sept. 1942 wurde die Heimatflak umgebildet in „Flakmiliz aus Jugendlichen“. Spätere Bezeichnung „Flakhelfer“.
Die Schüler wurden in Kurzlehrgängen als Flakhelfer ausgebildet. Also für die Hilfsarbeiten an der Flak.
Später dann auch als selbstständige Geschützführer.
Das geschah schon 2 Jahre vor der Aufstellung des Volkssturms. Es gibt also kaum eine paralle Existenz beider Teile der
deutschen Abwehr. Nur die letzten 6 Monate des Krieges. Deshalb auch kaum Kompetenzgerangel.
Dort, wo es noch eine funktionierende Flugabwehr gab, blieben die Jugendlichen dabei. Ansonsten war man beim Volkssturm.
Flakhelferinnen waren die jungen Frauen, die in den Lagezentren halfen.
mfgConrad
Hallo
Den Volkssturm gab es erst ab Ende 1944, als die Front das
Reich erreichte. Hier wurde alles eingezogen, was eine Waffe
tragen konnte. Kinder ab 14 und zuletzt auch noch jünger,
Ausgemusterte, alte Männer - alles.
dürfte nicht stimmen, mein Vater war damals 14 und wurde nicht zum Volkssturm eingezogen (Jan.31 geb.)
LG
Mikesch
Hallo,
das war wohl auch unterschiedlich, offenbar wurde in manchen Gegenden der Volkssturm auch nicht bzw. nicht mehr einberufen - speziell an der Westfront. Zum anderen galt wohl ursprünglich auch ein Mindestalter von 16 Jahren (für die Ausbildung 15 Jahre).
Aber in den letzten Kriegsmonaten war wohl alles relativ. So wurde meines Wissens in den Kämpfen um Ostpreussen und auch in den Kämpfen um Berlin keine Rücksichten mehr auf das Alter genommen, sofern greifbar wurden um Berlin sogar Pimpfe unter 14 eingesetzt.
Das hing wohl immer auch damit zusammen, wie fanatisch die örtlichen Pateibonzen und die Standortkommandanten das Ganze sahen. Die Heeresoffiziere waren an sich ja vom Volkssturm eh nicht begeistert, die erkannten seinen geringen Kampfwert sofort. Aber die treuen braunen Heimatkrieger ließen ganz gern ihre eigene Flucht gen Westen auch durch den Volkssturm decken - die waren da rücksichtslos.
Gernot Geyer
HAllo,
die Verlustrate bei Flakhelfern war wesentlich niedriger.
Natürlich war auch die hoch genug - die Flakstellungen waren ja bevorzugtes Abgriffsziel der alliierten Luftwaffe.
Beim Volkssturm muß man bedenken, daß dieser in den Wirren der letzten Kriegsmonate oft gar nicht mehr einberufen wurde bzw. nicht zum Einsatz kam. Vielfach verdrückten sich die Leute einfach vor dem Einsatz. Rissen die Armbinde ab und schmissen die Flinte weg und versteckten sich - es ging ja meist eh nur um ein paar Stunden, dann war die Front drüber gerollt und keiner mehr da, der sie zur Rechenschaft ziehen konnte.
Aber wenn der Volkssturm zum Einsatz kam - dann waren die Verluste gewaltig. In der Regel sah es dann so aus, daß die meisten anschließend tot und der rest weggelaufen waren. Zumindest ist mir nicht bekannt, daß sich analog zum Heer die Überlebenden eines Volkssturmeinsatzes anschließend wieder gesammelt hätten und neu eingesetzt worden wären - da war einfach nichts mehr zum einsammeln da.
Gernot Geyer