Unterschiede zwischen Religion und Kommunismus

Hallo,

weiss jemand, ob und welche Unterschiede zwischen Religion und Kommunismus es gibt?

Auf rege Beteiligung würde ich mich sehr freuen.

Danke
Nermin

Ich sehe es so: Beide sind Ideologien, beide stellen sehr exakt umrissene, häufig doktrinäre oder alle Lebensbereiche umfassende Anforderungen an das menschliche Denken und Handeln.
Kommunismus, Faschismus et al. sind diesseits orientiert und suchen die Erlösung in der Realisierung einer politischen Doktrin. Religionen sind transzendent, sei es in Form von Gottesglauben, sei es in Form einer wie auch immer gearteten Heilserwartung oder spirituellen Weiterentwicklung.
Z. B. die christlichen Religionen in ihren diversen Spielarten, auch die Muslime, glauben an einen persönlichen Gott und ein Paradies oder Leben nach dem Tod. Die Juden glauben an Gott und den Messias, haben aber kein Paradies und keine Heilserwartung über den Tod hinaus (lasse mich korrigieren, meine mich aber so an meinen Unterricht erinnern zu können). Die transzendenten asiatischen Religionen negieren die Existenz eines persönlichen Gottes, Buddha ist nur Führer und Vorbild, haben aber eine tranzendente Heilserwartung.

Insofern sehe ich auch im Kommunismus und Nationalsozialismus gottlose Religionen mit einer Heilserwartung in dieser Welt, sei es durch den Wandel des Real Existierenden Kommunismus zum Reinen Kommunismus - oder durch die Errichtung des 1000jährigen Reiches.

Gruß
Otto

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Ich sehe es so: Beide sind Ideologien,
beide stellen sehr exakt umrissene,
häufig doktrinäre oder alle
Lebensbereiche umfassende Anforderungen
an das menschliche Denken und Handeln.
Kommunismus, Faschismus et al. sind
diesseits orientiert und suchen die
Erlösung in der Realisierung einer
politischen Doktrin. Religionen sind
transzendent, sei es in Form von
Gottesglauben, sei es in Form einer wie
auch immer gearteten Heilserwartung oder
spirituellen Weiterentwicklung.

Insofern sehe ich auch im Kommunismus und
Nationalsozialismus gottlose Religionen
mit einer Heilserwartung in dieser Welt,
sei es durch den Wandel des Real
Existierenden Kommunismus zum Reinen
Kommunismus - oder durch die Errichtung
des 1000jährigen Reiches.

Gruß
Otto

Bravo!
Ich denke, man kann den Vergleich noch ein wenig ergänzen. Den Kirchenfürsten wie auch den Diktatoren ging es doch nur um persönliche Machtausübung. Das Wohl - sei es dies- oder jenseitig - des bei Androhung schwerster Strafen (Todesurteile, Hölle) zum Glauben gezwungenen Volkes war ihnen wohl völlig egal. Die Heilsversprechen beider haben die Qualität von Wahlversprechen mit der Verschärfung, dass dem Volk die Wahlmöglichkeit verweigert wurde.
Im christlich geprägten Raum hat die Kirche vor allem durch die Einführung eines Bildungs-Mindeststandards und durch die Demokratisierung der Nationen einen Teil ihrer Macht eingebüßt. Der islamische Raum ist noch nicht so weit. Aber das kann ja noch werden …
Grüße
Bernhard

Insofern sehe ich auch im Kommunismus und
Nationalsozialismus gottlose Religionen
mit einer Heilserwartung in dieser Welt,
sei es durch den Wandel des Real
Existierenden Kommunismus zum Reinen
Kommunismus - oder durch die Errichtung
des 1000jährigen Reiches.

Gruß
Otto

Bravo!
Ich denke, man kann den Vergleich noch
ein wenig ergänzen. Den Kirchenfürsten
wie auch den Diktatoren ging es doch nur
um persönliche Machtausübung. Das Wohl -
sei es dies- oder jenseitig - des bei
Androhung schwerster Strafen
(Todesurteile, Hölle) zum Glauben

Nochmals da capo,

hinzu kommt, dass alle …ismen und jegliche Religionen MENSCHLISCHEN Hirnen entstammen, mithin das menschlische Denken/ Handeln a priori einschließen. Ergebnis:
Alle Religionen/Ideologien führen unausweichlich in die (irdische) Hölle, sie
entsprechen einer Gehirnabgabe an der Theater-Garderobe und macht uns als Spezies
unfrei, oder präziser: Die Verantwortung soll ein persönlicher Gott übernehmen.
Ein hervorragendes Thema…

Christoph

… das man uferlos diskutieren könnte.

Vergessen wir einen weiteren Umstand nicht:

Am Anfang jeder Ideologie stehen Idealisten, die vor dem Hintergrund ihres Denkens glauben, der Welt etwas Gutes zu bringen. Manche tun es auch. Wenn aber diese Idee zu einem Machtfaktor geworden ist, wird sie von der Pest eines jeden Systems befallen: den Opportunisten.

Opportunisten und Kork haben Gemeinsamkeiten: Beide sind sie leicht an Substanz, innen von Hohlheit bestimmt und werden hochgespült, egal, in welchen Gewässern sie schwimmen.

Diese Leute verwandeln Glaubensgrundsätze zu hohlen Phrasen, können sich in jedem System zurechtfinden, sind ebenso geeignet zum Bischof oder Apparatschik in der Nomenklatura. Jede noch so noble Idee wird von ihnen unterwandert, ausgehöhlt und zu einer Farce umgemünzt. Nein, sie meinen es nicht böse, sie wollen die Idee ja gar nicht verraten. Sie wollen nur die Macht und den eigenen Vorteil, die sich aus dieser Idee für sie ergeben. In ihrem Egoismus zerstören sie die Grundlagen der Idee, picken sich rücksichtslos die Rosinen heraus und hinterlassen die Brosamen eines pervertierten Kuchens ohne die ursprüngliche Substanz. Dadurch machen sie die Idee selbst anfechtbar und unglaubwürdig. Und wenn dann das ganze Gebilde zusammenbricht und durch eine andere Idee oder Staatsform abgelöst wird, sind es eben dieselben, die auch hier nach kurzer Zeit nach oben kommen.

Das findet man in jeder sozialen Struktur, die auf Ideologien aufbaut (und das tut jede - auf diese oder jene Weise) und hierarchisch gegliedert und mit Machtausübung verbunden ist. Denn Hierarchie ist das Gewässer, in dem Opportunisten hochgespült werden können.

So werden die Opportunisten, die Prediger von Wasser und Trinker von Wein, zum Tod auch der idealsten Gesellschaftsform der besten Idee und der hehrsten Ideologien, Ideale oder Religionen. Nicht, daß sie sie zwangsläufig ganz zerstören, aber sie machen sie unglaubwürdig und in sich unschlüssig. Siehe Kommunismus, siehe Christentum, wobei fatalerweise beide Ideologien darauf abzielten, den dem Opportunismus zugrundeliegenden Egoismus zu bekämpfen, von ihm unterwandert und letztlich pervertiert wurden.

Gruß
Otto

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Kommunisten glauben meist nicht an Gott.
Gruss timmi

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Haloo Ulrike Timkovic
Kommunisten sind Atheisten, dass heisst sie glauben nicht an Gott noch an andere spirituelle Dinge.
Religion kennst Du ja. Ich schliesse mich dem Zitat eines chinesischen Führers an das so lautet: ‚Religion ist Opium für das Volk‘.
Gruss Robert