Wie kann es sein, dass in manchen Gehaltsabrechnungen bei der Berechnung der Steuern und Sozialabgaben unterschiedliche Bruttogehälter zugrunde gelegt werden? So werden Lohnsteuer und Soli vom steuerpflichtigen Brutto berechnet, welches ein wenig höher liegt als das tatsächliche Brutto. Die Sozialabgaben werden vom sozialversicherungspflichtigen Brutto berechnet, welches viel höher liegt als das tatsächliche Bruttoentgelt. Die Summe dieser anhand höherer Bruttogehälter errechneten Werte wird dann allerdings vom niedrigeren tatsächlichen Bruttogehalt abgezogen. Auf diese Weise werden also höhere Steuern und Sozialabgaben gezahlt, als sie dem tatsächlichen Bruttogehalt entsprechen.
Es bestehen neben dem tatsächlichen Bruttoeinkommen keine weiteren Einkünfte, keine Zuschläge, keine vermögenswirksamen Leistungen, geldwerten Vorteile o.ä., die das Brutto irgendwo erhöhen könnten. Das tatsächliche Brutto entspricht genau der tariflichen Vergütung, z.B. auch inkl. kinderbez. Bestandteile und Erhöhungsbeträge.
Können Sie mir diese Berechnung erklären?
Danke und freundliche Grüße!
Nachdem du von kinderbezogenen Bestandteilen und Erhöhungsbeträgen sprichst, denke ich, dass damit öffentlichen Dienst bzw. angeglichene Tarifverträge gemeint sind.
Im öffentlichen Dienst gibt es eine Zusatzversorgung, die entweder vom Arbeitgeber allein getragen wird oder auch AG/AN anteilig. Und die Beiträge zu dieser Zusatzversorgung sind steuer- und sozialversicherungstechnisch unterschiedlich (mit anderen Freigrenzen, teils pauschal und nicht individuell besteuert) zu bewerten - daher ein unterschiedliches Brutto.
Und ja, es gibt eine Zusatzversorgung - das tatsächliche Bruttoeinkommen (also der niedrigste Betrag) wird auch an anderer Stelle der Gehaltsabrechnung als „Zusatzversorgungs-Brutto“ bezeichnet. Der Arbeitnehmer zahlt auch selbst einen Beitrag zur Zusatzversorgung.
Heißt das, was Du sagst, dass der Arbeitgeberanteil der Zusatzversorgung dann u.U. noch auf den tariflichen Bruttobetrag draufgerechnet und in unterschiedlichen Anteilen bei der Steuerberechnung und der Berechnung der Sozialabgaben berücksichtigt wird? Das, was wie ein fiktiv erhöhter Bruttobetrag aussieht, wäre dann tatsächliches Bruttoeinkommen plus Zusatzversorgungsanteil des Arbeitgebers - also gerechnet wie ein geldwerter Vorteil o.ä?
Hier ist z.B. eine Zusatzversorgung mit den Grenzwerten:http://www.zkdbg.de/portal/page/portal/bvk/zkdbg/mit… Die über die Grenzwerte gehenden Beiträge des AG müssen individuell versteuert bzw. sozialversichert werden - darum sind hier unterschiedliche Bruttos.
ich habe dank Deiner Tips nun alles darüber gefunden - sogar einen online-Rechner, mit dem man steuer- bzw. sozialversicherungspflichtiges Brutto in einem solchen Fall ermitteln kann.
Nochmals herzlichen Dank für die Hilfe (in einem anderen Forum bin ich für die gleiche Frage erstmal verspottet und wie ein Depp behandelt worden… Hier gleich die erste Antwort ein Treffer - und obendrein nett und freundlich!!)
ich habe dank Deiner Tips nun alles darüber gefunden - sogar
einen online-Rechner, mit dem man steuer- bzw.
sozialversicherungspflichtiges Brutto in einem solchen Fall
ermitteln kann.
dieser Rechner kann das auch (Achtung, steht klein links unter den Eingabefeldern) und berechnet gleich noch den ganzen Rest (Steuer, Versicherungen usw.) mit.