Hallo WWW-ler, mal wieder das Thema Chef, diesmal aber net meiner (wobei der auch net besser ist!!)
Also, eine Einrichtung, sozialer Art, so wie Erziehungsberatungsstelle oder Frühförderstelle, hat nen Chef, der zieht die Schrauben immer enger und piesakt die Mitarbeiter immer mehr mit „Neuerungen“, weil er und das Team nicht miteinander auskommen und er denen zeigen will, wer hier Chef ist. Soweit, so schlecht, Stimmung wird immer schlechter, Kritik am Chef immer lauter, da kommt er auf ne ganz neue Idee: Alle Schriftstücke, die nach Außen gehen, sollen über seinen Tisch, er möchte informiert sein und sehen, was drin steht und was raus geht. Und: Er unterschreibt die Arbeiten der Mitarbeiter mit, so das es aussieht, als hätte er mit daran gearbeitet.
Darf der das?? Oder können die Mitarbeiter drauf bestehen, dass ein Stempel mit GESHEHEN oder GENEHMIGT oder GELESEN angeschafft wird, unter dem er dann seinen Willhelm setzt? Kann doch wohl nicht sein, dass die Leute die Arbeit machen und er einfach , durch die Unterschrift, den Eindruck erweckt, er hätte daran MITGEWIRKT? (Zumal er gar keine AHNUNG von der Materie hat!!)
Fragt erbost am Mittwochmorgen die Joanna, auf Antworten gespannt.
Ps.: In Kliniken, dass weiss ich, unterschreiben die Arztberichte immer der Arzt, der Assi und der Boss, aber kann man das mit ner Beratungstelle vergleichen???
Hallo,
Alle Schriftstücke, die nach Außen gehen, sollen über
seinen Tisch, er möchte informiert sein und sehen, was drin
steht und was raus geht. Und: Er unterschreibt die Arbeiten
der Mitarbeiter mit, so das es aussieht, als hätte er mit
daran gearbeitet.
Darf der das?? Oder können die Mitarbeiter drauf bestehen,
dass ein Stempel mit GESHEHEN oder GENEHMIGT oder GELESEN
angeschafft wird, unter dem er dann seinen Willhelm setzt?
Kann doch wohl nicht sein, dass die Leute die Arbeit machen
und er einfach , durch die Unterschrift, den Eindruck erweckt,
er hätte daran MITGEWIRKT? (Zumal er gar keine AHNUNG von der
Materie hat!!)
In vielen verschiedenen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes ist solch eine Vorgehensweise üblich.
Mit der Unterschrift übernimmt der Vorgesetzte auch die VERANTWORTUNG für den Inhalt, dh. er hat es gelesen und für OK befunden. Das kann durchaus auch positiv für den Mitarbeiter sein.
Beatrix
Wie meinen?
Guten Morgen Joanna,
mir scheint, Du hast das Prinzip nicht verstanden…
Er ist der Chef.
Er trägt die Verantwortung.
Er hat nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht zu wissen, was in seiner Firma/Abteilung/Einrichtung abgeht.
Er unterschreibt die Arbeiten
der Mitarbeiter mit, so das es aussieht, als hätte er mit
daran gearbeitet.
Darf der das??
Er darf mehr oder weniger alles.
Um ein ähnliches Beispiel zu nennen: eine Sekretärin erstellt für ihren Chef selbständig eine Präsentation (weil Chefchen es selbst nicht kann). Ist es dann ihre Präsentation? Nö! Es ist die Präsentation ihres Chefs.
Ps.: In Kliniken, dass weiss ich, unterschreiben die
Arztberichte immer der Arzt, der Assi und der Boss, aber kann
man das mit ner Beratungstelle vergleichen???
Richtig. Und noch ein Beispiel: ein Chefarzt wird zum Gutachter bestellt, hat aber weder Zeit noch Lust, das Gutachten selbst zu erstellen, ergo wälzt er es auf einen Assistenzarzt ab. Chefchen unterschreibt immer mit (da gibt es bei abgewälzten Gutachten einen Standardsatz von wegen ‚aufgrund eigener Meinungsbildung, usw.‘), obwohl er weder den Patienten noch die Unterlagen zu Gesicht bekommen hat.
Oder können die Mitarbeiter drauf bestehen,
Hä?!
Grüße
Renee
Hallo,
Mit der Unterschrift übernimmt der Vorgesetzte auch die
VERANTWORTUNG für den Inhalt, dh. er hat es gelesen und für OK
befunden. Das kann durchaus auch positiv für den Mitarbeiter
sein.Beatrix
…da stimme ich absolut zu: er trägt die Verantwortung, insofern ist das sein gutes Recht… Meiner Meinung nach liegt es an den Mitarbeitern zu „beweisen“, dass man mit der Zeit auf so etwas verzichten kann. Ich habe das auch schon oft, gerade bei neuen Mitarbeitern, gemacht (ok, das auch aus gegebenem Anlass…). Und das hat IMHO nichts damit zu tun, ob es sich um einen Arzt, eine öffentliche Einrichtung oder ein Wirtschaftsunternehmen handelt.
Im Übrigen denke ich, dass es nach außen hin viel schlechter aussieht, wenn auf einem Schreiben eines Mitarbeiters ein Stempel „genehmigt“ ist. Dabei denkt sich ein Leser eventuell viel mehr als bei einer simplen Unterschrift.
Einen schönen Mittwoch wünscht
Shannon