Unterschriftenfälschung

Hi Leute,
meine Tochter ist 17 Jahre und besucht derzeit die "höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe. Eigentlich ist sie eine durchschnittliche Schülerin (Notendurchschnitt: 2.7) und auch bestimmt nicht überfordert dabei.
Allerdings bemerkte ich jetzt durch Zufall , dass sie vor ca. 2 1/2 Jahren die Unterschrift bei einer Schularbeit fälschte, was auch der Lehrer bemerkte. Das hatte natürlich eine Mitteilung darüber von der Schule zu den Eltern zufolge, in welcher meine Tochter wiederum die Unterschrift fälschte! Jetzt, nach 2 ½ Jahren von diesem Geschehnis ist der Stand der Dinge, dass ich als Mutter „Bescheid“ weiß, die Schule aber nicht. Bei einer Ausprache mit meiner Tochter über dieses Thema agumentierte ich, dass dies eine kriminelle Handlung sei. Meine Tochter entgegnete mir dazu, dass dann mit Sicherheit mindestens die Hälfte der Schüler kriminell wären, weil das fast jeder (Mitschüler) angeblich schon einmal gemacht hat.
Ich denke, dass meine Tochter nicht so einfach ohne Konsequenzen davonkommen soll und bitte somit um Rat wie man damit umgehen könnte.

Mit bestem Dank im voraus!
Elisabeth

2 1/2 jahre ist eine schoen lange zeit in dem alter. von konsequenzen wuerde ich da nicht mehr sprechen. eher von verjaehrt :wink:

ich wuerde aber meinen sohn (der ist aber noch weit weg vom faelschen meiner unterschrift, erst muss er mal schrieben lernen)in so einem fall fragen, warum er sich beim faelschen sicherer fuehlte, als mir die arbeit zeigen bzw. die benachrichtigung. und ich wuerde ihm erzaehlen, was es mir so wichtig macht, dass er *meine* unterschrift nicht faelscht.

ich denke, die sache von vor 2 1/2 jahren sollte erledigt sein.

gernot

Hallo Elisabeth,
ich würde mich eher fragen, warum meine Tochter solche Angst vor mir hat, daß sie sich gezwungen fühlt, meine Unterschrift zu fälschen…

Uwe

Hallo Elisabeth,
da es schon recht lange zurückliegt und wohl nur einmal vorgekommen ist, würde ich nicht merh ein zu grosses Aufstand darum machen. offenbar habt Ihr darüber gesprochen, dass dies nicht in ordnung gewesen sei; ich wpürde sie auch fragen, was schon gesagt worden ist, warum/ob sie mehr Angst hatte, die Arbeit Dir zu zeigen, als beim Fälschen erwischt zu werden; wenn sie es nicht aus Angst gemacht hat, sondern weil man „mal“ so etwas tut, dann ist dies vielleicht auch vertretbar; ich denke, vermutlich klaut jeder einmal (!) in seiner Schullaufbahn auch mal etwas in einem Laden, um es einfach mal getan zu haben. Dadurch wird man (hoofentlioch) nicht kriminell. ich möchte es auch nicht verharmlosen, aber man soltle es auch nicht überbewerten.
Ein ernstes Gespräch sollte für Klarheit sorgen.

Deborah („kreuzbrave“ Schülerin, die schon ein Dutzend Jahre aus der Schule ist, aber Verständnis hat für einmalige „Probier“-Ausrutscher dieser Art.)

Jetzt, nach 2 ½ Jahren von diesem Geschehnis ist der Stand der
Dinge, dass ich als Mutter „Bescheid“ weiß, die Schule aber
nicht.

Die Schule braucht das nicht zu wissen - im Gegenteil, ich würde immer behaupten diese Unterschrift wäre von mir und mich vor meine Tochter stellen. Wenn Ihr Euch ausgesprochen habt, dann ist es doch gut. Vertrauen ist wichtig. Ziel ist es doch, dass das nicht mehr passiert und nächstes mal anders läuft.

Andreas

Es gibt von Reinhard Mey ein Lied mit ziemlich dem selben Inhalt. Er (oder der Junge von dem das Lied handelt) hat eine Unteschrift gefälscht und der Lehrer hats rausgekriegt. Voller Triumpf bestellt er ihn und seine Eltern zu sich, die Eltern „bestätigen“ aber, daß die Unterschriften von ihnen sind, obwohl sie sehen, daß der Junge sie gefälscht hat. Anschließend gibts es aber Tacheles vom Vater, aber hauptsächlich, weil er enttäuscht ist, daß der Junge lieber gefälscht hat, als zu seiner schlechten Note zu stehen bzw. ihm nicht zu vertrauen.

Überlege erst mal für Dich wie das Verhältniss damals zu Deiner Tochter war, 15jährige haben es nun mal nicht so leicht, die ganze Welt ist blöde und die Erwachsenen sowieso…

Wenn sich seitdem nichts ähnliches mehr ereignet hat, solltest Du es dabei belassen, Deiner Tochter klar zu machen, daß Du so was nicht OK findest und im Wiederholungsfall strenger reagieren würdest. Aber in wenigen Monaten ist Deine Tochter eh alleine für sich verantwortlich und Du solltest vielleicht mehr an einem guten Verhältniss arbeiten als Angst zu schüren.

Gandalf

‚Zeugnistag‘
Auch mir fiel als Antwort sofort dieses Lied ein!!

Croeti

Zeugnistag

Ich denke, ich muß so zwölf Jahre alt gewesen sein, und wieder einmal war es Zeugnistag. Nur diesmal, dacht’ ich, bricht das Schulhaus samt Dachgestühl ein, als meines weiß und häßlich vor mir lag. Dabei war’n meine Hoffnungen keineswegs hochgeschraubt, ich war ein fauler Hund und obendrein höchst eigenwillig, doch trotzdem hätte ich nie geglaubt, so ein totaler Versager zu sein.

So, jetzt ist es passiert, dacht’ ich mir. jetzt ist alles aus, nicht einmal eine 4 in Religion. Oh Mann, mal diesem Zeugnis kommst du besser nicht nach Haus, sondern allenfalls zur Fremdenlegion. Ich zeigt’ es meinen Eltern nicht und unterschrieb für sie, schön bunt, säh nicht schlecht aus, ohne zu prahl’n! Ich war vielleicht ‚ne Niete in Deutsch und Biologie, dafür konnt‘ ich schon immer ganz gut mal’n!

Der Zauber kam natürlich schon am nächsten Morgen raus, die Fälschung war wohl doch nicht so geschickt. Der Rektor kam, holte mich schnaubend aus der Klasse raus, so stand ich da, allein, stumm und geknickt. Dann ließ er meine Eltern kommen, lehnte sich zurück, voll Selbstgerechtigkeit genoß er schon die Maulschellen für den Betrüger, das mißrat’ne Stuck, diesen Urkundenfälscher, ihren Sohn.

Mein Vater nahm das Zeugnis in die Hand und sah mich an und sagte ruhig: „Was mich anbetrifft, so gibt es nicht die kleinste Spur eines Zweifels daran, das ist tatsächlich meine Unterschrift.“ Auch meine Mutter sagte. ja, das sei ihr Namenszug, gekritzelt zwar, doch müsse man versteh’n, daß sie vorher zwei große, schwere Einkaufstaschen trug, dann sagte sie: „Komm, Junge, laß’ uns geh’n.“

Ich hab’ noch manches lange Jahr auf Schulbänken verlor’n und lernte widerspruchslos vor mich hin Namen, Tabellen, Theorien von hinten und von vorn, daß ich dabei nicht ganz verblödet bin! Nur eine Lektion hat sich in den Jahr’n herausgesiebt, die eine nur aus dem Haufen Ballast: Wie gut es tut, zu wissen. daß dir jemand Zuflucht gibt. Ganz gleich, was du auch ausgefressen hast!

Ich weiß nicht, ob es rechtens war, daß meine Eltern mich da rausholten, und wo bleibt die Moral? Die Schlauen diskutieren. die Besserwisser streiten sich, ich weiß es nicht, es ist mir auch egal. Ich weiß nur eins, ich wünsche allen Kindern auf der Welt, und nicht zuletzt natürlich dir, mein Kind, wenn’s brenzlig wird, wenn’s schiefgeht, wenn die Welt zusammenfällt, Eltern, die aus diesem Holze sind, Eltern, die aus diesem Holz geschnitten sind!

stellt sich doch eher die frage warum dein kind so grosse angst vor dir hat das es es nötig hat die unterschrift zu fälschen.

meinem sohn habe ich schon in der ersten klasse versichert das es ganz egal ist welche noten er nach hause bringt und er sicher sein kann das es weder strafe noch sonstwas deswegen bekommen wird.

bei schulfreunden bekomme ich aber mt wie 90% der eltern reagieren.
lerexesse, stubenarrest, taschengeld weg, freunde dürfen nicht kommen, fernsehverbot,…

mein sohn darf gerne auch mal eine 5 oder 6 nach hause bringen (hat er noch nie) und das würde mich nicht dazu bringen ihn nach der schule noch 3 stunden büffeln zu lassen.

mal eine schlechte note zeigt doch eher das es kinder sind, oder?
auch wenn wir es gerne übersehen, aber kinder haben ein pensum wie erwachsene, nur stecken sie eben in kinderkörpern…

vertrauen solltest du schaffen zwischen euch, irgendwas ist da schief gelaufen, aber nun nach der langen zeit (sie ist ja fast erwachsen!!!) kannst du da eh nichts mehr machen!
und schliesslich verbuche es einfach unter dem punkt jugendsünde, sie ist nicht kriminell sondern war ein mädel das angst hatte!

sonja

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