Untersuchung des Gleichgewichtsorgangs

Hallo,
wer von Euch kennt sich beim Thema HNO aus?

Ich hatte heute eine Untersuchung des Gleichgewichtsorgangs, hab’s aber versäumt, direkt in der Praxis danach zu fragen, wie das genau untersucht wird (also der physikalische Ablauf).

Ich beschreib’ mal, was gemacht wurde:

Ich bekam eine Art „Taucherbrille“ aufgesetzt, mit der ich nichts sehen konnte. Vor dem rechten Auge war eine kleine Kamera angebracht, die mein Auge gefilm hat.

Dann bekam ich ca. 1-2 Minuten Luft in mein Ohr geblasen (mithilfe eines kleinen Schlauchs). Zuerst kühle Luft (zuerst rechts, dann links), dann warme Luft (zuerst links und dann rechts).

Mir wurde dann auch, wie angekündigt, etwas schwindelig. Die Arzthelferin meinte, das Gleichgewichtsorgan würde durch die Luft gereizt. Zwischen den 4 Einheiten wurde immer eine längere Pause eingelegt.

Nachdem die Luft abgestellt wurde, musste ich die Augen weit offen halten und versuchen, geradeaus zu gucken (das alles mit der verdunkelten Brille auf). Jetzt wurde wieder das Auge gefilmt (geschätzte 60 sek.)

Was genau wurde da eigentlich gemacht???
Was wird da gemessen???

Lieben Dank für Eure schlauen Antworten!
Mirabelle

Hi!

Klingt für mich nach Nystagmus-Diagnostik (mit der sog. Frenzelbrille?). Ich wollte hier einen schönen Link dazu reinwerfen, find aber grad nichts auf die Schnelle. Eventuell googelst du mal nach Nystagmus oder der Peter schreibt hier einen erklärenden Roman :wink:

Gruß,
Sharon

Hi Sharon,

Frenzelbrille?

nee, die ist es leider nicht, hab mal bei Wiki gekuckt und da ist ein Bild davon

Die Brille die ich aufhatte, war ziemlich genau wie ne „Taucherbrille“, nur eben, dass da keinerlei Gläser oder Linsen drin waren sondern alles abgedunkelt.

Mirabelle

Hi!

Das ist eine Videookulographie, eine Art Frenzelbrille für vornehme und zählfaule.
Dieses Ding registiert ua die Lage und Bewegung der Pupille und zeichnet diese in ein Koordinatensystem auf. Für die die’s ganz genau mögen: http://genista.de/manches/diplom/node7.html Dank moderner Technik ist das Ding heute zum Glück handlicher und auch die Computerauswertung einfacher.

Die Auswertung der Untersuchung zeigt nun, ob irgendwelche rhythmischen Augenbewegungen (Nystagmen) vorhanden sind, die auf irgendwelche Probleme im Gleichgewichtssystem hinweisen.

Durch Anwendung von Wärme oder Kälte aufs Ohr kommt es im Innenohr zu Flüssigkeitsverschiebungen, die das Gleichgewichtsorgan beschummeln und dem Gleichgewichtssystem suggerieren: „Der Körper dreht sich!“ Da eine der Funktionen des Gleichgewichtsorganes die Stabilisierung der Blickachse ist, werden nun reflektorisch die Augen bewegt. Diese Bewegung registriert Deine „Taucherbrille“ und spukt eine sägezahnartige Kurve aus. Aus dieser Kurve läßt sich nun für jedes Ohr die Reizantwort ermitteln. Deutlich unterschiedliche Reizantworten deuten auf eine Unterfunktion eines Gleichgewichtsorganes hin. Das kann zum Beispiel mal hörsturzähnlich auftreten bei der Neuropathia vestibularis und geht dann mit heftigem Schwindel einher.

Die Frenzelbrille enthält starke Linsen und unterdrückt so die Fixation, so daß man auch Nystagmen erkennen kann aber selber zählen muß.

Hoffe, das hilft etwas weiter.

Gruß
Peter

Daß ma auf de oidn Dog imma no was lernt? (OWT)

meinst synapse