Unterverteilung von Kabelfernsehen

Hallo zusammen,

ich habe diverse elektrotechnische Grundkenntnisse, aber die mir bestehende Aufgabe ist mir nicht geheuer :wink:

Hier meine Situation:
Ich wohne in einer 3 Zimmer WHG. Es soll ein Kabelanschluss eingerichtet werden. Hier befindet sich ein Schematisches Bild des Vorhabens:

http://img4web.com/view/4R92KS

Alles darin in schwarz ist bereits vorhanden, rot soll ergaenzt werden.

Das Bild kurz zusammengefasst, hinter dem Verstaerker im Keller, teilt sich der Anschluss auf in drei Richtungen(Wohnung1-3).
Vom Dachboden aus gehen 3 Kabel in die 3 Zimmer meiner Wohnung(Vorbereitet fuer eine Schuessel auf dem Dach). Alle 3 Zimmer sollen einen Kabelanschluss bekommen. Da mir der Kundenservice unseres Kabelanbieters technisch inkompeten erscheint, stelle ich nun meine Fragen hier:

Ich wollte ein Kabel aus dem Keller richtung Dach legen und dort einen zusaetzlichen Verteiler installieren:

Muss ich da Daempfungsmaessig auf irgendwas achten?
Gibt es Daempfungsmaessig verschiedene Verteiler?
Gibt es unterschiede zwischen Antennen und Sattelitendosen? Abschlusswiderstaende in den Dosen am Ende?

Viele Fragezeichen, ich hoffe nicht zu viele.

Moin,

bist Du denn berechtigit, in die bestehende Verteilung einzugreifen, bzw die bestehenden, ursprünglich für Sat-ZF-Verteilung gedachten Leitungen zu benutzen?

Rein technisch steht Deinem Vorhaben nichts im Wege, vorausgesetzt, der Pegel am Stammausgang des Vierfachverteilers (Keller) ist stark genug.

Die Verteildämpfung ist bei Verteilern unterschiedlich, typischerweise dämpft ein 2-fach-Verteiler 4 dB, ein 3-fach-Verteiler etwa 6 und ein 4-fach-Verteiler etwa 8 dB.

An das Ende jeder Stammleitung gehört eine Stammleitung mit Abschlußwiderstand.

Und nun kommt eine Falle: Wenn in den anderen Wohnungen statt der korrekten Stammleitungsdosen (dämpfen i.d.R. ca 14 dB) fälschlicherweise Stichleitungsdosen verbaut sein sollten (dämpfen i.d.R. 4 dB), so ist der Verstärker auch dementsprechend eingepegelt… kurz gesagt: es kommt ein wenig darauf an, ob der Rest der Anlage vernünftig aufgebaut ist!

Du kannst nun natürlich beim Nachbarn klingeln und mal eine der Dosen aufschrauben und gucken, was drin ist…(Stammleitungsdosen mit Abschlußwiderstand wären gut!)

Jedenfalls wird der Signalpegel bei Deinem Aufbau auf allen Deinen Dosen um ca 6-8 dB niedriger sein als bei Deinen Nachbarn (die Dämpfung des 3-fach-Verteilers).

Wenn die Nachbarn besagte Stammleitungsdosen (oft als „Durchgangsdosen“ bezeichnet) haben, so solltest Du den Aufbau Deiner Verteilung etwas ändern:

Statt eines 3-fach-Verteilers verwendest Du einen 2-Fach- Stichabzweiger (auch „Tap“)genannt, mit 10 dB Stichdämpfung.
Dieser hat einen Eingang, einen Stammausgang und zwei Stichausgänge.
Der Stammausgang dämpft dabei normalerweise 1 dB.

An den Stammausgang klemmst Du eine Stammleitungsdose („Durchgangsdose“) und schließt an den Stammausgang der Dose einen Abschlußwiderstand.

An die Stichausgänge kommen–erraten–Stichleitungsdosen (oft fälschlicherweise als „Enddose“) bezeichnet.

Vorteil:
Du hast auf allen Dosen in etwa den gleichen Pegel wie Deine Nachbarn… :smile:

Dämpfung Stammleitung: 1dB + 14 dB Anschlußdämpgung der Dose= 15 dB
Dämpfung der Stiche: 10 dB+ 4 dB Anschlußdämpfung der Dose = 14 dB

Funktioniert nur, wenn bei den Nachbarn Stammleitungsdosen mit zusätzlichem Abschlußwiderstand verbaut sind…wie es eigentlich sein sollte…

Viel Erfolg!

habe ich schon beantwortet.