Warum sagt man „untot“? „un“ steht doch für „nicht“ und „nicht-tot“ wäre
dann doch „lebendig“…Das hat aber wiederum einen anderen Sinn als „untot“!Ich bin verwirrt.
Hi Kerstin,
Warum sagt man „untot“?
das sind die Toten, die gar nicht wirklich tot sind, sondern unter ungeklärten Umständen immer wieder mal herauskrabbeln. Im Volksmund werden diese Untoten Zombies genannt. Die bekannteste Figur aus diesen Kreisen dürfte Dracula sein.
Manchen Berufsgruppen scheint dieses Phänomen nicht fremd zu sein, ich erinnere an den Wiener Zentralfriedhof, wo ein altes Mütterchen einen Friedhofsgärntner fragte: „Sie, bittschön, wo ist denn Reihe 27, Grabstelle 51?“ und zur Antwort bekam: „Das kann ich leiden - erst herauskrabbeln und dann nicht wieder nach Hause finden!“
Gruß Ralf
Hi Ralf,
zu diesem Thema fällt mir doch auch Goethe ein!
Gruß
Barney
Johann Wolfgang von Goethe
Der Totentanz
Der Türmer, der schaut zumitten der Nacht
Hinab auf die Gräber in Lage;
Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht,
Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.
Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:
Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,
In weißen und schleppenden Hemden.
Das reckt nun, es will sich ergötzen sogleich,
Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,
So arm und so jung, und so alt und so reich;
Doch hindern die Schleppen am Tanze.
Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut,
Sie schütteln sich alle: da liegen zerstreut
Die Hemdelein über den Hügeln.
Nun hebt sich der Schenkel, nun wackelt das Bein,
Gebärden da gibt es vertrackte;
Dann klipperts und klapperts mitunter hinein,
Als schlüg man die Hölzlein zum Takte.
Das kommt nun dem Türmer so lächerlich vor;
Da raunt ihm der Schalk, der Versucher, ins Ohr:
>>Geh, hole dir einen der Laken!