Unverschuldeter autounfall aber meine versicherung

Guten Tag,

habe seit september 08 mein erstes Auto versicherungstechnisch auf mich laufen. Mit diesem Wagen hatte ich im November 08 einen unverschuldeten Unfall auf der A60.

zum Hergang: ich linke Spur, er kam von der Autobahnauffahrt auf die rechte Spur hinter einem Auto mit Anhänger und vor einen Geländewagen.Kurz bevor ich die drei Autos überholen wollte, zieht er ohne zu blinken raus auf meine Spur und drängt mich nach links zur Leitplanke ab,komme auf Dreck neben der Strasse und verliere die Kontrolle.Dabei beschädigte ich den Wagen mit dem Anhänger. Nachdem ich die Kontrolle über meinen Wagen wiedererlangt hatte hielt ich mit den anderen Autos auf dem Standstreifen. Der unfallverursacher stoppte kurzzeitig und fuhr dann weiter.Das Kennzeichen konnte ich mir merken.

Die Polizei konnte den Halter ermitteln und nahm ihm am nächsten Tag vorläufig den Führerschein ab wegen Verdachts auf Fahrerflucht.

Seine Versicherung weigerte sich bis März 09 meinen Schaden zu zahlen.Ich habe bei meiner Versicherung angebeben das ich nicht Unfallverursacher bin. Trotzdem wurde der Schaden, den ich beim Auto mit Anhänger angerichtet habe von meiner Versicherung bezahlt und daraufhin wurde ich von eigentlich 100% auf 150% hochgestuft.Ich konnte die Polizeiakte meines Unfalls mit Zeugenaussagen einsehen woraus hervorgeht, das mich keine Schuld traf.

Jetzt habe ich mit meiner Versicherung telefoniert, weil ich nicht gewillt bin die 150% zu zahlen.Man teilte mir mit das es noch eine Weile so sein würde da der Fahrer mit dem Anhänger nun nach einem 3/4 Jahr noch Lohnausgleichzahlung will. Diese will erst meine Versicherung zahlen und dann von Unfallverursacher wiederholen.

Warum wendet sich der Fahrer mit dem Anhänger nicht direkt an den Verursacher?
Warum zahlt denn meine Versicherung alle Schäden(ich auf 150%gestiegen) und nicht direkt die Versicherung des Unfallverursachers ???

Ist das so rechtens wenn nicht was kann man da machen?

Hallo,

wenn es mehrere Verursacher gibt, hat der Geschädigte die Wahl, an wen er sich wendet; von jedem einzelnen kann er 100% fordern, so lange insgesamt nicht mehr als der Schaden „kassiert“ wird.

Dass Dein Versicherer die Forderung nicht gleich an den betreffenden VR des Einbiegers gibt, ist einerseits ein schwaches Bild, andererseits könnte ich mir vorstellen, dass mind. eine Mithaftung von 20 - 30% bei Dir hängen bleibt.

Grüße, M

thx für die Antwort

Das habe ich mir am Anfang auch so gedacht, das ich unter Umständen ne Teilschuld bekomme.
Die Aussage meiner Versicherung ist aber lediglich, das sie erst bezahlen und es sich dann wieder holen.
Finde ich verwaltungtechnisch recht umständlich,für mich teuer/ärgerlich und nicht gerade seriös.

hi alexander,

ärgerlich ja, aber durchaus usus bei versicherungen. die eine macht es so, die andere so. ist aber grds. „normal“, wenn eine versicherung erstmal den sie betreffenden schaden komplett abwickelt (solange, bis nix mehr an forderungen besteht), um sich dann mit der anderen versicherung zu kabbeln. in erster linie geht´s ja mal darum, daß der geschädigte entschädigt wird, und dem ist´s egal, von wem.
diese art des vorgehens kann ja - wenn man mal auf der anderen seite stünde - durchaus auch vorteilhaft sein.
faktisch bist du erstmal der schadenverursacher, auch wenn durch das fehlverhalten des anderen pkw-fahrers verursacht (kausale kette).
deine versicherung hat dich deshalb hochgestuft, weil ggfs. noch nicht geklärt ist, wer welchen schuldanteil trägt und weil der fall noch nicht abgeschlossen ist. wenn deine versicherung ihren schotter komplett von der gegenversicherung bekommen hat, wird´s eine rückrechnung der versicherungsbeiträge sowie der prämientarife geben.
hatte mal eine ähnliche situation; hat zum glück aber nur 6 monate gedauert…

gruß, boris