Unverständliches Verhaltensmuster

Hallo liebe Wissenden,

was ist eigentlich los mit einer Frau die sich über irgendjemanden beschwert,sei es im Privatleben oder im Beruf, der sie schlecht behandelt und sobald man ihr Recht gibt und Vorschläge macht wie man mit der betreffenden Person umgehen sollte, anfängt die betreffende Person bis aufs Blut zu verteidigen. Dieses Verhaltensmuster ist so stark ausgeprägt, daß ich mich langsam darüber aufrege und mich frage, ob da nicht mehr dahinter steckt. Diese Frau findet immer und immer Entschuldigungen etc. für die Leute, die sie schlecht behandeln. Sie leidet und verteidigt die Peiniger.
Ist das ein bekanntes Verhaltensmuster in der Psychologie, das auf irgend etwas Bestimmtes schließen läßt?

Lieben Gruß,
Claudia

Moin, Claudia,

ich kenne das nur aus engen Beziehungen, wo der Brutpflegetrieb durchschlägt, sobald der Hahn in Frage gestellt wird. Dahinter steckt vielleicht die Angst, dass ohne den Hahn das Huhn keine Aufgabe mehr hätte.

Gruß Ralf

Hi Ralf,

ich kenne das im in-group / out-group Verhalten.
Als Südafrikaner durfte ich damals das südafrikanische
Leben geiseln, aber gegenüber Ausländern (die keine
Ahnung hatten) wurde erklärt.

Gruß

Elke

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Hi Claudia,

das kenne ich vor allem bei zutiefst frustrierten Menschen die vor allem reden wollen, aber nichts ändern.

Vielleicht wollen diese Menschen auf Zustimmung, Aufmerksamkeit, Mitleid, Bestätigung ihrer miesen Situation (hat was sado-masochistisches…) was auch immer, ich habs bisher auch nie kapiert, aber vor allem wollen sie reden, sich aufregen, heulen - aber bitte niemals Hilfe oder gar einen konkreten Ansatz wie man ihre Situation ändern kann. Das fürchten diese Leute wie der Teufel das Weihwasser. Dann wird verteidigt, herausgeredet und alles getan damit sie absolut nichts ändern müssen und keine Hilfe etwas an ihrer Situation ändert. Zur Not hast du sie immer völlig falsch verstanden, oder sie sagen dir das sie so tief drinstecken, das sie da jetzt durch müssen.

Bei allen Menschen die ich bisher kennenlernte und dieses Verhalten feststellte hatte ich irgendwann nicht nur ein sehr leeres Gefühl im Bauch nach diesen Gesprächen, ich fragte mich ab einem Punkt auch was die eigentlich von mir wollen. Denn zurück kam nie etwas, es ging nicht weiter, im Gegenteil, es war immer die gleiche furchtbare Leier.

Ab diesem Punkt, wenn wieder ein „Klagelied“ stattfand und die ersten Hilfen mal wieder abgelehnt wurden, fragte ich immer gezielt „Was willst du eigentlich von mir? Hilfen nimmst du nie an, im Gegenteil du verteidigst alles. Was soll das?“.

Ab dieser Frage kam ich komischerweis für weitere Klagelieder nicht mehr in Frage. Warscheinlich weil ich mich damit als Zweifler und nicht notorischer Gutmensch outete und automatisch aus der erlauchten Zuhörerschaft ausschied.

Gruß
Helena

grüss dich claudia,

was dir so unverständlich erscheint ist gar nicht so unüblich finde ich. im gegenteil, sehr viele menschen haltes es so. nur mag es sein, es fällt einem gar nicht so auf oder man bringt die vielen gesichter nicht in einklang - merkt nicht - das das grundprinzip sich oft verdammt ähnelt und damit auch die hintergründe für so ein verhalten.

im grunde hat meiner meinung nach so ein verhalten einen hauptgrund - also nicht das „meckern“ ist nun gemeint sondern die verteidigung der person wenn man auf das meckern eingeht, zustimmt.

denn wenn du ihr ratschläge gibst, evtl sogar wie aus der pistole geschossen, fühlt sich sich sagen wir mal schwach… ich meine damit, dadurch dass andere hier genau wissen was zu tun wäre z.b, also wie sie sich verhalten könnte, damit sich etwas verändert - signalisiert man - ich kenne eine lösung. - bei manchen menschen führt das dazu, dass sie sich überrollt fühlen - wieso weiss mein gegenüber wie es "richtig"geht? wieso weiss sie es besser als ich? - bei manchen kratzt das sehr am selbstwert - OBWOHL die person ja direkt offen selbst gefragt hat.
zum anderen kommt noch etwas hinzu, was aus meiner sicht das eigentliche problem ist - übrigens weit verbreitet:
für sie scheint es schwer etwas zuverändern - damit „muss“ nämlich ein bewusstsein von eigenverantwortung einhergehen zum einen, zum anderen die erkenntnis von evtl mitverantwortung für jenes problem und jaaaaa, nun kommts - sich mühe machen etwas zu verändern - das ist anstrengend, mühsam und selten funktionierts sofort sondern muss geübt werden.

diese mühe machen sich wenig menschen (banales unangenehmes beispiel das ich imemr wieder höre - mann findet densexdaheim fade und anstatt sich mit sich erstmal und dann mit frau auseinanderzusetzen geht er einfach fremd - begründung - langweile beim sex- ende)

wenn man also etwas verändern will, muss man bei sich anfangen.
wenn man etwas verändern will muss man bereit sein für die veränderung - und viele wissen nicht ob diese veränderung „besser“ ist als das altbekannte - nochdazu würden sie das recht zu meckern verlieren (ich nenne das mal den sekundären gewinn - auch wenn das so sicher nicht passt) denn wenn man meckert bekommt man aufmerksamkeit und fühlt sich im recht.

das alles wird ausgeschaltet wenn jemand konkrete vorschläge macht die einen ja schon fast zum handeln zwingen sonst macht man sich ja zum deppen wenn man meckert, wo doch auswege auf der hand liegen:wink:

diese eigenheit hat viele gesichter und ausprägungen, aebr jeder mensch hat sich schon mal so verhalten und macht es immer wieder - z,.b wenn man selbst einfach noch nicht soweit ist, man nicht erkennen will oder kann.

manch ein mensch meckert also lieber anstatt etwas zu verändern - das ist viel bequemer und vor allem gibt die person in dem moment die verantwortung ein weiteres malab - an die zuhörer und ratgebenden - vor allem wenn sich das immer wieder wiederholt.
der leidensdruck ist evtl auch noch gar nicht gross genug.

mein rat wäre - lass dich nicht mehr darauf ein. sag ihr - du weisst was du tun kannst, wenn du soweit bist und dann hilfe brauchst oder ein ohr, melde dich. aber ich will nicht immer wieder über das gleiche reden wie eine platte mit sprung.

nun weisst du nat. - die person wird nicht erfreut sein derartiges zu hören. aber meiner ansicht nach ist das die einzige wirkliche hilfe.
denn so erlebt sie evtl im laufe der zeit den leidensdruck den sie braucht um aktiv zu werden und geht nicht mehr den weg des für sie bequemsten widerstandes - indem sie sich bei dir auskotzt immer wieder und dann erstmal für kruze zeit erleichtert ist, ihren mist abgeladen hat.
manche menschen neigen sehr stark zu sowas und ich denke, man muss isch zum einen selbst schützen und zum anderen hilft man eben nicht mehr wenn man immer wieder zuhört - doch man hilft - beim aufschieben der probleme und bei der angabe der eigenverantwortung - diesmal aben in deine hände.

jeder von uns aber kann sich wiederfinden, denn jeder hat schonmal in seinem leben gejammert oder geklagt und erstmal lange zeit nichts geändert (beziehung, job, wohnung oder sonstiges).
und jeder hätte auch viele gute „ausreden“, warum das jetzt eben nicht geht - andere wiederum greifen den „ratgeber“ an als rechtfertigung für sich selbst.
aber eines ist mal gewiss wie ich finde - das ist ein zeichen hier an der stelle für dich - nämlich, dass du deinen teil getan hast und hier nun erstmal eine grenze ziehen solltest (was auch schwer sein kann:wink: -
denn was für sie gilt, gilt nat. auch für dich :smile:

so seh ich dat.

HG
nina

Hallo Nina,

sehr coole Antwort! Werde ich mir jetzt ausdrucken und immer mal wieder lesen. Hat viele gute Anhaltspunkte auch für mich als Co-was auch immer,du weißt schon :wink:)

Danke auch an die Anderen,

lieben Gruß,
Claudia

jo gerne, man freut sich ja wenn man hiflreich sein kann :smile:

und deshalb noch einen satz den mir auch verinnerlich habe.

wer seine (um-) welt verändern will, muss ich verändern (wollen und es auch tun).

das in den klammern ist meine eigene ergänzung aber sonst stimmts wie ich finde und das gilt auch für deine freundin. zu erkennen wo sie was zu ihrem unglück beiträgt ist freilich schwer - damit sind wir wieder bei dem punkt des wollens und ab einem gewissen punkt auch den könnens - dafür gibts aber wieder profis - ggfs. wäre sie da gut aufgehoben.

ansonsten gilts auch für dich natürlich in bezug auf sie - wie du ja schon im anderen posting gelesen hast - und für mich und für eben alle.

aber das umsetzen und stets zu erkennen ist echt ein lernprozess, da muss man mit sich selbst geduld haben und hartnäckig bleiben bis sich das bewusstsein und der blickwinkel verändert.

jo, kleine ergänzung nebst wiederholung, aber das wars nun auch.

alles gute für dich und viel durchblick:wink:

LG
nina