hallo Schulinteressierte,
heute hörte ich in den Nachrichten, daß man in HH aufgedeckt hat, daß 400 Lehrerstellen, die von der Bürgerschaft(=HHer Parlament) beschlossen waren, nicht besetzt wurden. Sie waren einfach vor der Wiederbesetzung gesperrt worden. Festgestellt worden sei das in einem aufwendigen Verfahren, in dem die Personaldaten der einzelnen Lehrer abgeglichen wurden mit ihrer Einstellung/oder nicht.
Wie ich vor einigen Wochen erfuhr, finden ähnliche Überprüfungen derzeit in Niedersachsen statt; wer diese in HH initiierte, weiß ich nicht - in Niedersachsen geht die Initiative von den Eltern betroffener Schüler aus, die die Zahl der Fehlstunden ihrer Kinder auflisten, um nachzuweisen, daß entgegen den Behauptungen der betr. politischen Instanzen und der Schulbehörden der Regelunterricht nicht mehr gewährleistet ist.
Was also soll das Gejammere über PISA-Ergbnisse. Was also soll die Planung, neuerlich die Schüler zu fordern mit der Einführung PISA-ähnlicher Prüfungen einmal jährlich. Ob sie die gesetzlich vorgeschriebenen Regelunterrichtsstunden überhaupt bekommen, und ob die Lehrer mit ihrem eigenen sachlichen und pädagogischen Können Lehrer-PISA-Prüfungen bestehen könnten, ist ja völlig unklar.
Aber da wird nicht angesetzt. Gruß, I.
Hallo,
der sogenannte „strukturelle Unterrichtsausfall“ ist der vom Land eingeplante Ausfall von regulärem Unterricht weil nicht genügend Lehrer eingestellt werden. In RLP beträgt er derzeit etwas über 3%. Das bedeutet: wenn eine Schule die Lehrerstunden anfordert, die ihr für das nächste Schuljahr nach gültiger Stundentafel und Hochrechnung von im nächsten Schuljahr an der Schule befindlichen Schülern zustehen, zieht das Ministerium davon erst mal den strukturellen Ausfall ab und stellt dann fest, ob die Schule noch Lehrer bekommt oder nicht.
Dass also der Pflichtunterricht gewährleistet ist, stimmt in keinem Fall. Von außerunterrichtlichen Dingen wie AGs, Klassenfahrten etc. nicht zu reden.
Gruß Orchidee
H wie Hola.
Macht das denn noch Spaß, wenn man solchen Dingen als Lehrer ausgesetzt ist? Ich bin immer rech froh, daß ich imemr nur Ergänzungsunterricht erteile für die Schüler, die wollen. Und eben das Praktikum. Aber regular unter solchen Bedingungen arbeiten? 
MfG
Hallo,
was heisst hier „macht das noch Spass“?
Das ist doch subjektiv.
Es würde sicherlich vielen Leute keinen Spass mehr machen
- jahrelang nur mehr arbeiten zu müssen (steigende Arbritszeit), aber nie mehr Geld zu bekommen (gilt aber für alle Beamten, nicht nur Lehrer)…
- in maroden Gebäuden arbeiten zu müssen, dabei zwar modernen Unterricht machen zu soll, aber keine Geräte wie DVD-Player oder PCs dafür zu haben…
- das meiste Arbeitsmaterial wie Papier, Stifte, Büromaterial usw. privat zu kaufen…
- zu hören, dass die Stadt zwar prestigeträchtige Großprojekte fördert, aber die Schulen vor sich hindümpeln …
- Schüler zu haben, die eher wegen dem Kindergeldanspruch da sitzen, als wegen dem Unterricht…
usw. usf.
Subjektiv aber betrachtet macht es noch Spass, wenn man diesen Beruf mag, wenn man junge Menschen mag, wenn man jeden Tag neue Überraschungen erleben möchte, wenn man von seinen „Kunden“ nett auf die Schulter geklopft bekommt, man von seinen Ex-Schülern zu einem Abschlussfest eingeladen wird, obwohl man nicht mehr an der Schule ist usw.
Ich denke man kann in diesem Beruf viel Sinnhaftigkeit finden, wenn man die passende Einstellung dazu hat.
Tschüss
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Nö Studing,
der strukturelle Unterrichtsausfall beschehrt mir einfach zu viel (!) Spaß:
Ich habe schon mal erzählt, dass ich, um strukturellen Ausfall anderer Berufsschulen in unserer Stadt auszugleichen, an 3 Schulen 358 Schüler unterrichte: 14 Klassen (3x Klassenlehrer), 11 Fächer (6 davon neu, für 1 nicht ausgebildet).
Die Schüler sind es, die noch Spaß machen.
Aber wieviel Spaß kann man ertragen?
Ich hatte gerade einen Hörsturz, nun bin ich wieder im Dienst:
Am Unterrichtseinsatz wurde nichts geändert.
Herzlichst
Ole
Lieber Michael,
ich stimme Dir voll zu.
In Deiner Aufzählung fehlt noch:
Erneut sollen unsere Arbeitszimmer zu Hause steuerlich nicht mehr absetzbar werden.
Normalerweise stellt der Arbeitgeber die Produktionsmittel.
Wie schön wäre es,
wenn wir einen eigenen Schreibtisch (+PC für www.tischler-ole-welzel.de), Bücher, Stifte, Papier in der Schule hätten.
Statt 50-70Std./Woche würde ich weniger arbeiten: nach 44Std./Woche oder spätestens nach 8 1/2 Stunden aus der Schule nach Hause gehen.
Dann hört es auch auf mit dem Gerede über den „Halbtagsjob“.
Das wäre Arbeitszeitverkürzung mit Lohnsteigerung.
Herzlichst
Ole