Unzufrieden mit ZA Behandlung

Hallo,

im Juli diesen Jahres besuchte ich einen Zahnarzt. Ich kam zu ihm, weil er die halbe Stadt plakatiert hatte mit der Aussage, ein ausgewiesener „Angst“ Spezialist zu sein, der mit Sedierung oder Narkose arbeitet. Toll! Im Laufe der Zeit sah ich ihn auch mehrmals im Fernsehen (taff, brisant usw.) scheint ein Promi Zahnarzt zu sein, er wirbt ausserdem in Australien und Neuseeland, da können die Leute dann ein Paket bestellen, Reise, ZA Behandlung, Abholung vom Flughafen in einer Limousine, Unterbringung etc.

Wegen der Angst Geschichte habe ich dort flugs einen Termin gemacht, es wurden diverse Arbeiten, u.a. Bleaching sowie zwei Frontzahnkronen vereinbart, alles in Narkose.

Bis dahin war alles prima. Die Behandlung lief gut, der Stress begann eine Woche später, als er mir Frontzähne einsetzen wollte, die viel heller und grösser waren als meine alten Zähne. Ich hatte einen kleinen Spalt zwischen den Originalzähnen, nun hatte er das kompensiert indem die neuen Zähne um einiges breiter waren. Meine Einwände, die Zähne sehen aus wie grosse Hasenzähne und sind zu hell wurden weggewischt und nicht ernst genommen. Erst nachdem ich mehrmals interveniert habe wurde die Farbe etwas geändert und die Zähne wurden gekürzt und am Rand etwas runder geschliffen. Zu vorher sah das Klasse aus und ich war schon so erschöpft, ich liess mir die beiden Kronen einsetzen.

Seither bin ich todunglücklich. Meine natürlichen Zähne sind wieder etwas dunkler geworden, das Bleaching ist ja nun schon fast 5 Monate her, und die Kronen sind heller. Ausserdem gefällt mir die Form nicht. Das schlimmste aber ist, dass ich extrem schmerzempfindlich an den Zähnen bin, besonders auf Kälte. Ich meine damit aber nicht richtige Kälte sondern schon Zimmertemperatur ist den Zähnen zu kalt.
Ich kann z.B. kein Wasser mehr trinken das Zimmertemperatur hat, ich kann kaum von irgendwas abbeissen, Zähneputzen ist der Horror. Besonders das trinken ist belastend denn so bekomme ich viel zu wenig Flüssigkeit.

Was tun? Der ZA nimmt mich nicht wirklich ernst, ich denke, nachdem ich sozusagen ein „Kleinkunde“ bin, bin ich nicht so wichtig und werde daher schnell abgefertigt.

Gruss,
Claudia

Noch was…
ausserdem sind mir schon 2 der von dem ZA gemachten Füllungen wieder rausgefallen.
Soll ich nun zu diesem ZA gehen und eine Art Nachbesserung verlangen, auf die Gefahr hin wieder nicht ernst genommen zu werden (wegen den Kronen) oder gleich zu einem anderen ZA?

Danke,
Grüße, C.

er wirbt ausserdem in Australien und Neuseeland,

Servus Claudia,

zweites Standbein? Eine Auslieferung aus Australien wegen Körperverletzung in einem leichten Fall ist meines Wissens nicht vereinbart ;-(

Wegen der Angst Geschichte habe ich dort flugs einen Termin
gemacht, es wurden diverse Arbeiten, u.a. Bleaching sowie zwei
Frontzahnkronen vereinbart, alles in Narkose.

Ich glaube nicht, daß das der richtige Weg ist, mit Zahnarztangst (oder Ängsten überhaupt) umzugehen. Es ändert sich ja dabei nichts, außer daß durch die Narkose eine pharmakologische Blende vor EIN Geschehnis gezogen wird. Schon bei der nächsten Sitzung gab es ja keine Narkose mehr, sonst hättest Du ja nicht intervenieren können. War es nicht einfach so, daß die Werbeversprechen als Paket (schönere Zähne, nix dabei merken, gleiches Wellnessniveau wie die Leute, die um die halbe Welt jetten, um sich in die Hände des ‚Meisters‘ zu begeben) es waren, die Dich auf diesen Humbug hereinfallen ließen? Wenn es wirklich eine Phobie wäre, an der Du leidest, wärest Du beim zweiten Mal nicht mehr hingegangen.

Bis dahin war alles prima.

. . . . . . . .

Zu vorher sah das Klasse aus und ich war schon so erschöpft,
ich liess mir die beiden Kronen einsetzen.

Das mit dem ‚erschöpft‘ sein, liest sich gut (auch für Dich). Einem Richter würde es sich so darstellen, daß auf Deine Mängelrügen eingegangen wurde, daß gewünschte Veränderungen vorgenommen wurden (und den Rügen damit abgeholfen wurde) und daß letztlich, mit Deinem Einverständnis, die Kronen eingesetzt wurden. Wenn all dies sinngemäß auch aus den Einträgen des Zahnarztes im Krankenblatt dokumentiert werden kann, ist bisher rechtlich alles OK.

Seither bin ich todunglücklich. Meine natürlichen Zähne sind
wieder etwas dunkler geworden, das Bleaching ist ja nun schon
fast 5 Monate her,

Bist Du über die Wahrscheinlichkeit des Nachdunkelns aufgeklärt worden?

und die Kronen sind heller. Ausserdem gefällt mir die Form nicht.

siehe oben

Das schlimmste aber ist, dass ich extrem schmerzempfindlich an den Zähnen bin,
besonders auf Kälte. Ich meine damit aber nicht richtige Kälte sondern
schon Zimmertemperatur ist den Zähnen zu kalt.

Das darf nach zwei Monaten nicht sein.

Ich kann z.B. kein Wasser mehr trinken das Zimmertemperatur
hat, ich kann kaum von irgendwas abbeissen, Zähneputzen ist
der Horror. Besonders das trinken ist belastend denn so
bekomme ich viel zu wenig Flüssigkeit.

Das mit ‚zuwenig Flüssigkeit‘ liest sich gut, ist aber wahrscheinlich ein konstruiertes Argument, das vielleicht ein Anwalt vortragen würde. Da würde notfalls der Strohhalm helfen.

Es ist natürlich nicht einfach, subjektive Empfindungen wie Temperaturempfindlichkeit nachzuweisen, trotzdem kann kein Zahnarzt erwarten, daß sich seine PatientInnen (sofern sie nicht wieder nach Australien abgedüst sind) auf Dauer mit solch einem Zustand abfinden müßten. Auch die Abbeißempfindlichkeit (die in Grenzen objektivierbar wäre) darf nicht sein.

Was tun? Der ZA nimmt mich nicht wirklich ernst, ich denke,
nachdem ich sozusagen ein „Kleinkunde“ bin, bin ich nicht so
wichtig und werde daher schnell abgefertigt.

Hier geht es schon um einiges! Wer weiß, ob Zähne, die dauerhaft schmerzen nicht auch dauerhaft geschädigt sind. Es könnte also möglicherweise zu Entzündungen des/der Zahnnerven u.Ä. kommen. Bei einem Menschen, für den der Weg zum Zahnarzt viel mehr Last darstellt als für Andere, ist das keine gute Aussicht. Hier ist IMO folgendes Vorgehen möglich:

Wende Dich an den medizinischen Beratungsdienst der Zahnärzte

http://www.mdz-online.de/

NEIN - das sind nicht die Krähen, die der anderen kein Auge aushacken. Das sind vielmehr Leute, die - höchst kompetent und engagiert - zu einem Interessenausgleich zwischen PatientIn und BehandlerIn beitragen. Nicht zufällig nenne ich die Patienten hier an erster Stelle.

Tue es sehr bald!

Solltest Du von dort nicht zufrieden und mit machbaren Lösungsansätzen weggehen, such’ Dir einen Medizinrechtler und lasse Dich dort beraten.
Natürlich wirst Du den Zahnarzt wechseln wollen. Es wird wohl auch nötig sein, daß bald etwas wegen der Schmerzen passiert. Wenn es terminlich irgendwie machbar ist, nimm trotzdem erst das Angebot des MDZ an, bring denen einen Ausdruck dieses ‚Beratungsgespräches‘ mit. Man wird Dir dort keinen Zahnarzt empfehlen (das mögen die Kollegen nicht), aber in welche Richtung die Therapie gehen sollte, wird man Dir wohl dort sagen. Danach kannst Du ja noch einmal hierher wiederkommen - vielleicht wissen wir hier dann wen :smile:

BTW: wenn Du schon dort bist (Du bekommst es dort mit ZahnärztInnen zu tun, die das Vertrauen der Kollegenschaft haben - die Kollegenschaft hat durchaus etwas gegen Pfuscher), kannst Du ja mal nach Empfehlungen in Sachen Zahnarztangst fragen. Die sogenannten ‚Spezialisten‘ haben irgendeine nicht standardisierte und -formalisierte Fortbildung gemacht. Die Qualifikation kann von ‚nahe Null‘ bis ‚hoch kompetent, erfahren und emphatisch‘ gehen. Dazu, wie man sich eine qualifizierte Fortbildung vorstellt, sollte der MDZ eigentlich eine Meinung haben.

Viel Glück!

Kai

Viel Glück

Gruss,
Claudia