Update: Cover-Versionen

Hallo,

ich versteh´s nicht.

Eine Cover-Version von Chicago´s „Hard to say I´m sorry“. Techno Beat drunter gelegt und fertig. Kein künstlerischer Anspruch, kein nichts, kein gar nichts. Geht es nur noch ums Geld verdienen?

Madonna´s Like A Prayer. Gewiß kein Höhepunkt der Musikgeschichte, aber immerhin ein Stück, das seinerzeit Aufsehen erregte, zumindest das Video. Und nun? Luftleerer Techno-Beat drunter gelegt, immerhin den Gesang neu aufgenommen, dazu dann das typische, affige Zappelvideo. Achja, nicht zu vergessen: Fehlende Qualität wird durch deutliches Zurschaustellen sekundärer Geschlachtsmerkmale versucht zu kompensieren. Der Witz ist: Das Video von Madonna seinerzeit war deutlich offenherziger.

Was bleibt?

Gruß
Christian

Hi EXC!

Das ist ja noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Es nimmt vor allem im Technobereich kein Ende mehr:

Total eclipse of the heart (Bonnie Tyler bzw. Jim Steinman)
Heaven (Bryan Adams)
Time to wonder (Fury in the slaughterhouse)
Hard to say I’m sorry (Chicago) wurde im uebrigen schon frueher einmal von einer Technoformation gecovered.

Alle Kopien sind grauenvoll und unter aller Sau. Bei den Teilen kann man auch nicht von Interpretation sprechen. Einfach nur ein bekannter Aufhaenger um Publikum zu ziehen.

BILLIGST!

Carpe noctem,

� � � � � � � � � � eclipze (*derehnurhiphophoertobwohldieauchvielcovernaberwenigstensneuinterpretieren*)

Hallo Christian,

Eine Cover-Version von Chicago´s „Hard to say I´m sorry“.
Techno Beat drunter gelegt und fertig. Kein künstlerischer
Anspruch, kein nichts, kein gar nichts.

ich finde das auch ganz furchtbar und sehe in meinem Leben keinen Sinn mehr.

Mal im Ernst:

Geht es nur noch ums
Geld verdienen?

Ööööh… ja. Natürlich. Das weißt Du doch selbst.
Für alle, die den Sachverhalt noch nicht vollständig realisiert haben: Es handelt sich bei den Plattenfirmen nicht um engagierte Förderer der schönen Künste, sondern um Unternehmen, die im Rahmen der Wirtschaftlichkeit und Gewinnmaximierung denken. Solange sich mit solchen Dingen am schnellsten Geld verdienen lässt, wird es auch gemacht - und die Musikindustrie wäre ja auch schön blöd, wenn sie es nicht tun würde. Jammern hilft da nicht viel.

Ich sehe in diesem Umstand allerdings wirklich keinen dramatischen Schicksalsschlag für uns musikalische Dissidenten. Wir haben im Moment Zugang zu so viel guter, auch neuer Musik wie noch nie zuvor (zumindest für meinen Geschmack), nur muss man heute aktiv danach suchen, anstatt sich berieseln lassen zu können.

Das Internet macht es mir möglich, auf doofes Radio und Musikfernsehen komplett zu verzichten - solchen Cover-Zombies, wie Du sie beschreibst, begegne ich nie. wer-weiss-was ist eigentlich das einzige Medium, durch das ich von diesem Zeug erfahre. Ignorieren ist doch so einfach.

Schau Dich im Netz um, mach Dir Dein eigenes Radioprogramm, freu Dich Deines Lebens mit guter Musik und schenk den Plattenfirmenhirnis samt ihrer traurigen Klientel ein mildes Lächeln. Sich ärgern bringt ohnehin nur den frühen Herztod.

lemmy

So?
Hi Jungs;

erstens hatten wir das hier doch schon zehnmal und zweitens kann man, meiner bescheidenen Meinung nach, hier

Time to wonder (Fury in the slaughterhouse)

doch nun wirklich nix mehr schlimmer machen…:wink:

Gruesse
Tom

Hi EXC!

Das ist ja noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Es
nimmt vor allem im Technobereich kein Ende mehr:

Total eclipse of the heart (Bonnie Tyler bzw. Jim Steinman)
Heaven (Bryan Adams)
Time to wonder (Fury in the slaughterhouse)
Hard to say I’m sorry (Chicago) wurde im uebrigen schon
frueher einmal von einer Technoformation gecovered.

Alle Kopien sind grauenvoll und unter aller Sau. Bei den
Teilen kann man auch nicht von Interpretation sprechen.
Einfach nur ein bekannter Aufhaenger um Publikum zu ziehen.

BILLIGST!

Carpe noctem,

eclipze
(*derehnurhiphophoertobwohldieauchvielcovernaberwenigstensneuinterpretieren*)

Hallo Lemmy,

Geht es nur noch ums
Geld verdienen?

Ööööh… ja. Natürlich. Das weißt Du doch selbst.
Für alle, die den Sachverhalt noch nicht vollständig
realisiert haben: Es handelt sich bei den Plattenfirmen nicht
um engagierte Förderer der schönen Künste, sondern um
Unternehmen, die im Rahmen der Wirtschaftlichkeit und
Gewinnmaximierung denken. Solange sich mit solchen Dingen am
schnellsten Geld verdienen lässt, wird es auch gemacht - und
die Musikindustrie wäre ja auch schön blöd, wenn sie es nicht
tun würde.

da hast Du natürlich vollkommen recht. Mein Satz war vielleicht etwas pathetisch. Ich verstehe nur die vermeintlichen Künstler nicht wirklich. Natürlich ist es eine verlockende Chance, mit irgendeinem Dödel-„Remix“ einen Haufen Kohle zu verdienen. Auch ich kann meine Rechnungen nicht mit Idealismus bezahlen.

Bei den vielen Musikern ist es nunmal so, daß sie lange gearbeitet haben, um das zu erreichen, was sie erreicht haben. Viele haben in der Schulband angefangen und es irgendwann „geschafft“. Sich hinzusetzen und durch das Verwerten/Verwursten eines Klassikers kommerzielle Erfolge maschinell zu erzeugen, finde ich irgendwie eklig. Sogar Madonna nehme ich ab, daß die Musik für sie nicht nur reine Einkommensquelle ist, sondern eine Form sich auszudrücken (auch wenn das, was da ausgedrückt wird, gelegentlich eher an einen Pickel als an Kunst erinnert).

Was Deine Netz-Musik angeht: Schick mir doch bitte ein paar Links, welche „Sender“ empfehlenswert sind. Aber ich fürchte, ohne Real-Audioplayer ist da nicht viel machbar und diesen lehne ich strikt ab.

Gruß
Christian

Hi Christian,

Ich verstehe nur die
vermeintlichen Künstler nicht wirklich.

Naja. Künstler. Dienstleister trifft die Sache eher.

Natürlich ist es eine
verlockende Chance, mit irgendeinem Dödel-„Remix“ einen Haufen
Kohle zu verdienen.

Eben. Ich will mir nicht anmaßen, darüber zu urteilen. Würde mir jemand einen Koffer voll Geld dafür anbieten - soviel, dass ich mindestens für die nächsten paar Jahre ausgesorgt hätte - dafür, dass ich ein paar alte Stücke uninspiriert und künstlerisch zweifelhaft verwurste… ich glaube meine Schamgrenze würde sich den Umständen deutlich anpassen. Es wird dadurch schließlich niemand ernstlich geschädigt.

Sich hinzusetzen und durch das
Verwerten/Verwursten eines Klassikers kommerzielle Erfolge
maschinell zu erzeugen, finde ich irgendwie eklig.

Sicher. Doch es gilt immer noch: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Davon will ich mich nicht freisprechen. Ich muss auch in meinem Job manchmal für Unternehmen arbeiten, deren Ziele und Geschäftspraktiken mir widerlich sind. Wäre ich konsequent, würde ich solche Jobs ablehnen und auf lange Sicht meine Existenz gefährden. Doch man ärgert sich, beißt die Zähne zusammen und bleibt Teil des Systems. Du arbeitest bei einer Bank. Kannst Du alles, was da so im Geschäftsleben vor sich geht mit Deinen Wertvorstellungen vereinbaren?

Was Deine Netz-Musik angeht: Schick mir doch bitte ein paar
Links, welche „Sender“ empfehlenswert sind. Aber ich fürchte,
ohne Real-Audioplayer ist da nicht viel machbar und diesen
lehne ich strikt ab.

Och, den braucht es eigentlich nicht. Ich meinte eigentlich „dein eigenes Radioprogramm“ im Sinne von: Stücke herunterladen und als mp3-Playlist abspielen. Als Webradio höre ich gerne http://www.indiepopradio.com - das ist ein mp3-stream und funktioniert mit Winamp.

Und natürlich Dienstags, Mittwochs und Donnerstags von 23 - 1 Uhr John Peel auf BBC Radio 1 (das dann allerdings tatsächlich als RealPlayer-Stream) unter http://www.bbc.co.uk.

lemmy

Hallihallo,

Du arbeitest
bei einer Bank. Kannst Du alles, was da so im Geschäftsleben
vor sich geht mit Deinen Wertvorstellungen vereinbaren?

jedenfalls alles, was ich selber beeinflussen kann. Schafft nicht zwangsläufig Ruhm im Hause aber immerhin Respekt beim Kunden.

Och, den braucht es eigentlich nicht. Ich meinte eigentlich
„dein eigenes Radioprogramm“ im Sinne von: Stücke
herunterladen und als mp3-Playlist abspielen. Als Webradio
höre ich gerne http://www.indiepopradio.com - das ist ein
mp3-stream und funktioniert mit Winamp.

Danke für den Tip. Ich hör da bei Gelegenheit mal rein.

Gruß
Christian