Uralte Farbe auf Fichtenholz mit Natronlauge?

Tja, bei der Restaurierung meines zukünftigen HiFi- und TV-Schrankes aus der Gründerzeit stehe ich jetzt vor dem Problem, dass sich die Farbe von handelsüblichen Abbeizer nicht im geringsten beeindruckt zeigt. Und die Arbeit geht mit Heissluftföhn und Spachtel vor allem an den Stellen mit Schnitzereien mal gar nicht voran. Dazu meine Frage: ein Bekannter, der schon einiges an Möbeln restauriert hat, schwört auf Natronlauge. Nur die Konzentration weiss er nicht.
Vielleicht weiss es jemand von euch und kann mir evtl. noch Tipps geben.
Schönen Abend noch wünscht
Stefan

hallo Stefan,
Natronlauge hat einen großen Nachteil gegenüber Abbeizfluid. Sie dringt tief in das Holz ein und zerstört auch Holzinhaltsstoffe. Dann muß sie mit Säure neutralisiert werden, was bei Schnitzereien schwierig ist. Dann noch das Nachwaschen mit viel Wasser, was oft zum Ablösen von Furnieren führt.
Um die Jahrhundertwende sind extrem harte Lacke mit Harzen wie Kolophonium, Kopalen, Bernstein verwendet worden. Die sind schwer zu knacken. Da weiß vielleicht ein Chemiker Rat.

Versuche es nochmal mit Abbeizer und zwar so: Ein ca 10 cm großes Stück dick einstreichen und mit Folie abdecken, so daß keine Luft dran kommt. Ca. 1 Std. drauf lassen und dann sehen ob die Farbe weich geworden ist. Im günstigsten Fall Abbeizer solange drauf lassen, bis die Farbe durchgeweicht ist. Dann mit einem Pinsel und Terpentinersatz oder Spiritus runterwaschen. Alle Laugereste sauber abwaschen, abtrocknen.

Vielleicht klappts ja so.
Gruss
Marga