Eine noch unbekannter Autor A veröffentlichte im Sommer seinen Roman als Ebook. Vor wenigen Tagen ist ein Roman von einem anerkannten Autor B erschienen, der sehr viele Parallelen zu dem Buch des Autors A erweist, wie zum Beispiel Details, Szenen, Handlungsstränge. Jedoch hat Autor B keine Texte abgeschrieben. Trotzdem ist die Ähnlichkeit mit dem zuerst veröffentlichten Roman groß.
Sagen wir es mit einem Beispiel: Alle kennen die Twilight Bücher und ein Autor schreibt neulich ein Buch, wo der Held ein wunderschöner Vampir ist, das Mädchen in einem Ort lebt, wo es oft regnet, er glänzt in der Sonne, sie haben ein Date auf einer blumigen Wiese im Wald, er spielt Klavier für sie usw. Könnte man diesen Autor eines Plagiats beschuldigen, oder hat er nur die Idee geklaut, was aber nicht verboten ist?
Hallo!
Parallelen zu dem Buch des Autors A erweist, wie zum Beispiel
Details, Szenen, Handlungsstränge. Jedoch hat Autor B keine
Texte abgeschrieben.
Geschützt ist die Ausdrucksweise; nicht die Romanidee mit ihren Handlungssträngen. Der Gärtner als Mörder taucht in ungezählten Krimis auf, ungezählte Male ein Blumenarrangement als Stilleben auf Gemälden u. v. m.
Gruß
Wolfgang
Danke! Also, so lange ein Autor nicht konkrete Textabschnitte kopiert hat, kann man gegen ihr nicht rechtlich vorgehen?
Hallo!
Also, so lange ein Autor nicht konkrete Textabschnitte
kopiert hat, kann man gegen ihr nicht rechtlich vorgehen?
So weit geht die Narrenfreiheit nun auch wieder nicht. Ein Plagiat kann durchaus ohne textliche Identität vorliegen. Allerdings wird der Nachweis schwierig, ob plagiiert wurde oder eine eigenständige schöpferische Leistung vorliegt. Man kann es nicht an einzelnen Passagen festmachen, muß das Gesamtwerk sehen und letztlich muß ein Richter entscheiden.
Gruß
Wolfgang
Das heißt, für den noch unbekannten Autor, der so was einem Bestsellerautor nachweisen will, ist die Sache mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden…