Urheberrecht: Literaturzitate in Buchform

Hallo liebe Rechtsexperten.

Ist es legitim, ein Buch zu publizieren, das aus Zitaten besteht ohne den Urheber über die Verwendung fragen zu müssen?

Folgende Annahme: Ein Buch zu einem bestimmten Thema soll gestaltet werden. Der Inhalt des Buches besteht zum Großteil aus Zitaten bestehender Literaturstellen. Z.B. einem Absatz aus Bölls »Ansichten eines Clowns« oder zwei, drei Zeilen aus Mark Twains »Tom Sawyer« usw. Es geht also nicht um den Abdruck der gesamten Geschichte sondern nur aus einem relevanten Zitat daraus.

Weiters sind auch Gedichte verschiedener Autoren zum Thema geplant.

Das Buch soll nicht in den freien Verkauf gelangen, sondern ein Kundengeschenk an einen begrenzten Kreis werden, falls das relevant sein sollte.

Meine Frage: Muss man jeden einzelnen Urheber bzw. dessen vertretenden Verlag dazu um Erlaubnis befragen oder sind Zitate in dieser Form davon ausgenommen?

Ohne Quellenangabe ist sowas nicht zulässig. Mark Twians Urheberrecht dürfte bereits abgelaufen sein. Bei anderen Autoren würde ich fragen.

Kürzlich ist solch ein Fall passiert.
http://www.zeit.de/studium/hochschule/2010-12/plagia…

Dank für die Antwort. Ich fürchte, ich habe mich da nicht klar ausgedrückt. Natürlich werden die Quellen nach allen Regeln der Wissenschaft in der Publikation offengelegt. Meine Frage bezieht sich nur darauf, ob man für eine Sammlung von Zitaten alle Verlage anfragen muss. Nicht, weil wir Angst vor der Lizensierung hätten sondern einfach aus Zeitgründen, da das Buch noch dieses Frühjahr gedruckt werden muss.