Arbeitsgerichtsprozesse in der Bäckerei
das Problem ist ja, dass der Betrieb extrem wenig Personal hat
und einfach unter Druck gesetzt wird. Es ist doch auch nicht
zulässig 28 Tage an einem Stück zu arbeiten, nur weil hier und
dort jemand erkrankt ist.
Dieses kurzfristige Ablehnen so 2 Tage vorher praktiziert die
Chefin jedes Mal.
Da der Mann arbeitslos ist, beugt sie sich immer wieder
weinend - nur das ist doch kein Zustand…
Hallo, kikut,
die Beschäftigung im Klein(st)betrieb hat im passenden Arbeitsumfeld eine ganze Menge Vorteile. Einer davon kann eine im Interesse von AG und AN sehr flexibel gehandhabte Arbeitszeitregelung sein. Wenn ich Dich richtig verstehe, ist Deine Freundin als Teilzeitkraft eingestellt worden, musste aber mittlerweile ihre Arbeitszeit nahezu und ohne einen einzigen freien Tag in der Woche verdoppeln.
Mal unterstellt, dass die Chefin Deiner Freundin keine übermässige Freude an der Sklaventreiberei entwickelt hat und auch nicht möglichst schnell ihre persönlichen Geldspeicher auf Kosten ihrer Angestellten füllen will, dann könnte man annehmen, dass sie als Unternehmerin zu der Überzeugung gelangt ist, das die Geschäftslage die Einstellung und Bezahlung einer weiteren Halbtagskraft nicht rechtfertigt. Die Urlaubsverweigerung ist nur noch eine logische Folge der personellen Unterbesetzung an der Verkaufstheke.
Bei allem und in diesem Fall wohl besonders gerechtfertigtem Ärger mit der Arbeitssituation halte ich das Wedeln mit dem Bundesurlaubs- und weiteren Arbeitsgesetzen für sinnlos. Worauf soll es hinauslaufen, wenn das in aller Konsequenz durchgezogen wird? Ein Arbeitsgerichtsprozess im Kleinbetrieb? - Deine Freundin scheint nervlich, wen wundert’s, schon jetzt reichlich angeschlagen zu sein. Glaubst Du, das würde sich durch schriftliches Einreichen von Urlaubsanträgen mit Begleitschreiben und Fristsetzung bessern?
Ich sehe zwei Möglichkeiten: Zuerst und sinnvollerweise gibt es ein ernstes persönliches Gespräch mit der Arbeitgeberin. Im Vier-Augen-Gespräch und nicht vor Gericht werden die Positionen geklärt. Am Ende muss für Deine Freundin wenigstens ein akzeptabler Kompromiss herauskommen, und der besteht sicher nicht in der Einführung der 7-Tage-Woche.
Ändert sich danach nichts, würde ich mir die ohnehin strapazierten Nerven nicht durch juristische Reibereien und Winkelzüge völlig ruinieren. Ein Stellenwechsel ist angesagt, schon der eigenen Gesundheit zuliebe.
Gruss,
Andreas