Urlaub in Namibia

Hallo Leute,

eine Freundin und ich wollen vom 05.03.- 29.03.07 nach Namibia in Urlaub fahren.

Jetzt stellt sich die Frage nach dem „richtigen“ Mietwagen.

Was meint Ihr:
Brauchen wir unbedingt ein Allradfahrzeug, oder ist ein ganz „normales“ Auto auch in Ordnung???

Viele Grüße,
Susanne

Hallo Susanne,

eine Freundin und ich wollen vom 05.03.- 29.03.07 nach Namibia
in Urlaub fahren.

Da kann ich ja nur gratulieren!

Brauchen wir unbedingt ein Allradfahrzeug, oder ist ein ganz
„normales“ Auto auch in Ordnung???

Das ist echt ein Grenzfall.
Wieviel Übung habt ihr denn auf Sandpisten? Von den Salzpisten gleich gar nicht zu reden, insbesondere, wenn’s mal etwas feucht ist …
Asphaltierte Straßen gibt es nämlich nur ein paar hundert Kilometer.
Die schönsten Bergstraßen im Namib-Naukluft-Park haben bis zu 23% Steigung. Man kann zwar den steilsten entkommen, aber 16% habt ihr trotzdem - also ohne Allrad ist Hängenbleiben nicht ausgeschlossen.

Empfehlen würde ich eher schon Allrad-Antrieb.

Gruß vom Namibia-Fan
Barney
der wahrscheinlich im Oktober wieder dort sein wird

Waren vor ein paar Jahren dort - ein Erlebnis! In jeder Hinsicht :smile:

Die Fahrzeugwahl kommt sehr drauf an, ob Ihr in Lodges oder auf Campingplätzen übernachten wollt. Wir wollten unbedingt campen. Waren mit damals 5-jährigem Sohn unterwegs. Deshalb wollten wir Wohnmobil mit WC. Das haben sie extra aus Südafrika überstellt für uns. Im nachhinein war es ohnehin ein Blödsinn. So etwas geht im „reichen“ Südafrika,wo die Straßen bis in den letzten Winkel asphaltiert sind wie in den USA.

In Namibia gibt es eine Nord-Süd-Hauptroute und eine Ost-West-Straße, die asphaltiert sind. Alles andere ist Sandpiste unterschiedlicher Qualität. D.h. wenn man das Glück hat, dass kürzlich so ein Straßenbaufahrzeug mit einem Schieber die Piste eingeebnet hat, geht es. Wir sind aber sehr oft auf wirklich schlechten Pisten mit Waschbrett-Rillen gefahren. Erstens ist der Sand in jede Ritze gekrochen (wir haben das Bettzeug vor dem Schlafengehen gründlich ausgeschüttelt) und zweitens haben uns die Bodenunebenheiten die Schranktüren innen und die Boxen aus den Türen gerüttelt - ich habe permanent alles wieder festgeschraubt. Also, ein Auto, dass die Unebenheiten „ausplättet“, d.h. lange Federwege hat, ist unbedingt zu empfehlen. In den ersten vier Tagen hatten wir auch zwei platte Reifen, weil normale PKW-Reifen (und solche waren auf dem Wohnmobil) die teilweise sehr spitzen Steine auf den Pisten einfach nicht aushalten. Geländereifen (und mindestens einen, besser zwei Reserveräder!) sind unbedingt nötig.

Das Wohnmobil hatte einen 55-Liter-Tank. Die Rumpelpisten verursachen einen ordentlichen Benzinverbrauch. Dann die Mitteilung, auf einem Teilabschnitt unserer geplanten Route haben sie eine Tankstelle gesperrt - ersatzlos! Das hieß, eine Strecke ohne Tankmöglichkeit von 589 km - da wird einem schon mulmig. 3x 10-Liter-Wasserkanister mit Benzin als eiserne Reserve mitgeführt. Alle 100 km habe ich diese Kanister entlüften müssen, da sie sich in der Tageshitze ziemlich ausgedehnt haben.

Es kann sein, dass einem einige Stunden keinerlei Autos begegnen.

Alles in allem: Abenteuer, wie wir als Zivilisationsverwöhnte bisher noch nicht kannten. Aber unvergesslich.

Mein Tipp: Wenn Ihr nicht auf Campingplätzen übernachten wollt, sondern in Lodges oder Hotels oder auf Farmen (auch toll, haben wir einmal gemacht, weil kein Campground in der Nähe war), dann trotzdem einen 4x4 (Toyota Landcruiser o.ä., der mittels Zusatztank 150 Liter Fassungsvermögen hat). Wenn Ihr campen wollt, gibt es diesen Landcruiser auch mit kleinem Campingaufbau. Oder einen Landrover Defender 110 mit Dachzelt - das wird ausgeklappt und schützt vor Kriechtieren aller Art …

Also: Namibia ohne Allrad mache ich nie wieder. Ansonsten ist das ein ganz ganz tolles Land, das sicher ist (sowohl von der Kriminalität also auch von der medizinischen Seite her - nur Malaria-Prophylaxe für den Norden hatten wir mit, aber nicht gebraucht.)

Im Etosha-Park ist das Tierbeobachten toll - am Abend an den Wasserlöchern. Aber Achtung: Die Sonne geht sehr schnell unter, viel schneller als bei uns. Und man kommt nur bis Sonnenuntergang rein, dann werden die Tore zugesperrt, damit Löwen, Elefanten & Co draußenbleiben.

Beste Grüße, Dietmar

Hallo Susanne,

also, das kommt sehr darauf an, wo Ihr hinwollt. Wir hatten einen
ganz normalen Pkw und hatten keine Probleme, weder mit der Straße
noch mit den Reifen. Kommt immer darauf an, wie man fährt. Ans Tanken
sollte man schon denken, aber so groß sind die Entfernungen auch
nicht. Wir sind von SA kommend nach Lüderitz gefahren, haben den Fish
Fluss angeschaut, Wal Fish Bay, die Namib-Dünen, Swakob und dann
Etoscha und das Kreuzkap. Es sind schon ein wenig mehr als ein paar
100 km asphaltiert. Also, wenn man nicht extrem in die Wüste will
oder wie oben beschrieben in die Berge, dann braucht man keine 4x4.
Achtung: Noch immer sind Unterkünfte knapp, vor allem an Wochenenden
und Feiertagen.

Feinster Sand überall. JA! Empfindliche Sachen unbedingt gut
einpacken. Malaria-Prophylaxe dabeihaben und nicht brauchen! Hä?
Viel Spaß
Richard

'tschuldigung …
… da war natürlich Malaria-Standby gemeint (heißt glaube ich Malarone), damit kann man bei vermutetem Ausbruch der Krankheit diese solange in Schach halten, bis man sich in einem ordentlichen Krankenhaus einer professionellen Behandlung unterziehen kann.

Gruß, Dietmar

Hi,
wenn Ihr zum Campen unterwegs seid, empfielt sich ein Dachzelt - und die gibts eigentlich nur bei 4x4-Fahrzeugen.
Wenn Ihr in Lodges übernachtet und die „klassische“ Route fahrt, dann reicht auch ein normaler PKW.
Da Ihr ja Namibia-Neulinge seid, werdet Ihr Euch wohl kaum abseits der Hauptrouten bewegen.
Allerdings ist der Fahrkomfort, wie schon geschrieben beim 4x4 deutlich besser als beim PKW. Und die deutlich höhere Sitzposition ist bei der Tierbeobachtung z.B. im Etosha-Park ein schlagendes Argument. Und drittens ist ein 4x4 viel cooler :wink: sozusagen das stilgerechte Fortbewegungsmittel in Afrika…

Osso