Waren vor ein paar Jahren dort - ein Erlebnis! In jeder Hinsicht 
Die Fahrzeugwahl kommt sehr drauf an, ob Ihr in Lodges oder auf Campingplätzen übernachten wollt. Wir wollten unbedingt campen. Waren mit damals 5-jährigem Sohn unterwegs. Deshalb wollten wir Wohnmobil mit WC. Das haben sie extra aus Südafrika überstellt für uns. Im nachhinein war es ohnehin ein Blödsinn. So etwas geht im „reichen“ Südafrika,wo die Straßen bis in den letzten Winkel asphaltiert sind wie in den USA.
In Namibia gibt es eine Nord-Süd-Hauptroute und eine Ost-West-Straße, die asphaltiert sind. Alles andere ist Sandpiste unterschiedlicher Qualität. D.h. wenn man das Glück hat, dass kürzlich so ein Straßenbaufahrzeug mit einem Schieber die Piste eingeebnet hat, geht es. Wir sind aber sehr oft auf wirklich schlechten Pisten mit Waschbrett-Rillen gefahren. Erstens ist der Sand in jede Ritze gekrochen (wir haben das Bettzeug vor dem Schlafengehen gründlich ausgeschüttelt) und zweitens haben uns die Bodenunebenheiten die Schranktüren innen und die Boxen aus den Türen gerüttelt - ich habe permanent alles wieder festgeschraubt. Also, ein Auto, dass die Unebenheiten „ausplättet“, d.h. lange Federwege hat, ist unbedingt zu empfehlen. In den ersten vier Tagen hatten wir auch zwei platte Reifen, weil normale PKW-Reifen (und solche waren auf dem Wohnmobil) die teilweise sehr spitzen Steine auf den Pisten einfach nicht aushalten. Geländereifen (und mindestens einen, besser zwei Reserveräder!) sind unbedingt nötig.
Das Wohnmobil hatte einen 55-Liter-Tank. Die Rumpelpisten verursachen einen ordentlichen Benzinverbrauch. Dann die Mitteilung, auf einem Teilabschnitt unserer geplanten Route haben sie eine Tankstelle gesperrt - ersatzlos! Das hieß, eine Strecke ohne Tankmöglichkeit von 589 km - da wird einem schon mulmig. 3x 10-Liter-Wasserkanister mit Benzin als eiserne Reserve mitgeführt. Alle 100 km habe ich diese Kanister entlüften müssen, da sie sich in der Tageshitze ziemlich ausgedehnt haben.
Es kann sein, dass einem einige Stunden keinerlei Autos begegnen.
Alles in allem: Abenteuer, wie wir als Zivilisationsverwöhnte bisher noch nicht kannten. Aber unvergesslich.
Mein Tipp: Wenn Ihr nicht auf Campingplätzen übernachten wollt, sondern in Lodges oder Hotels oder auf Farmen (auch toll, haben wir einmal gemacht, weil kein Campground in der Nähe war), dann trotzdem einen 4x4 (Toyota Landcruiser o.ä., der mittels Zusatztank 150 Liter Fassungsvermögen hat). Wenn Ihr campen wollt, gibt es diesen Landcruiser auch mit kleinem Campingaufbau. Oder einen Landrover Defender 110 mit Dachzelt - das wird ausgeklappt und schützt vor Kriechtieren aller Art …
Also: Namibia ohne Allrad mache ich nie wieder. Ansonsten ist das ein ganz ganz tolles Land, das sicher ist (sowohl von der Kriminalität also auch von der medizinischen Seite her - nur Malaria-Prophylaxe für den Norden hatten wir mit, aber nicht gebraucht.)
Im Etosha-Park ist das Tierbeobachten toll - am Abend an den Wasserlöchern. Aber Achtung: Die Sonne geht sehr schnell unter, viel schneller als bei uns. Und man kommt nur bis Sonnenuntergang rein, dann werden die Tore zugesperrt, damit Löwen, Elefanten & Co draußenbleiben.
Beste Grüße, Dietmar