Urlaubsanregungen/ Tipps für Oktober gesucht

Hallo,
zwei Menschen um die 40 sind zur Zeit mehr als erholungsbedürftig…
Der Urlaubstermin rückt näher und der häusliche Stress wird größer, weil wir „etwas“ unentschlossen sind, wo es hin gehen soll…

Wandern, Natur, Wasser, Berge, leckeres Essen, nicht ständig frieren, abends Carcassonne spielen oder Weinchen trinken in netter Kneipe oder draußen und in eine schöne Gegend gucken, lesen und etwas Zeit für uns haben…
Viel mehr muss es ja gar nicht sein :smile:

Über ein paar Tipps/ Meinungen/ Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Der Rahmen:
-2 Erwachsene (NRW)
-1-2 Wochen, auch gut wären 9 bis 12 Tage
-ab 2 Oktober bis späteste Rückkehr in 3. Oktoberwoche (sprich 2. Herbstferienwoche NRW und danach)
-Die Kosten für Unterkunft, Hinundwegkommen und Essen sollten allermaximalst 450 Euro p.P. nicht überschreiten.
Besser weniger…
(Für normales „Taschengeld“, Bus, Eis und Co., auch mal einen Restaurant- oder Flohmarktbesuch ist dann noch was da :smile: (Events a la Disco oder Jeep-Safari sind nicht unser Ding, also nicht nötig)

Und nun?

Wie wäre es mit fliegen?
Das wäre dann vermutlich nach Mallorca, Puerto Soller, zum Wandern. (Notfalls auch Cala Ratjada, dann aber wieder Extra-Mietwagen…)
Gäbe es für unseren Etat, da waren wir aber schon oft, lieben es eigentlich sehr, könnten uns aber auch mal was anderes vorstellen :smile:
(Andere Flugreiseziele -ein Traum wäre z.B. mal wieder nach Madeira- fallen v.a. mangels Kohle z.Zt. aus.)

oder mit dem Bus?
Das wäre dann so eine Saisonabschlussfahrt mit einem namhaften Busunternehmen.
Es ginge an den Gardasee, die Palmenriviera oder Kroatien…
Da kosten 7 Ü-HP so um die 280/ 380 Euro p.P. im 3 Sterne Hotel, zumeist mit Pool und ein Ausflug ist auch noch drin.
Den Gardasee z.B. finde ich wunderschön.
Kenne Zelt, wandern, Fahrrad fahren, das ist aber schon fast 10 Jahre her und war im Sommer…
Wie aber ist es im Oktober wettermäßig, kann man das gleiche machen, nur das es etwas kühler ist? Also abends noch mit Jacke draußen essen?
*Mir mangelt es offenbar momentan etwas an Vorstellungsvermögen*

-Oder hat jemand Ideen, wohin man in D mit der Bahn fahren könnte? (29,-Euro p.P. und Strecke) und evtl. günstig wohnen kann, um vor Ort gute Wandermöglichkeiten zu haben, ohne von den Seilbahnkosten etc. aufgefressen zu werden?

-Mit dem Auto würden wir Freude haben an:
Ferienhaus in Dänemark mit Sauna und Kamin, lange Spaziergänge am Strand…
Wollen aber eigentlich nicht so gerne mit dem PKW fahren, weil unsere beiden Autos einfach doof sind und maximal nordseesicher :smile:

Was würdet Ihr empfehlen, um das Chaos ein wenig zu entwirren?
Münze werfen
…fragt Finjen :smile:

Hallo Finjen,

hmm … schwierig. Vielleicht Tegernsee? Da kann man wunderbar wandern (so hoch sind die Berge da noch nicht). Es gibt einen öffentlichen Nahverkehr: BOB jede Stunde nach München, Busse rund um den Tegernsee, und man kann auch mit dem Schiff über den See fahren, das ist noch viel besser :smile: Es kostet auch nicht mehr als eine normale Busfahrt, und das einzige Problem ist der Fahrplan: Erstes Schiff nach Bad Wiessee gegen 10:00 h, letztes Schiff zurück gegen 16:00 h, da muss man sich schon beeilen, wenn man in der Zwischenzeit noch auf einen Berg steigen will :wink:

Wenn ihr nach Tegernsee fahrt, wäre vom Budget her wohl auch noch ein Mietwagen mit drin.

Ok, ob das Wetter im Oktober noch gut ist, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es wäre ein Risiko.

Ansonsten finde ich Teneriffa sehr schön, sehe da aber Probleme mit dem Budget. Trotzdem: Schauen kann man ja mal, vielleicht gibt es ein günstiges Angebot. (Playa de las Americas ist aber hässlich, da würde ich nicht wohnen.) Ein Auto braucht man auf Teneriffa nicht unbedingt, auch dort kommt man mit dem Bus ganz gut vom Fleck.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Finjen,

wie wäre es mit der Pfalz,
in der Regel noch schönes Wetter,
schöne Weinchen gibt es zumal ,
außerdem viele Feste - die sogenannten Federweißen-Feste (also Feste mit Neuem Wein (aber AChtung, der ist gefährlich :wink:
den Pfälzerwald habt ihr zu schönen Wanderungen mit super Hütten zum Einkehren unterwegs,
allerdings Pensionen und Co sind im Herbst immer schon recht stark ausgebucht (Hauptreisezeit für die PFalz!)
Schau doch mal unter : www.pfalztouristik.de
–> da sind alle Rubriken vermerkt !

Auf jeden Fall einen schönen Urlaub !!!

Lieb GRüße
Kerri

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Danke :smile:
Hallo Petra,

…Tegernsee…

mir Weichei ist vermutlich der bayerische Herbst etwas zu frisch, am Gardasee wäre es hoffentlich etwas wärmer :smile: aber ich gucke mir die Ecke mal in Ruhe an.

Ansonsten finde ich Teneriffa sehr schön, sehe da aber Probleme mit dem Budget.

Ja, ich leider auch…
ot: wir haben diesen Sommer „leider“ auch schon einen für uns eher ungewöhnlichen Urlaub (Gran Canaria) gemacht…Eigentlich wollten wir mit Rad und Zelt am Dortmund Ems Kanal entlang zur Nordsee, bei dem Regen haben wir das aber lieber gelassen…
…deshalb ist das Geld ja jetzt auch knapp…

Vielleicht gibt es ja noch ein paar Anregungen, wäre schön :smile:

Erst mal danke für Deine Empfehlungen.
Schönen Abend noch,
Finjen

Dankeschön
Hallo Kerri,

wie wäre es mit der Pfalz…

klingt auch verlockend :wink:
Und danke für die Warnung vor neuem Wein, hatte schon mal das Vergnügen…lecker, aber oho!
www.pfalztouristik.de
werde ich mir einfach mal ansehen, habe von Freunden aus Karlsruhe schon öfter gehört, dass es in der Pfalz im Herbst wunderschön ist, aber auch der Bär steppt… :smile:

Auf jeden Fall einen schönen Urlaub !!!

Herzlichen Dank dafür :smile:
Und schönen Abend noch,
Finjen

Hallo Finjen,
wenn es die Pfalz werden sollte - da kann ich mit diversen Tipps dienen, ich wohne da. Falls du was wissen willst, sag Bescheid.
Gruß Orchidee

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Ins Elsaß owT
Gruß,
Anja

Hallo,

wenn die Berge auch Hügel sein dürfen und das Wasser nicht allzu wichtig ist, dann würde ich Dir die Toscana empfehlen.
Ich finde diese im Herbst wunderschön.
Man kann einfach drauf losfahren und sucht sich im einem schönen Agriturismo eine Unterkunft. Da keine Saison mehr ist, ist es auch kein Problem schnell etwas zu finden. Einfach den Schildern an der Straße folgen.

Grüßle, Salbei

…waren dazwischen nicht die Alpen :smile:
Hallo Salbei,
dankeschön für Deine Empfehlung.
dein nick passt in dem Zusammenhang ja prima
Die Toscana ist bestimmt wunderschön (im Herbst und auch sonst)
Mit unseren fahrbaren Untersetzen traue ich mich aber leider nicht über die Alpen :wink:(O.K., es gibt ja auch Tunnel…)
Nein, im Ernst, da wird auch das Geld momentan leider nicht langen…
(Agriturismo lag beim gucken so bei mindestens 60 Euro p.P.Tag mit lecker Essen…)
Trotzdem
*mille grazie*
sagt Finjen

Danke :smile:
Hallo Anja,
werden wir uns auch mal ansehen.
… danke für die Anregung!
Sonnigen Tag wünscht
Finjen

Servus,

zum Thema Elsass:

Das lässt sich schwer vorausplanen, weil man da im Oktober genausogut prächtiges Blau und Gold wie tagelangen Schnürlesregen haben kann. Immerhin, der Regenschatten der Vogesen ist da, und das sogar fast eher in den Vogesen selber als im Rheintal davor.

Da gäbe es im äußersten Norden des Unterelsass z.B.:

Die Sept Fontaines bei Drachenbronn-Birlenbach (zu Fuss ab Bahnhof Wissembourg oder Hunspach zu erreichen):

http://www.auberge7fontaines.com/

Und die Sept Chênes, um bei der Sieben zu bleiben:

http://www.tourisme67.com/fr/hebergement/fiche_hotel…

Beiläufig hat dieser Platz den Namen „Herberge“ richtig verdient - ich erinnere mich an einen Tag, an dem es trotz meines Optimismus von Wissembourg bis Langensoultzbach durchgehend und zunehmend geschifft hatte, alles war durch außer den Rucksäcken selber, wir standen in der Tür und die Wirtin hat zuallererst unsere steifgequollenen Segeltuchjacken in den Heizkeller gestellt, und bevor wir wieder die Knie und Ellbogen beugen konnten hatten wir je 1 Eisenkraut-Tissane vor uns stehen.

Die Sieben Eichen sind eine frühere Bahnhofswirtschaft, aber den Bahnhof und die Eisenbahn dazu gibt es schon lang nicht mehr. Aber den Opa, der standesgemäß auch einen Fuhrbetrieb hatte und gern vom Holzrücken erzählt, wenn es im Winter mit den vier Belgisch Kaltblut in den Wald ging.

Und natürlich die Hoeflers in Niedersteinbach:

http://www.tourisme67.com/de/hebergement/detailHR.ph…

Ein überaus heimeliges Häuslein, das sich dadurch auszeichnet, dass der Flammchueche nicht Marke „Heiße Hexe“ ist, sondern bloß Freitags gemacht wird, und da gibt es dann auch nichts anderes, weil jede Oberfläche in der Chuchi von ausgewelltem Flammchueche belegt ist. Nach meinem Gusto viel schöner als das weithin gerühmte Cheval Blanc grad gegenüber; junge, engagierte Wirtin.

Wegen spärlicher Busverbindungen am einfachsten ab Petersbaechel auf der deutschen Seite zu erreichen, einmal per Pedes über den Buckel.

Sehr lecker ist auch das „Deux Chateaux“ in Windstein:

http://fr.federal-hotel.com/hotel_hotel—aux-deux-c…

Die Wirtschaft mit Fremdenzimmern liegt hoch über dem Tal zwischen zwei wildromantischen Burgruinen - an Herbstfrühnebeltagen kann es passieren, dass unten noch die Milchsuppe schwimmt, während man zum Zimmerfenster raus schon einen rechten Eduard Mörike - Morgen hat. Der Wirt ist wohl in jüngeren Jahren viel Mopped gefahren, jedenfalls ist die Stube oft voll mit Pirmasenser Bikern. Auch hier ein Sternlein für den Flammchueche.

Näher an Niederbronn und Reichshoffen (Bahnhöfe) gelegen ist das Hotelchen in Jaegerthal:

http://fr.federal-hotel.com/hotel_hotel—du-jaegert…

Jaegerthal ist ein verwunschener, scharmanter Ort - von dort, genauer einem Eisenhammer aus dem 17. Jahrhundert, der als Ruine noch zu sehen ist, kommen die De Dietrich, die „Elsässer Krupps“. Jaegerthal garantiert Forelle blau, die eben noch im Fischkasten im Schwarzbach geschwommen ist, und Abwesenheit jeglicher Funknetze (wohl auch wegen der französischen Luftüberwachung, die von den benachbarten Höhen am Col de Pfaffenschlick bis in den Harz reicht). Bin nicht ganz sicher, ob der Fischer in Jaegerthal noch Zimmer hat, es gab da vor ein paar Jahren neue feuerpolizeiliche Bestimmungen, die vielen kleinen Wirtschaften das Kreuz gebrochen hat, weil sie u.a. ihre Eichentüren, die die letzten zweihundert Jahre gehalten hatten, plötzlich ersetzen mussten usw. Der Fischer in Jaegerthal hat auf seiner Karte und in seinem Keller noch allerhand Wein aus seiner großen Zeit, den 1950er und 1960er Jahren. Ferner zum Apéro einen Amer (fleur d’houblon) mit dem hierfür am besten geeigneten Bier, Météor.

Und dann natürlich noch das Beau Rivage am Hanauer Weiher:

http://www.tourisme.fr/tourist-office/philippsbourg-…

erreichbar ab einem Bushalt an der Linie Haguenau-Niederbronn-Bitche.

Für Oktober ist vielleicht auch interessant das Cheval Blanc in Niederbronn:

http://fr.federal-hotel.com/hotel_hotel—le-cheval-…

Ein überaus einfaches Hotelchen, aber mit bemerkenswerter Küche, die man in dem eher etwas abgelebten Haus nie erwarten würde: Alles in bester lokaler Küchenkunst, Cleebourger Riesling und Dambacher Tokaj de Gewurtz, viele lokalen Spezialitäten, die weit über den Allerwelts-Flammchueche und Baeckeoffe hinausgehen usw.

Standort in Niederbronn selber hat den Vorteil, dass man unmittelbar an der Bahn ist, so dass man bei mehrtägigem Regen auch mal mit dem Zug nach Strasbourg hineinfahren kann, oder die Niederbronner Thermalbäder heimsuchen kann: Es hat dort zwei, ein heißes - auch mit Anwendungen - und ein salziges, kaltes (18° C). Außerdem ein Spielcasino mit einem etwas morbiden Charme - in den 1950er Jahren, als die Deutschen noch nicht wieder spielen durften, gab es direkte Busse ab Karlsruhe, Baden-Baden usw., außerdem einen direkten Schlafwagen Paris-Niederbronn…

Last not least:

Nach jahrelangem Schlaf ohne Pächter ist der Engel / L’Ange in Climbach wieder zu erfreulichem Leben erwacht:

http://fr.federal-hotel.com/hotel_hotel-restaurant-d…

Nach Climbach fahren werktags außer Samstags ein paar Busse am Tag ab Wissembourg. Im Engel sind die Zimmer gut und billig, das Essen kostet ein paar Euronen, aber das ists auch wert. Vorsicht! „Tartiflette“ ist keine Vorspeise, sondern ein höchst leckeres Gericht auf der Basis von Kartoffeln und Munster, von dem ein Teller ungefähr zwanzig Kilometer Marsch aufwiegt. Nach ruhigen Tagen besser nicht angehen…

Zur Vorbereitung: In der kleinräumigen Gegend sollte man sinnvoll mit einer 1:25.000 Karte ausgerüstet sein, schon eine 1:50.000 kann zu grob sein, vor allem, weil es nicht bloß Entfernungskilometer gibt, sondern halt auch allerhand Höhenmeter, mit denen man sich sonst schnell verschätzt.

Eine hervorragende Bezugsquelle (Versand innerhalb weniger Tage) ist der Herausgeber:

http://www.ign.fr/rubrique.asp?rbr_id=1&lng_id=FR

Beim IGN gibts seit einiger Zeit als Schmankerl individuell um einen wählbaren Mittelpunkt ausgedruckte 1:25.000er Karten, die vom Basisdatenmaterial abgezogen und damit genauso präzise sind wie die fertig geschnittenen.

Ein paar Orte, die man noch in der Gegend besuchen kann (allerdings besser mit dem Radel im Zug als zu Fuß):

Die Glasbläserei in Meisenthal
Die Holzschuhmacherwerkstatt in Soucht
Die Stauferburgruine in Fleckenstein
Die Bilderbuch-Fachwerkdörflein Hunspach und Oberseebach
Die Genossenschaftskellerei in Cleebourg, Riesling***
Das (außer sonntags, wenn die Deutschen einfallen) beschauliche Städtlein Wissembourg mit allerlei Kunsthistorie
Die Zitadelle in Bitche
Das Töpferdorf Betschdorf (graues Steingut wie aus dem Westerwälder Kannebäckerland, aber im blauen Dekor und Form scharmanter als auf der deutschen Seite - Bembel vom Feinsten).

Haguenau vermeiden, das braucht man sich nicht geben.

Schöne Grüße

MM

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Danke für das Angebot! owT
:smile:

Schade, dass ich Dir nur ein *chen geben kann…
Hallo Martin,
herzlichen Dank für Deine Antwort!
…bin grade fast umgefallen,
wieviel
und
wie anregend
Du geschrieben hast…mit einer riesigen Menge an Herz und Wissen.
Mehr kann ich dazu einfach nicht sagen,
Finjen
…immer noch am Staunen…und wünsche Dir einen herrlichen, sonnigen Tag

Servus,

die Sache mit dem Pfälzerwald darf ich auch nochmal unterstreichen, weil Du am Anfang angedeutet hast, dass Ihr mit der Bahn unterwegs seid.

Ich frage mich bis heute, warum Martin Brüderle kein Parteiausschlussverfahren an den Hals bekommen hat, als er in seiner Zeit als Mainzer Minister und bekennender Eisenbahnfän eine Politik verfolgt hat, die seiner Parteilinie etwa 180° entgegengesetzt ist: Es sind wohl nirgendwo so viele teils seit langer Zeit stillgelegten Eisenbahnlinien wieder in Betrieb genommen worden wie in RHP, mit der Folge, dass man da mit der Bahn richtig gut vorwärtskommt. Das ist recht förderlich zum Wandern und Radwandern, weil der Radius gleich viel größer wird, wenn man nicht immer zum gleichen Abstellplatz wieder zurück muss.

Abgesehen von ein paar bloß im Sommerabschnitt befahrenen reaktivierten Linien ist wohl die Crème der Reaktivierungen ganz im Norden des Pfälzerwaldes zu finden: Eine der vielen ehemaligen Aufmarschbahnen Richtung Westen führt von Frankenthal an der Rheinachse stufenweise ins Hinterland und hinter Grünstadt in die nördlichen Ausläufer des Waldes. Immerwieder sonntags (auch den ganzen Winter über) fahren die 628er Triebwagen über den regulären Endpunkt Ramsen hinaus noch ein paar Kilometer in den Wald, wo die Strecke dann unvermittelt vor einem wegen zu hohen Sanierungsaufwandes stillgelegt gebliebenen großen Viadukt am Haltepunkt Eiswoog aufhört. Der Eiswoog ist etwas, was Castaneda wohl als einen „Ort der Kraft“ bezeichnet hätte: Ein für frühere Flößerei aufgestauter Weiher, der aus Quellen gespeist wird, die direkt aus dem Felsen kommen. Auch wenn es vorne in der Rheinebene sommers 35° im Schatten hat, wird das Wasser im Eiswoog selten wärmer als vielleicht zwanzig Grad - sehr zum Vorteil der unmittelbar unterhalb des Woogs gelegenen Forellenteiche, die Räucherei hat in den Herbst hinein auch am Sonntag auf.

Vom Haltepunkt Eiswoog aus steht man unmittelbar im Wald.

Von dort z.B. etwa neun Kilometer südlich der Isenachweiher, von dort kann man bei Lust weiter zum Saupferch (nette Küche, einiges Wildschweinerne), und wenns noch nicht „longt“ auch noch auf den Drachenfels (dominiert, bei klarer Sicht ein herrlicher Blick rundum, römischer Wachposten nachgewiesen) hinauf und von dort zum Bahnhof Neidenfels (mit netter Stauferburgruine) hinunter. Oder am Drachenfels vorbei zum Lampertskreuz und mit weniger Höhenmetern von dort nach Lambrecht oder nach Neidenfels hinunter. Das Waldhaus Lampertskreuz ist vom Waldverein schon länger an einen Wirt verpachtet, ziemlich stark besucht, auch wegen der schweinernen Glückseligkeit - Tellergerichte eher bei sechs als bei neun Euro.

Obwohl das für eingefleischte Wald-Fäns ein Sakrileg ist: Wegen der abwechslungsreichen Optik am Rand des Waldes ist einer meiner Lieblingswege vom Eiswoog nordwärts etwa acht Kilometer pur durch Wald, wo sich dann einige Wiesen rund um das Göllheimer Häuschen auftun: Eine Wirtschaft, die früher als Weghaus vor allem auch zur Haltung von Vorspannpferden für die Steige auf der alten Handelsstraße Mainz - Metz diente. Obwohl auf sehr erschwinglichem Preisniwoh, eine der besseren Adressen im Wald, allein die Salatsößlein sind ein paar Kilometer wert. Und das Bischoff-Bier!: In Winnweiler am Donnersberg kommt aus dem Vulkangestein ein Wasser, das praktisch kalkfrei ist…

In kürzerer Runde kann man auch von Ramsen aus über die ehem. Burg Stauf (wieder ein Rundblick, ein bissel toskanisch) und die Klosterruine Rosenthalerhof zum Göllheimer Häuschen hinauf. Der Abstieg dann - besonders wenns früh dämmert - mehr im offenen Land nach Göllheim hinunter, Busse von dort nach Eisenberg wieder an die Bahn.

Dieser ganze nördliche Abschnitt vom Wald ist verbunden mit dem Eisenbahneinstieg über Freinsheim: Früher freie Reichsstadt, mit der Gründung des Rheinhafens Frankenthal bedeutungslos geworden und im 19. Jahrhundert mit der Modernisierung schon so ländlich, dass man nicht ans Abreißen der Mauer gedacht hat - jeder kennt Rothenburg ob der Tauber, aber Freinsheim ist bloß ganz lokal bekannt, obwohl es genauso noch alle Tore, Türme und Zinnen hat. Ferner ein paar hübsche Weine, insbesondere auch Portugieser und Spätburgunder, die sonst entlang der Weinstraße gern ein bissel harmlos geraten, aber „am Berg“ richtig etwas hergeben.

Von der Haupt-Eisenbahnachse Neustadt-Kaiserslautern aus ebenfalls leicht zugänglich und schon eher Richtung Herz des Waldes gelegen ist der Weg vom Bahnhof Hochspeyer zur Schwarzsohl-Hütte - die trefflich die Waldvereins-Tradition pflegt, dass der Kuchen „ehrenamtlich“ hergestellt wird: Besser einen Löffel Erbsensuppe weniger, damit noch Platz ist für ein Stück Kuchen extra. Von der Schwarzsohl dann zurück zur Bahn in Frankenstein oder auch hinüber ins Elmsteiner Tal, wo allerdings bloß bis 30.September das Kuckucksbähnel nach Lambrecht-Neustadt zurückfährt, sonst halt Busse.

Und dann gibts natürlich noch die etwas lichteren Partien des Waldes vorne an der Weinstraßenfront: z.B. von Mußbach auf den Eckkopf (schöner Aussichtsturm) und hinunter nach Wachenheim usw.

Achwas, das sind alles viel zu viele Details. Hier ist mal ein Überblick über viele Wandererunterkünfte, die man für billiges Geld haben kann:

http://www.wanderportal-pfalz.de/unterkun/Huetten.htm

Und hier noch ein bissel Pälzerwald in Bildern – tut mir leid um die eingeblendete Reklame, es kostet halt nix auf diese Weise. Die Bilder sind übrigens alle aus der Zeit zwischen Oktober 2006 und Januar 2007 – zugegeben war es in diesem Winter auch an anderen Orten nicht Winter im eigentlichen Sinn, aber in diesem Ausmaß gar nicht Winter: Das ist deutsch-Kalifornien…

http://s4.directupload.net/file/d/1178/Od95Ob6E_jpg.htm

http://s5.directupload.net/file/d/1178/2O5RJizE_jpg.htm

http://s5.directupload.net/file/d/1178/g4bEsqHi_jpg.htm

http://s4.directupload.net/file/d/1178/g3Ljzr9o_jpg.htm

http://s5.directupload.net/file/d/1178/7MBMk3nL_jpg.htm

http://s5.directupload.net/file/d/1178/8Bq7CrME_jpg.htm

http://s5.directupload.net/file/d/1178/V9rGj2Zg_jpg.htm

http://s4.directupload.net/file/d/1178/78lFF2IY_jpg.htm

http://s5.directupload.net/file/d/1178/eXC9RA3B_jpg.htm

Karten dazu vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation RHP, eine zusammengefasste 1:50.000er „Wandern zwischen Rhein und Pfälzerwald“, sonst die 1:25.000er „Bad Dürkheim und Umgebung“, „Neustadt, Edenkoben, Landau“ und „Enkenbach, Alsenborn, Hochspeyer“.

Lektüre zum Hüttenwesen im Wald: Drei broschierte Bändchen „Hüttenzauber“ von Uschi Kreutz, davon Band I und III für das hier beschriebene Gebiet, kosten jeweils rund 11 €, sind das aber wert. Lecker zu lesen, die Autorin hat sich durch alle beschriebenen Hütten entlanggetrunken bis zur Neige…

Schöne Grüße

MM

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Moin Finjen,

habe mal geguckt…
Was hälst Du hiervon?
Lorfu: Ab Düsseldorf (D) vom Di. 09.10. 9 Tage
Hotelinfos » Studio
nur Übernachtung 355,- €
http://www.last-minute.de/index.php?KID=760000&id=la…

Es ist eine kleine Wohnanlage mit nur 12 Einheiten und es gibt eine Wohnküche. Ich finde das spart immer ordentlich, wenn man ab und an selber einen Fisch in die Pfanne wirft und nicht jeden Abend essen geht.

Ach ja, das (voraussichtliche) Klima zum Reisezeitpunkt:
Tagestemperatur: 23°C; Wasser: 21°C

Viele Grüße Stefanie

Danke :smile:
Hallo Stefanie,
vielen Dank für Deinen Tipp.
Sah sehr schön aus und hätte die zumindest von mir im Moment dringend eingeforderte Mindesttemperatur :smile:
Finjen
Aber:
…unsere interfamiliären Diskussionen sind momentan aber eher beim Nichtfliegen angelangt.
Stand der Gespräche, heute, etwa 21 Uhr:
"…Duhu, wir müssen doch nicht immer so weit weg, es wäre doch auch ganz schön, mal in Deutschland zu bleiben… z.B. in der Pfalz soll es doch sehr schön sein, habe ich gehört…" :smile:

Aber, entschieden ist noch nichts :wink:
Wir sind noch ein wenig am gucken, überlegen, reden…
und, so ganz nebenbei bemerkt, noch ein bisschen mehr am arbeiten
Mal gucken, was daraus wird :wink:

Schönen Abend noch für Dich!

Nochmal Dankeschön!
Tja, Martin und nu?
Hallo erstmal,
das geht ja nun mal gar nicht mehr… *gg*
Wo kennst Du Dich denn nicht aus? … klasse…

Jetzt war ich doch schon fast dabei, fürs Elsass ein paar Französichbrocken zu erlernen, da vertiefst Du das Thema Pfalz nochmal… :smile:
Auch wenn mir „die Ferne“ fehlt, wird der Pfälzer Wald zur Zeit favorisiert, ist aber noch laaaaaaaaaaaaaaaange nicht endgültig entschieden- wir (äh, ich…)reden und diskutieren gerne etwas länger…
Vielen Dank an Dich
und alle anderen,
die so freundlich waren,
sich für uns Gedanken zu machen.
Gute Nacht, Finjen