Hi zusammen,
ich suche ein passendes Urlaubsziel in Europa oder Aisen und brauche eure Hilfe.
Anfang September möchten wir (2 Erwachsene) 10 Tage lang verreisen.
Ein idealer Urlaub wäre für uns, wenn wir uns in fremden Städten befinden, ständig in Bewegung sind und abends größere Schuhe brauchen. Wir wollen nicht in Cafés, Restaurants oder am Strand herumsitzen. Auch wollen wir nicht durch Natur und Landschaft wandern. Pauschalreisen sind ebenfalls nicht unser Geschmack, wir bevorzugen individuelle Aktivitäten, gerne auch spontan. Am besten ist es, wenn wir am Ende des Urlaubs erst einmal Urlaub brauchen.
Flug und Unterkunft sollten pro Person die Summe von 1300 € nicht übersteigen.
Falls ihr Ideen oder Vorschläge für mich habt, wäre ich euch naturlich sehr dankbar.
September ist ideal für das Land voller Individualisten, die im Gleichschritt in Ferien fahren: Frankreich. Nach der „Rentrée“ ist in allen touristischen Strukturen (Hotels, Campings, Restaus) genug Platz, weil die Franzosen selber wieder zu Hause sind.
Vorschlag: Metz - Nancy - Dijon - Dole - Besançon - Strasbourg (das ist allerdings zu viel für 10 Tage, schaut was Ihr weglassen möchtet). Die Fahrten auf früheren Schnellzuglinien heute mit den Regionalzügen TER sind landschaftlich wunderschön und die Städte bieten sehr viel Interessantes. In Besac kann man, wenn die Schuhe noch nicht groß genug sind, beliebig oft die Zitadelle rauf und runterrennen, es wäre aber schade um den sehenswerten Rest.
ach, und hier noch ein Detail aus Besac zum kürzlich hier angesprochenen Thema „deutsche Worte im Französischen“ - auch hier hat allerdings, was wie ein deutsches Wort aussieht und klingt, eher die Funktion eines Eigennamens (wie Bretzel und Choucroute)
Der Ort hat - wie es sich für die Bauzeit gehört - eine gute Akustik und unabhängig davon ein sehr apartes Flair.
wenn Du mal etwas genauer definieren würdest, was Euch interessiert (Städtebau, Historisches, Malerei oder was auch immer), welche Ansprüche Ihr an Unterkünfte stellt und wie ihr Euch in Europa fortbewegen würdet, (Zug, PKW) und wo ihr starten wollt, könnten die Tipps detaillierter sein. @Aprilfisch hat Recht mit Frankreich, nach Ende der französischen Sommerferien (dieses Jahr am 31.08.) werden die besten Destinationen deutlich ruhiger und auch Unterkunftspreise beginnen zu sinken.
ja - deswegen hab ich einen konkreten Hinweis gegeben, der dem entspricht, was bei den gegebenen Vorgaben mir als Erstes einfiele. Aber das entspricht natürlich nur meinen Vorlieben und Interessen bei gegebenen Vorgaben.
Im Kontrast und zur Erweiterung wäre es schon schön, wenn wir erfahren könnten, was an diesem Vorschlag deckungsgleich und vor allem was daran inwiefern von den eigentlichen Wünschen abweichend ist. Dann könnte man sich nämlich diesen Wünschen viel leichter nähern.
ich könnte natürlich noch mit Limoges drohen, aber das wollte ich dann auf dieser sehr allgemein und eher flach gehaltenen Ebene doch noch nicht… (wobei das beste Entrecôte, das mir in der Gastronomie je serviert wurde, im - sonst eher unscheinbaren - „Le Paris“ in Limoges war…)
würde ich dann versuchen, mit der Charente zu „toppen“, zB damit: Chauvigny – Wikipedia Abtei Saint-Savin-sur-Gartempe – Wikipedia
Zusammen mit dem bei mir unvermeidlichen Lozere hätten wir dann die wohl für Deutsche unbekanntesten Ziele in F beisammen.
ja, in der Charente ließe sich eine ganze Romanik-Reise zusammenstellen, sie bietet aus dieser Epoche nicht nur ebenso viel wie das Burgund, sondern - wegen des wärmeren Farbtons des verwendeten Steins - eine viel lebendiger, eben auch wärmer wirkende romanische und frühgotische Architektur.
Auch andere Epochen kommen nicht zu kurz: Das Amphitheater in Saintes ist nicht besonders groß oder im Detail erhalten, aber es gehört zu den bleibenden Eindrücken, die ich von Reisen bewahrt habe, weil es „einfach so“ da liegt, ohne Brimborium, ohne Kassenhäuschen und Besucherparkplatz usw.
Und dann natürlich auch Royan: Als Seebad einst eine Perle des Jugendstils, ist es heute etwas architektonisch ziemlich Einzigartiges: Gegen Ende 1944 hatten sich in Royan etwa 5.000 Mann Wehrmacht festgesetzt, die die „poche de Royan“ hielten, nur um sie zu halten (und wohl auch in der Hoffnung, es ließen sich dadurch nennenswerte Kräfte der F.F.I. und der Aliiierten binden). Aus der Luft versorgt, war es eine Frage der Zeit, bis die Front weit genug nach Osten vorgerückt wäre, dass diese Versorgung nicht mehr ausreichend funktionieren würde. Es geht die Rede, die Amerikaner hätten den Franzosen diesen kleinen Triumph nicht gegönnt, jedenfalls wurde das alte Royan am 5. Januar 1945 in Grund und Boden gebombt. In der Nähe des Bahnhofs sind noch ein paar Jugendstil-Häuser erhalten, und das wars dann schon mit Art Nouveau.
Und nach dem Krieg gönnten sich die Franzosen einen anderen Triumph, im Sinn von „Ihr habt vielleicht die B-24, aber wir haben Claude Ferret!“ wurde Royan bereits ab Anfang der 1950er Jahre als eine Art „Architekturlaboratorium“ in Beton wieder aufgebaut, bekam eine Markthalle in der Form einer Jakobsmuschel und noch viele anderen Gebäude zwischen Le Corbusier, Funktionalismus und Avantgarde - ob schön oder nicht, ist Geschmackssache, aber jedenfalls einzigartig ist dieser Ort.
und noch ein architektonisches Unikum: In Niort steht das Rathaus von Schilda. Das alte Rathaus „Le Pilori“ (gebaut 1530-1535) ist an seiner (unteren) Fassade mal grade so breit wie das Eingangsportal und wird dann nach hinten hin breiter, so dass sein Grundriss einem Dreieck ziemlich ähnelt.
So, und jetzt hoffe ich, dass @Thorsten_830a81 genügend Anhaltspunkte dafür hat, dass er näher beschreiben kann, was ihn interessiert und was nicht so besonders.
kling für mich ziemlich nach Reizüberflutung aber Jedem das Seine:)
Ich hätte da zuerst an Asien gedacht. Da kannst du dir einige Städte ansehen und dann von dort in den Dschungel oder zig Inseln besuchen. Aktivitäten wirst du da auch genug finden und anders als in Europa wird man da auch nicht so viel dafür bezahlen müssen. Klar, sind die Flüge teurer aber dafür sind die Unterkünfte auch günstiger. Speziell wenn du eben kein 5 Sterne Hotel mit Pool benötigst.
Sommer in Asien heißt halt auch Monsunzeit. Das müsste man auch bedenken.
Gaanz vielen Dank für eure Vorschläge. Doch nun habe ich entdeckt, dass ein Flug nach Neu Delhi, auch zusammen mit einer Unterkunft (ich bin nicht so anspruchsvoll) durchaus im oder sogar unter dem genannten Rahmen liegt. Darauf werde ich dieses Jahr wohl meinen Fokus setzen.
Aber deswegen sind eure Ideen längst nicht uninteressant, ich werde alles fein säuberlich im Hinterkopf archivieren und für einen kommenden Urlaub in die engere Auswahl nehmen.
Schönen Dank für das Feed-back - ich war ein wenig verwundert, dass Du keinerlei Präzisionen usw. gegeben hast, das ist für einen alten wewewa-Hasen eher ungewöhnlich.
Weil es technisch nicht ganz unwichtig ist: Wenn Du sozusagen aus dem Stegreif Neu-Delhi buchst, bist Du sicher nicht ganz unerfahren in West-Östlicher Zeitverschiebung; trotzdem nochmal der Hinweis: Ist Dir bewusst, dass von der für eine (nicht nur Urlaubs-)Reise eher kurzen Zeit von zehn Tagen ein nicht unerheblicher Teil der Zeit für den Ausgleich des Time-Lag verbraucht werden wird?
Auch wenn drei oder vier der Konsodalen meine Episödchen überhaupt nicht abkönnen: Mein Onkel, in seiner Spezialisierung weltweit bekannter Geophysiker, war einmal zu einer Tagung in Neu-Delhi eingeladen, spannte diese Reise, die für ihn auch sehr interessant war, zwischen andere Termine in einen engen Zeitrahmen und kam direkt vom Flughafen am Ort der Tagung an. In bekannter indischer Höflichkeit und Respekt vor seinem Ruf baten ihn die Gastgeber, die Tagung mit ein paar Worten zu eröffnen. Er schaffte es grade noch zum Rednerpult hinauf und zu den Worten „A warm welcome to you all, ladies and gentlemen, and dear colleagues!“, verfiel dann in eine Art Wachschlaf und setzte die Ansprache fort mit den Worten „It’s always one who has to pay the bill…“, worauf ihn einer der Gastgeber grade noch - eingeschlafen - auffangen konnte, und in bekannter indischer Gastfreundschaft meinte: „Well, let’s have a cup of tea…“