Urologe bei Prostatabeschwerden

Hallo liebe Wissenden,

und hier noch eine ganz andere Frage.

Welche Untersuchungen werden beim Urologen normalerweise durchgeführt, um lang andauernde Prostatabeschwerden abzuklären? Gibt es nur die beiden Möglichkeiten des Abtastens und der Blutuntersuchung? Kann man über die Blutuntersuchung überhaupt z.B. eine Krebserkrankung bestimmen? Ich dachte, für sowas müssten bildgebende Verfahren angewandt werden.

Sind all diese Leistungen (insbesondere die Blutuntersuchungen) eurer Erfahrung nach Bestandteil der GKV-Leistungen?

Normalerweise gehe ich davon aus, dass in erster Linie nur nicht notwendiger Schnickschnack privat bezahlt werden muss, aber im konkreten Fall musste der Patient für die Blutuntersuchung knapp 60 Euro aus eigener Tasche hinblättern. Und es wurden nur Abtasten und die besagte Blutuntersuchung durchgeführt mit der Aussage, diese würde ausreichen, um die allermeisten Ursachen (u.a. Krebs) zu bestimmen. Wie gesagt, stimmt das so überhaupt?

Viele Grüße,
Anja

Normalerweise gehe ich davon aus, dass in erster Linie nur
nicht notwendiger Schnickschnack privat bezahlt werden muss,
aber im konkreten Fall musste der Patient für die
Blutuntersuchung knapp 60 Euro aus eigener Tasche hinblättern.
Und es wurden nur Abtasten und die besagte Blutuntersuchung
durchgeführt mit der Aussage, diese würde ausreichen, um die
allermeisten Ursachen (u.a. Krebs) zu bestimmen. Wie gesagt,
stimmt das so überhaupt?

Ja leider, die Kassen bezahlen lieber die Krebsbehandlung als die Vorsorgeuntersuchung. Gibts noch öfter, Osteoporose lässt grüßen…

Welche Untersuchungen werden beim Urologen normalerweise
durchgeführt, um lang andauernde Prostatabeschwerden
abzuklären?

Was für Beschwerden? Natürlich gibt es noch mehr Untersuchungen (Sono, Restharnbestimmung, alle möglichen Flußbestimmungen mit und ohne Kontrastmittel…), aber ob die in dem Fall sinnvoll sind, kann man so schlecht klären.

Kann man über die Blutuntersuchung
überhaupt z.B. eine Krebserkrankung bestimmen? Ich dachte, für
sowas müssten bildgebende Verfahren angewandt werden.

Naja… Man bestimmt den PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen, bei Interesse googeln). Der ist zusammen mit einer unauffälligen Tastuntersuchung ein ziemlich guter Indikator. Wenn beides normal ist, ist die Chance, dennoch einen Tumor zu haben, zwar gegeben, aber doch gering. Mit Bildgebung sieht man Befunde erst, wenn sie ca. 2mm durchmessen, dann sollten sie auch tastbar sein - es sei denn, sie liegen sehr ungünstig.

Die Meinungen über die Wertigkeit der PSA-Untersuchungen gehen auseinander von „viel zu unsicher“ bis „unabdingbar“. Ich kann nur sagen, was unsere Uniklinik-Urologen (TU München) dazu meinen:
„Insgesamt ist für Prostatakrebs der PSA-Wert mit das wichtigste diagnostische Mittel“

Sind all diese Leistungen (insbesondere die
Blutuntersuchungen) eurer Erfahrung nach Bestandteil der
GKV-Leistungen?

In der bezahlten Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 45 bezahlen die Kassen das Abtasten der Prostata mit dem Finger durch den After und keine PSA-Bestimmung.

Für die PSA-Bestimmung zahlt man z.Zt. etwa € 18,50. Da der Arzt bis zum 1,3 fachen berechnen kann, bis zu € 24,05.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.
Gute Besserung!
L.Weipert

Hallo,

danke für deine Antwort.

Was für Beschwerden? Natürlich gibt es noch mehr
Untersuchungen (Sono, Restharnbestimmung, alle möglichen
Flußbestimmungen mit und ohne Kontrastmittel…), aber ob die
in dem Fall sinnvoll sind, kann man so schlecht klären.

Leider kenne ich die Details zu den Beschwerden nicht. Soviel ich weiß, liegen auf jeden Fall sehr häufiger Harndrang sowie Schmerzen vor.

Naja… Man bestimmt den PSA-Wert (Prostata-spezifisches
Antigen, bei Interesse googeln). Der ist zusammen mit einer
unauffälligen Tastuntersuchung ein ziemlich guter Indikator.
Wenn beides normal ist, ist die Chance, dennoch einen Tumor zu
haben, zwar gegeben, aber doch gering. Mit Bildgebung sieht
man Befunde erst, wenn sie ca. 2mm durchmessen, dann sollten
sie auch tastbar sein - es sei denn, sie liegen sehr
ungünstig.

Ok, danke für die Info.

Sind all diese Leistungen (insbesondere die
Blutuntersuchungen) eurer Erfahrung nach Bestandteil der
GKV-Leistungen?

In der bezahlten Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 45
bezahlen die Kassen das Abtasten der Prostata mit dem Finger
durch den After und keine PSA-Bestimmung.

Ja, die betroffene Person ist über 50. Abtasten wurde durchgeführt und ist unauffällig. Laut Arzt kann man durch Abtasten nur etwa 3% möglicher Ursachen für Prostatabeschwerden erkennen.
Und: Es ist ja keine Vorsorgeuntersuchung, sondern es liegen seit längerem konkrete Beschwerden vor! Werden trotzdem tatsächlich keine weitergehenden Untersuchungen bezahlt?

Für die PSA-Bestimmung zahlt man z.Zt. etwa € 18,50. Da der
Arzt bis zum 1,3 fachen berechnen kann, bis zu € 24,05.

Nach welchen Kriterien entscheidet der Arzt, wieviel genau er berechnet?

Dem Patienten wurden zwei Arten von Blutuntersuchung angeboten: Entweder irgendwas um die 28 Euro herum oder eine für ca. 58 Euro. Der Arzt hat dem Patienten nahegelegt, die zweite Untersuchung zu wählen, da damit mehr Ursachen abgedeckt werden können. Hast du vielleicht eine Ahnung, welche Parameter im Blut noch so alles untersucht werden können? Und mir ist auch unklar, wie es sein kann, dass die Versicherung trotz vorliegender Beschwerden, deren Ursache nicht bestimmt werden konnte, gar keine Blutuntersuchung übernimmt. Ich nehme an, dass außer PSA noch weitere Werte eine Rolle spielen können?

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.

Ja, danke.

Viele Grüße,
Anja

Für die PSA-Bestimmung zahlt man z.Zt. etwa € 18,50. Da der
Arzt bis zum 1,3 fachen berechnen kann, bis zu € 24,05.

Blöde Frage, 1,3?

liebe Anja,
die meisten Fragen, di Du hier stellst, kann eigentlich nur der behandelnde Urologe beantworten, vor allem die Fragen nach den selbst zu bezahlenden Laborwerten.
Also: den Doc fragen, bis der Arzt kommt… :wink:
meint synapse

Hallo Synapse,

ja, klar, den behandelnden Urologen soll www ja auch nicht ersetzen. :wink:) Aber erstens bin ich ja nicht diejenige, die dort hingeht, sondern jemand, der von Biologie/Medizin überhaupt keine Ahnung hat. Ich mache mir aber Sorgen um diese Person.

Und zweitens ist der nächste Arzttermin erst in zwei Wochen, das ist doch eine lange Zeit. Ich werde die Person dann bitten, sich nach Möglichkeit eine Kopie der Laborwerte geben zu lassen, damit wir es uns in Ruhe noch mal anschauen und alles nachlesen können.

Drittens letztlich habe ich die Frage aus deshalb gestellt, weil ich sozusagen eine zweite Meinung hören wollte. Ich habe es eben bis jetzt so erlebt, dass die GKV alle Basisuntersuchungen bezahlt. Dass jemand 60 Euro aus eigener Tasche für unabdingbare Untersuchungen zur Abklärung konkreter Beschwerden zahlen muss, klang mir deswegen suspekt. Zumal sich dieser jemand das finanziell kaum leisten kann.

Viele Grüße,
Anja

Hi Anja,

mein Vater hatte kürzlich eine Prostata Untersuchung.Er hat alles machen lassen, Blutentnahme,Ultraschall.Urinprobe.Hat ca, 140€ gekostet.Ganz schön happig oder?DieKrankenkasse übernimmt nur die Fingerabtastung.

Gruß Ann-Kathrin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Ann-Kathrin,

mein Vater hatte kürzlich eine Prostata Untersuchung.Er hat
alles machen lassen, Blutentnahme,Ultraschall.Urinprobe.Hat
ca, 140€ gekostet.Ganz schön happig oder?DieKrankenkasse
übernimmt nur die Fingerabtastung.

oh ja, sehr happig. Hier liegt wohl eine Versorgungslücke vor…

Danke für deine Antwort.

Viele Grüße,
Anja