Ursache für stottern

Hallo,wer kann mir sagen welche Ursache das stottern hat.Ich habe per Internet mal nachgeforscht und überall wurden andere Aussagen gemacht,irgendwo stand was von versteckten Aggressionen,die der Stotterter sich nicht traur auszusprechen,auf ner anderen Seite stand was ganz anderes…Fehler im Sprachzentrum des Gehirns ,ganz woanders stand das die Ursache unbekannt sei…

Hallo!
Mein Bruder stottert und ich kann deshlb etwas dazu sagen:
Stottern soll u.a. darauf beruhen, dass die beiden Hirnhälften nicht mit der gleichen Geschwindigkeit arbeiten.
In der Alltagspraxis ist es dann ein falsches Atmen, was das Stocken mitverursacht. Das heisst ein Stotterer atmet oft zu schnell und an Stellen im Satz, in denen es untypisch ist.
Mein Bruder hat schon von Kleinkindalter an gestottert, weshalb ich tiefere psychische Geschichten eher für untypisch halte, doch dazu weiss ich nichts genaueres.
Insgesamt ist es aber auch eine psychosomatische Geschichte:
Mein Bruder stottert nur noch, wenn er Angst hat zu stottern, wenn er unsicher oder ganz nervös ist. Wenn er mit mir spricht stottert er vielleicht 6 mal im Jahr. Spricht er mit fremden Menschen ist die W’keit, dass er stottert sicher um das zwanzigfache erhöht…
Ich denke jedoch, dass es dabei verschiedene Arten gibt und das Ganze sehr unterschiedlich von Fall zu Fall sein Kann
VG, Stefan

Hallo Stefan

Mein Bruder hat schon von Kleinkindalter an gestottert,
weshalb ich tiefere psychische Geschichten eher für untypisch
halte

Als Kleinkind hat man das Wichtigste an Erfahrungsorganisation leider (?) schon hinter sich. Deshalb ist das leider kein Argument dagegen.

Mein Bruder stottert nur noch, wenn er Angst hat zu stottern,
wenn er unsicher oder ganz nervös ist.

Siehst Du, da sind wir schon näher dran an der Geschichte. Die Stotterer sind alle in früher Kindheit ziemlich eingeschühctert und gehemmt worden, davon kannst du mal ausgehen.
Gruß,
Branden

Hallo,

mein Vater stottert seit ihn in seiner Kindheit ein Hahn total erschreckt hat. *g*

Ehrlich gesagt, habe ich das mit den Aggressionen noch nie gehört… Und die Ursachen sind nicht geklärt. Man hat zwar Tausende von Theorien, vermutlich liegt eine genetische Veranlagung dem Stottern zugrunde, aber es müssen halt noch äußere Einflüsse hinzukommen. Diese können traumatischer Art sein, mit der Sprache verbundene Ängste (wenn die Eltern zu sehr auf richtiges Sprechen achten) und, und, und… Auch durch neurologische Schädigungen kann Stottern induziert werden. Im Endeffekt muss man sein: So richtig weiß es niemand.

Therapieansätze sind, wie Stefan z.T. schon geschrieben hat:

  • Abbau der Angst vor dem Stottern
  • Stressmanagement (Umgang mit stressigen Situationen)
  • Erlernen korrekter Sprech- und Atemtechniken

Soweit ich weiß, kann man Stottern nicht komplett „heilen“, aber durch Therapien kann es stark vermindert und vom Stotterer teilweise kontrolliert werden.

Liebe Grüße,
Anja

Hallo Alfred,

in der Tat, DIE Ursache des Stotterns wurde bis dato nicht gefunden. Man geht von einem multifaktoriellen Ursachenmodell, von man nach disponierenden (z.B. eine genetische Disposition), auslösenden (z.B. ein traumatisches Erlebnis) und aufrechterhaltenden (z.B. ungünstige Familien-, Geschwisterkostellation, Stress zu Hause etc.) Faktoren unterscheidet.
Daher ist es nicht richtig, dass ein Hundebiss, Mandelentfernung oder Stress zu Hause allein eine Ursache des Stotterns ist.
Daher: alle Antworten zusammen, die Du bisher bekommen hast, sind richtig.

Was man allerdings weiß ist es, dass das Stottern sich IMMER im Kindesalter entwickelt und nur im Kindesalter vollständig zurückgehen kann. Später, so ab 9-11 Jahre geht es nun „nur“ darum, das Stottern zu managen.

Schöne Grüße

Marta

Hallo Marta,

Was man allerdings weiß ist es, dass das Stottern sich IMMER
im Kindesalter entwickelt

soviel ich weiß, gibt es auch Menschen, die erst im Erwachsenenalter aufgrund eines traumatischen Erlebnisses oder aber einer neurologischen Störung angefangen haben zu stottern.

Liebe Grüße,
Anja

Ursachen des Stotterns
Hallo,

Stottern gehört zu den so genannten „Sprechstörungen“ und wird als eine Störung des Sprachablaufs definiert. Sie tritt vor allem in Kindheit und Jugendalter auf, dabei sind etwa 5% aller Jungen und 2% aller Mädchen betroffen. Häufig tritt Stottern erstmals in der Phase der Sprachentwicklung (3.-6. Lebensjahr), zur Zeit der Einschulung (6.-7. Lebensjahr) und während der Pubertät (12.-14. Lebensjahr) auf. Stottern kann allerdings während des gesamten Lebens auftreten, in späteren Zeitabschnitten als den genannten finden sich ursächlich hirnorganische Schädigungen, allen voran Schädel-Hirntraumen. Fehler in den als Sprachzentren bezeichneten Hirngebieten führen übrigens nicht zum Stottern, sondern bewirken andere Störungen.

Als Ursachen werden verschiedene Faktoren einzeln oder in Gemeinsamkeit angenommen, es existieren daher eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien, die sich insgesamt aber zu vier Theorien zusammenfassen lassen:

Genetische Einflüsse (ca. 8% der Patienten)

Hirnorganische Einflüsse (ca. 20% der Patienten)

Psychogene Einflüsse wie Vorhandensein psychischer Störungen (ca. 70% - 80% der Patienten); es handelt sich bei der von Dir genannten Annahme (versteckte Aggressionen) um eine unbewiesene psychoanalytische Theorie, die nicht die Meinung der Fachwelt widerspiegelt.

  1. Multifaktorielle Verursachung

Therapeutische Interventionen richten sich vor allem nach den grundlegenden Theorien. Derzeit empfohlen werden die folgenden Massnahmen:

Korrekter Umgang mit dem Patienten im sozialen Umfeld (Nichtbeachtung des Stotterns, geduldiges Zuhören, Beseitung oder Abmilderung verschlimmernder Bedingungen)

Logopädische Behandlung, Sprech- und Atemübungen, Übungen zur Kontrolle der oftmals gleichzeitig auftretenden vegetativen Symptome und Spannungszustände mittels Entspannungsübungen etc.

Verhaltenstherapie

Medikamentöse Behandlung zum Abmildern von Spannungszuständen

Vielfach wird eine Kombination der genannten Verfahren verwendet. Bei rechtzeitger und intensiver Behandlung zeigt etwa ein Drittel der Patienten später keine Symptome mehr, ein weiteres Drittel stark gemilderte Symptome und ein weiteres Drittel profitiert gar nicht von der Behandlung.

Viele Grüße,
Sam

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Hallo Anja,

das mit dem neurogenen Stottern habe ich in meinem Posting eigentlich bewusst nicht erwähnt, weil man im diesem Zusammenhang meist wohl auch andere gravierende Sprach- und Sprechprobleme hat.

Was ich meinte ist die „normale“ Redeflussstörung.

Was es noch gibt sind z.B. die Vermeider, die manchmal selber nicht wissen, dass sie stottern, weil sie derartige Coping-Strategien entwickelt haben… Und ich kann mir gut vorstellen, dass z.B. diese zu der Gruppe gehören, bei denen sich das Stottern aufgrund eines traumatischen Erlebnisses manifestiert. Aber es war schon immer da…

Schöne Grüße

Marta

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