bei meiner Tante wurde ein Krebs in den Lymphdrüsen festgestellt, genauere Bezeichnung bisher unklar. Da diskutiert wird, dass Stressfaktoren (welche?) auch zu Krebs führen können, und ich mir das auch gut vorstellen kann bei ihr (Gruppenmensch, nimmt sich selbst nicht sehr ernst und bezieht sich wenig auf sich selbst, redet nicht von sich, stressiger Job- Betreuung von Schwerbehinderten), ist meine Frage:
Ob jemand sich vorstellen kann, welche psychischen Faktoren gerade zu diesem Krebs führen können. Mir ist die Funktion des Lymphsystems im gesunden Körper allerdings auch nicht ganz klar.
Hi
In den 70er und 80er Jahren wurden die Möglichkeiten von psychischen Problemen als Entstehungsursache für Krebs diskutiert.
Inzwischen ist man aber wieder ziemlich davon weg gerückt, zumal die verschiedenen Krebsarten zwar ätiologisch und/oder pathogenetisch unterschiedliche Noxen, aber oftmals multiple Auslöser zu haben scheinen.
Einfacher ausgedrückt: Vergiss es.
Gruß,
Branden
Man hat bei einem Versuch Mäuse von Krebs geheilt und danach die eine Hälfte der Nager Urlaub im Versuchslabor machen lassen und den anderen Teil dem totalen physischen und psychischen Stress ausgesetzt…
Die Stress Mäuse erkrankten sofort wieder an Krebs, die anderen blieben fast alle geheilt.
Stress für die Mäuse ist
1.laute Musik
2.geringe Ruhezeiten
3.Licht in der Nacht
4.Veränderungen des Aufenthaltsbereiches usw. …
MfG George
Um Gottes Willen! Ich bin Facharzt für Psychosomatische Medizin und habe mich vor Jahrzehnten schon mit möglichen psychogenen Auslösern für Krebserkrankungen beschäftigt.
Gruß,
Branden
wie du selbst schreibst, ist Stress ein Faktor, der zu Krebs führen kann. Ich denke, es ist unerheblich, welche Form von Stress; im allgemeinen verhält es sich so, dass jegliche Gefühle bestimmte Botenstoffe, Hormone und Nervenaktionen im Körper freisetzen, die sich auf das Immunsystem auswirken.
Das Lymphsystem ist für das Immunsystem zuständig als auch z.B. für den Flüssigkeitstransport. (Bin kein Fan davon, auf Suchmaschinen zu verweisen, da ich aber kein Arzt bin, verweise ich doch darauf, somit findest du qualifizierte Beiträge über die Funktion des Lymphsystems.)
Meine ganz persönliche Beobachtung bei Krebspatienten ist die, dass sie allesamt einen Teil von sich (=ihrer Persönlichkeit) abgespalten/ nicht zugelassen/ ausgelebt haben.
So wie du schreibst, finden sich Anteile davon auch bei deiner Tante:
nimmt sich selbst nicht sehr ernst und
bezieht sich wenig auf sich selbst, redet nicht von sich
Hier kommen bei deiner Tante zwei Aspekte zusammen:
Wenn sie einen stressigen Job hat oder auch noch Stress in anderen Lebensbereichen und zugleich sich selbst nicht sehr ernst nimmt und sich nicht mitteilt, dann frisst sie den Stress immer mehr in sich hinein. Da der Geist sich verweigert, das wahrzunehmen, sucht sich der Körper eine Möglichkeit, sie darauf aufmerksam zu machen, dass hier eine Veränderung der Lebensumstände dringend vonnöten ist.
Justmytwocents
Alles Gute für deine Tante,
Grüße,
jeanne
Das Stress Lymphdrüsenkrebs bedingt ,ist fragwürdig?!
Wir haben alle " irgendwelche bösartige Zellen" in uns,die vom Immunsystem erkannt und unschädlich gemacht werden.Ist nun das Immunsystem mit anderen „Dingen überlastet“ ("Pschosomatosen ") auf grund von sozialen Konflikten,so ist die Immunabwehr geschwächt.
Alles Gute für die Tante,lunken
Und menschliche Atribute wie :sich Sorgen oder andauernde
Überforderung hat nichts mit Krebs zu tuen?
Es gab natürlich Überlegungen und Forschungen in dieser Richtung. (Auch Belletristik wie „Mars“ damals, kennst du wahrscheinlich.)
Es ist aber a la longue nichts bei heraus gekommen, was wirklich verwertbar wäre, soweit ich weiß.
Die verschiedenen Krebs-Arten sind dermaßen unterschiedlich und die Genese derselben hängt oftmals von ganz anderen Determinanten ab, die viel deutlicher sind als die psychogenen. So findest du z.B. bei Darmkrebs und Brustkrebs viel deutlicher die erblichen Risikofaktoren als psychogene.
Was durchaus schon länger diskutiert wird, ist ein Zusammenhang zwischen Organerkrankungen und (psychoanalytisch determinierter) Persönlichkeitsakzentuierung. So kannst du bei oral akzentuierten Typen eher Magengeschwüre finden und bei anal dterminierten eher Colitis usw usf.
Darüberhinaus -und das wird dich jetzt vermutlich noch mehr interessieren- wurde eine Zeitlang angenommen (ich habe in den 80er Jahren mal was darüber publiziert), dass Leute, die sch nicht wehren können, eher an Krebs erkranken und Leute, die aggressiv sind, eher an rheumaischen Erkrankungen. Aber das sind recht unsichere Feststellunen.
Gruß,
Branden
gehe davon aus, dass es für lebensumstände und gefühlszustände eines mesnchen in dessen körperchemie ein organisches korrelat gibt. diese körperchemie ist aber so komplex wie das leben selbst. daher gibt es manchmal spot-artige erhellungen in diese geheimnisse in der psychosomatischen medizin und , achtung, auch in den äußerungen von betroffenen selbst. es kommt vor, dass sie dir als behandler das erklären, wie es bei ihnen ist und funktioniert und dann kann man das von den leuten lernen.
leider hat man keine gültige theorie, die die äthiologie von krebs erklärt, aber man forscht und forscht. sehr im mittelpunkt stehen die modelle, die genetisch und biochemisch erklären wollen. das ist die charakteristik unseres westlichen krankheits- und gesundheitsmodells, von dem es auf dem globus studierenswerte abweichungen gibt, solche findet man bei zum beispiel bei c.g. jung und bei allen anderen weisheiten und philosophien anderer kulturen und in anderen zeiten (asien).
mich überzeugt vor allem die tatsache, dass es im körper eine regelmäßigkeit und charakteristik der abläufe gibt, die unseren lebensumständen ähneln, sozusagen ein abbild sind.
dieses abbild kann auch eine erkrankung sein. psychosomatik beschäftigt sich auch mit der frage, ob man dieses abbild erkennen (lassen) kann, um heilung zu ermöglichen.
wüsste man, wie das regelmäßig geht, wäre meine antwort viel viel kürzer gewesen.
Man hat bei einem Versuch Mäuse von Krebs geheilt und danach
die eine Hälfte der Nager Urlaub im Versuchslabor machen
lassen und den anderen Teil dem totalen physischen und
psychischen Stress ausgesetzt…
Die Stress Mäuse erkrankten sofort wieder an Krebs, die
anderen blieben fast alle geheilt.
Wenn ja, dann sollte Dir bewußt sein, dass im Text etwas deutlich unterschiedliches beschrieben ist, als was Du behauptest. Und ein Zusammenhang mit der genannten Krebsart erschließt sich mir schon gar nicht.
Hallo,
danke für die vielen Antworten, mit denen von Alpha und Jeanne konnte ich besonders viel anfangen. Sie sind für mich plausibel. Gerade stand in der Zeitung, dass der Zulauf zur Krebsberatungsstelle unserer Stadt immer mehr steigt. Ich weiss nicht, ob im Allgemeinen mehr Menschen an Krebs erkranken, aber die Tatsache könnte man sich theoretisch, sehr laienhaft mit der derzeitigen gesellschaftlichen Situation, mit zunehmendem Stress bei der Arbeit / Orientierung am „Funktionieren“ und Vereinzelung / weniger Kooperation und Auseinandersetzung „passen“.
Das Konzept des körperlichen Abbildes der seelischen Landkarte finde ich interessant. Somit müsste sich für jede ausgeprägte Eigenschaft ein konstanter körperlicher Ausdruck finden lassen (früher oder später). Gibt es hierfür eine Quelle, die Du mir nennen könntest, Alpha? C. G. Jung?
Ein bisschen habe ich den Eindruck, dass die Erkrankung zur Kommunikation im Familienkreis beiträgt und vielleicht dazu, dass sich alle Geschwister selbst (und sich gegenseitig) mehr ernst nehmen als vorher. Auseinandersetzung als allgemeine Vorbeugungsmaßnahme.
Bekannt ist nun: Es ist ein Non-Hodgkin-Lymphom, mit laut beh. Arzt 80%iger Überlebenschance.
Vielen Dank für Eure Wünsche, ich werde sie an meine Tante weiterreichen.
Gerade stand in der Zeitung, dass der Zulauf zur
Krebsberatungsstelle unserer Stadt immer mehr steigt. Ich
weiss nicht, ob im Allgemeinen mehr Menschen an Krebs
erkranken, aber die Tatsache könnte man sich theoretisch, sehr
laienhaft mit der derzeitigen gesellschaftlichen Situation,
mit zunehmendem Stress bei der Arbeit / Orientierung am
„Funktionieren“ und Vereinzelung / weniger Kooperation und
Auseinandersetzung „passen“.
Wobei man sich hüten sollte aus Koinzidenz auch Korrelation abzuleiten.
Das klassische Beispiel wäre ja die Kinderzahl, die zurückgeht, während die Storchzahl zurückgeht- daraus aber schließen zu können, dass der Storch die Babys bringt, wäre meiner Meinung nach nicht zwingend