Ursachen und Handlung

Hallo miteinander

Bevor man etwas tut, braucht man Motivation dafür. Nun können das meiner Meinung nach viele verschiedene Dinge sein, welche alle in den gleichen Motivationstopf eingehen, bis dieser gefüllt ist und die Handlung ausgelöst wird.

Wenn man nun im Nachherein gefragt wird, warum man diese Handlung durchgeführt hat, kommt einem je nach Stimmungslage oder Diskussionshintergrund der eine oder andere Grund wichtiger vor und man nennt primär mal diesen. In einer anderen Situation kommt einem vielleicht ein anderer Grund eher in den Sinn und dieser wird genannt.

Jetzt wird einem vorgeworfen, dass man nicht immer die Wahrheit sagen würde, sondern sich die Antwort jeweils passend zusammensuche.

Wie kann man darauf reagieren? Muss man bei jeder Begründung einer Handlung darauf hinweisen, dass es auch noch andere Gründe gab, welche im Moment nicht so relevant erscheinen, aber durchaus auch seine Wichtigkeit haben? Oder kann ich annehmen, dass das allen so geht und weitere Erklärungen überflüssig sind?

Gruss
coco

Hi,

Oder kann ich annehmen, dass das allen so geht und weitere Erklärungen
überflüssig sind?

Ja. Es sei denn, sie sind DIR wichtig, weil sich Deine Prioritäten massiv geändert haben.
Es ist erlaubt, sich zu ändern und retrospektiv einige Dinge anders zu sehen als „damals“, zumal die wenigsten Entscheidungen monokausal (wott e wört!) getroffen werden. :smile:

Gruß,

Malte.

Hallo,
das hängt von der Verwendung der Gründe ab, also was bezweckt man mit der Nennung der Gründe bzw. wofür wollen andere diese wissen. Einen Grund willkürlich herauszupicken, der isoliert betrachtet nicht zu dieser Handlung geführt hätte, hat an sich Nullwert oder lediglich Unterhaltungswert. Auf der anderen Seite ist es fraglich, ob überhaupt nachträglich alle Gründe genannt werden können oder ob diese (wenn überhaupt) erst durch ein Frage/Antwort Spiel dem Hirn wieder entlockt werden können. Ich würde daher im Falle, daß die Gründe relevant für die weitere Betrachtung sind, nach besten Ermessen alle nennen und auf weitere Rückfragen warten.

Gruss
Enno

hallo

das hängt von der Verwendung der Gründe ab, also was bezweckt
man mit der Nennung der Gründe bzw. wofür wollen andere diese
wissen. Einen Grund willkürlich herauszupicken, der isoliert
betrachtet nicht zu dieser Handlung geführt hätte, hat an sich
Nullwert oder lediglich Unterhaltungswert.

das ist klar und auch nicht in meiner fragestellung enthalten.

Auf der anderen
Seite ist es fraglich, ob überhaupt nachträglich alle Gründe
genannt werden können oder ob diese (wenn überhaupt) erst
durch ein Frage/Antwort Spiel dem Hirn wieder entlockt werden
können.

genau das meine ich.

Ich würde daher im Falle, daß die Gründe relevant für
die weitere Betrachtung sind, nach besten Ermessen alle nennen
und auf weitere Rückfragen warten.

ja, macht schon sinn, braucht aber viel disziplin. so muesste man bei jeder antwort jeweils ueberlegen, ob es ev noch andere gruende fuer das eigene handeln gab.

nachdenkliche gruesse
coco

Hallo,

Bevor man etwas tut, braucht man Motivation dafür. Nun können
das meiner Meinung nach viele verschiedene Dinge sein, welche
alle in den gleichen Motivationstopf eingehen, bis dieser
gefüllt ist und die Handlung ausgelöst wird.

100% d’accord

Wenn man nun im Nachherein gefragt wird, warum man diese
Handlung durchgeführt hat, kommt einem je nach Stimmungslage
oder Diskussionshintergrund der eine oder andere Grund
wichtiger vor und man nennt primär mal diesen. In einer
anderen Situation kommt einem vielleicht ein anderer Grund
eher in den Sinn und dieser wird genannt.

Das kommt auf die Situation und den Typ an. Zuweilen verdichtet man die Information auch, weil man sich nicht unnötig viel Information merken möchte und kann. Dabei können die Details verloren gehen. Obwohl die Details zusammengenommen eine gewisse Schlussfolgerung eindeutig zulassen, wird man sich evtl. nur die Schlußfolgerung merken aber nicht welche Fakten zu dieser Schlußfolgerung führten.
Wenn man dann gefragt wird, woher man dies und das wissen will, steht man ohne jegliche Begründung da und wird schlimmsten Falls als unglaubwürdig dargestellt. Deshalb immer wenigstens ein wichtiges Faktum im Gedächtnis behalten, wenn man befürchtet später etwas begründen zu müssen. Es gibt natürlich auch Menschen, die das mit ihren Argumenten so machen. Sie vergessen Alles außer ihrem Hauptargument. Sie sind daran gewohnt, dass es einen Grund gibt. Es gibt aber auch Andere, die einfach Spaß daran haben, Argumente so hin und her zu jonglieren, vermittels ihrer Überlegenheit im logischen Kombinieren von Fakten und Aussagen.
Rechtbehalten ist für sie so etwas wie ein Denksport, in dem sie gegen andere antreten. Ich kenne viele solche Leute, auch unter meinen Bekannten. Sie tun das nicht mit bösartigen Hintergedanken, aber sie tun es.

Jetzt wird einem vorgeworfen, dass man nicht immer die
Wahrheit sagen würde, sondern sich die Antwort jeweils passend
zusammensuche.

Wie kann man darauf reagieren? Muss man bei jeder Begründung
einer Handlung darauf hinweisen, dass es auch noch andere
Gründe gab, welche im Moment nicht so relevant erscheinen,
aber durchaus auch seine Wichtigkeit haben? Oder kann ich
annehmen, dass das allen so geht und weitere Erklärungen
überflüssig sind?

Erklärungen sind nicht immer überflüssig. Aber ich habe mir angewöhnt, solche Denksportherausforderungen anzunehmen und solche Bekannten dann erstmal mit ihrer eigenen Art zu konfrontieren, aber so richtig extrem. Ich locke sie dann in Widersprüche und halte ihnen die dann vor. Irgendwann akzeptieren sie dann, dass man sich mit mir normal unterhalten kann, oder besser gar nicht unterhalten sollte. Vielleicht solltest Du auch mal so etwas versuchen. Merke Dir alles was jemand sagt peinlich genau und nagle ihn dann im richtigen Moment fest. Ich meine damit die Leute, die Dich nerven, denn die begehen gleiche oder ähnliche Fehler, wenn man danach sucht. Wenn Du sowas nicht magst, dann gäbe es noch zwei andere Möglichkeiten.
Gestalte doch ein kleines Handbüchlein darüber, wie es kommen kann, dass Du Dir scheinbar selbst widersprichst, ohne dass tatsächliche Widersprüche vorliegen und jedes Mal, wenn Dir jemand mit derartigen Vorwürfen auf die Nerven geht, dann drück ihm einfach eine Version des Handbüchleins als Geschenk in die Hand.
Oder Du verzichtest einfach auf den Umgang mit notorischen Nervensägen.

Gleichwohl kannst Du das Problem bereits im Vorfeld entschärfen, indem Du bei Begründungen immer zwei, drei Gründe angibst und dazu sagst sowie ein gutes Dutzend weitere, momentan weniger wichtige Gründe

gruß

unimportant

Hallo coco,

dein Beitrag klingt wie ein Selbstbetrug, wie ein Entschuldigungsversuch, wie eine Rückversicherung für dich selbst auf das Feedback von Anderen.

Wenn also dein Umfeld auf die Idee kommt du nimmst es bei Gründen für deine Handlungen mit der Wahrheit nicht so genau, ist das sehr ernst zu nehmen.

Man darf seltsam, unbequem, anders als andere sein solange man ECHT ist. Das ist die Basis für jedes Vertrauen.

Gruss D.K.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ja, macht schon sinn, braucht aber viel disziplin. so muesste
man bei jeder antwort jeweils ueberlegen, ob es ev noch andere
gruende fuer das eigene handeln gab.

wie oft muß man seine Antwort ohne Nachfrage anderer begründen ? Ansonsten, wenn die Gründe bei Dir zu umfangreich ausfallen, reicht ein „u.a.“. Ich hab’s da leichter - meine Beweggründe sind einfacher Natur - die Entscheidungsfindung schon fast „monokausal“ *g*.

Gruss
Enno

hallo

Das kommt auf die Situation und den Typ an. Zuweilen
verdichtet man die Information auch, weil man sich nicht
unnötig viel Information merken möchte und kann. Dabei können
die Details verloren gehen. Obwohl die Details
zusammengenommen eine gewisse Schlussfolgerung eindeutig
zulassen, wird man sich evtl. nur die Schlußfolgerung merken
aber nicht welche Fakten zu dieser Schlußfolgerung führten.

ok. das kann passieren, denk ich auch.

Es gibt
natürlich auch Menschen, die das mit ihren Argumenten so
machen. Sie vergessen Alles außer ihrem Hauptargument. Sie
sind daran gewohnt, dass es einen Grund gibt.

*grins, und dann behaupten sie von sich, sie seien einfach gestrickt…

Erklärungen sind nicht immer überflüssig. Aber ich habe mir
angewöhnt, solche Denksportherausforderungen anzunehmen
und solche Bekannten dann erstmal mit ihrer eigenen Art zu
konfrontieren, aber so richtig extrem. Ich locke sie dann in
Widersprüche und halte ihnen die dann vor.

ok. es geht mir aber hier nicht um widersprueche, da sich die gruende ja sinnvoll ergaenzen und nicht ausschliessen.

Merke Dir alles was

jemand sagt peinlich genau und nagle ihn dann im richtigen
Moment fest. Ich meine damit die Leute, die Dich nerven, denn
die begehen gleiche oder ähnliche Fehler, wenn man
danach sucht.

ja, das habe ich auch schon gemacht. aber dummerweise hat es mir keine befriedigung gebracht, da ich diese ‚denkfaulheit‘ ja selber von mir kenne und deshalb als normal betrachte.

Gestalte doch ein kleines Handbüchlein darüber, wie es kommen
kann, dass Du Dir scheinbar selbst widersprichst, ohne dass
tatsächliche Widersprüche vorliegen und jedes Mal, wenn Dir
jemand mit derartigen Vorwürfen auf die Nerven geht, dann
drück ihm einfach eine Version des Handbüchleins als Geschenk
in die Hand.

das ist eine gute idee. leider zeitlich nicht wirklich durchfuehrbar.

Oder Du verzichtest einfach auf den Umgang mit notorischen
Nervensägen.

ok :smile:)

Gleichwohl kannst Du das Problem bereits im Vorfeld
entschärfen, indem Du bei Begründungen immer zwei, drei Gründe
angibst und dazu sagst sowie ein gutes Dutzend weitere,
momentan weniger wichtige Gründe

danke fuer deine ideen

gruss
coco

Hallo coco,

dein Beitrag klingt wie ein Selbstbetrug, wie ein
Entschuldigungsversuch, wie eine Rückversicherung für dich
selbst auf das Feedback von Anderen.

wieso ein selbstbetrug? im gegenteil, ich wurde mit diesem problem erst seit neustem konfrontiert und beschaeftige mich damit. wenn ich mich betruegen wollte, dann wuerde ich es einfach ignorieren und verdraengen, das waere viel viel einfacher. was ja auch die mehrheit der menschheit mit der mehrheit der probleme tut… und dann laut rumproletet: ich habe keine probleme!!

dieses forum dient mE nicht der rueckversicherung sondern dem meinungsaustausch.

Wenn also dein Umfeld auf die Idee kommt du nimmst es bei
Gründen für deine Handlungen mit der Wahrheit nicht so genau,
ist das sehr ernst zu nehmen.

deshalb habe ich hier gepostet…

gruss
coco