Hallo,
Bevor man etwas tut, braucht man Motivation dafür. Nun können
das meiner Meinung nach viele verschiedene Dinge sein, welche
alle in den gleichen Motivationstopf eingehen, bis dieser
gefüllt ist und die Handlung ausgelöst wird.
100% d’accord
Wenn man nun im Nachherein gefragt wird, warum man diese
Handlung durchgeführt hat, kommt einem je nach Stimmungslage
oder Diskussionshintergrund der eine oder andere Grund
wichtiger vor und man nennt primär mal diesen. In einer
anderen Situation kommt einem vielleicht ein anderer Grund
eher in den Sinn und dieser wird genannt.
Das kommt auf die Situation und den Typ an. Zuweilen verdichtet man die Information auch, weil man sich nicht unnötig viel Information merken möchte und kann. Dabei können die Details verloren gehen. Obwohl die Details zusammengenommen eine gewisse Schlussfolgerung eindeutig zulassen, wird man sich evtl. nur die Schlußfolgerung merken aber nicht welche Fakten zu dieser Schlußfolgerung führten.
Wenn man dann gefragt wird, woher man dies und das wissen will, steht man ohne jegliche Begründung da und wird schlimmsten Falls als unglaubwürdig dargestellt. Deshalb immer wenigstens ein wichtiges Faktum im Gedächtnis behalten, wenn man befürchtet später etwas begründen zu müssen. Es gibt natürlich auch Menschen, die das mit ihren Argumenten so machen. Sie vergessen Alles außer ihrem Hauptargument. Sie sind daran gewohnt, dass es einen Grund gibt. Es gibt aber auch Andere, die einfach Spaß daran haben, Argumente so hin und her zu jonglieren, vermittels ihrer Überlegenheit im logischen Kombinieren von Fakten und Aussagen.
Rechtbehalten ist für sie so etwas wie ein Denksport, in dem sie gegen andere antreten. Ich kenne viele solche Leute, auch unter meinen Bekannten. Sie tun das nicht mit bösartigen Hintergedanken, aber sie tun es.
Jetzt wird einem vorgeworfen, dass man nicht immer die
Wahrheit sagen würde, sondern sich die Antwort jeweils passend
zusammensuche.
Wie kann man darauf reagieren? Muss man bei jeder Begründung
einer Handlung darauf hinweisen, dass es auch noch andere
Gründe gab, welche im Moment nicht so relevant erscheinen,
aber durchaus auch seine Wichtigkeit haben? Oder kann ich
annehmen, dass das allen so geht und weitere Erklärungen
überflüssig sind?
Erklärungen sind nicht immer überflüssig. Aber ich habe mir angewöhnt, solche Denksportherausforderungen anzunehmen und solche Bekannten dann erstmal mit ihrer eigenen Art zu konfrontieren, aber so richtig extrem. Ich locke sie dann in Widersprüche und halte ihnen die dann vor. Irgendwann akzeptieren sie dann, dass man sich mit mir normal unterhalten kann, oder besser gar nicht unterhalten sollte. Vielleicht solltest Du auch mal so etwas versuchen. Merke Dir alles was jemand sagt peinlich genau und nagle ihn dann im richtigen Moment fest. Ich meine damit die Leute, die Dich nerven, denn die begehen gleiche oder ähnliche Fehler, wenn man danach sucht. Wenn Du sowas nicht magst, dann gäbe es noch zwei andere Möglichkeiten.
Gestalte doch ein kleines Handbüchlein darüber, wie es kommen kann, dass Du Dir scheinbar selbst widersprichst, ohne dass tatsächliche Widersprüche vorliegen und jedes Mal, wenn Dir jemand mit derartigen Vorwürfen auf die Nerven geht, dann drück ihm einfach eine Version des Handbüchleins als Geschenk in die Hand.
Oder Du verzichtest einfach auf den Umgang mit notorischen Nervensägen.
Gleichwohl kannst Du das Problem bereits im Vorfeld entschärfen, indem Du bei Begründungen immer zwei, drei Gründe angibst und dazu sagst sowie ein gutes Dutzend weitere, momentan weniger wichtige Gründe
gruß
unimportant