vor einigen Tagen haben wir uns über religiöse Vorschriften, speziell jüdischen, unterhalten. Bei einigen war mir der Hintergrund weitestgehend klar (glaube ich zumindestens).
Z.B. daß nichts fleischliches zusammen mit Milch verzehrt werden darf, liegt daran, daß Milch Enzyme enthält, die die Verwertung von Fleisch verlangsamen bis verhindern, was in einigen Fällen zu ordentlichem Bauchgrimmen führen kann.
Oder Schweinefleisch
Variante a)
Trichinenbefall und allgemein der Verderb von Schweinefleisch ist nicht so gut zu erkennen.
Variante b)
Durch Klimawandel wurde das Halten von Schweinen zu einer sehr Recourcenbelastenden Angelegenheit und das Verbot der Schweinehaltung eines der ersten Ökogesetze
etc.
Gibt es für andere Vorschriften ähnliche „praktische“ Hintergründe?
im Judentum werden die Mitzwot (Gebote) schon seit Jahrtausenden ausführlich besprochen und diskutiert. Dadurch sind natürlich im Laufe der Zeit sehr viele Erklärungsversuche entstanden, wobei es auch Gebote gibt, welche auserhalb jeder Erklärung sind.
Gerade die Kashrut (Erklärungen zum Schweineverbot) fällt in diese Kategorie. So gibt es innerhalb des Judentums hierfür keine stichhaltige Erklärung* und der einzig verbleibende Sinn ist, das Gebot zu halten. Nun wird sicherlich jemand einwänden, dass es aber doch Erklärungen gibt (siehe Beitrag von Gandalf), worauf ich frage: Für alle verbotenen Tiere - für das eigentliche Gebot?
Das Schwein ist ja nicht besonders verboten, sondern im Rahmen eines umfassenderen Gesetzes verboten. Lässt sich damit wirklich das gesamte Gebot erklären?
* Diese gibt es, aber es gab immer berechtigte Einwände.