Ursprung der Motivation

Hi Rolo,

mach mir keine Angst.

Ich doch nicht:wink:

Aber was heißt subjektiv? Das Subjekt, also der Mensch
interpretiert mit den ihm zur Verfügung stehenden
Informationen, die objektive Welt und kommt so zu subjektiven
Ansichten. Je nach dem, zu welchen Ansichten über das Leben
oder über die Welt er gekommen ist, hat er unterschiedliche
Motive, Wünsche und Bedürfnisse.

Schon da würde ich zögern. Meine Meinung ist, dass bestimmte Motive rel. durchgängig vorkommen, nur eben anderst gelebt werden. Und nur diese Andersartigkeit ist durch Prägung oder Anlage bestimmt.

Die Interpretation der objektiven Welt durch
den Menschen ist aber meist auch bewertbar und verifizierbar,
da es sich um die Interpretation von Fakten handelt.

Da es keine Wahrheit gibt, sondern Wahrheit schwerstens subjektiv ist: Nein, ich stimme Dir nicht zu, dass es um eine Interpretation von Fakten geht.
a) Als Mensch muss Du erst einmal ein Faktum wahrnehmen. Kaum jemand wird ein Faktum gleich wahrnehmen, wie sein Nachbar. Interessant sind hier ja Untersuchungen zur Qualität von Zeugen.
b) Du verarbeitest diese Wahrnehmung rein subjektiv und machst sie zu etwas, was erst einmal für Dich(!) alleine sinnvoll ist.
c) Du ziehst Schlüsse daraus
d) Du handelst aufgrund dieser Schlüsse.

Wo bitte ist hier irgendetwas objektiv?

Meine Eltern würden z. B. nie in ein Flugzeug
steigen, weil sie Angst vor einem Absturz haben. Das ist ihre
Meinung und das ist zweifellos subjektiv. Klar! Aber, sie
irren sich! Nur weil etwas subjektiv ist, ist eine Bewertung
doch nicht ausgeschlossen. Tatsache ist doch: Meine Eltern
irren sich bezüglich der Gefahren des Fliegens. Das ist sogar
statistisch belegbar.

das ist rational richtig, ändert aber nichts daran, dass Du beim Fliegen sterben kannst. Und zwar beim nächsten Flug:wink:

Ein Kumpel von mir aus NRW haßt die
Bayern, weil er deren Dialekt für steinzeitmäßig hält. Die
Frage ist aber: Hat er Recht?

Darauf antworte ich als Bayer jetzt mal nicht:wink:

Sicher nicht. Also ist seine
Abneigung gegen die bayerische Bevölkerung objektiv
unbegründet.

Wieso: Wenn ihn der bayerische Dialekt zum kotzen bringt, ist das seine Wahrheit, die er mit Recht hat. Und er hat natürlich jedes Recht, den Umgang mit Bayern deswegen zu meiden. Er hat aber kein Recht, dem nächstbesten Bayern eins auf die Mütze zu geben mit der Begründung, ihn würde der Dialekt stören. Denn das ist sein subjektives Problem.

Nehmen wir die Politik.
Machen wir es extrem. Vergleichen wir die Linke mit der FDP,
damit der Kontrast besonders groß ist. Beide Parteien haben
Anhänger, die jeweils annehmen, dass ihre Partei die richtigen
Positionen vertritt. Es ist aber doch verifizierbar, welche
Aussagen des Parteiprogramms der Linken, bzw. der FDP Sinn
machen und was Schwachsinn ist.

Wirklich? Das sehe ich deutlich anders. Beide Parteien beinhalten Unsinn und Sinn in ihrem Programm, aber darüber hinaus stehen beide Parteien für eine eigene Richtung für die zukünftige Entwicklung. Welche richtig ist (bzw. was überhaupt richtig ist) ist offen und nur eine subjektive Meinung.

Wenn ich Dich richtig
verstanden habe, würdest Du sagen: Ob jemand die Linken oder
die FDP gutfindet, ist rein subjektiv.

Yepp, deswegen sind Politikdiskussionen ebenso grausam wie Geschmacksdiskussionen und führen gerne zu Mord und Totschlag. Jeder meint mitreden zu können, keiner weiß aufgrund der Komplexitt Bescheid aber jeder fühlt sich im Besitze der Wahrheit zu sein.

Grüße
Jürgen

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Hi, Kitty,

gleich mal zu den Punks. Ich habe übrigens nichts gegen Punks. Es gibt höchstens zu wenige :smile: Klar kann man sich jederzeit ändern. Aus meiner Sicht - und dann kann ich richtig oder falsch liegen :smile: - haben die Punks aus meiner Schule den Verlockungen des Konsums und des Geldes am Ende doch nicht widerstehen können. Das finde ich halt schade. Natürlich dürfen die das. Natürlich darf auch eine Punk-Band, die gegen die kapitalistische Konsumgesellschaft ansingt, selber Erster Klasse leben. Und ein buddhistischer Mönch darf sich auch Aktien eines Rüstungskonzerns kaufen. Und der Chef von Greenpeace darf auch nen Geländewagen fahren, der 30Liter auf 100 km verbraucht. Es geht hier nicht um dürfen oder nicht dürfen, sondern um Konsequenz. Aber das nur am Rande.
Warum geht es um Bewertung, warum will ich unbedingt meine Motive in gut oder schlecht einteilen? Naja, letztlich um das richtige zu wollen. Ihr sagt aber, das richtige gibt es nicht. Ihr habt mit Euren geilen Postings letztlich meine Meinung doch auch widerlegt - also war sie falsch. Für mich gilt sie aber noch, weil es meine Realität ist, aber es bringt mir trotzdem nix, wenn ich falsche Dinge denke.
Ich verurteile meine Eltern nicht. Sie werden halt viele Orte unseres Planeten, viele neue Eindrücke und Erlebnisse nicht haben, weil sie nicht in den Flieger einsteigen. Natürlich dürfen die das. Meine Vermutung (die wieder richtig oder falsch sein kann) ist halt nur, dass sie sich mit dieser Selbstbeschränkung schaden. Klar, jetzt kann man natürlich wieder sagen. „Was nutzt es, wenn die nun doch in ein Flugzeug Richtung Südsee einsteigen und nen Herzinfarkt kriegen“
Oder: Ich war glaube ich erst mit 20 oder so das erste mal auf der Tanzfläche, weil ich die ganzen Jahre vorher der Meinung war „Die Leute beobachten mich und lachen mich aus“ Damals hab ich das wirklich geglaubt und es war meine Realität. Aber es war falsch. Niemand hätte es interessiert, wie ich tanze. Ich habe dadurch ein paar Jahre Spaß versäumt, weil ich immer nur neben dem Floor gestanden bin.
Machen das, was ich versuche, also Einstellungen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen und was angeblich nicht geht, weil es subjektiv ist, nicht auch Psychologen? Untersucht ein Psychologe nicht auch das Wertesystem seines Patienten und versucht, irgendwelche destruktiven Muster aufzudecken? Man kann doch echt nicht sagen, dass jede Sichtweise und Einstellung eines Menschen gut ist, weil es eben seine Meinung ist, nicht bewertbar ist und damit basta.
Vielleicht muss ich mal zum Psycho :smile:

Schönen Tag und Danke, Rolo

Hi, Jürgen,

Respekt, wie sicher Du in Deiner Argumentation bist und wie restlos Du meine Ansichten zerpflückst. Siehst Du, es geht doch, Meinungen zu widerlegen :wink:
Hab bei einem anderen Posting (Antwort auf das Statement von Kitty) noch ein paar Gedanken dazu geschrieben und möchte mich hier nicht wiederholen. Was hältst Du von meinem Einwand mit dem Psychologen? Was ist den deren Aufgabe, wenn Einstellungen und Ansichten eines Menschen nicht richtig oder falsch sein können, weil man Subjektives nicht bewerten kann?

Schönen Tag Dir und bis bald, Rolo

Hi Rolo!

Du versuchst alles in eine Schablone zu pressen- und damit jede Handlung damit in „gut“ und „schlecht“ einteilen zu können!

Sowas ist schier unmöglich!!

Du sagst- Du verurteilst Deine Eltern nicht ( will das mal nicht als „harte Verurteilung“ hinstellen :wink: )…dann sagst du aber-- ABER…

Was Du denkst ist, daß es ein stabiles Weltbild geben muss, mit dem man sich nur gut genug vertraut machen muss- dann alles abwägen- und Du wirst immer „richtig“ liegen!!

Das Problem dabei ist nur-- daß es das nicht gibt!!!
Vor noch 50 Jahren, war es richtig, daß der Mann zuhause entscheiden konnte, ob die Frau arbeiten gehen durfte oder nicht!!

Heute kann das jede FRau (offiziell :wink: ) für sich selber entscheiden!
Was wäre nun mit Deinem Weltbild, wenn Du diese alte Meinung- die ja damals richtig war-- heute rumlaufen würdest???

Neben den äusseren Sachen- spielt aber die eigene Welt die grösste Rolle!

Wie willst Du entscheiden, was das RICHTIGE für Dich ist-- wenn Du doch heute noch nicht weisst- was morgen sein wird???

Wie willst Du Dich je auf einen Menschen vertrauensvoll einlassen, wenn immer die Gefahr besteht, daß Du verlassen werden kannst-- wenn ein Betrieb, indem Du anfängst pleite macht…wenn plötzlich eine Krankheit auftritt??

Das Leben besteht vor allem aus einem-- und zwar aus Überraschungen!!
Und die Kunst liegt darin, mit diesen ganzen Unwägbarkeiten am besten jonglieren zu lernen!!

Gerade wenn Menschen sich so sicher fühlen wollen-- werden sie bei der Umsetzung wirklich ins Trudeln kommen-- denn es kommt wirklich im Leben oft genug anders als man denkt-- es ist einfach nicht absehbar!!!

Was man auch lernen muss zu akzeptieren-- daß jeder Mensch sich nun mal nur nach „seiner Decke“ strecken kann!!
Meine Eltern könnten sich auch Reisen leisten…und ich würde es ihnen soo gönnen…-- und dann ist eines Tages mein Vater mit ner Gruppe tatsächlich mal nach USA geflogen!!

Ich fand USA immer toll-- und dachte dann „das wird seinen Horizont auch erweitern“- dachte…es muss für ihn so bereichernd sein wie damals für mich!!
Tatsache war-- er war enttäuscht…
Fand die Reise zu lang…fand alles zu gross, zu hektisch…-- gut- er hats mal gesehen, aber er braucht das nie mehr…

Tja…ich hab damals gedacht- was ich denke- muss auch für ihn gelten-- war aber nicht so!! :wink:

Der eine meint- man muss mal 4 Wochen in einem buddhistischen Kloster gewesen sein- der andere, man muss auf nen 8000er geklettert sein…-- letztlich ist es aber so-- jeder wird schon tun, was er kann und will-- und damit kann man Menschen wohl Möglichkeiten aufzeigen, aber wenn sie nicht bereit sind diese anzunehmen-- dann muss das auch ok sein!!

Man kann immer nur aus seinen Augen urteilen-- man kann andere Menschen befragen…sich deren Erfahrungen anhören…-- letztlich muss aber das Herz in einem entscheiden, ob man einen Weg gehen kann oder nicht!!

Richtig wäre dann ja- auf jeden Fall sich für den reicheren Mann zu entscheiden :wink:…für ausschliesslich Studium und Jobs, die viel Geld bringen…usw…-- aber das sind doch alles nur äussere Erschienungsbilder…-- die sich mit der Innenwelt decken müssen-- denn nur wer sich zufrieden mti sich fühlt-- hat auch das Gefühl richtig zu sein!!

Und DAS ist es wohl…man muss sich richtig FÜHLEN!! :wink:

Gruss Kitty

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Hi, Kitty,

jetzt geb ich aber wirklich bald auf :smile: Spaß beiseite. Dank Dir erst mal für Deine Mühen. Verdammt gutes Feedback! Überreiche Dir hiermit feierlich ein Sternchen.
Die Sache mit der Berufswahl der Frau ist natürlich zeitgeistabhängig und in jeder Epoche anders zu beurteilen. Ich glaube schon, dass ich irgendwie das Bedürfnis nach Kontrolle habe, ich will immer alles durchplanen und immer auf der sicheren Seite sein. Zumindest will ich alles dafür getan haben. Wenn es dann doch schief geht, kann ich nix dafür, denn wie Du schon sagst, es gibt immer Unwägbarkeiten. Mir ist schon klar, dass man nicht bestimmen kann, ob nun die Farbe blau oder rot die schönere Farbe ist. Das muss wirklich jeder selber wissen. Da gibt es nix zu hinterfragen. Das leuchtet sogar mir ein :smile:Das ist wirklich durch und durch subjektiv. Wenn jemand Jura studieren will, weil er denk, man kann dann auf jeden Fall viel Geld verdienen, dann kann er oder sie doch überprüfen, ob das stimmt. Denn die Annahme, man könne viel GEld verdienen, ist bei diesem Bsp ja der Grund für diesen Wunsch. Wenn man sich dann informiert und feststellt es gibt Juristen wie Sand am Meer und die Hälfte sitzt bei Aldi an der Kasse, weil sie sonst nix bekommen haben, dann kann man seinen Wunsch Jura zu studieren doch korrigieren. Híer stimmst Du mir aber schon zu oder? Ist natürlich wieder ein stark vereinfachtes Bsp und es geht hier nur um die Überlegung Geld. Bis zu einem gewissen Grad ist es möglich, seine Annahmen und Meinungen zu überprüfen, aber wohl nicht in dem Umfang und nicht grundsätzlich wie ich das in den Raum gestellt hatte. War übrigens vor 10 Jahren auch mal in New York. Meine Vorstellungen waren super super positiv. Ich war total aus dem Häuschen, als ich die Reise gebucht habe. Die Realität, zumindest wie ich sie erlebt habe, war aber voll Mist. War dann super enttäuscht und habe meine Vorstellungen von New York dann meinen tatsächlichen Erfahrungen angepaßt. War damals sehr schmerzhaft so ein schönes festgefügtes Bild über Bord werfen zu müssen. In diesem Fall habe ich die Möglichkeit wahrgenommen, meine Annahmen über New York zu überprüfen und ich habe meine Annahmen korrigiert. Wer weiß, welche Annahmen man noch über Bord werfen müßte, wenn man sie überprüfen würde!!! Wäre ich zu einer anderen Zeit oder mit anderen Leuten dorthin geflogen, wären meine Eindrücke vielleicht ganz andere gewesen, aber vielleicht auch nicht. Reine Spekulation, aber sehr interessant…
LG, Rolo

Hi Rolo!

Dein grundsätzlicher Gedanke- gut abzuwägen-- ist mal ganz sicher richtig ( :wink: ).

Mir fehlt bei Deinen Argumenten einfach die Innenwelt- das GEFÜHL!!

Ich bin auch ein Mensch, der sich viele Gedanken macht und damit auch versucht alle Seiten zu betrachten!
Und sicher gibt es auch ganz rationale Entscheidungen, die man einfach als „nur folgerichtig“ betrachten würde (wie dann, wenn man es eilig hat- auch die schnellste Verbindung nimmt).

Sehr viele meiner Entscheidungen- unterliegen dann aber nur meinem Gefühl!
Manches mag für einen anderen „unlogisch“ erscheinen-- für mich aber absolut passend-- weil ich mich bei manchen Wegen einfach besser fühle!!

Mir ist sogar oft bewusst, daß meine Entscheidung sich gegen ein rationales Denken richtet-- aber ich mache es dennoch so, wie es MIR dann am besten tut!

Ich glaube- ideal ist beides…sich Sachen rational anzusehen- als auch sich selber dabei hoch anzusetzen!
Man muss sich gut bei jedem Weg fühlen…und wenn man den Weg dann bewusst geht- wird man auch einen anderen Ausgang als gedacht annehmen können, da man für sich nach bestem Wissen und Gewissen entschieden hat!!

kannsts ja mal probieren :wink:)

kitty

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Hi Rolo,

Was hältst Du von meinem Einwand mit
dem Psychologen? Was ist den deren Aufgabe, wenn Einstellungen
und Ansichten eines Menschen nicht richtig oder falsch sein
können, weil man Subjektives nicht bewerten kann?

Kann ich zwar nichts wirklich dazu sagen, da ich weder Psychologen kenne noch jemals bei einem war.

Ich würde einfach neue Denkansätze erwarten, in dem er mich(!) zum nachdenken und hinterfragen meiner Positionen bringt. Ein paar Fragen reichen da oft …

Grüße
Jürgen

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Hi, Jürgen,

danke nochmal für Deine Mithilfe. Hab Dir noch nen Stern verpaßt. Könnte noch tagelang mit Euch diskutieren, aber dann werde ich vielleicht wirklich noch abgeholt :smile: Schließen wir nach harten Kampf einen Kompromis: Wenn jemand der Meinung ist, auf Mallorca ist es schöner als auf Kreta und seinem Kumpel gefällt es auf Kreta besser, dann gibt es in diesem Fall keine Lösung wer Recht hat, weil es bei diesem Bsp kein Richtig oder Falsch gibt. Aber wenn jemand der Meinung wäre, dass 2+2 6 ergibt, dann wäre diese Ansicht schon widerlegbar :smile:
Schöne Zeit, Rolo

Ich nochmal. Muss Dich doch noch mal stören. Hab da noch was im Zusammenhang mit der Interpretation der Realität, von der ich sage, es wäre eine Interpretation von Fakten, Du sagts aber, es gibt keine Fakten, weil es keine Wahrheit gibt.
Stelle Dir vor, Du läufst durch die Stadt und Dir begegnet eine attraktive Frau. Du schaust Sie an und sie lächelt Dich an und Du bist der Meinung, sie fand Dich gut. Also, das Lächeln ist das Faktum, Deine Ansicht, sie fände Dich gut, ist Deine Interpretation ihres Lächelns. Nehmen wir an, diese Damen hätte aber gar nicht deinetwegen gelächelt, sondern weil sie gerade in dem Moment an eine witzige Situation vom Vortag denken mußte und deshalb gelächelt hat. Das wäre doch dann schon eine Fehlinterpretation der Realität, oder?
Gute Nacht, Rolo