Ursprung der Motivation

Hallo zusammen,

Menschen haben z. T. sehr unterschiedliche Lebensentwürfe. Einer ist Punk ein anderer Investmentbanker. Beide führen ihre Lebensentwürfe auf bestimmte Annahmen zurück und leiten daraus ihre Motive ab. Der Punk denk vielleicht, dass der Kapitalismus und unsere Konsumgesellschaft dem Menschen nicht gut tun und versucht deshalb, sich diesem Mechanismus zu entziehen. Der Investmentbanker sieht den Kapitalismus dagegen sehr positiv und macht ihn quasi zu seinem Beruf. Soweit so gut. Die Frage ist nur, wessen Annahmen über die Zusammenhänge der Welt sind richtig und welche falsch? Denn auf diesen Annahmen beruhen ja sämtliche Motive und Schlußfolgerungen dieser beiden Herren. Gibt es eine Methode oder ein Verfahren, diese Fragen zu beantworten?

Es gibt kein Richtig und Falsch

Guten Morgen!

Die Frage ist nur, wessen Annahmen über die Zusammenhänge
der Welt sind richtig und welche falsch?

Ich denke, es gibt nur passend oder nicht passend für den jeweiligen Menschen. Ein Banker wird nur dann richtig gut sein in seinem Job und Erfolg haben in seinem Berufsleben, wenn er ein bestimmtes Bild von den Zusammenhängen und Bewertungssystemen dort hat.
Für eine Krankenschwester etwa spielen ganz andere Werte eine Rolle.
Ein Künstler, Aussteiger, Philosoph wiederum wird mit keiner der vorgenannten Motivationsgrundlagen zurechtkommen.

Man braucht eigene Maßstäbe, um sich zu motivieren. Die setzen sich m.E. zusammen aus zig Komponenten, allgemeingültig kann diese Summe gar nicht sein. Natürlich gibt es da einen Faktor „allgemeine gesellschaftliche Normen“, aber wie groß der ist, muß jeder selbst entscheiden. Orientiert man sich nur an fremden Maßstäben (was oft versucht wird), führt das (zwangsläufig) zu Problemen. Letzteres weiß ich aus eigener, schlechter Erfahrung.

Grüße
kernig

Grüße
kernig

Hi,

danke für die schnelle Reaktion. Tsja, diese Antwort hatte ich erwartet. Es gibt kein Richtig und Falsch. Ist das wirklich so? Menschliches Handeln beruht wie gesagt auf bestimmten Annahmen über die Welt. Es müßte doch möglich sein, diese Annahmen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Denn nur wenn die Annahmen zutreffen, können die darauf aufbauenden Entscheidungen richtig sein. Ein einfaches Bsp: Ich gehe heute nicht joggen, weil ich annehme, dass es bald regnen wird. Ob es wirklich regnet, oder ob ich umsonst zuhause geblieben bin, wird sich schon bald zeigen. Oder: Ich kaufe heute noch keine Aktien, weil ich annehme, dass die Kurse noch weiter fallen. Vielleicht behalte ich recht, vielleicht auch nicht. Auch das wird sich schon bald zeigen. Bei diesen einfachen Beispielen ist es sehr leicht, die Annahmen über die Realität, die mein Handeln bestimmen, mit der wirklichen Realität zu vergleichen. Dies müßte im Prinzip doch bei fast allen Annahmen möglich sein. Warum glaubst Du, dass es ein Richtig oder Falsch nicht geben kann?
LG
Rolo

Logikmodus ausschalten
Hallo!

Ich kämpfe selber damit. Wir haben immer und immer wieder Entscheidungen getroffen, nach vernünftigen und logischen Maßstäben dachten wir (und auch andere, die uns dabei begleitet haben) von jeder einzelnen, sie wäre richtig. Aber es hat sich so gut wie jede als falsch herausgestellt. Logisch ist das einfach nicht.

Es müßte doch möglich sein, diese
Annahmen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Denn nur wenn
die Annahmen zutreffen, können die darauf aufbauenden
Entscheidungen richtig sein.

Wenn das Leben aus einfachen und logischen Zusammenhängen bestehen würde, wäre das so. Tut es aber nicht. Die Bedingungen ändern sich ständig und dann kommt noch dieser Zufall ins Spiel.

Ein einfaches Bsp: Ich gehe heute
nicht joggen, weil ich annehme, dass es bald regnen wird. Ob
es wirklich regnet, oder ob ich umsonst zuhause geblieben bin,
wird sich schon bald zeigen.

Aber das heißt doch nur, dass Du nicht nass geworden bist. Vielleicht hättest Du aber im Regen Deine Traumfrau getroffen oder wirst im Trockenen von einem abstürzenden Flugzeug getroffen. Wenn für Dich „richtig“ heißt, dass Du trocken geblieben bist, wirst Du mit Deiner Entscheidung, zu hause zu bleiben glücklich sein, wenn es wirklich regnet.

Oder: Ich kaufe heute noch keine
Aktien, weil ich annehme, dass die Kurse noch weiter fallen.
Vielleicht behalte ich recht, vielleicht auch nicht. Auch das
wird sich schon bald zeigen.

Yup, für einen Börsenmakler mag das ja logischerweise auch zutreffen. Aber auch hier kann das ja Zufall gewesen sein, dass Deine Annahme zutrifft, das ist noch keine Garantie für’s nächste Mal, weil das Steigen und Fallen des Kurses ja auch durch Unvorhergesehenes beeinflußt werden kann. Vielleicht liegst Du morgen bewußtlos im Krankenhaus und kannst die Aktien gar nicht kaufen. Und für andere Maßstäbe würde das vielleicht heißen: Ich kauf die Aktien lieber heute, weil ich morgen meine kranke Mutter pflegen muss, das ist mir wichtiger.

Bei diesen einfachen Beispielen
ist es sehr leicht, die Annahmen über die Realität, die mein
Handeln bestimmen, mit der wirklichen Realität zu vergleichen.
Dies müßte im Prinzip doch bei fast allen Annahmen möglich
sein. Warum glaubst Du, dass es ein Richtig oder Falsch nicht
geben kann?

Wegen der Menge an Faktoren, die schon bei den einfachen Beispielen eine Rolle spielen. Bei weitreichenderen Entscheidungen kommt ja noch wesentlich mehr dazu.

Das ist eine recht persönliche Einstellung von mir, ich bin da aus eigener Erfahrung ziemlich pessimistisch, was den Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ anbelangt. In meinen Augen sind die Möglichkeiten der Einflußnahme auf Entwicklungen im Leben eher gering. Glück und Pech spielen einfach eine zu große Rolle. Man kann sich schon abrackern und Annahmen auf Ihre Richtigkeit überprüfen, wenn das Schicksal es anders will, klappt es einfach nicht. Mir begegnen häufig Leute, die in meinen Augen einfach häufig Glück gehabt haben. Diese behaupten oft, ihre glücklichere Situation wäre auf auf richtigen Annahmen basierenden Entscheidungen zurückzuführen. Ich persönlich halte das für ziemlich vermessen. Muss ich ja auch, sonst würde ich mir ja noch bescheuerter vorkommen als ich das ohnehin tue.:smile:

Natürlich gibt es einige Entscheidungen und Annahmen, die enger verknüpft und damit absehbarer sind. Wenn ich heute entscheide, dass ich mir Drogen reinpfeiffe, dann muss ich davon ausgehen, dass das ein Schritt in die falsche Richtung ist. Und wenn mir heute jemand einen Job anbietet, werde ich die Chance natürlich ergreifen, weil ich annehme, dass das für mich gut ist. Aber eben keine Garantie, große Erwartungen würde ich damit nicht verknüpfen.

So, genug Pessimismus verbreitet. Vielleicht äußert sich ja hier noch ein sonnigeres Gemüt.

Viele Grüße
kernig

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Fluch der Komplexität
Hi, Kernig,

geiles Statement. Verpasse Dir erstmal nen Stern. Wenn Du im Drogenrausch nen Geistesblitz erfährst und daraufhin einen Bestseller schreibst, war es richtig, Drogen genommen zu haben :smile:))

Es heißt ja immer „Mache einfach was Dir entspricht und Du wirst glücklich werden. Mache einfach Dein Ding“ Aber was soll das heißen? Woher soll man denn wissen, was man will ich meine, was man wirklich will? Ist es besser Karriere zu machen und viel Geld zu verdienen, dafür aber wenig Freizeit zu haben oder sollte man auf Karriere und Geld verzichten und dafür ein freier Mann sein? Was spricht für das eine und was für das andere? Es ist verdammt schwer sich da zu entscheiden, weil man nie alle Aspekte bedenkt, die hier eine Rolle spielen. Bis zu einem gewissen Punkt ist es sicher möglich diese Frage rational durchzuspielen aber es wird wahrscheinlich sehr schnell sehr komplex. Man müßte wie ein Schachcomputer bei jeder Entscheidung alle Auswirkungen vorausberechnen können. Wie soll man sich entscheiden, wenn einem die Grundlagen dafür fehlen?
Darf ich fragen, was Dir zugestoßen ist?
LG, Rolo

Wenn Du im
Drogenrausch nen Geistesblitz erfährst und daraufhin einen
Bestseller schreibst, war es richtig, Drogen genommen zu haben

-)))

Kommt drauf an.
Wenn du auf das Geld und die Berühmtheit scharf bist, dann ja.
Wenn du nach einmaligen Drogenkonsum schon fast abhängig bist (sowas gibt’s ja), dann wohl eher nein. Obwohl du in der eventuell nachfolgenden Drogentherapie völlig neue Sachen über dich herausfindest und dabei dein echtes Talent für Bestseller entdeckst und sie auch ohne Drogen schreiben kannst.

Es heißt ja immer „Mache einfach was Dir entspricht und Du
wirst glücklich werden. Mache einfach Dein Ding“ Aber was soll
das heißen? […] Was spricht für das eine und was für das
andere?

Das kann jeder nur für sich selbst wissen.
Wie man das rausfindet … wahrscheinlich gibt’s da auch so viele Möglichkeiten wie Menschen. Aber schon allein von seinen Hobbies, Interessen, Freizeitbeschäftigungen, Bekanntschaften kriegt man doch eine kleine Idee, ob einem eher das liegt oder eher das.
Du bist 35, eine der beiden Varianten hast du doch sicherlich schon ausprobiert, oder? Fühlte sich das richtig an? Oder eher nicht?
Wenn nicht, dann kann man ja auch was anderes ausprobieren! Ich glaube, gerade heute geht das leichter als früher … da wurde man Bauer und blieb meistens sein Leben lang Bauer. Heute gibt es nicht wenige, die was studieren und später in einem ganz anderen Beruf arbeiten … die eine Ausbildung machen und später eine zweite, völlig andere … viele Lebensläufe heutzutage sind von solchen „Brüchen“ (?) gekennzeichnet, aber das muss ja nichts schlechtes sein. Denn auch wenn einem das Berufsfeld nicht lag, hat man immerhin irgendetwas gelernt, und wenn’s nur das war. Meistens ist es wohl aber mehr.

Wie soll man sich entscheiden, wenn einem die Grundlagen dafür
fehlen?

Man kann sie sich schaffen, zumindest teils. Reinschnuppern, wie ist der Alltag eines vielbeschäftigten Managers? Kann man eine/n befreundete/n Hausfrau/-mann mal ein paar Tage begleiten und sehen, wie sich das Leben dort abspielt?
Man kann das eine selbst ausprobieren, um vielleicht zum anderen zu finden …
Man kann, man kann, man kann … wahlweise auch ich kann :wink:

Liebe Grüße
Thorid

Hallo Rolo,

Du wirst keine andere Antwort bekommen als die, dass das alles sehr subjektiv ist:wink:

Menschen handeln vor allem, um irgendwelche Bedürfnisse zu befriedigen. Das mögen sehr direkte, einfach strukturierte sein, wie Nahrungsaufnahme, schlafen, poppen etc. es mögen aber auch durchaus komplexe Bedürfnisse wie Abgrenzung, Bestätigung etc. sein.

Ob jemand jetzt unbedingt einen Porsche ostentativ vor der Haustür haben will oder sich die Sicherheitsnadel durch die Backe haut, lässt sich im Grunde bei etwas Abstrahierung vergleichbar machen. Beide wollen sich vom Restvolk abgrenzen und beide suchen in der ihnen wichtigen Gruppe Bestätigung bzw. Status. Also ist es nicht besser oder schlechter, sondern nur anders, weil die Maßnahmen zur Zielerreichung unterschiedlich sind.

Grüße
Jürgen

Laaaaaaaange Erklärung
Hallo nochmal!

Wenn Du im
Drogenrausch nen Geistesblitz erfährst und daraufhin einen
Bestseller schreibst, war es richtig, Drogen genommen zu haben

-)))

Dann mach ich mir erstmal 'ne Pulle weiche Droge auf, oder? :wink:

Es heißt ja immer „Mache einfach was Dir entspricht und Du
wirst glücklich werden. Mache einfach Dein Ding“ Aber was soll
das heißen? Woher soll man denn wissen, was man will ich
meine, was man wirklich will?

In einem gewissen Rahmen: Ausprobieren, forschen und hoffen, dass man es merkt, wenn man das Richtige gefunden hat. Einfach nur zu tun, was man gerade will, ist meine ich auch nicht so ganz das Richtige. Man hat ja schon Verpflichtung und Verantwortung, je nach Familienstand natürlich. In jüngeren Jahren sollte (und kann) man das mehr tun als später, sich ausprobieren, ruhig mal ein Studium abbrechen, wenn man merkt, es paßt nicht. Die Chance hat man später nicht mehr in dem Maße. Ich kenne jemanden, der hat im 6. Semester sein BWL-Studium abgebrochen und eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht (Zum Entsetzen seiner Umgebung). Besser spät als nie kann man da nur sagen, er ist total zufrieden mit seiner Entscheidung.

Ist es besser Karriere zu machen
und viel Geld zu verdienen, dafür aber wenig Freizeit zu haben
oder sollte man auf Karriere und Geld verzichten und dafür ein
freier Mann sein?

Allgemein nicht zu beantworten. Do it Your Way. Wenig konkret, aber es gibt keinen Lebensleitfaden, der Glückseeligkeit garantiert, wenn man ihn nur akkurat befolgt.

Ja, das ist wie mit dem Fischer und siner Fru. Was man dann erreicht hat, wird einem vielleicht auch nicht reichen. Mein persönlicher Weg wäre der in der Mitte. Soviel verdienen, dass es zu einem relativ sorgenlosen Leben reicht und noch Zeit und Nerv für mich und meine Familie übrig bleibt. (Die Entscheidung würde mir leicht fallen, leider darf ich sie gar nicht treffen) Aber das ist ja nicht unbedingt eine „Scheidewegentscheidung“, sondern meist eher eine Entwicklung, in die man dann und wann mal steuernd eingreifen kann.

…aber es wird wahrscheinlich sehr
schnell sehr komplex. …
Wie soll man sich entscheiden, wenn einem die Grundlagen dafür
fehlen?

Ab diesem Punkt, wo es den rationalen Horizont überschreitet, aus dem Bauch heraus. Mein persönlicher Rat.

Darf ich fragen, was Dir zugestoßen ist?

Darf man: im Einzelnen keine irrwitzig schrecklichen Dinge. Aber in der Summe irgendwie eine Kette von blöden Fallstricken und „leider Pech gehabt“. Ich sage auch gleich dazu, dass ich keine große Lust habe mir jetzt im Einzelnen erklären zu lassen, was wir hätten besser machen können und wie einfach das doch alles wäre, wenn wir nur dies oder jenes täten. Purer Selbstschutz, bitte daran halten.

Studiumentscheidung: Da hab ich nicht ganz mein Ding (das wäre Design oder Ozeanographie oder gar kein Studium sondern die Schreinerei gewesen) gemacht, sondern einen scheinbar passenden vernünftigen Kompromiß studiert: Landespflege. Und das auf Annahmen und Außeneinfluß basierend, die man halt so als 20jährige hat. Die eigentlich nur mangelhaft sein können, im nachhinein betrachtet. An dem Punkt wäre ich mit Bauchgefühl wahrscheinlich besser beraten gewesen. Oder mit mehr Kalkül und Blick in die Zukunft.

Nach dem Studium schnurstracks in die „Frauenfalle“. Dem besseren, befristeten Job des Mannes hinterhergezogen, und das mehrmals. Jedes Mal drüber gegrübelt, alles abgewogen und dann jedesmal die (im Nachhinein falsche) Entscheidung getroffen. Hier wäre etwas langfristigeres Kalkül angesagt gewesen, meine ich heute. Aber wahrscheinlich hätten wir bei soviel Kalkül dann heute gar kein Kind, das wäre auch nicht schön, dafür hätte ich vielleicht eine berufliche Perspektive.

Zwischendurch noch ein paar saftige „Tiefschläge“, langwierige Unfallfolgen, Todesfall, Kind mehrfach operiert, was das Leben so an Überraschungen zu bieten hat. Keine Totalkatastrophen (bis auf den Todesfall, der kam einer nahe), aber immer so Piekser, dass man denkt, es geht nie wieder aufwärts.

Dann festgestellt, dass war’s wohl nicht, wir machen es anders, damit ich auch zum Zuge komme. Wieder umgezogen, selbstständig gemacht. Mit allem drum und dran, nicht einfach so ins Blaue. Sondern mit vollem, persönlichen Einsatz, wie wir eigentlich alle Dinge angehen. Naja, das war’s dann auch nicht. Zum Glück keine Schulden davon getragen, sondern vorher ausgestiegen. Dabei war die Luft bei mir schon vorher raus, ich hatte eigentlich schon keine Energie und keine Nerven mehr dafür. Dachte aber, wenn wir die Ärmel hoch krempeln, dann schaffen wir’s. Irrtum.

Nochmal umgezogen (in die alte Heimat) mit dem festen Vorsatz, niiiieee wieder umzuziehen. Hier glücklich zu werden oder sonst nirgends. Schnauze voll. Wir werden immobil und tragen die Folgen und hoffen völlig irrationaler Weise trotzdem, dass sich irgendwann hier etwas Vernünftiges ergibt. Ein berufliches Angebot für meinen Mann das wir angenommen haben, weil wir nach sorgfältiger Abwägung meinten, das wäre eine vielversprechende Chance. Die scheint es (mal wieder) eher nicht zu sein.

Immer in voller Fahrt und Überzeugung mit dem Kopf an die Wand. Man könnte meinen, wir wären ein bißchen blöd oder sowas oder irgendwie lebensunfähig. Da ich davon einfach nicht ausgehen will(ich halte mich schon für mindestens durchschnittlich intelligent und praktisch begabt) bin ich zu dem Schluß gekommen, dass unsere wohlüberlegten Entscheidungen keinen positiven Einfluß auf den Verlauf unseres Lebens haben. Die zugrunde liegenden Annahmen waren in unserem Falle offensichtlich meist falsch oder unzureichend. Versteh mich nicht falsch, wir haben uns ja auch ausgetauscht mit vielen anderen und über unsere Entscheidungsfindung gesprochen. Wenn jetzt alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätten und uns gewarnt hätten, dann wären wir ja echt selber schuld. Aber so war’s nicht, die Entschlüsse waren überwiegend vernünftig. Aber trotzdem falsch.

Auch mit der Wahrscheinlichkeit und Statistik (irgendwann muss doch auch bei uns mal was so klappen, wie wir es angenommen haben) braucht mir keiner mehr zu kommen.

Lange Erklärung, ich hoffe nachvollziehbar?

Wie gesagt, ich hoffte eigentlich, dass hier noch jemand antwortet , der meinen Pessimismus ein wenig ausgleicht :smile:

Grüße
kernig

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Hi, Kernig,

dank dir erst mal für die Mega-Antwort und keine Angst: Werde keine Ratschläge abgeben. Wüßte gar keine :smile: Irgend nen Scheiß hat jeder an der Backe. Keine Sorge. Ihr seid in guter Gesellschaft.

Es ist halt interessant, wenn man zurückblickt, was man so mit 18 oder 20 gut fand. Man hätte damals schwören können, dass dies und jenes genau das Richtige ist. Heute, ca. 15 Jahr später, kann man nur drüber lachen. Hätte man damals gewußt, was man heute weiß, hätte man damals schon was anderes gewollt. Das ist aber schon fast ne philosophische Sache. Oder was ich auch bemerkenswert finde: Früher in der Schule, die ganzen Spinner mit den roten Haaren und den zerfetzten Jeans, die es geil fanden, endlich wieder mal nen Verweiß zu kassieren als Ausdruck ihres Protestes gegen die Autorität ihrer Lehrer und die heute Immobilienmakler sind und selber ziemlich fiese Arbeitgeber und die dunkelblaue Audi A 8 fahren: Was hatten ihre Ansichten von damals für einen Wert? Alles Schall und Rauch. Es sind genau solche Spieser geworden, wie die, die sie früher verspottet haben,nur noch ein bisschen schlimmer. Hätte man diesen Typen früher gesagt „Hey, Du Penner wirst später mal Immobilienmakler und steinreich“ hätten die einem bestimmt eins aufs Maul gehauen :smile: Die Entwicklung dieser Typen habe ich bis heute nicht ganz verstanden. Damals hat mich deren Haltung z. T. ziemlich beeindruckt, weil diese Leute große Nachteile in Kauf genommen haben um ihr Ding zu leben. Ich dachte immer bei mir „Wow, das müssen echte Idealisten sein“ Pustekuchen! Es sind sicher keine. Was Menschen wollen und für richtig halten ist so willkürlich und austauschbar, dass es mir Angst macht. Daher suche ich nach einem Weg, Motive verifizierbar zu machen. Was von dem, was ich will ist gut und was nicht. Aber scheinbar geht das nicht. Ich gebe aber vorläufig noch nicht auf…LG, Rolo

Hi, Jürgen,

mach mir keine Angst. Sollte es wirklich keine Lösung zu meinem Problem geben? Klar bewegen wir uns in einem sehr subjektiven Bereich. Grundsätzliche Bedürfnisse wie Essen oder Schlafen kann man ohnehin nicht bewerten, das ist mir schon klar. Aber was heißt subjektiv? Das Subjekt, also der Mensch interpretiert mit den ihm zur Verfügung stehenden Informationen, die objektive Welt und kommt so zu subjektiven Ansichten. Je nach dem, zu welchen Ansichten über das Leben oder über die Welt er gekommen ist, hat er unterschiedliche Motive, Wünsche und Bedürfnisse. Würdest Du mir bis hierhin noch zustimmen? Die Interpretation der objektiven Welt durch den Menschen ist aber meist auch bewertbar und verifizierbar, da es sich um die Interpretation von Fakten handelt. Stimmst Du mir hier zu? Meine Eltern würden z. B. nie in ein Flugzeug steigen, weil sie Angst vor einem Absturz haben. Das ist ihre Meinung und das ist zweifellos subjektiv. Klar! Aber, sie irren sich! Nur weil etwas subjektiv ist, ist eine Bewertung doch nicht ausgeschlossen. Tatsache ist doch: Meine Eltern irren sich bezüglich der Gefahren des Fliegens. Das ist sogar statistisch belegbar. Ein Kumpel von mir aus NRW haßt die Bayern, weil er deren Dialekt für steinzeitmäßig hält. Die Frage ist aber: Hat er Recht? Sicher nicht. Also ist seine Abneigung gegen die bayerische Bevölkerung objektiv unbegründet. usw, usw. Warum ist es Deiner Meinung nach nicht möglich, auch komplexere Annahmen über das Leben zu verifizieren, bzw. zu widerlegen? Nehmen wir die Politik. Machen wir es extrem. Vergleichen wir die Linke mit der FDP, damit der Kontrast besonders groß ist. Beide Parteien haben Anhänger, die jeweils annehmen, dass ihre Partei die richtigen Positionen vertritt. Es ist aber doch verifizierbar, welche Aussagen des Parteiprogramms der Linken, bzw. der FDP Sinn machen und was Schwachsinn ist. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würdest Du sagen: Ob jemand die Linken oder die FDP gutfindet, ist rein subjektiv. Ich sage und ich kann mich irren: Es ist zwar subjektiv, aber es ist trotzdem bewertbar, ob Annahmen über die Realität mit der Realität konform gehen oder nicht. Was meinst Du dazu? Würde mich sehr interessieren…
LG, Rolo
Gruß, Rolo

Auf jeden Fall eine gute Idee - nicht so lang :wink:
Morgen!
Das hier ist auf jeden Fall richtig:

Ich gebe aber vorläufig noch nicht auf.

Die Typen, die Du beschreibst, haben es immerhin einmal probiert. Um mich rum sehe ich fast nur Leute, die schon ihr ganzes Leben lang angepaßt und stromlinienförmig agieren, die nie über ihren Tellerrand hinaus geguckt haben. Die Urteilen am selbstgerechtesten über andere, habe ich festgestellt. Scheinen das nötig zu haben, zur ständigen Selbstbestätigung. Hat auch seine Vorteile, da weißt Du immer, was Du zu tun hast. Nämlich genau das, was die Umgebung von Dir erwartet, denken brauchst Du dann nicht mehr. Und so wie es aussieht, muss ich voller Neid anerkennen, kommen die meisten besser über die Runden als wir.

Was Menschen wollen und für richtig halten ist so
willkürlich und austauschbar, dass es mir Angst macht.

Warum Angst? Such Dir einfach was aus. Wenn man auf 'ner Schiene festgenagelt wäre, wäre das meiner Meinung nach nicht besser.

Im Übrigen ist Deine Frage wohl der Grund, warum Menschen sich dem Glauben zuwenden: Dort gibt es klare Vorgaben, was richtig und was falsch ist, daran kann man sich festhalten. Mein Ding ist das nicht, aber vielleicht mal ein paar Gedanken wert. Man kann sich ja ein eigenes Wertebild zurechtzimmern. Zum (extremen) Beispiel: Ich möchte so wenig Schaden an der Natur anrichten, wie möglich. Und dem ordnet man alles unter. Quasi ein weitere, grundlegende Entscheidungskriterium neu einführen. Meist hat man sowas ja schon, muss es sich nur richtig klar machen. Da steht ja eine ganze Palette von moralischen Motiven zur freien Auswahl. Die Glaubensrichtungen sehe ich da als quasi vorgefertigte „Normenpakete“, die verschiedene Dinge bündeln, fast wie eine Gebrauchsanleitung.

Steht eigentlich eine konkrete Entscheidung an für Dich?

Grüße
kernig

1 „Gefällt mir“

Hi,

die Typen waren meiner Meinung nach verlogen und sind letztlich zum Feind übergelaufen, weil es sich mit Kohle doch besser lebt. Sie sind nicht anders als die Spießer, die sie immer bekämpft haben. Für mich geht es da vor allem um Glaubwürdigkeit. Es ist doch peinlich, zuerst Wasser zu predigen, am Ende dann aber doch Wein zu trinken. Ist aber ein weit verbreitetes Phänomen. Nimm die Musikszene. Die ganzen sogenannten Independent-Bands, die also vorgeblich nicht kommerzielle Musik machen, predigen in ihren Texten „Leute macht Euch locker. Scheißt auf Karriere und Geld. Ist doch alles nicht so wichtig“. Selber sind sie aber sehr wohl Millionäre und leben in fette Villen in Californien und haben Privatjets. Ich verstehe diese Jungs. Klar ist das geil. Aber sie sind unehrlich. Das ist der Punkt. Und die Fans checken es nicht und stopfen ihren Idolen immer mehr Kohle in den Rachen.
Zu Deiner Frage: Nein, ich stehe vor keiner bestimmten Entscheidung. Es ist nur eine allgemeine Überlegung, die mich seit Jahren verfolgt. Die Lebenszeit ist ja begrenzt. Deshalb ist es ja so wichtig, das Richtige zu tun und die richtigen Ziele zu verfolgen. Man weiß aber nie, was das ist. Die Aussage „das muss jeder selber wissen, was ihm liegt“ taugt für mich nicht, weil man keinen Überblick über alle Möglichkeiten und Alternativen hat. Ein Kumpel von mir ist z. B. ein krasser Kino-Junkie. Das ist sein Hobby. Bei 30 Grad im Sommer sitzt der oft mit runtergelassenen Rolläden in der Bude und zieht sich eine DVD nach der anderen rein. Jetzt könnte man natürlich sagen „Ist doch cool. Der macht was ihm Spaß macht. Er verfolgt sein Hobby“ Aber stimmt das wirklich? Ist es wirklich so einfach? Ist es wirklich cool bei geilem Wetter ständig in der Bude zu hocken??? Sollte man nicht ins Freibad oder mit Freunden ne Radtour machen, etc? Wenn es nur darum geht, das zu tun, was einen interessiert, dann kommt man schnell zu einer Lösung. Man weis ja was man gerne tut und was einen interessiert. Mein Problem ist nur, nicht zu wissen, ob mich das Richtige interessiert. Habe ich ein Luxusproblem, bin ich nicht ausgelastet :smile:

Hi, Thorid,

Ausprobieren ist wahrscheinlich kein schlechter Weg, aber dann behaupte ich jetzt mal ganz provokativ: Vielleicht probiert man das Falsche aus :smile: Wir kommen hier schnell in die philosophische Ecke. Warum ist Brad Pitt Filmstar und nicht Lokführer? Hat er es nicht ausprobiert? Ist es erstrebenswert, Filmstar zu sein? Sind Stars gerne Stars oder wären sie gerne Lieschen Müller? Macht Luxus glücklich? Macht Bescheidenheit glücklich? Das muss jeder selber wissen? Woher soll ich wissen, wie es ist, nen Privatjet zu haben oder ob es mich nerven würde, 15 Stunden am Tag Interviews geben zu müssen? Wahrscheinlich würde es mich ankotzen. Andererseits hätte ich dann 30 oder 40 Millionen und könnte mir alles leisten. Würden diese Annehmlichkeiten den Stress aufwiegen? Würden mich meine Fans nerven oder würden sie mir Freude bereiten? Viele sind ja reich und berühmt. Warum haben die diese Weg gewählt, wenn Geld scheinbar nicht glücklich macht? Wollte Heidi Klum ein Leben als Sekretärin führen? Hat sie den richtigen Weg eingeschlagen oder ist sie letztlich unglücklich? Sieht zumindest nicht so aus, aber vielleicht ist sie unglücklich…Und das alles soll man einfach so selber wissen? Da könnte man locker irre werden…Respekt für all jene, die sich ganz sicher sind was sie wollen

Entwicklungen
Hallo!

die Typen waren meiner Meinung nach verlogen und sind
letztlich zum Feind übergelaufen, weil es sich mit Kohle doch
besser lebt.

Oder sie haben sich weiterentwickelt. Find ich jetzt nicht so verurteilenswert.
„Nur, wie soll man sich je nahekommen,
wenn man sich nicht immer wieder eingestehen kann
geirrt zu haben,
den falschen Göttern hinterhergerannt zu sein…“
Die Entscheidungsgrundlage ändert sich halt mit zunehmendem Alter.

Bei den von Dir beschriebenen Musikern ist das natürlich was anderes, weil das keine zeitliche Entwicklung ist, sondern einfach nur Heuchelei.

Die Lebenszeit ist ja begrenzt. Deshalb
ist es ja so wichtig, das Richtige zu tun und die richtigen
Ziele zu verfolgen. Man weiß aber nie, was das ist. Die
Aussage „das muss jeder selber wissen, was ihm liegt“ taugt
für mich nicht, weil man keinen Überblick über alle
Möglichkeiten und Alternativen hat.

Das hört sich so an, als müsste man sich da einmal für alle Zeiten festlegen und darf nie wieder davon abrücken. Das ändert sich doch immer wieder, wär doch schlimm, wenn das so starr wäre.

Mein Problem ist nur, nicht zu wissen, ob
mich das Richtige interessiert. Habe ich ein Luxusproblem, bin
ich nicht ausgelastet :smile:

Möglich :wink:
Hm, 2 Wochen meditieren im Kloster, „Ich bin dann mal weg“ lesen und nachmachen. Soziale Arbeit tun, sich engagieren. Kontakt zu erfahrenen, interessanten, alten Leuten suchen, sich von denen was erzählen lassen. Ein Kind kriegen :wink: (das rückt einiges zurecht, kann aber auch viel durcheinanderwerfen). So was in der Art würde ich empfehlen für die Art Sinnsuche, die Du da machst.

Viel Erfolg
kernig

Hi,

vielleicht sehe ich das alles wirklich etwas zu streng. Man kann sein Leben ja auch in der Absicht vergeuden, auf das Richtige zu warten. Am Ende hat man immer nur gewartet.

Was sagst Du zu dem Bsp. mit meinem Kumpel und seine Leidenschaft für den Film? Es macht ihm Spaß und es interessiert ihn. Sollte man das dann nicht weiter hinterfragen? Ist das dann schon o.k.?

man
Hi Rolo!

Wieso sprichst du eigentlich die ganze Zeit von „man“???

Du meinst doch dich selbst, dann sag doch mal „Ich“. Hört sich gleich ganz anders an…

Ansonsten finde ich die Diskussion hier sehr verkrampft. Lass doch einfach mal los und guck mal, wie sich das anfühlt! Oder hast du Angst vor dem Kontrollverlust?

Du wirst das Leben nicht kontrollieren können. Ob du zufrieden mit mit deinen Entscheidungen bist hängt auch davon ab, ob du bereit bist, damit zufrieden zu sein.

Und es hängt auch von der Bewertung ab: Ich denke es gibt kein objektives richtig oder falsch, das bleibt eine subjektive Bewertung. Auch wenn du da bestimmt gleich wieder Gegenargumente findest… :smile:

Was willst du Erreichen mit der Bestimmung von „falsch“ und „richtig“? Wozu ist das gut? Und wozu könnte es gut sein, das Leben anzunehmen, wie es ist und seine vermeintlich falschen Entscheidungen als Teil des Lebens zu akzeptieren? Probier doch mal diese Richtung!

Bin gespannt auf weitere Postings

LiebeGrüßeChrisTine

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Filmsucht
hallo!

vielleicht sehe ich das alles wirklich etwas zu streng. Man
kann sein Leben ja auch in der Absicht vergeuden, auf das
Richtige zu warten. Am Ende hat man immer nur gewartet.

Yup. Hört sich für mich gut an :smile:

Was sagst Du zu dem Bsp. mit meinem Kumpel und seine
Leidenschaft für den Film? Es macht ihm Spaß und es
interessiert ihn. Sollte man das dann nicht weiter
hinterfragen? Ist das dann schon o.k.?

Weiß ich nicht. Wenn das ein guter Freund von mir wäre, würde ich mich mal mit ihm unterhalten, warum er das wirklich macht. Möchte ich was mit ihm unternehmen und das klappt immer nicht, würde ich mich auch einmischen, auch aus Eigeninterese. Vernachlässigt er dadurch Arbeit, Schule, Familie, Ernährung, Sport? Leiden andere unter seiner „Filmsucht“? Über sowas könnte man reden. Eine Bewertung würde ich mir verkneifen.

Schon wieder so viele Kriterien…

Vielleicht wird er mal ein großer Regisseur oder gewinnt ein Preisausschreiben, weil er eine Filmfrage beantworten kann?

Wer weiß

kernig

Hi, ChrisTine,

freut mich, dass Du die Diskussion verfolgst. Muss Dir recht geben. Ich meine natürlich letztlich mich. Ich weiß auch intuitiv, dass ich daneben liege, aber bislang konnte mir noch niemand 100%ig auflisten, warum genau, d. h. warum man Annahmen über das Leben, nicht verifizieren oder widerlegen können soll. Wenn ich das mal eingesehen habe, ist ja wieder alles in Ordnung. Ich habe einfach Angst davor, mein Leben der Verfolgung von Zielen zu widmen, die sich am Ende als die falschen herausstellen und will daher schon im Vorfeld abchecken, was das Richtige wäre. Damit meine ich aber nicht in erster Linie, herauszufinden was ich will. Das weiß ich mehr oder weniger und das ändert sich auch. Ich will herausfinden, ob das was ich jeweils will, gut für mich ist und mich weiter bringt. Viele Poster können sich gedanklich gar nicht in die Situation versetzen, wie jemand solche Fragen stellen kann. Für viele sind solche Gedankengänge jenseits von Gut und Böse :smile: Das zeigt mir natürlich auch, dass ich mich irgendwie in einer gedanklichen Endlosschleife befinde, denn wären das wirkliche Probleme, wäre ich sicherlich nicht der erste, der sich darüber austauschen möchte.

Lese gerne mehr von Dir.

LG, Rolo

Hi,

das mit dem Preisausschreiben gefällt mir. Klar, so kann alles für irgendwas gut sein. Er vernachlässigt seine Freunde und seine sozialen Kontakte. ER läd uns zwar immer ein, mit ihm mitzuschauen aber wer will das schon immer. Er ist ein echter Freak und weiß unglaublich viel über Filme, Regies.eure, Produzenten, usw. Ich wollte mit diesem Beispiel ja nur zeigen, dass es nicht immer gut sein muss, einfach nur das zu tun, was man gerne tut. Das wäre ja einfach. Aber Du bist nicht in die FAlle gegangen und hast Dich zu keiner Bewertung hinreißen lassen :smile:

Was ich nicht verstehe-- warum ist es so wichtig eine BEWERTUNG vorzunehmen???

Gehen wir mal von den ganz groben Sachen weg wie Mord zB…ist doch wahrhaftig alles -wie Du doch selber siehst- nur ein Anwenden von Erfahrungen, die ein Mensch gemacht hat!!

Wie auch klar wird-- die beste Statistik kann einen Menschen nicht überzeugen, wenn das Gefühl zu einer Handlung mit Angst belegt ist (wie abzustürzen!)

Bedeutet- für so einen Menschen gilt es als RICHTIG- niemals in ein Flugzeug zu steigen!!

Ist es nicht eine ziemliche Überheblichkeit, wenn man einen Menschen „verurteilt“, wenn er sich anders verhält als man es durch eine Statistik erwarten könnte??

Es gibt die Welt aussen- und es gibt unsere Innenwelt!
Wer sich nur nach aussen richtet- wird irgendwann an seine Grenzen kommen und überfordert sein…

Ein Mensch, der gelernt hat nach sich zu schauen-- was ihm gut tut und was nicht…wird sich nicht nur im klaren sein, worauf er Hunger hat und was er trinken möchte-- es wird ihm auch klar sein, welche berufliche Richtung ihm entspricht…-- oder sich zumindest noch so frei die Wege halten, daß ein anderer Weg noch möglich sein kann…

Im übrigen…kann ein Mensch, der heute Punk ist- in 5 Jahren am Bankschalter stehen-- während der Bänker vielleicht in 10 Jahren als Aussteiger in Rio am Strand sitzt…-- was zeigt-- was heute gilt muss nicht für immer gelten…

kitty