Urteilsschelte

Hallo,

in einer WEG-Sache (Beschlußanfechtung) erging von einem Amtsgericht ein haarsträubendes Urteil. Abgesehen davon, dass es in der Verhandlung drunter und drüber ging wie vor dem königlich-bayerischen Amtsgericht, bloß nicht so sachlich, wurde das Urteil begründet mit Argumenten, die in der Verhandlung nie gefallen sind, die aber unter den Eigentümer für zusätzlichen Zündstoff sorgten. Resultat, das Urteil hat die Eigentümergemeinschaft noch mehr entzweit. Für einen Einspruch gegen das Urteil gibt es keine Mehrheit, die meisten sind randvoll angewiedert von der Justiz und möchten das ganze auf sich beruhen lassen (vor dem Gericht bekommt man ein Urteil, aber keine Gerechtigkeit), andere dagegen möchten dem Richter verschieden Widersprüche und Ungereimtheiten vorhalten nach dem Motto „im Namen des Volkes…aber in unserem Namen lassen wir es uns nicht gefallen“, also wie ein Leserbrief an die Zeitung über einen Artikel der einem mißfällt.

Frage: Ist solch ein Urteilsschelte üblich oder kritisiert man einen deutschen Richter nicht?

Wolfgang D.

Moin,

Frage: Ist solch ein Urteilsschelte üblich oder kritisiert man
einen deutschen Richter nicht?

auch wenn sie üblich wäre, glaubst Du im ernst, daß das einen Richter auch nur periferst interessiert?
Es würde wohl nur das eigene Wohlbefinden befördern. Wenn es Dir darum geht, nur zu, aber erwarte bitte nicht mehr.

Gandalf

Frage: Ist solch ein Urteilsschelte üblich oder kritisiert man
einen deutschen Richter nicht?

Richter werden von unterlegenen Parteien immer kritisiert. Derjenige der Recht bekommt, wird kaum rummäkeln.

Von daher… das interessiert Ihn nicht.

Einzige Möglichkeit ist eine übergeordnete Instanz zu konsultieren… und das geht z.B. mit einem Einspruch und erneuten Verhandlung. Das wird den Richter dann schon „jucken“.

Ob es sogar eine Beschwerdestelle gibt, um die Verhandlungspraxis zu reklamieren, weiß ich aber nicht.

Hi Wolfgang,

nimms nicht so tragisch - diese Berufsgruppe, wie auch einige andere, nehme ich z.B. schon seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr für voll. Mein ExEx Chef hat dazu einen Leitspruch: Er hatte mit 25 aufgegeben alles verstehen zu wollen - und er hat recht! Damit lebt es sich leichter. Den Gedankengängen der Justiz kann ein Normalsterblicher nicht mehr folgen… das ist einfach so. Es ist täglich in der Zeitung zu lesen, die Opfer werden von der Justiz mit Fragen psychologisch gequält und gedemütigt, die Täter kommen milde davon und werden verhätschelt… du bist also nicht allein - mindestens der Schreiberling denkt ähnlich wie du.

Für die Erfüllung meiner staatsbürgerlichen Pflicht als Soldat wurde ich von einem Richter vor dreißig Jahren in einem Verkehrsdelikt - als latent gewalttätig für seine Urteilsbegründung bezeichnet… seit dem nehm ich die Justiz einfach nicht mehr für voll.

Take it easy
Keuper