Hallo,
gerade habe ich wieder ein Firmenschild gesehen, auf dem an allen Stellen, wo ein „U“ stehen sollte, ein „V“ stand. Da das ja keine Seltenheit ist, frage ich mich, woher das kommt.
Wer weiß was?
Gruß
Christian
Hallo,
gerade habe ich wieder ein Firmenschild gesehen, auf dem an allen Stellen, wo ein „U“ stehen sollte, ein „V“ stand. Da das ja keine Seltenheit ist, frage ich mich, woher das kommt.
Wer weiß was?
Gruß
Christian
Hallo, Christian,
die Differenzierung von „V“ und „U“ ist erst vorgenommen worden, als die Germanen, die späteren Deutschen, Engländer, Holländer, etc., die lateinischen Buchstaben übernommen haben. Die brauchten das „U“ und dann auch noch das „UU“, das Doppel-U, da sie noch andere Laute abbilden mussten als die Lateiner, die offensichtlich mit dem „V“ auskamen. Im Mittelalter bis in die hohe Neuzeit hinein waren „V“ und „U“ in Handschriften und Drucken beliebig austauschbar. Niemand nahm daran Anstoß.
Wenn heute jemand das „U“ durch „V“ darstellt, ist das meist ein Manierismus, eine Atavismus vielleicht sogar, der bei manchen als schick gilt. Sogenannte „schöngeistige“ Menschen neigen zu solchen Schnörkeln.
Man müsste an dem aktuellen Beispiel untersuchen, was den Verwender des „V“ dazu brachte, das „U“ zu ersetzen.
Hallo Fritz,
danke für Deine Antwort.
Sogenannte „schöngeistige“ Menschen
neigen zu solchen Schnörkeln.
Diesen speziellen Hintergrund kann man in diesem Fall wohl ausschließen, denn bei den Verwendern handelte es sich um …
Man müsste an dem aktuellen Beispiel untersuchen, was den
Verwender des „V“ dazu brachte, das „U“ zu ersetzen.
die Münchener Rückversicherung und die Allianz Versicherung. 
Da wird man wohl eher gewisse konservative Züge ausleben.
Gruß
Christian
Hallo Chris,
wo kommt denn das in deren Zügen vor?
Ich kenne es von meiner Heimatuni.
http://www.euv-frankfurt-o.de/img/welcome/euv-por_bi…
Gruß
Marco
PS: achso… ich denke, dass das halt was mit dem zu tun hat, dass in Deutschland viele Hugenotten nach ihrer Verfolgung Zuflucht fanden. Die brachten, zumindest in Preußen, auch den Menschen die Möglichkeiten, Latein zu lernen. Zumindest war ich der Meinung, dass es so herrührt… 
Also in diesem Fall,
lieber Marco,
ist es eine bewusste, latinisierende Verwenduung des lateinischen Alphabets (sit venia verbo!), weil die Inschrift eben in Latein ist.
Ob die Hugenotten damit was zu tun haben, bezweifle ich, da Latein sicher auch vorher schon in Preußen gelehrt wurde. Vielleicht wurde durch die Hugenotten mehr Leuten ermöglicht, Latein zu lernen.
Und zu Christian noch:
Diese Scheinlatinität kann und soll bei der Versicherung vielleicht den Anschein von Gediegenheit und Seriösität und langer Tradition hervorrufen, so wie manche Redner und Schreiber (mea culpa) durch lateinische Zitate Bildung und Traditionsbewusstsein zur Schau stellen.
Gruß Fritz