Ein Bekannter von mit meint, dass Gläser mit Schraubverschluss schwerer aufzukriegen sind, wenn im Glas ein Vakuum ist (wohlgemerkt: das Drehen soll erschwert sein).
Ich meine, das ist Blödsinn, weil das Vakuum eine nach innen grichtete Kraft erzeugt (über den Außendruck), das Drehen aber eine Kraft normal dazu ist (nämlich paralell zum Glasrand), also davon gar nicht betroffen sein dürfte; zwar bewegt sich beim Drehen des Deckels jener nach oben (also gegen die Druckkraft), aber das ist ja nur so minimal, dass man die Rückwirkung auf das Drehen des Deckels kaum spüren düfte - oder?
ist es natürlich nicht: die Reibung, die dem Drehen entgegenwirkt, ist annähernd proportional zur Kraft, die den Deckel nach unten drückt.
Dazu braucht man keine Physik, nur praktische Erfahrung: ich hebe bei Gurkengläsern immer den Rand mit einem Löffel o.ä. an, bis Zischen den Druckausgleich anzeigt. Dann geht das Glas viel leichter auf. Falls du der Theorie misstraust, kauf 10 Gläser Gurken und mach 5 so auf wie beschrieben und 5 mit roher Gewalt.
Guten Appetit
Reinhard
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wenn man keinen Löffel zur Hand hat, dann hilft auch ein kräftiger Schlag gegen den Glasboden, dadurch hebt sich der Deckel für einen Sekundenbruchteil und Luft strömt herein.
Gruß
Cantharellus
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Ein Bekannter von mit meint, dass Gläser mit Schraubverschluss
schwerer aufzukriegen sind, wenn im Glas ein Vakuum ist
(wohlgemerkt: das Drehen soll erschwert sein).
Ich meine, das ist Blödsinn, weil das Vakuum eine nach innen
grichtete Kraft erzeugt (über den Außendruck), das Drehen aber
eine Kraft normal dazu ist (nämlich paralell zum Glasrand),
also davon gar nicht betroffen sein dürfte; zwar bewegt sich
beim Drehen des Deckels jener nach oben (also gegen die
Druckkraft), aber das ist ja nur so minimal, dass man die
Rückwirkung auf das Drehen des Deckels kaum spüren düfte -
oder?
Nimm mal 3 Zeitungen, lege sie aufeinander und ziehe die miitlere raus.
Dann wiederholst du den Versuch, wenn sich jemand auf den Zeitungsstappel gestellt hat …
Wenn du dir den Deckel genau anschaust ist da wo er auf dem Glasrand aufliegt noch eine Gummischicht als Dichtung.
Desweiteren wird der Deckel mit nicht ganz (durch den Dampfdruck des Wassers, bekommst du kein ideales Vakkum hin) 1kg/cm2 angedrückt. Bei so einem Gurkenglas kommen da einige Kg zusammen, welche auf den Deckel drücken.
wenn das mit der Kräfteverteilung so exklusiv wäre wie Du annimmst, dann würde es ja auch nichts bringen, eine Schraube fest anzuziehen, denn das Lösemoment hätte mit der Längskraft nichts zu tun, und dann wäre die Reibungskraft längs zu den Gewindegängen immer gleich und unabhängig vom Anzugsmoment. Nein, es besteht sehr eine Abhängigkeit, die Reibungskraft hängt vom Auflagedruck ab. Und bei Vakuum an einem Glasverschluss macht ganz ordentlich Kraft. Darüber hinaus dürften natürlich auch Verklebungen eine Rolle spielen.
Sie schlägt mit einem spitzen Gegenstand ein Loch in den
Deckel und schon läßt der Deckel sich leicht drehen!
Dann hat Deine Oma aber einen hohen Verschleiß an Marmeladegläßern! Sag ihr mal, dass sie einfach mit einem Messer, einem Schraubenzieher oder mit der Rückseite eines Teelöffelchens oder einer Gabel einfach zwischen Deckelrand und Glas hebeln muss, um das Problem zu lösen. Der Deckel wird dabei lokal verformt und etwas vom Glas abgehoben -> Luft zischt rein -> der Deckel läßt sich dann leicht abschauben. Vor allem bleibt er unbeschädigt!
Letzteres ist nicht korrekt. Die Deckel werden dabei nicht verbeult. Ich benutze seit über 10 Jahren immer wieder die selben Gläser für Marmelade! Manchmal fliegt ein Glas raus, weil die Beschichtung im Deckel altert, aber nicht, weil der Deckel verbeult wäre.
wenn man keinen Löffel zur Hand hat, dann hilft auch ein
kräftiger Schlag gegen den Glasboden, dadurch hebt sich der
Deckel für einen Sekundenbruchteil und Luft strömt herein.
dabei empfiehlt es sich, das Glas über die Spüle zu halten, manchmal fliegt der Deckel gleich mit davon.
Mein schönstes Erlebnis: Ich betrete eine Studentenbude, eine Anwesende drückt mir eine Orangensaftflasche in die Hand: „Mamauff!“ Stolz wie Kaiser führe ich meinen Trick vor, drehe die Flasche um, schlage hinten drauf und ernte großes Quieken im Saal - die Gutste hatte bereits mit dem Korkenzieher ein Loch in den Deckel gebohrt.
LOL… es gibt Leute, die Begriffe wie „Normale“ und „Vakuum“ kennen und nicht wissen warum eine Schraube hält?
Warum meinst Du hat ein Schraubdeckel nicht nur einen winzigen Versatz um „einzurasten“ sondern muss (meist) mehr als einmal „reingedreht“ werden?
Fragen über Fragen, auf die man Antworten haben könnte, würde man nachdenken
Grüße
jartul
PS: Sendung mit der Maus hat sich mal mit Schraubverschlüssen/Schrauben UND sogar Marmeladengläsern (die Dinger mit dem Unterdruck=Seitl’s Vakuum) beschäftigt
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