Valproat ausschleichen

Hallo,

nachdem bei mir mal der Verdacht auf Epilepsie bestand, bekam ich Valproat. Mittlerweile etwa 5 Jahre her. Irgendwie nervt das aber, und so wollte ich das ausschleichen, weil sonst alles OK war. Mein Hausarzt hat mir eine Überweisung zum Neuro/Psycho gegeben. Aber die Wartezeit auf einen Termin war endlos, also habe ich mir selbst einen Plan aufgestellt und gaaanz langsam angefangen.
Dann endlich hatte ich den Termin. Der Doc hat sich meinen Plan angeschaut, den Kopf geschüttelt und meinte, das sei viel zu langsam. Hat dann alles durchgestrichen, neue Werte eingetragen. Und ich hab mich dran gehalten. Dumm gelaufen - nach ein paar Tagen bin ich in der Klinik aufgewacht, hatte einen Anfall. Dann wieder alles von vorne, erst war der Spiegel viel zu hoch (fast 200) dann wieder zu niedrig (25), jetzt ist er seit etwa einem Jahr stabil bei 75 (Soll: 50 - 100).
Ich möchte aber endgültig weg von dem Zeug. So lange ich zu Hause bin klappt ja alles. Aber wenn ich mal weg bin, muss ich immer dran denken, das Zeug mitzunehmen. Hab inzwischen alle Taschen, Hosen, Jacken, Hemden, Rucksack, … voll mit diesem Zeug =8o(
Also die letzten beiden EEGs waren o.B., auch zwei cMRTs haben nichts gezeigt.
Was kann/soll ich tun?
Hat jemand einen Rat?

Danke!

Zeulino

Um es kurz zu machen: Das Valproat ist für Sie von roßer Wichtigkeit, wie der Versuch gezeigt hat.
Sie können es natürlich weglassen, müssen sich allerdings darüber im Klaren sein, daß Sie bei jedem Anfall massiv Gehirnzellen verlieren.

Hallo,

ich gebe Priamos Recht, so ungern du das wohl hören magst.

so wollte ich das ausschleichen, weil sonst alles OK war.

Das klingt so, als wäre in deinen Augen trotz Valproat alles okay gewesen; ich vermute aber eher, dass es wegen Valproat so war.

Häufig liest man vom Wert „zwei Jahre Anfallsfreiheit“, bevor man überhaupt mal daran denken kann, die Antiepileptika abzusetzen.
Zudem müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie etwa das Risiko des Wiederauftretens von Anfällen.
Außerdem müssen anschließend viele Voraussetzungen erfüllt sein wie etwa ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus, sowie der nahezu gänzliche Verzicht auf Alkohol.
Außerdem gilst du für die Zeit des Absetzens als fahruntüchtig.

Beim Rückfallrisiko sehe ich bei dir das erhebliche Problem. Denn das ständige Denken an die Medis (überleg mal, wie viele Frauen es erfolgreich schaffen, ständig an die „Pille“ zu denken) nervt meiner Meinung nach nicht halb so sehr wie eingenässt und eingekotet in der Fußgängerzone krampfend zusammenzubrechen, dabei massive Verletzungen zu riskieren oder in der Nachschlafphase sogar am eigenen Erbrechen/der eigenen Zunge zu ersticken, ganz zu schweigen vom anschließenden Krankenhausaufenthalt.

Grüße

P.S.: Vielleicht hilft ja ein eingehendes Gespräch mit einem Facharzt, um deine Compliance (Patientenwille zur Mitarbeit bei der Therapie) zu erhöhen, da die offenbar das größte Problem darstellt.
Und bitte lass die Finger von eigenmächtigen Absetzversuchen. Die gehören generell EEG-überwacht, sofern die Indikation gegeben ist.