Mein Modell enthält eine abhängige (Umsatz) und 7 unabhängige Variablen F1 - F7, sowie eine Stichprobengröße von n = 2916.
Nun interessieren mich ausschließlich die Wirkungen von F4 und F5 auf den Umsatz, der Rest ist für meine Untersuchung uninteressant. Mit SPSS habe ich eine univariate ANOVA durchgeführt. Da ein gesättigtes Modell zu groß geworden wäre, habe ich alle Haupteffekte, sowie alle 2- und 3-seitigen Interaktionen mit aufgenommen. Dauerte zwar 30 min, aber das Ergebnis sagt folgendes aus:
korrigiertes R² = 0,921;
alle Haupteffekte signifikant (alpha = 0,95);
11 bilaterale Interaktionen signifikant und
2 trilateral signifikante Interaktionen;
in 3 bilateralen Interaktionen tauchen F4 und/oder F5 auf;
Nun meine Fragen: da mich nur F4 und F5 interessieren, muss ich auch nur dessen Ergebnisse interpretieren, oder muss die Auswertung alle 13 Interaktionen begutachten?
Ist die univariate ANOVA das richtige Verfahren, oder muss ich mich in „mixed models“ einarbeiten?
Muss ich die nicht interessierenden Variablen als zufällige Effekte eingeben?
Kann SPSS die Interaktionen interpretieren, oder auch: kann SPSS Rückschlüsse auf die signifikanten Haupteffekt zuführen, wenn schon eine Interaktion mit dessen Variable signifikant war?
(Bsp.: F1*F2 ist signifikant -> d.h. signifikanter Haupteffekt von F2 ist nicht frei interpretierbar. Hat SPSS ein Tool, welches hierbei hilft?)
Meine Interpretationen lehnen sich an Bortz (1995) an, der ordinale, hybride und disordinale Interaktionen unterscheidet und diese anhand des grafische Verlaufs begutachtet.
Heute: Varianzanalyse
Nun interessieren mich ausschließlich die Wirkungen von F4 und
F5 auf den Umsatz, der Rest ist für meine Untersuchung
uninteressant.
dann solltest Du nur diese beiden unabhängigen Variablen in die univariate ANOVA stecken. Der Krempel, den Du jetzt noch drin hast, ist inhaltlich für Dich uninteressant, bläht Dir den Alpha-Fehler auf und die Interaktionen höherer Ordnungen mehrfaktorieller ANOVAs sind eh nicht mehr interpretierbar.
Kann SPSS die Interaktionen interpretieren,
Nein. SPSS ist ein Computerprogramm. Was die Interaktionen inhaltlich bedeuten, das kann das Programm nicht wissen. Und was Interaktionen höherer Ordnungen mehrfaktorieller ANOVAs inhaltlich bedeuten sollen, wissen selbst die wenigsten Menschen.
kann SPSS Rückschlüsse auf die signifikanten Haupteffekt zuführen,
wenn schon eine Interaktion mit dessen Variable signifikant
war?
(Bsp.: F1*F2 ist signifikant -> d.h. signifikanter
Haupteffekt von F2 ist nicht frei interpretierbar. Hat SPSS
ein Tool, welches hierbei hilft?)
Du solltest diese Interaktionen theoriegeleitet interpretieren. Aber wenn Dich F1 und F2 eh nicht interessieren, dann weg damit. Das ist sonst „snooping in the data“.
Meine Interpretationen lehnen sich an Bortz (1995) an, der
ordinale, hybride und disordinale Interaktionen unterscheidet
und diese anhand des grafische Verlaufs begutachtet.
Die Grafiken können Dir dabei helfen, die Interaktionen zu interpretieren. Sie geben allerdings nur Hinweise, ob eine Interaktion ordinal, hybrid oder disordinal ist. Mit letzter Sicherheit kann man das nicht sagen.
Nun interessieren mich ausschließlich die Wirkungen von F4 und
F5 auf den Umsatz, der Rest ist für meine Untersuchung
uninteressant.
dann solltest Du nur diese beiden unabhängigen Variablen in
die univariate ANOVA stecken. Der Krempel, den Du jetzt noch
drin hast, ist inhaltlich für Dich uninteressant, bläht Dir
den Alpha-Fehler auf und die Interaktionen höherer Ordnungen
mehrfaktorieller ANOVAs sind eh nicht mehr interpretierbar.
Das habe ich schon versucht: Ergebnis R² = 0,09 das ist mir zu wenig. Die Interaktionen höherer Ordnung treten aber nur bei für mich uninteressanten Variablen auf, soll heißen, dass ich diese ja eh nicht interpretieren möchte. Ich habe gestern nochmal gerechnet und es treten nur zwei für mich interessante bilaterale Interaktionen auf. F2*F4 und F4*F5. Beide sind nach grafischer Betrachtung ordinal, so dass die Haupteffekte F4 und F5, welche ja auch schon signifikant waren, nach Bortz voll interpretierbar sind. Ich behaupte darauf hin, dass diese Effekte unabhängig von anderen Variablen einen Einfluss auf den Umsatz haben. Bitte sag mir, dass man das so stehen lassen kann!!
Das habe ich schon versucht: Ergebnis R² = 0,09 das ist mir zu
wenig.
das ist das empirische Ergebnis, das zu Deinen Hypothesen gehört. Eine höhere Gesamtvarianzaufklärung aufgrund der Tatsache, daß Du zusätzlich andere Variablen in das *statistische* Modell steckst, ohne diese inhaltlich interpretieren zu können und zu wollen, täuscht eine „Erklärungskraft“ Deines *theoretischen* Modells vor, die es gar nicht besitzt. Ich plädiere außerdem dafür, daß Du ein Effektstärkemaß für jeden der Terme im ANOVA-Modell verwendest, also für F4, F5 und F4*F5.
Die Interaktionen höherer Ordnung treten aber nur bei
für mich uninteressanten Variablen auf, soll heißen, dass ich
diese ja eh nicht interpretieren möchte.
Gerade deshalb solltest Du sie nicht in das ANOVA-Modell aufnehmen.
Ich habe gestern
nochmal gerechnet und es treten nur zwei für mich interessante
bilaterale Interaktionen auf. F2*F4 und F4*F5. Beide sind nach
grafischer Betrachtung ordinal, so dass die Haupteffekte F4
und F5, welche ja auch schon signifikant waren, nach Bortz
voll interpretierbar sind. Ich behaupte darauf hin, dass diese
Effekte unabhängig von anderen Variablen einen Einfluss auf
den Umsatz haben. Bitte sag mir, dass man das so stehen lassen
kann!!
Wie kann bei signifikanter Interaktion der Effekt eines Faktors unabhängig vom anderen Faktor sein? Die Effekte der Faktoren sind doch nicht mehr rein additiv.Außerdem würde ich von „Einfluß“ nur dann sprechen, wenn kausale Beziehungen aus der Untersuchung ableitbar sind. Ich denke aber, daß Du kein Experiment gemacht hast, oder doch?