Vater als Tagesmutter

Hallo,

eine theoretische Frage.

Die Mutti will nach der Elternzeit wieder zwei Tage die Woche arbeiten gehen. In dieser Zeit wird der Vater die Betreuung des gemeinsammen Kindes übernehmen.

Wenn man nun den Vater offiziell als Tagesmutter engagieren würde, würde dann das Jugentamt die Kosten hierfür übernehmen?

Ich weiß, dass meine Tante die Kinder zur Oma gebracht hat und diese als Tagesmutter angestellt war. Aber das ist schon ein paar Jahre her.

Ist der Verwandtschaftsgrad zu eng, oder würde der Vater das übernehmen können? Wenn er es nicht darf, zahlt das Jugenamt dann der alleinerziehenden Mutter eine Tagesmutter für diese zwei Tage die Woche? Oder muss sie selbst für diesen Luxus aufkommen?

Vielen Dank für Antworten,

liebe Grüße

Annna

Hallo,

Deine Frage bezüglich Verwandtschaftsgrad usw. kann ich Dir nicht beantworten.

Aaaaber: Tagesmütter müssen heutzutage eine Ausbildung/Qualifikation machen. http://www.tagesmuetter-bundesverband.de/Qualifizier…
Vorher bekommen sie die Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt nicht.
Ob das bei Verwandten als Tagesmutter auch nötig ist, weiß ich nicht.

Die Kosten für die Tagesmutter übernimmt das Jugendamt (teilweise oder ganz), wenn das Einkommen der Mutter hierfür zu gering ist.

Den fiktiven Fall würde ich persönlich anraten, mit dem Vater eine Vereinbarung zu treffen. Ihm vielleicht etwas beim Kindesunterhalt entgegenkommen - also die Naturalleistungen als „bar“ anzuerkennen. Dürfte billiger kommen als eine Tagesmutter. Das Kind ist bei den Eltern - Mutter oder Vater -im Regelfall liebevoller und sicherer versorgt als bei einer fremden Person.

Vor ein paar Tagen ging folgende http://www.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=65&id=9… Nachricht bei uns durch die Medien.

Um Mißverständnisse zu vermeiden: Nicht jede Tagesmutter schädigt ihren kleinen Pflegling (hatte selber über Jahre verteilt vier Tageskinder).

Hi!

Oder muss sie selbst für diesen Luxus aufkommen

Welchen Luxus? Wenn ein Vater arbeitslos ist, da kann er doch auf sein Kind aufpassen?

Oder verstehe ich bei dem Beispiel irgendetwas falsch?

Gruß

Warum sollte ein Vater dafür bezahlt werden, dass er seinen Pflichten nachkommt?

Hi!

Hallo

Welchen Luxus? Wenn ein Vater arbeitslos ist, da kann er doch
auf sein Kind aufpassen?

Oder verstehe ich bei dem Beispiel irgendetwas falsch?

Gruß

Hab ich vielleicht falsch vormuliert. Der Vater ist nicht arbeitslos. Er geht einer 100% Tätigkeit nach und würde auf 75% reduzieren und in dieser Zeit das Kind betreuen. Aber wie gesagt, die Eltern in diesem Beispiel sind getrennt.

Gruß

Warum sollte ein Vater dafür bezahlt werden, dass er seinen
Pflichten nachkommt?

Weil er extra dafür seinen Arbeitsumfang redzuiert und dadurch weniger verdient. Die Alternative wäre, dass sie Mutter einen Kindergartenplatz sucht oder das Kind zu einer Tagesmutter bringt.

Guß

Weil er extra dafür seinen Arbeitsumfang redzuiert und dadurch
weniger verdient.

Ich will jetzt wirklich nicht besserwisserisch oder oberlehrerhaft klingen, aber dass man auch Zeit für seine Kinder und die Erziehung aufbringen muss weiß man doch vorher, auch wenn das nicht auf der Packung steht, oder?
Natürlich zahlt der Staat da exakt gar nichts, denn du redest hier von den elementarsten Elternpflichten.

Die Alternative wäre, dass sie Mutter einen
Kindergartenplatz sucht oder das Kind zu einer Tagesmutter
bringt.

Richtig, für die dann ja auch Kosten anfallen.

Gruß Andreas

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Hallo,

Die Kosten für die Tagesmutter übernimmt das Jugendamt
(teilweise oder ganz), wenn das Einkommen der Mutter hierfür
zu gering ist.

bzw. das Einkommen der Eltern. Da würde ja dann das Einkommen des Vaters als „Tagesmutter“ dazuzählen - ich vermute, es wäre am Ende ein Nullsummenspiel.

Beatrix

Hallo,

Die Kosten für die Tagesmutter übernimmt das Jugendamt
(teilweise oder ganz), wenn das Einkommen der Mutter hierfür
zu gering ist.

bzw. das Einkommen der Eltern. Da würde ja dann das Einkommen
des Vaters als „Tagesmutter“ dazuzählen

Dass das Einkommen des Vaters dazuaddiert wird, glaube ich nicht. Wenn er von Mutter und Kind getrennt lebt, ist er Unterhaltspflichtig mit einer bestimmten Summe, die allerdings auch von seinem Einkommen abhängig ist.

Diese Unterhaltszahlungen würden bei der Mutter (vermutlich) dazuaddiert werden. Ob dabei der Kindesunterhalt auch mitzählt weiß ich nicht, weil der ist nämlich normalerweise ein Einkommen des Kindes und nicht der Mutter.

Gruß
Ingrid

Hallo,

Weil er extra dafür seinen Arbeitsumfang redzuiert und dadurch
weniger verdient.

Ich will jetzt wirklich nicht besserwisserisch oder
oberlehrerhaft klingen, aber dass man auch Zeit für seine
Kinder und die Erziehung aufbringen muss weiß man doch vorher,
auch wenn das nicht auf der Packung steht, oder?
Natürlich zahlt der Staat da exakt gar nichts, denn du redest
hier von den elementarsten Elternpflichten.

Es klingt für mich aber tatsächlich besserwisserisch und oberlehrerhaft.

Die Eltern leben hier im Beispiel getrennt. Wenn Eltern beim Zusammenleben Arbeitszeiten reduzieren um die Kinder optimal betreuen zu können, haben sie nur einen Teil der Kosten, die getrenntlebende Eltern haben.

Im Beispielsfall fallen doppelte Miete, Strom, Telefon uvm. an.

Beide Eltern haben gegenüber dem Kind einen Selbstbehalt von je 900 Euro (zusätzlich Arbeitskosten, Altschulden usw.). Davon müssen beide ihre festen Kosten bezahlen und natürlich auch sonst noch überleben.

Auch Eltern ohne eigenes Einkommen (z. B. kranke oder dauerarbeitslose) haben Elternpflichten. Sie können diese aufgrund der Situation nicht finanzieren. Deutschland ist nun mal auch ein Sozialstaat und die Eltern werden dann bei der Finanzierung des Kindes unterstützt.

Hier wäre ein getrenntlebender Vater bereit seine Karriere und sein Einkommen - von dem er zusätzlich noch Barunterhalt an das Kind und evtl. auch an die Mutter bezahlen muss - zu reduzieren, um dem gemeinsamen Kind eine Fremdbetreuung zu ersparen.

Er verschlechtert seine Zukunft bis einschließlich der Rente. Die bei der Rente anrechenbaren Kindererziehungszeiten werden hier (vermutlich) komplett der Mutter zugerechnet.

Diese, trotz Trennung, verantwortungsbewussten Eltern auf ihre finanziellen Elternpflichten zu reduzieren finde ich ziemlich daneben. Sie geben sich Mühe die beste Lösung für ihr Baby zu finden, ihm Mutter UND Vater zu erhalten. Sie sind sicher auch bereit finanzielle Einbußen zu übernehmen, aber überleben müssen nun mal alle DREI können.

Mit Stammtischparolen kommen weder Mutter noch Vater und schon gar nicht das Kind weiter.

Die Alternative wäre, dass sie Mutter einen
Kindergartenplatz sucht oder das Kind zu einer Tagesmutter
bringt.

Das Kind ist ein Baby. Ich bezweifle - und hätte es auch selbst niiieee getan - ob Fremdbetreuung in einer Krippe mit öfters wechselnden Bezugspersonen wirklich gut für das Kleinchen ist. Eine Tagesmutter kostet im übrigen ziemlich viel Geld. Eine zu finden, der man sein kostbarstes Gut - sein eigenes kleines Kind - anvertraut kostet sehr viel Glück.

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Ich verstehe Dein Anligen. Trotzdem verstehe ich nicht, warum sich ein Vater die Zeit mit seinem Kind vergüten lassen möchte. Zig Mütter tun genau das, sie reduzieren ihren Arbeitsumfang oder bleibem komplett zu Hause:

Hier wäre ein getrenntlebender Vater bereit seine Karriere und
sein Einkommen - von dem er zusätzlich noch Barunterhalt an
das Kind und evtl. auch an die Mutter bezahlen muss - zu
reduzieren, um dem gemeinsamen Kind eine Fremdbetreuung zu
ersparen.

und es ist vollkommen klar, dass diese für das Kind „geopferte“ Zeit nicht vergütet wird. Von den Mini-Rentenansprüchen, die sich Mütter in der Kinderbetreuungszeit erwerben mal abgesehen. (Diese können zudem geteilt werden, das kann besagter Vater also mit der Mutter abklären)

Man kann darüber diskutieren, ob diese Praxis schlecht ist oder ob von staatlicher seite da eben Geld gezahlt werden sollte. Ob die Eltern getrennt leben oder nicht, ist dabei in meinen Augen volkommen irrelevant und ihre Privatsache- sie bleiben für den Rest ihres Lebens Eltern und sind damit eine Verpflichtung eingegangen.

Ich finde im übrigen nicht, dass eine 15 Monate altes Kind ein Baby ist, dass in einer familienergänzenden Betreuung automatisch zu Schaden kommt.

Fremdbetreuung gibt es bei IKEA, In Kita oder auch bei einer Tagesmutter sollte es eine langsame Eingewöhnungsphase geben und dann handelt es sich mitnichten um die Betreuung durch Fremde.

FS

Lange Rede, gar kein Sinn - zumindest nicht fürs Thema und auch nicht für dieses Brett - Philosophie oder Plauderkasten wäre da wohl angebrachter.

Es geht um konkrete Fragen und konkrete Antworten, nicht darum ob dir persönlich diese Antworten gefallen, dementsprechend ist dein philosophisches Betrachten ethischer Gesichtspunkte nicht zielführend.

Ich fände es auch ganz toll, wenn der Staat mir all die Pflichten die ich in dieser Gesellschaft habe vergüten würde, aber „der Staat“ sind wir alle und deswegen funktioniert das eben nicht - persönliche Verantwortung ist unteilbar und man kann sich nicht von persönlicher Verantwortung freikaufen.

Gruß Andreas

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