Hallo!
Ich habe nur über das Besuchsrecht geschrieben, bewußt
nicht über das Sorgerecht. Es laufen einige Klagen vor dem
Bundesverfassungsgericht zur Stärkung der Rechte des
biologischen Vaters. Es gibt bereits Urteile dazu, die ich
aber nicht alle kenne. Daher kann ich nicht abschätzen, ob du
automatisch das alleinige Sorgerecht hast und wie anfechtbar
es ist.
Naja, ich denke nachträglich kann man da nichts mehr machen, das gilt dann eher für noch kommende Kinder. Was für ein Theater, wenn plötzlich Millionen von Kindern die Hälfte ihrer Zeit beim Vater verbringen müssen/können 
Das meinte ich damit. Klagen müssen ja nicht nur von deiner
Seite kommen. Die kann auch der Vater einreichen. Dem Stress
und Ärger ist es egal, wer damit angefangen hat.
Okay. Aber ich kann ihm jetzt nicht nur irgendwelche abstrusen Forderungen erfüllen, damit sowas nicht passiert. Erpressbar bin ich nicht.
Das war der Sinn meines Vorschlages, Beweise in der Hand zu
haben. Beweise, die auch anerkannt werden, die klarstellen,
dass du das Kindeswohl im Sinne hast.
Von denen habe ich, glaube ich, reichlich.
Ich sage ja nicht, dass du den Umgang verweigerst oder
verweigern willst. Aber ein findiger Anwalt kann dies so
darstellen. Du sagst selbst, dass du den Vater nicht
sooo gut kennst. Weißt du also, was er plant? Was glaubst du,
welche Vorwürfe bei Scheidungen plötzlich vorgetragen werden.
Und dies bei Partnern, die sich lange kennen und nie daran
gedacht haben, das der/die Ex solche Tiefschläge verpassen
kann. Es ist ein Sch…gefühl, einen Brief vom gegnerischen
Anwalt zu öffnen und Dinge zu lesen, die einseitig und
teilweise völlig falsch dargestellt sind und du kannst dich in
dem Moment nicht wehren. Netterweise kommen solche Briefchen
gerne Freitags oder Samstags, damit man sich das ganze
Wochenende damit versaut.
Ich wollte dich nur darauf vorbereiten, dass dies so kommen
kann.
Ich weiß. Ich weiß es am allerbesten. Die Scheidung meiner Eltern hat genau deswegen 5 Jahre gedauert, weil mein Vater keinen Unterhalt zahlen wollte. Da waren auch Lügen dabei, von wegen wir würden verwahrlosen etc etc. Das war zwar alles erfunden, aber irgendwie muß man doch ständig seine Unschuld beweisen als daß die Schuld zu beweisen ist.
Ich werde trotzdem nicht ihn irgendwelche Dinge entscheiden lassen, von denen er keine Ahnung hat und die dem Kind schaden könnten, nur um das zu umgehen.
Zum Erziehungsrecht und wie man es gemeinsam umsetzen kann,
hat sams schon etwas geschrieben. Rechtlich gesehen stimmt
deine Darstellung. Aber praktisch kann es schwer werden. Wenn
er sein Besuchsrecht wahrnimmt, solltet ihr euch in
grundsätzlichen Fragen einig sein. Viele Mütter klagen
darüber, dass die Kinder nach dem Besuchswochenende völlig
durcheinander sind und erst ein paar Tage brauchen, bis sie
wieder in der Spur sind. Und eines Tages sind sie völlig
erstaunt, das die Kleinen die Koffer packen und sagen, sie
gehen zu Papa. Ab 14 können sie das. Und wer will es ihnen
verdenken? Die Pubertät ist nicht einfach (mache ich grade im
Viererpack mit) und den Vater kennen sie nur als Spaßpapi,
bei dem alles erlaubt ist, was Mama verbietet, der nur schöne
Sachen mit ihnen unternimmt und bei dem so nervigen Kram wie
Hausaufgaben machen, Zimmer aufräumen usw. nicht gemacht
werden muß.
Es kann auch passieren, dass das Kind beim Vater nur
geparkt ist. Es wird vor den Fernseher, Gameboy usw.
gesetzt, Hauptsache, es gibt Ruhe und nervt nicht. Oft wollen
dann die Kinder nicht mehr zum Vater, der aber trotzdem auf
dem Besuchsrecht besteht. Was jeden Besuch zum reinen Horror
macht.
Egal wie, der Leidtragende ist immer das Kind.
Ganz genau. Auch das macht mir Sorgen. Wenn ich ihm sage, daß er mit dem Kind nicht ständig zu McDonalds rennen soll und keine Horrorfilme schauen soll oder irgendwas, wird ihm das am A… vorbeigehen! Das ist es doch. Ich habe ihm ja auch gesagt, daß ich gerne alles mit ihm bespreche. Aber wenn wir uns über Dinge uneinig sind, entscheide ich! Das sieht er aber nicht ein. Und ich sehe doch, wie wir uns jetzt verhalten, dass wir uns bei vielen Dingen uneinig sein würden/werden. Und dann gibt es Streit. Und wieder ist unser Sohn der Leidtragende. Aber genau das scheint ihn nicht zu interessieren, weil er ja dann sein angebliches Recht nicht bekommt.
Lieben Gruß,
M.
P.S.: Hab mich getraut, in dem Papa-Forum zu schreiben. Aber jetzt dann lieber nicht mehr, sonst werde ich noch in der Luft zerrissen 
Viele Grüße
Jekyll