Vater spielt mich gegen meine Mutter aus

Hallo,

ich habe ein großes Problem. Seit ich ausgezogen bin (vor ca. 4 Jahren) spielt mich mein Vater gegen meine Mutter aus.
Wenn die beiden alleine sind, redet er ihr den ganzen Tag nach dem Mund und hat keine eigene Meinung. Ist sie nicht in der Nähe zieht er über sie her. Wenn wir das dann später ansprechen ist das angeblich nicht war. Wir lügen angeblich. Auch meine Mutter sagt dann auch, dass wir lügen.
Meine Bedürfnisse und meinen Freund stellt er als schlecht und unbegründet dar. Unsere Meinung zu Dingen (notwendige Autoreperaturen ect.) werden ebenfalls als Blödsinn und Unwahrheiten abgetan.

Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich habe das Problem bereits angesprochen, aber daraufhin bezieht er sich immer nur auf die Aussage das ich gemein und böse zu ihn bin (was ich nicht bin; ich verhalte mich total normal) und drückt vor meine Mutter ein paar Tränen ab. Zu mir persönlich sagt er nie, dass ihn etwas an meinen Verhalten stört. Bin ich weg und meine Mutter ist in der Nähe geht die Mitleidstour wieder los. Natürlich glaubt meine Mutter mir nicht. Ich solle mein Verhalten ändern! Mich am Besten wie in einen Rosamunde Pilcher Film verhalten. In voller Haromie mit schon schmerzender Freundlichkeit und mit einen ständigen Honigkuchenpferd-Grinsen.

Die Situation ist so verfahren! Wie soll ich mich verhalten?

Hallo,

ich habe ein großes Problem. Seit ich ausgezogen bin (vor ca.
4 Jahren) spielt mich mein Vater gegen meine Mutter aus.

Wenn wir das dann später
ansprechen ist das angeblich nicht war. Wir lügen angeblich.

mit „wir“ meinst Du Dich und Deinen Freund?

Meine Bedürfnisse und meinen Freund stellt er als schlecht und
unbegründet dar. Unsere Meinung zu Dingen (notwendige
Autoreperaturen etc.) werden ebenfalls als Blödsinn und
Unwahrheiten abgetan.

Nach Deiner Schilderung mischt sich jeder in die Angelegenheiten der anderen: Die Eltern urteilen über Deine Bedürfnisse, Du über das Verhalten Deines Vaters gegenüber Deiner Mutter etc. etc. Und alle machen sich gegenseitig Vorwürfe.

Konstruktive Gespräche zur Lösung des Problems sind nicht möglich, solange Ihr über gegenseitige Schuldzuweisungen nicht hinauskommt.

Die Situation ist so verfahren! Wie soll ich mich verhalten?

Wenn Du schon seit vier Jahren nicht mehr bei Deinen Eltern wohnst, führst Du doch sicher inzwischen ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben und triffst eigene Entscheidungen (z. B. über Reparaturen an Deinem Auto)?

Obwohl Ihr Euch nicht gut versteht und es anscheinend ständig Zoff gibt, hast Du offenbar noch sehr häufigen Kontakt zu Deinen Eltern. Bist Du denn in irgendeiner Weise von ihnen abhängig - oder warum gehst Du nicht einfach mehr auf Distanz zu ihnen und nabelst Dich ab?

Gruß
Kreszenz

Grenzen aufzeigen (und Abstand halten)
Hallo Biene,

für mich klingt Dein Beitrag „unreif“: Du siehst, dass mit Dir (und Deinem Partner) Spielchen getrieben werden und erwartest, dass die das lassen . . .

Du kannst Deine Eltern nicht ändern!

Wenn Du das erkennst, einsiehst, akzeptierst und dann die entsprechenden Konsequenzen ziehst, wird der Spuk schlagartig aufhören!

Sage (oder besser noch: schreibe) in freundlichem, aber verbindlichem Ton, das Du nicht länger bereit bist, Dir das gefallen zu lassen und dass Du Dich deshalb zurückziehst.

Dann kannst Du getrost abwarten, wie sich die Sache entwickelt . . .

Das Problem ist, dass ich mich momentan noch in einem Ausbildungsverhältnis befinde und mein Leben nicht komplett alleine finanzieren kann.

Hallo Biene55,

Deine Eltern können nicht anders und wollen nichts anders als nur Oberflächlichkeiten. Respekt Dir gegenüber? Wenns nicht für untereinander reicht… Ethisch nicht unbedenklich. Moralisch aber gerade noch integer. Würdest Du nicht nach denen fragen, von selbst würden die nie auf die Idee kommen, nach Dir zu fragen. Verrückt, nicht? Aber so ist deren Welt. Akzeptiere sie. Ein Modell, wie es sich, wenn auch leidlich, leben ließe, aber eben nicht für Dich. Streite darüber nicht mit, naja, Deinen, Eltern. Sie sind Eltern, aber sie wissen nicht was das heißt. Blöd. Sie sollten Dir daher relativ (!) egal sein; das ist besser als alles andere. Das ist gerade dann ganz besonders wichtig, wenn Deine Eltern in eine Lebensphase kommen werden, wo sie deine ausbleibende Zuwendung schmählich vermissen. Aber selbst das glaube ich nicht. Selbst wenn, wer das nicht will, sorgt bei Zeiten eben vor und bildet Familiensinn. Wenn nicht, dann nicht. Je früher Du deinen Eltern zugestehst, sich so zu verhalten wie sie es wollen, d.h. nur oberflächlich und nach Belieben mit Dir zu tun haben zu wollen, desto eher kannst Du für Dich daraus Schlüsse ziehen. Denk vermehrt an Deine Ziele, verstehst Du? Bleib cool. Übe Dich früh darin, ganz ohne Eltern da zu stehen. Mir würde dazu auch noch die passende Handbewegung einfallen, weisst Du welche?

Ich halte Dich übrigens für sehr Verantwortungsbewusst und Gereift. Welche Kinder versuchen schon von sich aus mit ihren Eltern über konkrete Alltagsanliegen zu sprechen? Dein besonderer persönlicher Wert und die Gabe, dies zu erkennen, verstellen sie sich, Deine Eltern, selbst. Nicht mehr als bedauerlich, weil es zum großen Teil deren eigenes Vermächtnis ist, aber auch Deine Chance.

Grüße _ mki _

Das Problem ist, dass ich mich momentan noch in einem
Ausbildungsverhältnis befinde und mein Leben nicht komplett
alleine finanzieren kann.

Und das bedeutet, dass Du viel Zeit mit ihnen verbringen musst, obwohl Du eine eigene Wohnung hast? Ist das ihre Bedingung für die finanzielle Unterstützung?

Man könnte sich ein besseres Bild von Deiner Situation machen, wenn Du sie etwas klarer und ausführlicher darstellen würdest.

Wie oft siehst Du Deine Eltern? Von wem geht die Initiative dazu aus?
Seit wann ist Euer Verhältnis so schlecht? War es überhaupt jemals harmonisch? Welche Position nimmt Dein Freund ein?

Gruß
Kreszenz

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Ist sie nicht in der
Nähe zieht er über sie her. Wenn wir das dann später
ansprechen ist das angeblich nicht war. Wir lügen angeblich.
Auch meine Mutter sagt dann auch, dass wir lügen.

Heutzutage hat jeder ein Handy und jedes Handy hat ne Aufnahme-Funktion.

Nimm doch mal auf, was er so über deine Mutter äußert, spiel das beim nächsten Mal ab und dann sag, dass du das nicht mehr mitmachst - möglichst sachlich und ohne Vorwurf.

Kann aber natürlich zur Eskalation führen.

Nur ne Idee.

Gruß, noi

Das große Thema Grenzen als Überschrift!
Lerne, die Grenzen andere zu respektieren und lerne deine eigenen Grenzen kennen, sie zu ziehen und zu wahren.

ich habe ein großes Problem. Seit ich ausgezogen bin (vor ca.
4 Jahren) spielt mich mein Vater gegen meine Mutter aus.

Es gibt immer zwei Seiten: einen der ausspielt - und einen, der sich ausspielen lässt.

Wenn die beiden alleine sind, redet er ihr den ganzen Tag nach
dem Mund und hat keine eigene Meinung.

Das geht dich eigentlich nichts an. Das ist eine Angelegenheit zwischen deinen Eltern. Somit eine Grenze, die du respektieren musst.

Ist sie nicht in der Nähe zieht er über sie her. Wenn wir das dann später ansprechen ist das angeblich nicht war.

Warum lasst ihr zu, dass er in eurer Anwesenheit über deine Mutter herzieht? DAS wäre der richtige Zeitpunkt, eine Grenze zu ziehen. Sag, dass du das nicht hören möchtest und ziehe, wenn er weiter macht, geeignete Konsequenzen. Die können darin liegen, dass man sich ggf. nicht mehr oder nicht mehr unter 4 Augen sieht.

Aufnahmen seiner Äußerungen sind jedenfalls Kindergarten und nicht der richtige Weg.

Auch meine Mutter sagt dann auch, dass wir lügen.

Kein Wunder.

Meine Bedürfnisse und meinen Freund stellt er als schlecht und
unbegründet dar. Unsere Meinung zu Dingen (notwendige
Autoreperaturen ect.) werden ebenfalls als Blödsinn und
Unwahrheiten abgetan.

Das klingt arg danach, dass sich hier zwei Seiten mit großer Begeisterung in die Angelegenheiten des anderen einmischen. Eure Bedürfnisse sind euer Ding - das könnt ihr klarstellen und wenn es nicht respektiert wird, dann erzählt über eure Bedürfnisse nichts mehr. Umgekehrt braucht ihr euch aber auch nicht in Angelegenheiten deiner Eltern einzumischen.

Ich solle mein Verhalten ändern!

Auch, wenn sie es aus einer anderen Motivation heraus sagt, hat sie in dem Punkt sogar recht: Nur du kannst etwas ändern, weil du deine Eltern nicht ändern kannst. Wie, habe ich schon geschrieben.