Hallo Kosmokatze,
Das hier
Ich kann das nicht einsortieren, missbrauchte Mädchen gehen
doch dem Vater(Täter) eher aus dem Weg oder?
kann man so pauschal nicht sagen. Die Reaktionen missbrauchter Mädchen sind so vielfältig wie die Mädchen unterschiedlich sind. Dann kommt es auf die Art des Missbrauchs an. Von wem, wie stellt der Täter Schweigen sicher (vom Einreden, dass das Opfer es auch wolle, provoziert habe, Gefallen daran fände, bis zu Drohungen, dass die Familie auseinanderfiele, Gewaltanwendungen, gar Ermordung), wie nah steht der Täter dem Opfer, Blutsverwandschaft, Dauer des Missbrauchs, welche sexuellen Handlungen „Befummeln“, dabei Selbstbefriedigung, muss das Opfer den Täter befriedigen, Geschlechtsverkehr, Gefahr von Schwangerschaft und und und. Es gibt soviele Faktoren, die dann auch noch bei jedem Mädchen andere Reaktionen hervorrufen, dass man einfach nicht sagen kann „missbrauchte Mädchen tun dies und das“.
Mir schoss durch den Kopf:
langjähriger Missbrauch
Provokationen
„testen“ wie es ist weiblich zu sein,
„testen“ wie das funktioniert mit dem Sex
Den Ablösungs-„kampf“, den sie mit der Mutter führen, auf eine Person verlagern, die ihnen „zugeneigter“ ist.
Was es auch sei, dem Vater muss klar gemacht werden, dass er sich falsch verhält. Selbst wenn er sich „nur“ das unangemessene Verhalten seiner Töchter (vermutlich ganz gern) gefallen lässt muss er auf seine väterlichen Erziehungspflicht zurückgeführt werden. Wobei ich auch nicht sagen kann Wer das wann und wie am erfolgversprechensten tun sollte.
Ich kenne keinen der Beteiligten und spekuliere hier wild rum, aber ich würde mir von einem Gespräch mit einem Mann der sich unangemessenes Schmusen seiner Töchter gefallen lässt, nicht allzu viel erhoffen.
Bitte doch die bekannten Beratungsstellen (Wildwasser, Zartbitter, eventuell kommunale, oder auch kirchliche Einrichtugen) um Informationsmaterial und reiche sie an die Mädchen weiter.Falls du sie dafür gut genug kennst. Wenn nicht, vielleicht weißt du wo sie zur Schule gehen, und kannst eine Lehrkraft der entsprechenden Klasse darum bitten eine Unterrichtstunde darüber zu machen, und dabei das Infomaterial zu verteilen.
Sollte hier wirklich was Übleres vorliegen als „nur“ ein Vater, der mit seinen Töchtern, die sich ausprobieren und finden müssen, nicht angemessen umgeht, fürchte ich, dass die Mädchen sich nur noch selbst helfen können. Mehr als auf Hilfsangebote hinweisen, Gesprächsbereitschaft signalisieren (NICHT aufdrängen) wirst du wohl nicht tun können. Bei einer -zumindest formal- erwachsenen jungen Frau und einem 16-jährigen Mädchen sehe ich nicht, dass z.B.die Familienfürsorge sehr hilfreich seien könnte.
Es ist ohne jeden Zweifel gemein und hart, aber es hilft nicht, es schönreden zu wollen. Die Mädchen müssen aktiv werden. Zumindest an den richtigen Stellen klar machen, dass sie ein Problem haben und Hilfe brauchen. Wenn sie schon da angekommen sind, dass Papi gelegentlich ein nicht unerhebliches Geschenk rüberreicht, werden sie an einer Auflösung der Missbrauchssituation möglicherweise kein Interesse mehr haben und früher oder später ins „Milieu“ wechseln.
Wohlgemerkt: Ich habe nicht gesagt, dass das dort so ist. Ich sprach von „wenns“, von „falls“, kurz von Möglichkeiten.
Gruß, Renate