Vater unerwartet verstorben - Was nun?

Guten Tag,

vor zwei Wochen ist mein Vater plötzlich und unerwartet von uns gegangen. Mit einem Schlaganfall wurde er aus dem Leben gerissen und bis heute können es meine Mutter und ich nicht fassen. Wir haben auch noch keine Ahnung wie es weitergehen soll und sind mit der Situation etwas überfordert.

Leider lernt man in der Schule nicht, was man im Falle eines Todes eines direkten Angehörigen alles tun muss, deshalb kommen wir nur schrittweise voran. Einiges haben wir zwar schon regeln können, doch das Gröbste steht uns noch bevor - das finanzielle.

Heute erfuhren wir zum Beispiel, dass mein Vater noch ein Sparbuch besitzt, welches aber zu Hause nirgendwo auffindbar ist. Die Vollmacht die meine Mutter von seinem Konto hat reicht da leider nicht aus, um das Geld vom Sparbuch auf das Konto zu transferieren. Die Vollmacht reicht lediglich aus, um - erstmal - weiterhin die Fixkosten zu decken. Wir wissen nur, dass wir uns über einen Notar noch einen Erbschein besorgen müssen, nicht aber ob dieser ausreicht um an das Geld auf dem Sparbuch zu kommen.

Einiges an Versicherungen haben wir schon umgemeldet, aber mit Sicherheit haben wir noch einiges vergessen was noch zu tun ist.

Es mag dumm klingen, aber man macht sich um sowas nie Gedanken. Gibt es denn da irgendwie eine Art Leitfaden, an den man sich in einem solchen Fall halten kann? Möglicherweise eine Liste von Dingen, die zu erledigen sind, an welche man nicht unbedingt denkt?

Viele Grüße

Hallo,

erst mal mein herzliches Beileid. Einen Menschen so plötzlich zu verlieren, ist immer ein Riesenschock für die Hinterbliebenen, der sogar auch erst mal lähmen kann.

Trotzdem sind ja Sachen zu regeln. Checklisten gibt es im Netz die schwere Menge, einfach mal Tante Google bemühen (z.B. sterbefall was tun und zack…). Ich schaff es leider trotz heftiger Bemühungen immer noch nicht zu verlinken, deswegen nur dieser Rat.

Soweit ich mich erinnern kann (auch mein Vater), wird der Erbschein nicht vom Notar sondern vom Nachlassgericht (Amtsgericht) des letzten Wohnortes ausgestellt.

Bezüglich des Sparbuches kann euch die Bank sicherlich Tips geben, was vorzulegen ist. In der Regel sind alle doch eher nett, wenn ein Todesfall vorliegt und auch wenn man nicht ganz fristgerecht eine Aktion gestartet hat, wird oft ein Auge zugedrückt.

Gruß
Nita

Hallo,

zunächst einmal mein Beileid, einen nahen Verwandten zu verlieren reißt einem immer von den Socken.

Heute erfuhren wir zum Beispiel, dass mein Vater noch ein
Sparbuch besitzt, welches aber zu Hause nirgendwo auffindbar
ist. Die Vollmacht die meine Mutter von seinem Konto hat
reicht da leider nicht aus, um das Geld vom Sparbuch auf das
Konto zu transferieren. Die Vollmacht reicht lediglich aus, um

  • erstmal - weiterhin die Fixkosten zu decken. Wir wissen nur,
    dass wir uns über einen Notar noch einen Erbschein besorgen
    müssen, nicht aber ob dieser ausreicht um an das Geld auf dem
    Sparbuch zu kommen.

Ihr könnt den Erbschein auch beim Nachlaßgericht beantragen, daß könnte etwas billiger sein, da bei Gericht keine MwSt. anfällt. Mit diesem Erbschein kann dann alles Andere (auch finanzielle) geregelt werden. Ein Erbschein ist dann nicht nötig, wenn ein notarielles Testament vorliegen sollte. Habt ihr keine Unterstützung vom Bestatter gehabt? Die übernehmen normalerweise die üblichen Behördenarbeiten, wie Information Rentenversicherungsträger / Krankenkasse etc.

Evtl. kann Deine Mutter Witwenrente beantragen. Telefon / Strom etc. sollte umgemeldet werden.

Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein.

LG
Tina

http://www.kreudenstein-online.de/Bestattungskultur/…

Du mußt die Betreffszeile http:… komplett kopieren und dann hier wieder einfügen.

Gruß
Tina

Mein herzliches Beileid.

Das kommt zusätzlich zu dem Schmerz immer noch hinzu: diese Hilflosigkeit, weil wir nicht mehr lernen, mit dem Tod umzugehen (und erst recht nicht mit den damit verbundenen Formalitäten!).

Vielleicht ist Dir das eine Hilfe: http://www.magazin.trauer.de/todesfall

Alles Gute für Dich und deine Familie
Ann

hallo izzy,
auch von mir herzliches beileid. ich wünsche euch kraft.

ich hätte da noch einen tipp:
als mein vater starb, flatterten rechnungen von gläubigern ins haus bei denen mein vater angeblich noch im zahlungsverzug stand.
zuerst waren wir etwas irritiert. nach recherchen stellte sich aber heraus, das es trittbrettfahrer waren. seid also auf der hut und prüft erstmal ob diese rechnungen rechtens sind.
makaber war auch ein radarfoto der polizei, das am tag der beerdigung per post ins haus zugestellt wurde. auch diese verfehlung mußte nicht mehr bezahlt werden.
seute

Hallo,

wenn ihr mit der Situation aktuell überfordert seid, dann solltet Ihr überlegen, ob Ihr die Sache nicht ggf. einem Fachmann übergebt. Es gibt einige Anwaltskollegen, die Nachlassabwicklungen für bezahlbares Geld übernehmen.

Ansonsten kann man nur den Tipp geben, die Kontoauszüge des letzten Jahres Blatt für Blatt durchzugehen, um auf Verträge zu stoßen, die Ihr bislang ggf. noch nicht gefunden habt. Normalerweise wird auf jeden laufenden Vertrag mindestens einmal im Jahr eine Zahlung erfolgen, und die müsste in den Kontoauszügen zu finden sein. Wichtig: Nicht alle Verträge enden automatisch mit dem Tode, allerdings wird eine Kündigung aus diesem Grund normalerweise großzügig gehandhabt. Sonst treten die Erben in das Vertragsverhältnis ein. Es macht Sinn, sich erst einmal 20 Kopien der Sterbeurkunde zu machen, die man entsprechenden Kündigungen beilegen kann.

Ganz wichtig ist die Frage eines ggf. zu stellenden Antrags auf Witwen- und ggf. Halbwaisenrente. Hierzu finden sich auch jede Menge Infos im Internet. Weiterhin ist zu prüfen, ob es Lebensversicherungen oder sonstige Leistungen auf den Todesfall hin gibt.

Was die Bezahlung der Kosten der Beerdigung angeht, so sollte man nachsehen, ob es u.U. Versicherungen/Mitgliedschaften gibt, über die ein Teil der Kosten getragen wird.

Bzgl. des Erbes muss man sich möglichst schnell zudem einen Überblick verschaffen, ob diese unter dem Strich positiv ausfällt oder ob im schlimmsten Fall eine Ausschlagung des Erbes notwendig ist.

Sollte ein Testament gefunden werden, ist dies beim Nachlassgericht abzugeben zwecks Eröffnung. Gibt es kein Testament/Erbvertrag dann gilt gesetzliche Erbfolge. Auch über die Rechte und Pflichten die mit der Erbenstellung der einzelnen Erben verbunden sind, sollte man sich informieren.

Und dann solltet Ihr an Euch denken. Wenn der größte Stress vorbei ist, solltet Ihr Euch eine Auszeit nehmen, um das alles zu verarbeiten. Wie ich eben gerade hier an anderer Stelle geschrieben habe, bietet ein Urlaub hierzu gute Voraussetzungen. Mit der Rückkehr kann man dann einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

Gruß vom Wiz