Vater werden mit 52?

Ich habe da Bedenken, würde aber mal gern hören, wie es anderen dabei ergangen ist.
Hat jemand dazu Erfahrungen, oder weiß ein Forum, wo ich was dazu finden könnte?
Danke
Gerhard

hallo,

diese postings fand ich ganz interessant, vielleicht helfen sie dir ja auch

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

viele grüsse
metoo

Hallo,

mei Vater war 54, als ich geboren wurde. Ich war sein erstes Kind. Solange ich mich erinnern kann, wurde ich oft gefragt, ob das mein Opa sei. Als Kind fand ich das aber lustig. Als ich so in der Pubertät war, fand ich es nicht mehr so lustig, einen so alten Vater zu haben. Er hatte eben noch Ansichten, die teilweise aus der Zeit VOR dem ersten Weltkrieg stammten. (Er war 1910 geboren).
Zu bedenken ist auch, dass man als Kind so alter Eltern relativ früh (Halb-)Waise werden kann. Mein Vater ist allerdings erst mit 85 gestorben, da war ich schon 31 Jahre alt.

Gruß
Nelly

Späte Vaterschaft
Hi Gerhard,

welche Bedenken bewegen Dich denn? Wäre es Dein erstes Kind? Wie alt ist denn die potentielle Mutter des Kindes?

Zunächst mal eine Liste für Dich mit Links zu vielen Foren, ein spezielles für späte Väter habe ich leider nicht finden können: http://www.papaliste.de/links.html

Was die medizinische Seite später Vaterschaft angeht, streiten sich die Gelehrten meines Wissenstandes nach noch, ob die genetischen Risiken für das Kind bei älteren Vätern tatsächlich höher sind als bei jüngeren.

Was die psychologische Seite angeht, hängt, abgesehen vom Alter und der Lebensplanung der Mutter, vieles davon ab, wie vital Du Dich noch fühlst bzw. inwieweit Du ermessen kannst, wie vital Du in den kommenden Jahren sein wirst. Wie sieht Deine Lebensplanung aus? Siehst Du Dich in wenig mehr als 10 Jahren im Ruhestand? Mit einem 10jährigen Kind wird es zwangsläufig ein Unruhestand sein…

Wenn Dein Kind Dich nachts aus dem Schlaf reißen und Dich rund um die Uhr auf Trapp halten wird, bist Du 53.

Wenn Dein Kind bist mit Dir toben, schwimmen gehen und Kindergeburtstage feiern will, bist Du etwa 55 - 60.

Wenn Dein Kind in die Pubertät kommt, bist Du etwa 65 - 70… wie nah sind Dir die Nöte und Sorgen Deines Kindes dann noch?

Wenn Dein Kind sein eigenes Leben zu leben beginnt, bist Du 70 - 75.

Wenn Dein Kind vielleicht eigene Kinder haben wird und diese mit ihrem Opa spielen wollen, bist Du etwa 75 - 90.

Mein Vater war 47, als ich geboren wurde, ich war sein viertes Kind, meine Mutter war nur wenig jünger. Näheres darüber habe ich hier beschrieben: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ich war 27, als mein Vater starb. Ich hätte gerne mehr Zeit mit ihm verbracht.

Viele Grüße
Diana

Mehr Details
Hallo Diana,

viele Fragen, dann will ich das mal etwas ausführlicher beschreiben, auch für die anderen, die hier schon geantwortet haben.

Ich hatte wohl nur ein wenig kurz geschrieben und keinen Hintergrund erläutert:

Die ‚potentielle‘ Mutter ist 41, ich 51, wir haben zwei Kinder, die jetzt 14 und 16 sind. Mit denen lief und läuft alles super, wir haben immer viel Zeit verbracht, wir Eltern arbeiten von zuhause und sind meistens anwesend, (was jetzt nicht mehr so wichtig ist, weil die Kids meistens nicht mehr anwesend sind :smile: Wir haben ein harmonisches Familienleben, auch die Kinder bestätigen das immer mal wieder - ungefragt.

Nun sagt meine Frau, (nachdem es ist unerklärlicherweise passiert :smile:, sie kann sich gut vorstellen nochmal ein Kind aufzuziehen. Warum habe ich Bedenken? Die beruhen einzig und allein auf meinem Alter!

Ich fühle mich *jetzt* noch nicht zu alt, auch nicht mit unseren Kindern, ich kann mit denen Sport machen, wir haben eine große gemeinsame Schnittmenge im Musikgeschmack und mehr.

Es gibt aber erste Erlebnisse, die mich nachdenklich machen (Z.B. wie das wohl auf meinen Sohn gewirkt haben musste, als ich neulich mal aufs Skateboard gestiegen bin - ich fahre seit 30 J. Skateboard und habe es noch nicht aufgegeben, warum auch, ich kann das genauso gut wie Fahrradfahren - und einer der 14jährigen, der mich nicht kannte, grölte ÖÖÖhhh guck mal der Oppa skatet. Inzwischen sagen die nichts mehr, ich hab die ganze Gruppe in den SChnee mitgenommen und ihnen Snowboarden beigebracht, jetzt kennen die mich und fragen mich nach Rat)

Die medizinische Seite beschäftigt mich nicht zu sehr, es gibt ja Untersuchungsmöglichkeiten.

Die psychologische Sache, da ist es problematischer. Ich würde mir wohl ein dickes Fell anlegen müssen. Ist mir klar, das ich immer Bemerkungen hören würde: Ist ja auch schön, wenn die Großeltern mal das Kind übernehmen können… Aber andererseits habe ich sowieso schon ein dickes Fell.

In meinem Freundeskreis gibt es einige kleine Kinder. Ich habe allerdings keine Freunde in meinem Alter, sondern nur jüngere. Ich kann mit denen über 50 nicht am Sonntagnachmittag beim Kaffee und Kuchen plaudern, und die wollen nicht mit, wenn ich jetzt mal in den Schnee fahre, die gehen höchstens mal ins Pistenrestaurant an der Talstation. (Wenn einen mal der Teufel reitet, vielleicht Langlauf, wozu es dann von mir eine mitleidige Bemerkung gibt, ‚Das mache ich, wenn ich mal älter werde‘)

Es gibt also Diskrepanzen zwischen meinem tatsächlichen und meinem gefühlten Alter. Hat mich bisher noch nicht sehr gestört, aber jetzt frage ich mich, geht das überhaupt. Wird mir das Kind einen Sessel in die Sonne stellen und mich zudecken müssen, wenn es 14 ist?

Meine Frau sieht das nicht so problematisch. Du wirst so schnell nicht alt, sagt sie. Wir sind da natürlich auch intensiv am Diskutieren über die ganze Problematik. Ich habe hier halt mal gefragt, weil mich interessiert, was andere für Erfahrungen gemacht haben. So absolut selten wird das ja wohl nicht vorkommen. Bei der Prominenz höre ich ständig von Vaterfreuden mit knapp 60, aber im Bekanntenkreis kann ich keinen dazu befragen.

Ich habe jedoch als Kind mehrere Fälle in unserer Familie miterlebt, Cousins oder ähnlich, mit denen ich gespielt habe, die hatten als sie acht waren, Väter, die etwa 60 waren. Die standen immer drohend als graue Eminenz im Hintergrund mit ihrer strengen und gewalttätigen Erziehung. Und es wurde immer getuschelt, der darf dies und jenes nicht, weil der Vater schon so alt ist. Eine schreckliche Erfahrung. Aber ich kann ja auch nicht zu meiner Frau sagen, weil ICH so alt bin, mußt DU die Schwangerschaft abbrechen.

Ich hoffe, meine Bedenken werden etwas erkennbarer, wenn ich es auch im Moment nicht sehr strukturiert aufs Papier kriege.

Gruß
Gerhard

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lange Antwort
Hallo Gerhard,

mir geht’s ganz aehnlich wie Pia und die Situation ist mit deiner durchaus vergleichbar:
mein Vater war 47, meine Mutter 39, als ich auf die Welt kam. Meine beiden Schwestern waren 11 und 13.
Mein Vater war ein sehr sportlicher Typ, der immer mindestens 10 Jahre juenger geschaetzt wurde als er tatsaechlich war. Ich war das verwoehnte Nesthaekchen. Ich habe diesen Sonderstatus immer genossen. Mein Vater wurde nur von Bekannten gefragt, ob ich das Enkelkind sei (die Fremden dachte ja, er sei jung genug mein Vater zu sein) und das hat immer zu sehr stolzen Bekundungen gefuehrt, dass ich seine TOCHTER sei. Ich habe viele wunderbare Erinnerungen an meinen Vater, der mich immer allein mit zum Skifahren genommen hat (meine Mutter war eher unsportlich). Er hatte mehr Zeit als die jungen Vaeter meiner Freunde, vor allem als er dann mit 58 in den Vorruhestand ging (fuer uns bedeutete das eine finanzielle Einbusse, aber ihm war die Freizeit wichtiger). Meine Freunde fanden meinen Vater ‚cool‘, eben weil er mehr Zeit hatte und Dinge tat, die ihre Vaeter nicht (mehr) taten. Das war damals (vor 30-40 Jahren) allerdings ein bisschen anders, da war ein skifahrender, spassliebender 60 Jaehriger schon etwas ungewoehnlicher als heute.
Negativer wurde unser Verhaeltnis als ich in die Pubertaet kam und erste Freunde hatte. Mein „Privatleben“ hab ich ihm ab da so ziemlich verheimlicht, weil er doch ganz andere Vorstellungen hatte. Wir hatten sehr viel Streit, sehr viel Rebellion meinerseits. Ich bin sehr frueh (mit 20) ins Ausland gegangen und habe dort geheiratet (um in dem Land bleiben zu koennen). Er konnte sich damit abfinden, weil er irgendwie dachte, besser verheiratet (und somit ‚geschuetzt‘) als allein.
Ich glaube, meine Eltern waren bei mir viel gelassener als bei meinen Schwestern. Meine Mutter drueckt es weniger positiv aus: sie sagt, bei mir haette sie keine Nerven mehr gehabt, und haette mir viel mehr durchgehen lassen, als meinen Schwestern.

Mein Vater ist gestorben, als ich 21 war und ich war fuer lange Zeit unglaublich wuetend auf ihn: er hat mir nie die Chance gegeben, ihm zu zeigen, dass ich ein ‚anstaendiger Mensch‘ geworden bin, dass meine Ehe klappte (obwohl ueberstuerzt), dass ich an der Uni gut war, meine Kinder haette ich ihm gern gezeigt - und meinen Kindern einen Opa gewuenscht (und er war ein toller Opa, was ich an meinen Nichten und Neffen beobachten konnte). Aber das kann auch bei einem jungen Vater passieren (obwohl die Chancen natuerlich steigen, je aelter man wird), und meine Mutter ist erst dieses Jahr mit 81 gestorben; das ist m.E. ein Argument gegen einen 60jaehrigen Vater zu werden, nicht 50.

Das sind meine Positiv- und Negativerfahrungen mit einer vergleichbaren Situation.
Vielleicht sollte ich nocht das Verhaeltnis zu meinen Schwestern erwaehnen. Ich habe immer gescherzt, ich sei mit drei Muettern aufgewachsen. Und besonders meine aeltere Schwester hat immer versucht, an mir herumzuerziehen, und auch heute noch ist unser Verhaeltnis etwas gespannt und viele Probleme, die ich mit ihr habe, kenne ich von Erzaehlungen nur als Mutter-Tochter Probleme. Es gab Zeiten, in denen ich recht wenig Kontakt mit meinen SChwestern hatte (was natuerlich auch raeumlich bedingt war), aber je aelter wir werden, desto besser verstehe ich mich mit ihnen. Und frueher fand ich meine Schwaeger einfach toll! und fand das toll, mit sieben schon Tante zu sein. Ich stehe altersmaessig genau in der Mitte zwischen meinen Schwestern und meinen Nichten und Neffen, und wir haben ein tolles Verhaeltnis, auch weil die jetzt Kinder im Alter meiner Kinder haben (wir waren auch relativ spaet dran).
IMHO erfuellst du viele Voraussetzungen, dass das richtig gut klappen kann (ich haette grosse Bedenken, wenn es euer erstes Kind waere). Nicht zuletzt, dass du dir Gedanken machst und nicht blauaeugig in die Sache rennst, spricht fuer dich.
Sofern du dich nicht auf faule legst und denkst: kenn ich ja alles, hab ich ja alles schon mal gemacht, kann das eigentlich nur gut gehen.
Viel Glueck
wuensche ich euch beiden (euch fuenf!)
Elke

Hallo Gerhard,

viele Fragen, dann will ich das mal etwas ausführlicher
beschreiben, auch für die anderen, die hier schon geantwortet
haben.

Dann will ich doch auch einges dazu beitragen:

Nun sagt meine Frau, (nachdem es ist unerklärlicherweise
passiert :smile:, sie kann sich gut vorstellen nochmal ein Kind
aufzuziehen. Warum habe ich Bedenken? Die beruhen einzig und
allein auf meinem Alter!

Also, abtreiben würde ich nur aus Altersgründen - wenn das Kind ansonsten willkommen ist - auf keinen Fall.

Ich habe jedoch als Kind mehrere Fälle in unserer Familie
miterlebt, Cousins oder ähnlich, mit denen ich gespielt habe,
die hatten als sie acht waren, Väter, die etwa 60 waren. Die
standen immer drohend als graue Eminenz im Hintergrund mit
ihrer strengen und gewalttätigen Erziehung. Und es wurde immer
getuschelt, der darf dies und jenes nicht, weil der Vater
schon so alt ist. Eine schreckliche Erfahrung. Aber ich kann
ja auch nicht zu meiner Frau sagen, weil ICH so alt bin, mußt
DU die Schwangerschaft abbrechen.

Darauf hast Du ja noch den besten Einfluss: Traust Du Dir zu, Dich auch in 15 Jahren noch in einen Teenie einzufühlen. Bist Du bei Deinen Kindern eigentlich auch jetzt schon so streng?

Mein Vater war auch sehr alt, aber mir wurde von älteren Halbgeschwistern glaubhaft versichert, dass er auch zu deren Zeit schon so streng war, d.h. die Strenge beruhte nicht auf dem Alter, sondern auf dem Erziehungsstil.

Gruß, Karin

Hallo Gerhard.
Ich finde, der Vergleich mit unseren Vätern hinkt. Die Zeiten waren völlig anders, die Erziehung vom Krieg geprägt und die Väter heute sind viel flexibler, die Kinder anspruchsvoller und schwieriger zu führen.
Ich habe die Erfahrung gemacht ( mein Schwager war 53 beim zweiten Kind, 51 beim ersten ), dass ältere Väter nicht so schnell alt werden, nicht so wehleidig sind und sich ihre „Jugend“ länger bewahren. Für Zipperlein und entsprechendes Gejammer bleibt die Zeit nicht. .
Allerdings fehlt dann auch die Zeit nach den Kindern, in deinem Fall wäre das ja jetzt gerade, wo deine älteren Kinder so ihre eigenen Wege gehen.

Grüße
R.