Hallo,
ich könnte diesen Beitrag auch unter „Psychologie“ schreiben, aber mir geht es in erster Hinsicht um mein Kind und momentan weniger um die Psyche des Kindesvaters (kann mich nicht um alles kümmern:wink:
Es vergeht fast kein Tag seit der Geburt meines Kindes an dem mein Freund mit Kind auf dem Arm nicht sagt „die Mutter ist böse“ oder eben „die Mutter ist schon wieder böse“. Das Kind ist mittlerweile fast 4 Monate alt und ich frage mich langsam was das für Auswirkungen haben wird. Ehrlich gesagt frage ich mich nicht nur, sondern mach mir heftigste Sorgen die bis zu Albträumen reichen.
Beziehungsweise ich habe eben wieder einmal versucht meinem Freund zu erklären, daß er das bitte zu unterlassen hat, aber vergeblich. Seine Reaktion ist trotzig, fast kindisch und meist kommt als Antwort auf die Frage warum er dies mache „tja, Du bist halt böse“… Ich habe in letzter Zeit aufgepaßt, wann genau er diesen Satz gebrauchte und mußte feststellen, daß es immer dann war, wenn ich versucht habe mich gegen Beleidigungen oder Demütigungen von ihm zu wehren. Also er hat den Satz nicht gebraucht, wenn ich tatsächlich „böse“, d.h. sauer, verärgert o.ä. war (also wir in einem richtigen Streit waren), sondern einfach wenn ich ihm wieder einmal gesagt habe er möchte doch bitte unterlassen mich als Schl… oder Lahmar… zu bezeichnen.
Und hier sind wir dann wieder beim Thema „Eltern/Kind“, denn eine Schl… bin ich für ihn, weil ein unbeschreibliches Chaos in meiner Wohnung herrscht (seit Geburt meiner Kleinen). Ein Lahmar… war ich besonders in den ersten Wochen (also quasi im Wochenbett), da ich laut seiner Aussage unheimlich langsam bin. An beiden Aussagen ist was dran. Ich ertrage das Chaos in meiner Wohnung nicht mehr und ich bin/war tatsächlich weniger schnell wie sonst. Warum?
Ich wohne mit dem Kind alleine und bin auf die seltene Unterstützung meiner Mutter (aufgrund ihres Alters) und die meines Freundes angewiesen. Mein Freund hat es während des Wochenbettes nicht geschafft mir Frühstück zu machen (geschweige denn andere Mahlzeiten), noch staubzusaugen, noch von sich aus ein einziges Mal die Wäsche in die Waschmaschine zu werfen und anzuschalten usw. Ausgiebig ferngesehen und geschlafen hat er allerdings. Ich hatte fast 3 Monate entzündete Milchgänge und habe neben Milch überwiegend Blut und Eiter gestillt (laut Arzt nicht schädlich für das Kind). Seine Reaktion auf einen Nervenzusammenbruch von mir (nachdem er mich Weihnachtsabend allein hat sitzenlassen) „jetzt übertreibst Du aber“. Kurzum: es kam keinerlei Unterstützung von ihm. In seinen Augen „sehr viel“, denn er hat sich geradezu rührend um das Kind gekümmert (hatte 6 Wochen Urlaub genommen), es überwiegend abends hin und her getragen, gewickelt etc. Diese Zeit war für mich aufgrund meiner körperlichen Schmerzen die wahre Hölle, denn ich konnte zeitweise überhaupt nicht mehr schlafen, da ich nicht einmal mehr auf dem Rücken liegen konnte. Ich muß nicht erzählen, was da alles in der Wohnung liegengeblieben ist (alles).
Nun gut, diese Zeit ist vorbei. Manches ist besser, na ja, anders… Jetzt habe ich übelste Zahnschmerzen seit 2 Wochen, müßte wegen der Nachwirkungen der Wahnsinnsschmerzen von vorher zum Orthopäden (vermutlich schlimme Verspannungen durch die Schmerzen) und die Reaktion meines Freundes ist „nimm doch die Kleine mit“. Baby-Krankengymnastik und weitere Arzttermine mit der Kleinen, sämtliche Kurse etc. mache ich alleine.
Aus all dem ganzen kann man schließen, daß er nicht so ganz unrecht hat mit „Schl…“ und „Lahmar…“. - Dies ist halbironisch gemeint! -
Ich mußte dies alles erzählen, damit man den Hintergrund kennt.
Nun frage ich mich, was seine Intention ist? Kann er allen Ernstes wollen, daß unser Kind mich hassen wird? Was ich fast noch schrecklicher finde: er sagt nicht Mama oder Mutti ist …, nein er sagt „die Mutter“. Die schlimmste Demütigung war für mich „Du kannst ja nicht einmal Dein eigenes Kind stillen“… - und das nachdem ich nun 3 Monate durchgehalten habe und nun immer noch stille (fast schmerzlos nun wieder:wink:)
Was tun? Es kann nicht angehen, daß er weiterhin dem Kind diesen Satz einbläut. Andererseits hab ich keinerlei Absicht ihm das Kind zu entziehen, denn er ist gerne mit dem Kind zusammen, ist sehr herzlich und rührend - auch wenn er nicht kapiert, daß abends eher Ruhe einkehren sollte und er die Krankengymnasten für Idioten hält:wink: Ich fürchte hier hilft nur noch ein Therapeut oder eine Beratung von offizieller Stelle, denn als ich das Thema eben zur Sprache brachte verließ er die Wohnung und schwafelte etwas von einem Rechtsanwalt. (Was schon sehr lustig ist, denn was will ER einklagen??)
Mein einziges regelmäßiges Einkommen momentan ist mein Kindergeld, sonst hätt ich schon längst zumindest eine Putzfrau mir geleistet.
Hat jemand ähnliches erlebt und eine Lösung gefunden? Bestimmt, denn häufig werden ja Streitereien über die Kinder ausgetragen, zumindest bei sehr schwachen Charakteren. Komisch bei uns ist nur, daß mein Freund mich auch „Schl…“ nennt, wenn gerade absolut gute Stimmung herrscht, wir beide gutgelaunt sind… Braucht er diese Demütigungen für sein Ego? Wenn ja, warum? Aber das Wichtigste und deshalb in diesem Brett: wie kann ich verhindern, daß er mich weiterhin vor dem Kind beschimpft, wie kann ich es ihm verständlich machen ohne es ihm zu verbieten, denn dies reizt ihn offensichtlich noch viel mehr??
Ich bin allmählich am Ende meiner Kräfte und die einzige freie Zeit, die ich seit der Entbindung FÜR MICH hatte waren 2 Stunden in einem Konzert („frische“ Mütter werden diesen Satz verstehen).
Na vielleicht hat’s irgendjemand geschafft bis hierher zu lesen? Danke.
Viele Grüße,
Christiane

