Venedig

wir haben uns heute die frage gestellt, wie es heute in venedig mit der kanalisation ausschaut.wie bekommen die bewohner ihr „trinkwasser“, stromleitungen?? haben die häuser dort keller?wo sind die telefonleitungen?stromzuleitungen? alles unter wasser?
weiss auch jemand warum überhaupt venedig damals erbaut wurde? hat es einen tiefen sinn, daß diese stadt nur auf bäumen erbaut wurde?
das war doch mehr als mühlseelige schwerstarbeit.
vielen dank im voraus

Hallo Martina,

komplett kann ich Deine Fragen leider nicht beantworten.
Aber ich weiss, dass Venedig auf vielen kleinen Inselchen in der Lagune als eine Art Fluchtsiedlung etwa in der Zeit der Völkerwanderung entstanden ist. In den Sumpf dort konnte man mit einer Armee nicht so gut hinein, also dachten sich die Bauern: Klasse!

Trinkwasser gab es reichlich, dort, wo bis heute kleine Bäche und Flüsschen aus der Umgebung in die Lagune fließen. Es ist nicht so, dass sich Süß- und Salzwasser auf der Stelle mischt. Das fließt eine Weile nebeneinander.

Bis ins 19. Jh. wurde der meiste Teil der Bevölkerung der Stadt aus Brunnen versorgt. Wie man die technisch bis auf die Plätze geführt hat, kann ich dir beim besten Willen nicht sagen. Aquädukte gibt es aber seit den Römern, Wassertürme und die entsprechenden Pumpen dazu (Menschenkraft, Ochsen, Wasser- und Windräder) seit der frühen Neuzeit. Abwasser war bis ins 20. Jh in Venedig kein Problem, wozu gibt es die Canali. Erst Mitte der 60er Jahre des 20. entwickelte sich das Bewusstsein für die Verschmutzung der Lagune. Heute sind die Probleme noch nicht völlig gelöst; ich weiß, dass es Pläne für eine Kanalisation Richtung Festland gibt, aber ob die schon vollständig gebaut ist?
Ich weiß auch, dass die Touristen im Sommer finden, dass die Canali stinken.

Zu den Millionen Baumstämmen: als die Stadt immer mehr wuchs, wurden die „festen“ Inseln zu klein, man fing an, Sumpfland zu überbauen. Zudem brauchen Fischerhütten nicht den Untergrund, den Paläste nötig haben. Umziehen konnte oder wollte die Stadt nicht; das Umland gehört anderen Herren. Also blieb nur Befestigung. Sumpfland reagiert auch Belastung wie Pudding, es fließt Dir alles seitlich unter einem Bau weg. Baumstämme dicht an dicht halten, was auf ihnen steht. In Amsterdam und anderen Städten hat man mit dem gleichen Prinzip gearbeitet. Und wenig Rücksicht auf Anwohner genommen. Die Rammgerüste waren 24 Stunden im Einsatz und frage nicht, wie das knallt. Man kennt Beschwerden aus jener Zeit. Heute nimmt man natürlich nicht mehr Eichenholz, sondern Beton. Aber auch Säulen, aus den gleichen Gründen der Statik.

Strom weiß ich nicht, Telefonkabel kann man, wenn man muß, durchaus unter Wasser verlegen. Bereits in der 1. Hälfte des 20. Jh. gab es eine Transatlantik-Telefonkabelverbindung. Hat funktioniert, bis es Satelliten gab.

Dass die Häuser in Venedig Keller haben, halte ich aus Gründen der Baulogik für nicht möglich. Zum Einen hätte man dann die erwähnten Baumstämme noch mal einige Meter tiefer rammen müssen. Zum Anderen hat es in Venedig immer Überschwemmungen gegeben. Da sind Keller nicht sehr sinnvoll. Auch anderswo in alten Häusern in Italien nicht vorhanden. Man macht das bei uns aus Klimagründen, um Vorräte vor Frost zu schützen (nicht nur, ich weiss). Südlich der Alpen ist ein Kellergeschoss dagegen nicht unbedingt nötig. Du findest in keinem der Palazzi die repräsentativen Räume im Erdgeschoss. Wirtschaftsgebäude, wie Küche und Vorratshaltung befand sich immer im Hinterhof.

Ich hoffe, das hilft weiter
viele Grüsse
Angelika

danke für die mühe
hi angelika

du hast du aber viel mühe gegeben. im prinzip sind somit alle unsere fragen erläutert. dafür gibbet nen sternsche. danke nochmals