Ver-/Absicherung der Kinder

Hallo,

wir haben eine 5,5 Wochen alte Tochter und stehen jetzt vor der Frage - welche Versicherungen sind für das Kind bzw. für die Absicherung des Kindes im Falle des Ablebens eines oder beider Elternteile vor dem 18. Lebensjahr des Kindes sinnvoll.

Ein paar Fragen dazu - wir sind natürlich offen für alle Anregungen - nur bitte keine Werbung.

  1. Unfallversicherung: Ab welchem Alter? Ist da automatisch auch Invaliditätsversicherung (wenn Invalidität z.B. durch Krankheit, nicht durch Unfall verursacht wird)? Worauf muss man da achten?

  2. Haftpflichtversicherung: schon mal abgedeckt durch die Familienhaftpflichtvers.

  3. Finanzielle Absicherung bis zur Volljährigkeit: was rentiert sich eher?

  • Geld in einem Aktienfonds langfristig ablegen - bringt wohl mehr Zinsen als eine LV über 18 Jahre, das Geld ist aber blockiert und das Kind kann es im Notfall nicht früher bekommen - richtig?
  • LV der Eltern zu Gunsten des Kindes oder des (nichtverh.) Partners? Wo sind da die Unterschiede? Zahlen Versicherungen dann das Geld direkt an ein minderjähriges Kind aus oder bedarf es eines Vormundes?
  • Ausbildungsversicherung? Wie hoch sind da die Zinsen? Wie flexibel sind die Versicherungen? Was ist, wenn alles gut geht und finanzierbar ist, nach welcher Laufzeit wird ausbezahlt, kann man das bei Abschluss bestimmen?
  1. Zusatz PKV wenn Eltern GK-versichert?

  2. Was habe ich vergessen? :smile:

Vielen Dank für Tipps von Experten und von Eltern, die erzählen möchten, wie sie’s gemacht haben.

Gruss

Ama

Hallo erstmal,

  1. Unfallversicherung: Ab welchem Alter? Ist da automatisch
    auch Invaliditätsversicherung (wenn Invalidität z.B. durch
    Krankheit, nicht durch Unfall verursacht wird)? Worauf muss
    man da achten?

Eine Unfall-Versicherung ist auch schon für Säuglinge sinnvoll (Absicherung der finanziellen Risiken bei Unfall) diese kann wahlweise mit einer monatlichen Rentenleistungen aufgestockt werden. Diese unterteilt sich in zwei mögliche Formen: a)Unfallrente (nur bei Unfall) oder b) Kinder Invaliditätsrente (auch bei Krankheit, aber erst abzuschließen nach dem ersten Lebensjahr, da erst dann der Gesundheitszustand klar zu erkennen ist)

  1. Haftpflichtversicherung: schon mal abgedeckt durch die
    Familienhaftpflichtvers.

Nein und Ja. Solltet ihr eure Aufsichtspflicht verletzen, dann ist Sie abgesichert. Seid Ihr mit im Raum und das Kind wirft von Oma die Vase runter–&gt:stuck_out_tongue_winking_eye:eck gehabt. Kinder unter 7 Jahren (im Straßenverkehr unter 10 Jahren) können für ihre Taten nicht verantwortlich gemacht werden und der Geschädigte kann nichts machen. Er bleibt auf seinen Kosten hängen. Für euch nicht schlimm, aber was macht ihr, wenn wirklich die Vase von der Oma, Nachbarin, Freundin, etc war. Meistens greift man doch noch in den eigenen Geldbeutel.

  1. Finanzielle Absicherung bis zur Volljährigkeit: was
    rentiert sich eher?
  • Geld in einem Aktienfonds langfristig ablegen - bringt wohl
    mehr Zinsen als eine LV über 18 Jahre, das Geld ist aber
    blockiert und das Kind kann es im Notfall nicht früher
    bekommen - richtig?
  • LV der Eltern zu Gunsten des Kindes oder des (nichtverh.)
    Partners? Wo sind da die Unterschiede? Zahlen Versicherungen
    dann das Geld direkt an ein minderjähriges Kind aus oder
    bedarf es eines Vormundes?
  • Ausbildungsversicherung? Wie hoch sind da die Zinsen? Wie
    flexibel sind die Versicherungen? Was ist, wenn alles gut geht
    und finanzierbar ist, nach welcher Laufzeit wird ausbezahlt,
    kann man das bei Abschluss bestimmen?

Ob du dich für eine Aktienanlage (spekulativ), Rentenfonds (weniger spekulativ), Banksparplan oder LV (sicher ist sicherr) entscheidest, liegt bei dir. Macht euch eine Prioritätenliste, in der ihr eure Anforderungen an eine Anlage klar definiert und dann könnt ihr euch die Annlage aussuchen. Z. Bsp. Sehr wichtig ist mir die Renditechance, dafür bin ich bereit auch mal kurzfristige Schwankungen in kauf zu nehmen…
Die LV wird bei Tod der versicherten Person (Ehemann,Freund ist absolut egal) Beitragsfrei gestellt und die Versicherung zahlt die Beiträge weiter, sodaß der Betrag zum vereinbarten Zeitpunkt ausbezahlt wird. Diese variante kennt MW nur die LV. Die ist dafür aber leider nicht so flexibel (Aktien kann ich dann verkaufen, wenn der Kurs für mich O.K., eventuell auch schon Jahre früher)
Zinsen für die LV liegen bei 3,25% (bis 01.01.04-> dann 2,75%) zzgl. eventueller Gewinne. Banksparpläne und sonstige Anlage z.Zt. auch so in dem Levenl. Aktien und Rentenfonds???Risiko, mal so, mal so!

  1. Zusatz PKV wenn Eltern GK-versichert?

Krankenhauszusatzversicherung für eine freie Krankenhauswahl und freie Arztwahl. Zusatztarif für Brillen oder Zähne?? Naja, ich weiß nicht ist Geschmackssache.

  1. Was habe ich vergessen?

Wer soll das bezahlen???
Bitte achtet darauf, das die monatlichen Beiträge überschaubar bleiben, oder so flexibel sind, das ihr nicht in Druck kommt die Absicherungen zu bezahlen. Ich weiß selber, das man für sein Kind nur das beste will, aber es muß alles bezahlbar bleiben, denn Kosten hat man meistens schon genug.

Ich selber hab die Haftpflicht aufgestockt (14 Euro mehr), die Unfall gemacht (kleine Grundsumme mit Dynamik und Rentenzahlung, die ich jetzt umwandle in eine Invaliditätsrente 18 Euro p. Monat) und das wars. Finanziell haben wir Rücklagen (Studium, etc) Oma’s und Opa’s legen auch was zur Seite. das muß reichen. Wenn wir noch was über haben, tun wir das auf unsere Geldmarktkonto und fertig.

Gruß
Martin

Kleine Ergänzung…
Hallo,

  1. Haftpflichtversicherung: schon mal abgedeckt durch die
    Familienhaftpflichtvers.

Nein und Ja. Solltet ihr eure Aufsichtspflicht verletzen, dann
ist Sie abgesichert. Seid Ihr mit im Raum und das Kind wirft
von Oma die Vase runter–&gt:stuck_out_tongue_winking_eye:eck gehabt. Kinder unter 7
Jahren (im Straßenverkehr unter 10 Jahren) können für ihre
Taten nicht verantwortlich gemacht werden und der Geschädigte
kann nichts machen. Er bleibt auf seinen Kosten hängen. Für
euch nicht schlimm, aber was macht ihr, wenn wirklich die Vase
von der Oma, Nachbarin, Freundin, etc war. Meistens greift man
doch noch in den eigenen Geldbeutel.

es gibt Versicherungen, die auch solche Schäden mit übernehmen, obwohl sie dazu rechtlich nicht verpflichtet sind, z.B. Cosmos direkt!

Mfg. Frank

Hallo Martin,

auch von mir eine kleine Ergänzung.
Sollten die Eltern bereits über eine mindestens 3 monatig bestehende Zusatz-KV verfügen, würde ich mein Kind für die 2-10 Euro mtl. mitaufnehmen. Grund: Keine Gesundheitsprüfung! Und das kann unter Umständen wichtig sein. Der Beitrag hängt davon ab, welchen Versicherungsschutz die Eltern dem Kind zumuten. Und KH würde ich für das Kind in jedem Fall machen.

Wahrscheinlich aber auch separate Zahnbehandlung… man mag es nicht glauben, aber bei meiner Nichte (2,5) ist die bereits nötig. Grund: Sie kam bereits mit Zähnen zur Welt und davon lebt nun einer schon nicht mehr… gut nur Milchzähne, aber Kinder in dem Alter zum putzen zu bewegen ist mit das Schwierigste, was es gibt… und der zweite Zahn von der Geburt wird nun bearbeitet. Die KK hätte die Behandlung nicht gezahlt.

Gruß

Marco

PS: Evtl. bietet die Unfall-Versicherung auch einen gewissen beitragsfreien Versicherungsschutz an. einfach mal nachfragen.

Zu Martins, Marcos und Franks Empfehlungen…

Hallo,

Thema Unfallversicherung: mindestens eine Absicherung von 250.000 €! Warum? Stell Dir vor: dem Kind passiert ein Unfall und ist wirklicxh invalide, nicht nur den Finger ab. Dann braucht Ihr sehr viel Geld und das Kind später noch mehr (um das Mitleid der Menschen bezahlen zu können). Ich habe einen behinderten Freund (Kontergan) Ich weiß, was so ein Pflegepersonal kostet. (Mein Sohnemann ist mit 500.000 € abgesichert. Beinahe hätte er es brauchen können (Autounfall vor dem Kindergarten) z.B hat die Baden-Badener einen sehr günstigen Tarif.
Zum Thema Zahnarzt: Zahnersatz ist heute fast nicht mehr nötig… bei Kindern. Doch eine anständige Prophylaxe (die die Kasse nicht bezahlt) und Inlays (zahlt die Kasse auch nicht) sind auch bei Kindern interessant. Die Wartezeit, die Marco anspricht ist nicht so wild: bei Unfall entfällt die. Und ausgenommen wird das Kind sowieso nur, wenn die Zähne iO sind.
Was auch nötig ist: Krankenhauszusatz. Hier darauf achten, dass der Tarif auch über die GOÄ bezahlt, ebenso Vor- und Nachuntersuchung. Auch die Kosten die bei der freien Wahl des KH evtl. anfallen können.
So, jetzt hast Du bestimmt eine Gänsdehaut, oder?
Aber so teuer ist das gar nicht:
Bei der ARAG kostet zum Beispiel das ganze: 9.11 €.
Da ist drin: alle Zuzahlungen, die die Gesetzliche verlangt, Brille bis 175 €, 60 % Heilpraktiker (unbegrenzt), Zahnbehandlung, Zahnersatz, Kieferorthopädie (50 %), Privatarzt im KH…usw.
Such dir einen Makler, der besorgt Dir diesen Tarif. Oder rufe die ARAG in München an.
Eine Privathaftpflich ist ein absolutes Muss! Da reicht aber eine für die ganze Familie.
Die Erwähnung der ARAG ist keine Werbung! Es gibt keinen anderen Tarif in D, der das bietet. Nur ist das halt nicht bekannt.
Grüße
Raimund

Hallo,

wenn Ihr eine Krankenhauszusatzversicherung (Absicherung z.B. Behandlung durch Cheafarzt mach, denkt auch an eine (rel. kleine) Krankenhaustagegeldversicherung, udurch die die Aufnahme der Mutter im Krankenhausfall mit abgedeckt wird. Erkundigt Euch bei Erer „normalen“ Krankenversicherung, wann die Aufnahme der Mutter mit übernommen wird. Diese Versicherung ist nicht allzu teuer und kann z.B. mit dem 6. Lebensjahr des Kindes (wenn man dem Kind verbal klar machen kann, was im Krankenhaus passiert) wieder gekündigt werden.

Ingeborg

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Frank,
wenn Sie rechtlich nicht verpflichtet sind, wäre das also eine Zahlung auf Kulanz. Da dies aber nicht bei jedem Kunden der Fall sein kann, haben die Versicherer den zusätzliche Baustein „deliktunfähige Kinder“, nach diesem sind solche Ereignisse versichert. Ob und in wieweit die Cosmos den anbietet, kann ich nicht sagen, müßte man in den Versicherungstarifen schauen. Im Rahmen der AHB sind diese Ereignisse von der Regulierung ausgeschlossen.

Gruß
Martin

Sollten die Eltern bereits über eine mindestens 3 monatig
bestehende Zusatz-KV verfügen, würde ich mein Kind für die
2-10 Euro mtl. mitaufnehmen. Grund: Keine Gesundheitsprüfung!

Japp, ist vollkommen eempfehlenswert, da bei Kinder sich Krankheiten schon im Säuglingsalter abzeichnen können und eine spätere Versicherung einen Antrag ablehnen oder unter erschwerten Bedingungen annehmen könnte.

PS: Evtl. bietet die Unfall-Versicherung auch einen gewissen
beitragsfreien Versicherungsschutz an. einfach mal nachfragen.

Ja, gibt es. Beitragsfrei im ersten Lebensjahr, dann normaler Beitrag nach Tarif.

Gruß
Martin

Hallo Raimund,

meinte nicht die Wartezeit, sondern den Entfall von Zuschlägen, Ausschlüssen oder gar Ablehnung. :smile:

Gruß
Marco