Ver.di

Hallo!

Was haltet Ihr von der Forderung der ver.di nach der „3 vorm Komma“?

http://www.n-tv.de/3086556.html

Ist es wirklich möglich, dass diese ohnehin schon durch zahlreiche Sonderregelungen in exponierter Stellung befindliche Gruppe Arbeitnehmer in diesen Zeiten ernsthaft solche Forderungen stellt?
Was für ein Zeichen soll hier gesetzt werden? Angesichts von echten 6,5 Mio. Arbeitslosen, weiteren 100.000 Entlassungen allein bei Siemens, HP und ABB bis Ende Q1/03 und einer Rezession im Lande fordern die Damen und Herren aus dem ÖD noch mehr Geld, obwohl sie allein schon für die vom Steuerzahler garantierten Arbeitsplätze 3% ihres Gehaltes an die Solidargemeinschaft zurückzahlen sollten, anstatt sie noch mehr zu belasten.

Ist auch im ÖD eine Aussperrung möglich?

Grüße,

Mathias

*KreuzchenimKalendermach*
Hi Mathis,

wow, wir sind mal einer Meinung?:smiley: - das bedarf eines Kreuzchens im Kalender…

Mir geht es genauso: ich habe wirklich NULL Verständnis für diese Forderungen - bei der momentanen Haushaltslage kann das am Ende ja eh nur heißen, dass wir Steuerzahler diese 3,X Prozent zahlen dürfen.

Btw: Ich warte auf die Schlagzeile: „Bummelstreik im Bürgeramt - und keiner merkts - ist ja eh kein Unterschied zu sonst…“ *gg*

grüße,

barbara

Hallo,

Was haltet Ihr von der Forderung der ver.di nach der „3 vorm
Komma“?

Diese Forderung ist für den gesamten Bereich ÖD eine Frechheit. Während allen anderen Bevölkerungsschichten Einbussen zugemutet werden, soll eine drei vor das Komma. Sie ist zwar nicht realisierbar, aber, selbst 1 % ist angesichts der Lage zuviel.

Andererseits sollte auch gesehen werden, dass in den unteren Lohn- und Gehaltsgruppen das Einkommen miserabel ist und diese Gehaltsempfänger in Zeiten mit weniger Arbeitslosen als heute als „dumm verspottet werden“ wenn sie „für dieses Geld beim Staat arbeiten“. Diese unteren Gruppen sind leider - heute bei der Post, bei der Bahn, bei der Telekom (diese übernehmen meist die Tarife des heutigen ÖD) oder in den Kommunen eben auch von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Frechheit ist, dass das diese Forderungen eben auch denen vor allem zugute kommen, die ohnehin schon das Drei-Vierfache der unteren Einommen verdienen.

Wir sollten uns daher Gedanken machen, ob nicht ab einer gewissen BAT-Gruppe oder einer A-Gruppe , B-Gruppe ohnehin eine Gehaltserhöhung grundsätzlich ausfallen muss. Andererseits. Wie erkläre ich jemand, sei es im ÖD, einem Rentner, einem Arbeitslosen, dass sie sparen sollen, während die „Brüllaffen in Landtagen und im Bundestag“ sich gegenseitig selbst Ghälter erhöhen. Das beste Beispiel sind Kuhn und Roth. Die Grünen zahlen den Parteivorsitzenden zu wenigen, deshalb hat man mit allen Mitteln versucht, das Doppelmandat einzuführen, damit Raffgier der beiden durch Steuenr finanziert wird. Nun erkläre jemand einer Putzfrau im ÖD, dass sie sparen muss, dass sie verzichten muss, weil der Staat sparen soll, aber deren Mandats -Träger mehr Geld wollen, weil entweder alles teurer ist oder weil sie mehr verdienen müssen.

Ist es wirklich möglich, dass diese ohnehin schon durch
zahlreiche Sonderregelungen in exponierter Stellung

richtig, in exponierter Stellung. Diese hat weder eine Krankenschwester, weder eine Reinemachefrau, weder ein Mitarbeiter der Müllabfuhr.

befindliche Gruppe Arbeitnehmer in diesen Zeiten ernsthaft
solche Forderungen stellt?
Was für ein Zeichen soll hier gesetzt werden? Angesichts von
echten 6,5 Mio. Arbeitslosen, weiteren 100.000 Entlassungen
allein bei Siemens, HP und ABB bis Ende Q1/03 und einer
Rezession im Lande fordern die Damen und Herren aus dem ÖD
noch mehr Geld, obwohl sie allein schon für die vom
Steuerzahler garantierten Arbeitsplätze 3% ihres Gehaltes an
die Solidargemeinschaft zurückzahlen sollten, anstatt sie noch
mehr zu belasten.

Ist auch im ÖD eine Aussperrung möglich?

Theoretisch ja, in der Praxis völlig unrealistisch.

Gruss Günter

Und? Das ist doch das übliche. Die Gewerkschaft fordert x, die Arbeitgeber bieten y und man einigt sich ca. auf die Mitte. Das könnten dann 1,5% sein. Da die Inflationsrate 1,6% sind, rechne ich eher mit 1,8%.

Das ist dann etwa das Niveau der Erhöhungen der Tarifverträge in anderen Branchen.

Man bedenke, dass jeder Prozentpunkt an Mehrgehalt reell Arbeitsplätze kostet, denn die Gesamtsumme, die verteilt werden kann, steht fest.

Sogar der grüne Freiburger Bürgermeister sieht das so, ihn habe ich heute morgen im TV gesehen. Ein vernünftiger Mensch.

Grüße,

Mathias

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hallo Ralf:smile:,

Bisky wollte das diesmal aber genau nicht machen, sondern gleich das fordern, was er am Ende auch haben will. (hatte ich zumindest im Spiegel so gelesen) - m.e. nach will sich da eine Dinosaurier-Institution profilieren. Dicke Arme zeigen, damit die Gewerkschaftler endlich sehen, was sie von dieser ominösen Zusammenschließung zu ver.di jetzt eigentlich haben. Grund war ja, dass man mehr Einfluss ( sprich: Macht) haben will.

Eine Freundin von mir ist in dem Verein und was die so erzählt - wie schlecht dieser Zuammenschluss nach innen funktioniert - da braucht man vielleicht mal wieder so nen netten kleinen Arbeitskampf- schade nur, dass viele Selbstständige und Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft null Verständnis dafür haben, dass in der momentanen wirtschaftlichen Situation des Staates bei ver.di einfach nach Schema F weitergemacht wird. Ein bisschen Warnstreik hier, ein bisschen Demo da. Teure Lobby-Werbekampagnen…

Wenn ich in der Privatwirtschaft in einer Firma arbeite, die kurz vor der Insolvenz steht, verlange ich doch auch nicht mehr Geld, oder? ( siehe Berlin bsw.) Von daher zieht in meinen Augen auch dein Argument mit den anderen Branchen nicht. Auch die Gemeinden haben so massive Einbrüche in ihren Einnahmen, dass irgendein mehr an Lohn der reine Hohn ist. Ich kann nur vermuten, dass ver.di noch nicht kapiert hat, wo das Wasser realiter steht.

viele GRüße,

barbara

hihi:smile:
ich meinte natürlich Bsirske- freudscher Versprecher ;-D

grüssle, barbara

Man bedenke, dass jeder Prozentpunkt an Mehrgehalt reell
Arbeitsplätze kostet, denn die Gesamtsumme, die verteilt
werden kann, steht fest.

Deswegen wird es ja real so gut wie keine Lohnerhöhung geben.

hallo Ralf:smile:,

Bisky wollte das diesmal aber genau nicht machen, sondern
gleich das fordern, was er am Ende auch haben will.

Richtig. Nur das kann gar nicht gehen. Dann gelten die Gewerkschaften als steif, kompromisslos und und unflexibel. Sicher werden sie von der Forderung runtergehen. Fragt sich nur wann und bis wohin.

Als Forderung finde ich 3,5% korrekt. Als Abschluss nicht.

Ciao

Ralf