Das ist wohl wahr.
Aber →
Solch eine verallgemeinernde Zusammenfassung ist ziemlicher Kokolores. Wie immer, wenn man ein KI-Chatinterface bemüht, um grammatische Erklärungen zu erhalten ohne auf die präzise Formulierung des Prompt zu achten.
Wie schon oft diskutiert, gibt es keine allgemeingültige Regel, wie die Semantik eines Grundverbs durch die 6 Präfixe eines Präfixverbs (oder durch irgendeine Partikel eines Partikelverbs) geändert wird. Alles hängt entscheidend von der Geschichte der Wortgebräuche ab. Und vor allen Dingen vom Kontext!
So auch hier, wie das Präfix „ver-“ die Semantik von „ändern“ verändert. Es gibt Kontexte, wo ändern und verändern synonym, also austauschbar sind, solche, in denen es eine bloße Stilfrage ist und solche, in denen die Semantik der Satzaussage sich grundlegend unterscheidet. Oft, aber nicht grundsätzlich, wird geändert, wenn das Subjekt (bzw. der Objektbereich) diskret ist. Beispiel: Die „Besetzung“ eines Theaterstücks oder ein Password wird geändert, nicht verändert. Auch „die Zeiten“ ändern, nicht verändern sich. Bei einem kontinuierlichen, graduellen Objektbereich dagegen wird eher verändert, nicht geändert. Beispiel: Die Lautstärke am Verstärker oder die Helligkeit des Bildschirms. Auch die Physiognomie eines Gesichtes verändert, nicht ändert sich im Laufe des Lebens. Bei Verwendung des jeweils anderen Verbs würde es semantisch, zumindest stilistisch knirschen.
@Nadja: Bei dem Beispiel „Reihenfolge“ ist der Objektbereich diskret. Eine „geänderte“ Reihenfolge ist eine andere Reihenfolge. Da lässt sich der Unterschied zwischen ändern und verändern am besten in der → Aktionsart erklären:
Die Aktionsart ist „punktuell“, „telisch“, „resultativ“. Die Reihenfolge wird einmal geändert und das Ergebnis ist da. Der Zielzustand ist erreicht, das Ergebnis ist vorhanden. Nichts anderes war intendiert.
Die Aktionsart ist „durativ“, „atelisch“, „prozessual“. Der Verlauf ist jetzt relevant. Das Ergebnis ist Sache weiterer Betrachtung. Der Fokus liegt auf der Tätigkeit , nicht auf dem Resultat
In der lockeren Umgangssprache gibt es aber keinen Unterschied bei diesem Beispiel! Natürlich ist diese Unterscheidung nur von Bedeutung, wenn man die Beispielsätze völlig übertrieben genau betrachten würde. Was der Autor dieser Sätze selbst ja gar nicht tut bzw. gar nicht vermag - wie man an den weiteren von dir erwähnten Sätzen erkennt. Mit „Passiv“ und „Imperativ“ hat das Ganze nicht das Geringste zu tun.
Gruß
Metapher