Veränderungen der Geldnachfrage

Hallo zusammen,

schon seit Stunden zerbreche ich mir den Kopf über eine Passage in der deutschen Version von Barros Makroökonomie-Lehrbuch (2003, S. 168):

„Deshalb prognostiziere wir, dass die finanztechnischen Innovationen der letzten Jahre - die die Nachfrage nach realer Kassenhaltung zurückgehen ließen - das Preisniveau bei unveränderter nominaler Geldmenge erhöht und die reale Kassenhaltung M/P gesenkt haben.“

Warum steigt das Preisniveau durch finanztechnische Innovationen, warum sinkt es nicht? Der Anstieg des Preisniveaus bedeutet doch einen negativen Vermögenseffekt, oder nicht? Wie muss man sich den realen Prozess der Senkung der Transaktionskosten und den Anstieg des Preisniveaus vorstellen?

Es würde mir sehr weiterhelfen, wenn mir jemand diesen Zusammenhang erklärt.

Für Eure Bemühungen bedanke ich mich schon im Voraus.

Schöne Grüße,
Sebastian

Hallo,

„Deshalb prognostiziere wir, dass die finanztechnischen
Innovationen der letzten Jahre - die die Nachfrage nach realer
Kassenhaltung zurückgehen ließen - das Preisniveau bei
unveränderter nominaler Geldmenge erhöht und die reale
Kassenhaltung M/P gesenkt haben.“

der ganze Satz ist doch schon Strunz: Wir prognostizieren, daß etwas passiert ist?

Warum steigt das Preisniveau durch finanztechnische
Innovationen, warum sinkt es nicht? Der Anstieg des
Preisniveaus bedeutet doch einen negativen Vermögenseffekt,
oder nicht? Wie muss man sich den realen Prozess der Senkung
der Transaktionskosten und den Anstieg des Preisniveaus
vorstellen?

Um welche finanztechnischen Innovationen geht es denn? Bargeldlose Zahlungsmittel?

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Antwort.

„Deshalb prognostiziere wir, dass die finanztechnischen
Innovationen der letzten Jahre - die die Nachfrage nach realer
Kassenhaltung zurückgehen ließen - das Preisniveau bei
unveränderter nominaler Geldmenge erhöht und die reale
Kassenhaltung M/P gesenkt haben.“

der ganze Satz ist doch schon Strunz: Wir prognostizieren, daß
etwas passiert ist?

Damit ist, glaube ich gemeint, dass der Autor erwartet, dass die empirischen Daten die aus dem Modell gewonnenen Aussagen unterstützen.

Warum steigt das Preisniveau durch finanztechnische
Innovationen, warum sinkt es nicht? Der Anstieg des
Preisniveaus bedeutet doch einen negativen Vermögenseffekt,
oder nicht? Wie muss man sich den realen Prozess der Senkung
der Transaktionskosten und den Anstieg des Preisniveaus
vorstellen?

Um welche finanztechnischen Innovationen geht es denn?
Bargeldlose Zahlungsmittel?

Es geht um alle finanztechnischen Innovationen, die die Transaktionskosten senken. Konkret werden zum Beispiel das Internet, Kreditkarten oder auch (obwohl es keine richtige Innovation ist) mehr Bankautomaten genannt. Ich verstehe einfach nicht, warum diese Innovationen (und Verbesserungen), die die Maklergebühr und die Zeit, die man in der Bank verschwendet, das Preisniveau erhöhen anstatt es zu senken.

Schöne Grüße,
Sebastian

Hallo,

der ganze Satz ist doch schon Strunz: Wir prognostizieren, daß
etwas passiert ist?

Damit ist, glaube ich gemeint, dass der Autor erwartet, dass
die empirischen Daten die aus dem Modell gewonnenen Aussagen
unterstützen.

ja, das meine ich auch, aber die Formulierung ist schon etwas eigenwillig.

Um welche finanztechnischen Innovationen geht es denn?
Bargeldlose Zahlungsmittel?

Es geht um alle finanztechnischen Innovationen, die die
Transaktionskosten senken. Konkret werden zum Beispiel das
Internet, Kreditkarten oder auch (obwohl es keine richtige
Innovation ist) mehr Bankautomaten genannt. Ich verstehe
einfach nicht, warum diese Innovationen (und Verbesserungen),
die die Maklergebühr und die Zeit, die man in der Bank
verschwendet, das Preisniveau erhöhen anstatt es zu senken.

Ich weiß zwar nicht, ob der Kollege darauf hinaus will, aber c.p. steigt bei erhöhter Umlaufgeschwindigkeit auch das Preisniveau (Quantitätsgleichung).

Gruß,
Christian

Hallo Sebastian,

Ich weiß zwar nicht, ob der Kollege darauf hinaus will, aber
c.p. steigt bei erhöhter Umlaufgeschwindigkeit auch das
Preisniveau (Quantitätsgleichung).

ich glaube auch, dass es so gemeint ist. Geld existiert ja nicht nur in Form von Bargeld, sondern auch als Buchgeld. Die Menge an Bargeld kann erhöht werden, indem man neue Münzen prägt oder Geldnoten druckt. Buchgeld hingegen „vermehrt“ sich von selbst, wenn es den Besitzer wechselt (jedes mal, wenn z.B. eine Bank einen Kredit vergibt, entsteht für den Schuldner Buchgeld, das er verwenden kann).
Je höher nun die Umlaufgeschwindigkeit von Geld ist (siehe Erklärung von Christian oben), desto mehr Buchgeld (so wie auch Schulden) wird erzeugt. Dementsprechend muss auf der anderen Seite zwangsläufig wegen der gestiegenen Geldmittel auch das Preisniveau steigen (Inflation).

Grüße
Werner

Hallo,

Ich weiß zwar nicht, ob der Kollege darauf hinaus will, aber
c.p. steigt bei erhöhter Umlaufgeschwindigkeit auch das
Preisniveau (Quantitätsgleichung).

ich glaube auch, dass es so gemeint ist. Geld existiert ja
nicht nur in Form von Bargeld, sondern auch als Buchgeld. Die
Menge an Bargeld kann erhöht werden, indem man neue Münzen
prägt oder Geldnoten druckt. Buchgeld hingegen „vermehrt“ sich
von selbst, wenn es den Besitzer wechselt (jedes mal, wenn
z.B. eine Bank einen Kredit vergibt, entsteht für den
Schuldner Buchgeld, das er verwenden kann).
Je höher nun die Umlaufgeschwindigkeit von Geld ist (siehe
Erklärung von Christian oben), desto mehr Buchgeld (so wie
auch Schulden) wird erzeugt. Dementsprechend muss auf der
anderen Seite zwangsläufig wegen der gestiegenen Geldmittel
auch das Preisniveau steigen (Inflation).

witzigerweise gibt es bei der Umlaufgeschwindigkeit v1 tatsächlich einen negativen Trend über die letzten Jahrzehnte. Eine Ursache dafür ist vermutlich die insgesamt rückläufige Inflationsrate bzw. die daraus resultierenden Erwartung bzgl. der Preissteigerungen. Hinzu kommt die Thematik der vorausbezahlen Geldeinheiten wie z.B. Geldkarte und Internetgeld, die von der gültigen Geldmengendefinition nicht erfaßt werden und deren Umschlag aus diesem Grunde nicht in v1 erfaßt wird.

Gruß,
Christian