Veraltetes Stromnetz, wer zahlt?

Hallo,

folgender theoretischer Fall: Ein Mieter wohnt in einer unsanierten Altbauwohnung. Das seit etwa 10 Jahren. Es kam in der Vergangenheit immer wieder zu Überlastungen des Stromnetz (Sicherung fliegt raus, Steckdose qualmt), vor allem wenn der Vermieter in der Küche mit mehreren Geräten wie Waschmaschine plus Wasserkocher hantiert. Das Stromnetz des Altbaus ist also nicht mehr den Anforderungen eines modernen Haushaltes gewachsen.

Jetzt möchte der Mieter statt seinem alten Gasbackofen, einen Elektrobackofen (220V) installieren. Ihm ist aber klar, das dies mit den beiden Stromkreisen alleine für die 4-Zimmer-Wohnung nicht vereinbar wäre. Also muss eine weitere Leitung gelegt werden.

Allerdings ist laut Elektriker der Stromkasten derart veraltet, daß er nicht mehr modifiziert werden darf. Also muss ein komplett neuer installiert werden was sehr teuer wird.

Jetzt die Frage: Wer trägt die Kosten?

Der Vermieter sagt, der Mieter hätte die Wohnung in diesem Zustand gemietet und verweigert eine Zahlung.

Bleibt der Mieter wirklich auf all den Kosten sitzen, auch wenn die Stromanlage sanierungsbedürftig wäre?

Vielen dank schon mal für die Antworten!

Grüße,

gilou

folgender theoretischer Fall: Ein Mieter wohnt in einer
unsanierten Altbauwohnung. Das seit etwa 10 Jahren. Es kam in
der Vergangenheit immer wieder zu Überlastungen des Stromnetz
(Sicherung fliegt raus, Steckdose qualmt), vor allem wenn der
Vermieter in der Küche mit mehreren Geräten wie Waschmaschine
plus Wasserkocher hantiert. Das Stromnetz des Altbaus ist also
nicht mehr den Anforderungen eines modernen Haushaltes
gewachsen.

oder anders formuliert: der anwender will mehr leistung abrufen, als möglich ist.

Jetzt die Frage: Wer trägt die Kosten?

wer die musik bestellt…

Der Vermieter sagt, der Mieter hätte die Wohnung in diesem
Zustand gemietet und verweigert eine Zahlung.

das ist ja auch sein recht, oder?

Bleibt der Mieter wirklich auf all den Kosten sitzen, auch
wenn die Stromanlage sanierungsbedürftig wäre?

moment! was heißt „sanierungsbedürftig“? wenn eine gefahr davon ausgeht, dann muss der vermieter natürlich tätig werden. aber nur weil der mieter gerne noch mehr strom verbrauchen will? ich weiß ja nicht…

mal ganz abgesehen davon: was würde denn der mieter sagen, wenn seine miete nach abschluss der modernisierung steigen würde?

Hallo,

wenn das Stromnetz marode bzw. defekt ist, dann ist es Sache des Vermieters, das wieder in Stand zu setzen.

Wenn das Stromnetz nicht den aktuellen Wünschen des Mieters entspricht, dann wäre es ein Entgegenkommen des Vermieters dem Mieter eine Modernisierung auf eigene Kosten vorzunehmen. Verpflichtet ist er hierzu nicht.

Ein Herd braucht übrigens ordentlich Strom, mit einem einfachen Kabel kommt man da nicht weit.

Reden hilft in solchen Situation oft (vielleicht hat der Vermieter das Thema eh schon auf dem Radar…), aber das scheint ja hier nicht der Fall zu sein.

Ich gehe mal davon aus, dass die Miete auch entsprechend günstig ist - oder?

Viele Grüße

Lumpi

Hi,

eine rauchende Steckdose ist ein Mangel, denn sie stellt eine erhebliche Brandgefahr dar. Ich würde mir an dieser Stelle ernsthaft überlegen die Wohnung zu wechseln oder zumindest ein paar Rauchmelder installieren.
Selbst wenn in dieser Wohnung die Steckdosen auf Vordermann gebracht werden, sagt dies nichts über die anderen Wohnungen aus.

Zu dem neuen Gerät haben die anderen ja schon was gesagt.

MFG

Hallo,

eine rauchende Steckdose ist ein Mangel

möglich. Es kann aber auch sein, dass sie mit Wasserkocher plus … an einer Mehrfachsteckdose ganz einfach überlastet wurde. Man sollte also vor dem Bemängeln erst mal feststellen, was der Auslöser war.
Gruß
loderunner

… war auch meine erste Idee: Überlastung durch Nutzerfehler.
Dann kam allerdings der Gedanke: Warum haut dann die Sicherung nicht raus? Ist es dann doch ein Mangel. Daraufhin war ich erst einmal ruhig. So viel von Elektro verstehe ich dann doch nicht.

vnA

Hallo,

der Elektriker war vor Ort. Hat er da einen Mangel/Fehler an der Hauselektrik festgestellt?

Wenn nein dann ist kann das ein Zustand sein, den man in einem unsanierten Altbau erwarten darf.
Dementsprechend günstig wird vermutlich die Miete sein.
Die Verkabelung hat sich seit dem Einzug dann nicht verschlechtert.

Handelt es sich also nicht um einen Fehler in der Elektrik, den der VM natürlich beheben müsste, dann wäre jegliche Maßnahme hierzu eine Modernisierung, die der VM auf den Mieter umlegen könnte.
Demenstprechend würde auch die Miete steigen:
http://dejure.org/gesetze/BGB/559.html

Der Mieter könnte allenfalls prüfen lassen, ob die Elektrik in seiner Wohnung den absoluten Mindeststandard erfüllt, aber auch dann hat er keinen Anspruch auf eine Rundumerneuerung:
http://www.wohnung.net/mietrecht/topic,30763,-mindes…

Wenn der VM aber nicht über die nötigen finanziellen Mittel für eine Modernisierung verfügt, sehe ich schwarz.

Gruß
M.

Hallo,
selbstverständlich, hat der Mieter einen vertraglichen Anspruch auf ein Stromversorgung, die ihm ein übliche Nutzung von Elektrogeräten ermöglicht.
Neben einer Waschmaschine auch noch einen Wasserkocher zu betreiben darf jedenfals niemals ein Problem sein, denn es ist vollkommen normal, dass ein Wachmaschine läuft und man auch den Wasserkocher betreibt und wärend der Küchenarbeit auch noch das Radio laufen hat, während im Nachbarzimer der Staubsauger läuft.
Wenn das nicht funzt, muss der Vermieter nachbessern, wenn nicht der Mieter den Mangel beim Einzug gekannt hat.

Technisch sicher muss Stromnetz aber in jedem Fall sein, und wenn eine Steckdose zu qualmen beginnt, wenn dort nur in üblichem Maße Stromverbraucher angeschlossen sind, ist dies in jedem Fall zu beheben.

Kein Anspruch besteht allerdings darauf, einen E-Herd nutzen zu können, während ein Gasanschluss vorhanden ist.

(siehe auch hier)

Grüße
Dietmar

Hi

Ich sage jetzt mal was als Elektrotechniker , Schwerpunkt Sicherheitselektronik dazu .

Es kann vorkommen , das alte Steckdosen ( älter 1975 ) anfangen zu kokeln ohne das es einen ersichtlichen Grund gibt.

zum damaligen Zeitpunkt waren Steckdosen noch mit Schraubklemmen versehen , die sich mit den Jahren lösten und die verbindung zwischen Kabel in der Wand und der Dose nicht mehr betriebssicher war .

sowie das damals teilweise noch flexible Leitungen verwendet wurden und anstelle von Adern Endhülsen die Kabelenden verzinnt wurden.
auch daran nagte der Zahn der Zeit.
eine kokelnde Steckdose sagt nicht unbedingt etwas über den Gesamtzustand der installation aus .
In dem Mietshaus in dem ich wohne hatte es letztes Jahr einen Steckdosenbrand gegeben , die Elektrik wurde vor 5 Jahren Kernsaniert , also komplett alles neu .
Ursache : der Elektriker hatte Murks gemacht .

Allerdings hört sich die erwähnte Installation nicht nach 10 oder 15 Jahre an , sondern eher so richtung 1965 und da fasst natürlich kein Elektriker der das nochmal unterschreiben muss , irgendwas an !

Toni

Auch Hallo

Hallo,

Ein Herd braucht übrigens ordentlich Strom, mit einem
einfachen Kabel kommt man da nicht weit.

Einspruch mein Herd und mein Kochfeld laufen beide ab Werk auf 220V mit normalem Stecker.
Ich weiß ja nicht, ob die Firma die mit N anfängt und mit EFF aufhört nicht weiß was sie tut ?
Nennt sich autarkes Kochfeld Google oder gehe zu I-bäh, da wird Ihnen geholfen.
Der Vorteil der autarkie : Der Backofen kann meterweit vom Kochfeld eingebaut werden.

Viele Grüße

Grüße zurück

Hallo,

Ein Herd braucht übrigens ordentlich Strom, mit einem
einfachen Kabel kommt man da nicht weit.

Einspruch mein Herd und mein Kochfeld laufen beide ab Werk auf
220V mit normalem Stecker.

Das ist nicht ganz vollständig. Ein Backofen hat ungefähr 2500Watt, das kann über einen Stecker laufen (meiner auch). Die normalen 4-Platten-Herde haben aber über 3000Watt, da benötigt man dann zwei Stecker für.
Und vor allem: alle drei Stecker müssen auch über getrennte Sicherungen laufen und Leitungen! Und da endet das ganze dann in einer Küche mit Elektroanlage von damals mit Gasherd.
Gruß
loderunner

Danke für die vielen Antworten. Sie werden sehr hilfreich sein!

Ich gehe auch davon aus, daß es möglich sein sollte Wasserkocher und Waschmaschine parallel betreiben zu können. Das Stromnetz in diesem Beispiel ist wirklich alt, mit auf Putz verlegten Leitungen (Gas und Strom).

Vielleicht kann der Mieter mit dem Vermieter eine einvernehmliche Lösung finden.

Grüße,

gilou

Hallo,

Ich gehe auch davon aus, daß es möglich sein sollte
Wasserkocher und Waschmaschine parallel betreiben zu können.

Das ist aber nun mal nicht so!

Das Stromnetz in diesem Beispiel ist wirklich alt, mit auf
Putz verlegten Leitungen (Gas und Strom).

Und man hat genau gar keinen Anspruch darauf, dass sich das ändert!

Vielleicht kann der Mieter mit dem Vermieter eine
einvernehmliche Lösung finden.

Das ist die einzige Chance. Aber bitte daran denken, dass es dauert, einen Haufen Geld kostet und unendlich viel Dreck produziert, alle Wände auf zu stemmen und neue Leitungen zu verlegen! Nebenbei hat man während dieser Zeit weder Gas noch Strom.
Und man bekommt die Kosten auf die Miete drauf - 11% der Gesamtkosten kommen dann auf die Jahresmiete drauf…
Gruß
loderunner (ianal)

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