Verantwortung bei der Kindererziehung ?

Soll ich gegen mein besseres Wissens…mein Kind im „Glauben an das Gute“ erziehen und somit ein „nicht kampfbereites“ Geschöpf auf unsere Welt loslassen ?

Idealismus und religiöse Wertvorstellungen, für mich persönlich sehr wichtig, haben in der Arbeitswelt und der Medienwelt keinen Stellenwert mehr.

Mir ist bewußt in welchem Brett ich die Frage stelle…

Jeden Tag stehe ich vor dem Problem, soll ich Tanja sagen „sooo erreichst du mehr“ oder „das ist nicht anständig“ ???

Kerbi

die mehr in die Zunkunft schaut…nicht in die Vergangenheit

Hallo Kerbi,

ich finde das Thema so wichtig, dass ich antworte, obwohl ich es für ein philosophisches und kein religiöses Problem halte.

Jemanden wider besseren Wissens zu erziehen, ist grundätzlich falsch. Diese Einsicht hattest du ja schon, als du die Frage stelltest. Aber was spricht noch für ethische Erziehung? Ein paar Thesen:

  1. Erfolgreich wird jemand nicht dadurch, dass er sich den Prinzipien einer bestimmten „Welt“ unterordnet, sondern indem er ihnen mutig begegnet.

  2. In der Arbeit- und Medienwelt spielen sehr wohl Wertvorstellungen eine Reihe. Und selbst, wenn sie keine Rolle spielen, ist es die Aufgabe zukünftiger Generationen, diese wieder einzufordern.

  3. Laut ViKa ist deine Tochter Baujahr 1985, sie ist also jetzt 15 oder 16 Jahre alt. Da tust du ihr keinen Gefallen, wenn du ihre Erlebniswelt beschränkst, indem du ihr nur eine einzige Seite des Lebens zeigst. Sie muss beide kennen - auch, um selbst entscheiden zu können.

  4. Anständigkeit ist nicht nur eine Frage der Moral, sondern vor allem der Einsicht. Einsicht ist nur möglich durch Entscheidung. Entscheidung ist nur möglich durch Abwägung. Abwägung ist nur möglich durch Wissen - durch das Wissen, was ich denn eigentlich abzuwägen habe.

  5. Du sagst, dass du „mehr in die Zunkunft“ schaust, als „in die Vergangenheit“. Schade eigentlich - denn aus der Zukunft können wir nichts lernen!

Sind das genug Argumente, um zu zeigen, dass du nicht nur von der Warte deiner Tochter, sondern auch aus deiner eigenen Sicht und sogar aus einer quasi objektiven Haltung heraus nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar die Pflicht hast, ihr beides zu zeigen?

Entscheiden muss sie schließlich ohnehin selbst. Du kannst dich nur entscheiden, ihr den Zugang zu ihrer eigenen Entscheidung zu erschweren oder zu erleichtern. Was also würdest du von deinen Eltern gefordert haben?

Ich wünsche dir den Mut und die Kraft, die richtige Entscheidung zu treffen.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

danke für deine Antwort.

ich finde das Thema so wichtig, dass ich antworte, obwohl ich
es für ein philosophisches und kein religiöses Problem halte.

war mir klar…weil religiös kein Problem ist, nur das darüber nachdenken.

Jemanden wider besseren Wissens zu erziehen, ist grundätzlich
falsch. Diese Einsicht hattest du ja schon, als du die Frage
stelltest. Aber was spricht noch für ethische Erziehung? Ein
paar Thesen:

  1. Erfolgreich wird jemand nicht dadurch, dass er sich den
    Prinzipien einer bestimmten „Welt“ unterordnet, sondern indem
    er ihnen mutig begegnet.

Da gebe ich dir von Herzen recht, nur daß setzt eine gewisse Selbstsicherheit vorraus…und die bekommt man hauptsächlich durch Anerkennung…und diese erreicht man in der Jugend durch Anpassung…und da wären wir wieder bei meiner Frage.

  1. In der Arbeit- und Medienwelt spielen sehr wohl
    Wertvorstellungen eine Reihe. Und selbst, wenn sie keine Rolle
    spielen, ist es die Aufgabe zukünftiger Generationen, diese
    wieder einzufordern.

Wertvorstellungen im wirtschaftlichem Sinn…keine Firma bezahlt dich für NETTIGKEITEN…nur für Leistung in deren Vorstellungen…da kommt es oft zu Gewissenskonflikten.

Kann ich wirklich von der Jugend mehr Rückgrad erwarten als es ihnen vorgelebt wird ??

  1. Laut ViKa ist deine Tochter Baujahr 1985, sie ist also
    jetzt 15 oder 16 Jahre alt. Da tust du ihr keinen Gefallen,
    wenn du ihre Erlebniswelt beschränkst, indem du ihr nur eine
    einzige Seite des Lebens zeigst. Sie muss beide kennen - auch,
    um selbst entscheiden zu können.

Das ist mein Wunsch es ihr so zu zeigen, nur es ist schwer !

Meine Tochter wird im September 16 Jahre…das ist für mich eine ungewisse Zeit…habe ich all die Jahre richtig erzogen…nimmt Tanja meine Wertvorstellungen an…wie lebts sie damit…und was macht sie daraus ?

  1. Anständigkeit ist nicht nur eine Frage der Moral, sondern
    vor allem der Einsicht. Einsicht ist nur möglich durch
    Entscheidung. Entscheidung ist nur möglich durch Abwägung.
    Abwägung ist nur möglich durch Wissen - durch das Wissen, was
    ich denn eigentlich abzuwägen habe.

genau so sehe ich das auch, ich wünsche mir einfach es ist Jahre später…und meine Tochter hat das Wissen was sie abzuwägen hat.

  1. Du sagst, dass du „mehr in die Zunkunft“ schaust, als „in
    die Vergangenheit“. Schade eigentlich - denn aus der Zukunft
    können wir nichts lernen!

Ich habe aus der Vergangenheit gelernt - und hoffentlich so viel wie möglich RICHTIG gemacht.

Sind das genug Argumente, um zu zeigen, dass du nicht nur von
der Warte deiner Tochter, sondern auch aus deiner eigenen
Sicht und sogar aus einer quasi objektiven Haltung heraus
nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar die Pflicht hast, ihr
beides zu zeigen?

du machst mich „Unsicher“ habe ich ihr beide Möglichkeiten offengelassen, oder doch zu sehr meine Seite gezeigt ?

Entscheiden muss sie schließlich ohnehin selbst. Du kannst
dich nur entscheiden, ihr den Zugang zu ihrer eigenen
Entscheidung zu erschweren oder zu erleichtern. Was also
würdest du von deinen Eltern gefordert haben?

Leichter wäre es für mich, meine Entscheidungen durchzusetzten…
oder auch nicht, Tanja hat leider eine sehr starke Persönlichkeit,
ich kann glaube ich nur abwarten und vertrauen…in der Vergangenheit einiges richtig gemacht zu haben…wolln mas hoffen!

Ich wünsche dir den Mut und die Kraft, die richtige
Entscheidung zu treffen.

Danke Thomas, und wünsch mir Nerven! Nerven! Nerven!
Kerbi

Soll ich gegen mein besseres Wissens…mein Kind im „Glauben
an das Gute“ erziehen und somit ein „nicht kampfbereites“
Geschöpf auf unsere Welt loslassen ?

Hallo

Eine gute Frage, aber eine, die so viele Antworten hat, wie es Kinder gibt.

Es ist gut und richtig, seinen Kindern eine Wertvorstellung mitzugeben, die auf guten Maßstäben beruht, denn nur dadurch erhält das Kind die Grundlage, um stabile Beziehungen und gesunde Verhaltensweisen auszubilden. ABER

  • Du kannst keine Werte vermitteln, die Du nicht selber vertritts. Unterschätze niemals die Fähigkeit eines (auch kleinen) Kindes, zwischen den Zeilen zu lesen.

  • Ein Kind ist mehr Einflüssen ausgesetzt als denen der Eltern. Ab einem bestimmten Alter (ich würde sagen etwa 10) ist es zu spät, selber zu lenken. Jetzt kommt es darauf an, das Kind seinen Weg finden zu lassen und es dabei nach Kräften zu unterstützen. Das heisst nicht, daß man nicht seine eigene Sicht beitragen kann, aber man muss akzeptieren, wenn es andere Ansichten findet.

  • Ob man die Selbstbehauptung oder die Rücksicht mehr predigt, hängt von dem Kind ab. Im allgemeinen sagt man, daß Mädchen bei der Selbstbehauptung mehr Unterstützung brauchen und Jungen bei der Rücksichtnahme. Aber jedes Kind ist anders…

Viele Grüsse
Thomas

Noch mal,
Guten Abend Thomas !

Es ist gut und richtig, seinen Kindern eine Wertvorstellung
mitzugeben, die auf guten Maßstäben beruht, denn nur dadurch
erhält das Kind die Grundlage, um stabile Beziehungen und
gesunde Verhaltensweisen auszubilden. ABER

  • Du kannst keine Werte vermitteln, die Du nicht selber
    vertritts. Unterschätze niemals die Fähigkeit eines (auch
    kleinen) Kindes, zwischen den Zeilen zu lesen.

genau darum gehts mir ja, ich sitze da und frage mich ob ich das geschafft habe.
Ich habe gerade eine Tiefschlag in meinem Leben erfahren, sicher auch weil ich einfach nicht kapiere wozu manche Menschen fähig sind.

  • Ein Kind ist mehr Einflüssen ausgesetzt als denen der
    Eltern. Ab einem bestimmten Alter (ich würde sagen etwa 10)
    ist es zu spät, selber zu lenken. Jetzt kommt es darauf an,
    das Kind seinen Weg finden zu lassen und es dabei nach Kräften
    zu unterstützen. Das heisst nicht, daß man nicht seine eigene
    Sicht beitragen kann, aber man muss akzeptieren, wenn es
    andere Ansichten findet.

wenn mein Kind einen besseren Weg findet glücklich zu sein, bin ich die allererst die sich freut.

Tanja hat mir heute gesagt ich soll meinen Frust nicht bei ihr auslassen…ich bin der Meinung wenn ich nicht gut drauf bin…könnte sie etwas Rücksicht nehmen.
Wo fängts an…wo hörts auf ?

  • Ob man die Selbstbehauptung oder die Rücksicht mehr predigt,
    hängt von dem Kind ab. Im allgemeinen sagt man, daß Mädchen
    bei der Selbstbehauptung mehr Unterstützung brauchen und
    Jungen bei der Rücksichtnahme. Aber jedes Kind ist anders…

ganz ehrlich Thomas…ich beantworte ein Posting von oben nach unten…
ich bin etwas überrascht…du hast mir meine Segeln schon gestrichen…jetz weiss ich nichts mehr zu sagen.

Liebe Grüße
Kerbi

Viele Grüsse
Thomas

Hallo Kerbi!

Idealismus und religiöse Wertvorstellungen, für mich
persönlich sehr wichtig, haben in der Arbeitswelt und der
Medienwelt keinen Stellenwert mehr.

Stimmt das wirklich? In Bewerbungsgesprächen spielt außerberufliches, nichterwerbsmäßiges Engagement oft eine große Rolle. Kluge Personalchefs wissen, dass „Ellenbogentypen“ das Betriebsklima schädigen und damit auch den ökonomischen Erfolg. Materielles und „Ideelles“ sind viel komplizierter miteinander verzahnt, als es auf den ersten Blick scheint. Durchsetzen kann sich nur, wer stark genug ist, gelegentlich einen Schritt zurückzugehen, andere Perspektiven wahrzunehmen, Kompromisse zu schließen.

Gruß & schönen Sonntag,
Quest

Nachschlag
Hallo Kerbi,

Selbstsicherheit bekommt man hauptsächlich durch
Anerkennung

nein, das ist nicht wahr. Nur bei denen, die sich über andere Menschen definieren, geschieht das so. Dadurch wird man aber ebenso von dieser „Anerkennung“ in seiner Selbstsicherheit abhängig. Eigentlich ist man also gar nicht selbstsicher, sondern - wenn ich es mal so formulieren darf - „fremd-sicher“.

…und diese erreicht man in der Jugend durch
Anpassung…und da wären wir wieder bei meiner Frage.

Wiederum ein klares Nein. Diese Art von Anpassung ist ein Relikt aus vergangener Zeit, das wir (leider) immer noch mitschleppen, ohne uns klar zu machen, dass das, was hier unter „Anpassung“ verstanden wird, ein Anbiedern ist und eigentlich dazu führt, dass wir unsere Eigenständigkeit aufgeben.

keine Firma
bezahlt dich für NETTIGKEITEN…nur für Leistung in deren
Vorstellungen…da kommt es oft zu Gewissenskonflikten.

Das hat weiter oben Quest schon widerlegt.

Kann ich wirklich von der Jugend mehr Rückgrad erwarten als es
ihnen vorgelebt wird ??

Nein, deshalb ist es ja so wichtig, das vorzuleben - zumindest den Versuch.

Das ist mein Wunsch es ihr so zu zeigen, nur es ist schwer !

Das weiß ich, aber es ist auch eine Herausforderung, sich selbst in den Griff zu bekommen - im Interesse der Kinder!

Meine Tochter wird im September 16 Jahre…das ist für mich
eine ungewisse Zeit…habe ich all die Jahre richtig
erzogen…nimmt Tanja meine Wertvorstellungen an…wie lebts
sie damit…und was macht sie daraus ?

Du musst dich - wohl oder übel - an den Gedanken gewöhnen, dass es ganz allein die Sache deiner Tochter ist, was sie wirklich daraus macht. Du kannst sie darin nur unterstützen - mehr nicht.

ich wünsche mir einfach es ist Jahre später…und meine
Tochter hat das Wissen was sie abzuwägen hat.

Ein paar Erfahrungen muss sie schon selbst machen :smile: . Im Ernst - du kannst - und du solltest - deine Tochter nicht vor eigenen Erfahrungen schützen. Sie lernt nur aus ihren Erfahrungen - besonders aus den negativen. An den negativen Erfahrungen wächst man am meisten, und wenn man jemandem diese wichtige Möglichkeit zu lernen einfach wegnimmt, ist auch die Möglichkeit zu lernen futsch.

Natürlich ist es richtig, vor Risiken zu warnen und irreversible Handlungen - wenn sie denn wirklich schädlich sind - zu unterbinden. Aber man muss hier immer - gerade wenn deine Tochter schon 16 ist - einen Mittelweg finden. Es ist ein großer Fehler, seinen Kindern nicht zu helfen, aber es ist ein mindestens so großer, wenn nicht noch größerer Fehler, sie zu sehr beschützen zu wollen. Denn das erzeugt häufig genau das Gegenteil.

Ich habe aus der Vergangenheit gelernt - und hoffentlich so
viel wie möglich RICHTIG gemacht.

Von deiner Tochter erwartest du aber merkwürdigerweise, dass sie aus der Zukunft lernt, indem sie immer nur daran denken soll, was die Folgen ihres Handelns sind. Das ist ehrenwert, aber einseitig. Kurz - es geht (bei der Erziehung deiner Tochter) gar nicht darum, ob du alles richtig gemacht hast. Es geht darum, ob du in der Lage bist, ihr ein ihr selbst entsprechendes Selbstbewusstsein mitzugeben.

du machst mich „Unsicher“ habe ich ihr beide Möglichkeiten
offengelassen, oder doch zu sehr meine Seite gezeigt ?

„Unsicherheit“ in der Erziehung ist nicht nur negativ, sondern hat auch positive Aspekte. Wenn du unsicher bist, bedeutet das, dass dein Denken in Bewegung ist und nicht nicht erstarrt. Damit machst du den ersten Schritt, deiner Tochter den Raum zu lassen, den sie braucht.

Leichter wäre es für mich, meine Entscheidungen :durchzusetzten…

… ja, das wäre leichter, aber - falsch …

oder auch nicht, Tanja hat leider eine sehr starke
Persönlichkeit,

Das ist doch klasse! Zeig ihr, dass auch du eine starke Persönlichkeit bist - auch wenn du meinst, dass das nicht der Fall ist. Stärke zeigt sich paradoxerweise auch darin, Schwächen zuzulassen. Nimm deine Tochter ernst, und erkenne ihre eigene Persönlichkeit an.

ich kann glaube ich nur abwarten und vertrauen…in der
Vergangenheit einiges richtig gemacht zu haben…wolln mas
hoffen!

Nicht abwarten und vertrauen, sondern beobachten und unterstützen! Mit einem Wort: Begleiten!

und wünsch mir Nerven! Nerven! Nerven!

Das klingt so, als wenn deine Tochter gerade dabei ist, nach Australien auszuwandern oder dabei ist, in Nepal auszusteigen.
Noch einmal: Vor irreversiblen Handlungen darfst du warnen - selbstverständlich. Aber in der Regel hilft auch hier der philosophische Grundsatz des Maßhaltens.

Alles Liebe

Thomas Miller

(Achtung: Thomas Miller und Thomas Millack sind zwei verschiedene Personen!)
Gruß an dich, Thomas!

Hallo Kerbi,

als erstes muß ich sagen, ein spannendes und heiß diskutiertes Thema.
Ich wollte erst gar nicht antworten, da Quest meine Meinung schon kund getan hat.
Über Thomas Miller staune ich immer wieder.

Soll ich gegen mein besseres Wissens…mein Kind im „Glauben
an das Gute“ erziehen und somit ein „nicht kampfbereites“
Geschöpf auf unsere Welt loslassen ?

Die Struktur ( Grundmuster) in der Erziehung ist mit ca. 6 Jahren abgeschlossen. Danach kannst Du nur noch begleiten, helfen, aber der Grundcharakter ist dann gelegt.

Idealismus und religiöse Wertvorstellungen, für mich
persönlich sehr wichtig, haben in der Arbeitswelt und der
Medienwelt keinen Stellenwert mehr.

Das sehe ich anders. Es geht doch um einen selbst. Was heute nicht, oder kaum noch den Kindern mitgeteilt wird, ist sie zu ihrer Berufung hinzuführen. Wenn beispielsweise ich keinen Bundeswehrdienst sondern Zivildienst gemacht hätte, wäre ich sehr wahrscheinlich schon viel eher in einem sozialen Beruf gelandet.
So mußte ich nach und nach Fachabitur ( in der Freizeit ) ablegen, um den geeigneten Einstieg zu finden.
Und das mit 35 Jahren neben Familie,Beruf und Hobby.

Jeden Tag stehe ich vor dem Problem, soll ich Tanja sagen
„sooo erreichst du mehr“ oder „das ist nicht anständig“ ???

Das finde ich falsch.
Ein Beispiel:
Meine Mutter hat ständig etwas zu verbessern.
Wir wohnen zur Miete, haben gesunde Kinder und führen eine glückliche Ehe.
Ob es jetzt ums Häuslebauen,Kindererziehung,Schulform, eigentlich alles weiß sie besser.
Und es ist noch nicht einmal böse gemein, sie will halt nur helfen.

Resultat: Wir fahren so wenig wie möglich hin.
( Wohnen Gott sei Dank über 100 Kilometer entfernt )

Das meine ich damit. Es ist eigentlich immer gut gemeint als Eltern. Die Kinder bleiben immer Kinder, auch mit 60 Jahren, aber man muß sie auch ihren eigenen Weg finden lassen.
Würdest Du denn auch die Verantwortung übernehmen wenn Deine Entscheidung daneben geht?
Das habe ich meiner Mutter auch schon gesagt, ob sie die Verantwortung übernehmen möchte falls wir doch bauen, uns übernehmen oder sogar die Ehe dadurch kaputt geht?

Und als letztes, es geht doch darum wie fühle ich mich wohl?
In Beruf, Familie, Freizeit.Ich bin doch Erwachsen, ich muß doch für mich ( mit meiner Frau zusammen ) entscheiden.
Diese gemeinsame „Harmonie“ kann man den Kindern vorleben , mitgeben und manchmal auch erinnern daran.

Ich hoffe nicht zu weit vom Thema abeschwänkt zu sein,
schönen Sonntag noch

Gruß Henry

Der Grund für mein Nachdenken war, daß ich nach 11 Jahren, diese Wochen von meinem Chef gekündigt wurde. Nicht weil er mit mir unzufrieden war, er hat extra noch betont meinen Einsatz für die Firma und meine kollegiale Art zu schätzen. Ich arbeite bei einem Steuerberater mit 28 Frauen und 6 Männern. Eine dieser Frauen hat durch geziehltes Lügen die Halbe Firma gegen mich rebellisch gemacht. Alles hinter meinen Rücken…zu mir waren eigentlich Alle sehr freundlich. Ich habe wirklich nichts mitbekommen und war daher sehr überrascht als ich von meinem Chef erfahren mußte, daß eine Abordung von drei Kolleginnen bei ihm war und ihn unter Druck setzt. Entweder er kündigt mich, oder die Damen würden künftig jede Überstunde verweigern. Also Mobbing in Reinkultur.
Soviel zum Grund meines Nachdenkens, gehöhrt nicht aufs Religionsbrett.

Nur die moralische Seite beschäftigt mich natürlich sehr, gerade im Bezug auf meine erzieherischen Fähigkeiten meiner Tochter gegenüber.
Auch Tanja hat vor kurzem eine Große Entäuschung erlebt, sie war des erste mal verliebt, kam dadurch in einen neuen Freundeskreis wo sie sehr herzlich aufgenommen wurde…um dann ganz rasch von den Mädchen der Gruppe durch Verleumdungen abgeschossen zu werden.
Meine Gedanken sind momentan sehr wehleidig…es fällt mir einfach sehr schwer nicht auch bösartig zu reagieren.
Wenn meine Tochter mich fragt, was soll ich dagegen tun…oder wie reagierst du jetzt…dann fällt es mir schwer „anständige“ Antworten zu geben.

Durch eure Antworten habe ich meine Sicherheit wiedergefunden.
Ich werde Tanja vorleben wie ich anständig meine Arbeit beende (ohne Gift und Galle zu spucken) und ihr zutrauen auch mit ihren Schwierigkeiten fertig zu werden.

nochmals vielen Dank

Kerbi

Soll ich gegen mein besseres Wissens…mein Kind im "Glauben

an das Gute" erziehen und somit ein „nicht kampfbereites“
Geschöpf auf unsere Welt loslassen ?

Idealismus und religiöse Wertvorstellungen, für mich
persönlich sehr wichtig, haben in der Arbeitswelt und der
Medienwelt keinen Stellenwert mehr.

Mir ist bewußt in welchem Brett ich die Frage stelle…

Jeden Tag stehe ich vor dem Problem, soll ich Tanja sagen
„sooo erreichst du mehr“ oder „das ist nicht anständig“ ???

Kerbi

die mehr in die Zunkunft schaut…nicht in die Vergangenheit

Hallo Henry,

Über Thomas Miller staune ich immer wieder.

wie meinst du denn das?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Kerbi,

als ich von meinem Chef erfahren mußte, daß eine Abordung von
drei Kolleginnen bei ihm war und ihn unter Druck setzt.
Entweder er kündigt mich, oder die Damen würden künftig jede
Überstunde verweigern. Also Mobbing in Reinkultur.

Soweit darf Mobbing allerdings nicht gehen.
Ich würde erstens gegen die Kündigung klagen, denn wenn der Arbeitgeber sich auf diese Weise erpressen läßt, dann ist er schon von vornherein im Unrecht.
Zweitens würde bei dieser Gelegenheit mit meinem Rechtsanwalt zusammen überlegen, ob ich nicht wegen übler Nachrede ein Klage gegen die Ex-Kollegen/innen anstrengen kann.
Bei aller Liebe, wenn man mir an die Lebensgrundlage geht, werde ich bei aller Gutmütigkeit und Langmut, die man mir sonst nachsagt, doch recht ungemütlich.
Gehört zwar nicht in dieses Brett und ich kenne die österreichischen Gesetze nicht so gut, nehme aber an, dass sie weitgehend die gleichen Möglichkeiten bieten wie in Deutschland.

Kopf hoch, Kreuz durchdrücken und von wegen die andere Wange auch noch hinhalten!
Liebe Grüße
Eckard.

Schönen Abend Eckard,

. Also Mobbing in Reinkultur.

Soweit darf Mobbing allerdings nicht gehen.
Ich würde erstens gegen die Kündigung klagen, denn wenn der
Arbeitgeber sich auf diese Weise erpressen läßt, dann ist er
schon von vornherein im Unrecht.

Das weiß mein Chef, nur haben wir beide die Möglichkeit mich nicht zu kündigen besprochen…in so einer kleinen Firma bringt es mir nichts…bei jeder Kleinigkeit würde der Volkszorn wiede aufflackern…und ich selber könnte mich nicht mehr unbeschwert für die Firma einsetzten.

Zweitens würde bei dieser Gelegenheit mit meinem Rechtsanwalt
zusammen überlegen, ob ich nicht wegen übler Nachrede ein
Klage gegen die Ex-Kollegen/innen anstrengen kann.

Sollte man wahrscheinlich tun, es ist nur „Eine“ die anderen sind aufgehetzt und Mitläufer.

Ich habe für mich „gute Konditionen“ zum Austritt, vom Chef erhalten.
Die Damen müssen mit ihrer Bosheit untereinander weiterarbeiten…und zu dem Zeitdruck der schon da ist, meine Firmen mitübernehmen.

Gehört zwar nicht in dieses Brett

ich weiß, aber ich weiß auch, daß Harald dafür sicher Verständnis hat.

Kopf hoch, Kreuz durchdrücken und von wegen die andere Wange
auch noch hinhalten!

Das mache ich Eckard, ich war gestern nur etwas nachdenklich.

Wenn dir der sichere Boden entzogen wird, fängst du auch an dir selber zu Zweifeln an. Wenn ich was falsch gemacht habe…mache ich womöglich noch mehr falsch ?
Erziehe ich meine Tochter „Weltfremd“ wenn ich sage: „man soll niemanden ausgrenzen“ und und und…

Mir haben die Antworten „gutgetan“ und mich wieder zurechtgerückt.

Noch mal vielen Dank hier im Forum und auch für die privaten Mails.

Dass ich ein „Stehaufmanderl“ bin, weiß ich ! *trotzigbin*
Also wird meine Tochter auch eines werden.

Liebe Grüße
von
Kerbi

Hallo Thomas,

das meine ich, wie bei Quest, positiv!

Das Staunen kommt daher, das ich auf einige Artikel gerne antworten würde, Du aber schneller ( mal ganz abgesehen von der Formulierung ) warst.

Mache weiter so. Toll!

Gruß Henry

offtopic!
Hallo Henry,

das meine ich, wie bei Quest, positiv!
Das Staunen kommt daher, das ich auf einige Artikel gerne
antworten würde, Du aber schneller ( mal ganz abgesehen von
der Formulierung ) warst.
Mache weiter so. Toll!

erstmal herzlichen Dank *rotwerd*! Das habe ich gar nicht erwartet. Fishing for compliments liegt mir fern. In letzter Zeit bin ich gelegentlich eher negativ angegangen worden. Daher meine Frage.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas :smile:

erstmal herzlichen Dank *rotwerd*! Das habe ich gar nicht
erwartet. Fishing for compliments liegt mir fern. In letzter
Zeit bin ich gelegentlich eher negativ angegangen worden.

Oh…letzteres finde ich sehr schade und es erstaunt mich.

Ich lese dich immer sehr gerne und bin beeindruckt von deinen Inhalten, deinen Formulierungen und deiner Gelassenheit.

Das wollte ich dir gerne einmal sagen…bisher war nie der richtige Zeitpunkt…nun ist er da :smile:

Liebe Grüße,
Vanessa

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Immer noch offtopic!
Hallo Vabe,

Ich lese dich immer sehr gerne und bin beeindruckt von deinen
Inhalten, deinen Formulierungen und deiner Gelassenheit.

nun ist aber wirklich gut. Ihr habt ja 'ne Macke, dafür fast einen eigenen Threat loszutreten :smile: . Ich wollte mich doch nur gegen unklare Kritik verteidigen.

Aber es wärmt schon ein bisschen. Nochmal danke, und jetzt ist aber Ende. /-) *schäm*

Herzliche Grüße

Thomas Miller