Nachschlag
Hallo Kerbi,
Selbstsicherheit bekommt man hauptsächlich durch
Anerkennung
nein, das ist nicht wahr. Nur bei denen, die sich über andere Menschen definieren, geschieht das so. Dadurch wird man aber ebenso von dieser „Anerkennung“ in seiner Selbstsicherheit abhängig. Eigentlich ist man also gar nicht selbstsicher, sondern - wenn ich es mal so formulieren darf - „fremd-sicher“.
…und diese erreicht man in der Jugend durch
Anpassung…und da wären wir wieder bei meiner Frage.
Wiederum ein klares Nein. Diese Art von Anpassung ist ein Relikt aus vergangener Zeit, das wir (leider) immer noch mitschleppen, ohne uns klar zu machen, dass das, was hier unter „Anpassung“ verstanden wird, ein Anbiedern ist und eigentlich dazu führt, dass wir unsere Eigenständigkeit aufgeben.
keine Firma
bezahlt dich für NETTIGKEITEN…nur für Leistung in deren
Vorstellungen…da kommt es oft zu Gewissenskonflikten.
Das hat weiter oben Quest schon widerlegt.
Kann ich wirklich von der Jugend mehr Rückgrad erwarten als es
ihnen vorgelebt wird ??
Nein, deshalb ist es ja so wichtig, das vorzuleben - zumindest den Versuch.
Das ist mein Wunsch es ihr so zu zeigen, nur es ist schwer !
Das weiß ich, aber es ist auch eine Herausforderung, sich selbst in den Griff zu bekommen - im Interesse der Kinder!
Meine Tochter wird im September 16 Jahre…das ist für mich
eine ungewisse Zeit…habe ich all die Jahre richtig
erzogen…nimmt Tanja meine Wertvorstellungen an…wie lebts
sie damit…und was macht sie daraus ?
Du musst dich - wohl oder übel - an den Gedanken gewöhnen, dass es ganz allein die Sache deiner Tochter ist, was sie wirklich daraus macht. Du kannst sie darin nur unterstützen - mehr nicht.
ich wünsche mir einfach es ist Jahre später…und meine
Tochter hat das Wissen was sie abzuwägen hat.
Ein paar Erfahrungen muss sie schon selbst machen
. Im Ernst - du kannst - und du solltest - deine Tochter nicht vor eigenen Erfahrungen schützen. Sie lernt nur aus ihren Erfahrungen - besonders aus den negativen. An den negativen Erfahrungen wächst man am meisten, und wenn man jemandem diese wichtige Möglichkeit zu lernen einfach wegnimmt, ist auch die Möglichkeit zu lernen futsch.
Natürlich ist es richtig, vor Risiken zu warnen und irreversible Handlungen - wenn sie denn wirklich schädlich sind - zu unterbinden. Aber man muss hier immer - gerade wenn deine Tochter schon 16 ist - einen Mittelweg finden. Es ist ein großer Fehler, seinen Kindern nicht zu helfen, aber es ist ein mindestens so großer, wenn nicht noch größerer Fehler, sie zu sehr beschützen zu wollen. Denn das erzeugt häufig genau das Gegenteil.
Ich habe aus der Vergangenheit gelernt - und hoffentlich so
viel wie möglich RICHTIG gemacht.
Von deiner Tochter erwartest du aber merkwürdigerweise, dass sie aus der Zukunft lernt, indem sie immer nur daran denken soll, was die Folgen ihres Handelns sind. Das ist ehrenwert, aber einseitig. Kurz - es geht (bei der Erziehung deiner Tochter) gar nicht darum, ob du alles richtig gemacht hast. Es geht darum, ob du in der Lage bist, ihr ein ihr selbst entsprechendes Selbstbewusstsein mitzugeben.
du machst mich „Unsicher“ habe ich ihr beide Möglichkeiten
offengelassen, oder doch zu sehr meine Seite gezeigt ?
„Unsicherheit“ in der Erziehung ist nicht nur negativ, sondern hat auch positive Aspekte. Wenn du unsicher bist, bedeutet das, dass dein Denken in Bewegung ist und nicht nicht erstarrt. Damit machst du den ersten Schritt, deiner Tochter den Raum zu lassen, den sie braucht.
Leichter wäre es für mich, meine Entscheidungen :durchzusetzten…
… ja, das wäre leichter, aber - falsch …
oder auch nicht, Tanja hat leider eine sehr starke
Persönlichkeit,
Das ist doch klasse! Zeig ihr, dass auch du eine starke Persönlichkeit bist - auch wenn du meinst, dass das nicht der Fall ist. Stärke zeigt sich paradoxerweise auch darin, Schwächen zuzulassen. Nimm deine Tochter ernst, und erkenne ihre eigene Persönlichkeit an.
ich kann glaube ich nur abwarten und vertrauen…in der
Vergangenheit einiges richtig gemacht zu haben…wolln mas
hoffen!
Nicht abwarten und vertrauen, sondern beobachten und unterstützen! Mit einem Wort: Begleiten!
und wünsch mir Nerven! Nerven! Nerven!
Das klingt so, als wenn deine Tochter gerade dabei ist, nach Australien auszuwandern oder dabei ist, in Nepal auszusteigen.
Noch einmal: Vor irreversiblen Handlungen darfst du warnen - selbstverständlich. Aber in der Regel hilft auch hier der philosophische Grundsatz des Maßhaltens.
Alles Liebe
Thomas Miller
(Achtung: Thomas Miller und Thomas Millack sind zwei verschiedene Personen!)
Gruß an dich, Thomas!