Verantwortung der Mutter gegenüber?

Hallo,

Respekt, Dankbarkeit und Fürsorge sind imho Dinge, die man
sich verdienen muß.

Die hat sie verdient.

Besonders das zweite Zitat, die Sätze ihres Vaters, strotzt
vor Dummheit, weil der Vater

Stop. Diesen Satz kann ich so nicht akzeptieren. Mein Vater kümmert sich sehr um mich, hört mir zu und versucht mich zu verstehen - wirklich. Die Sätze die er gesagt hat, stehen natürlich in einem Zusammenhang. Er drückt es so ähnlich aus, wie Mathilda hier geschrieben hat. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen gemacht und hat seinen eignen Lebensstil. Ihn deshlab als dumm darzustellen oder seine Meinung zu verurteilen finde ich nicht korrekt.
Meine Mutter klammert sich an meinen Vater und achtet sehr auf eine gleichmäßige Verteilung meiner Zuneigung (wehe, ich bin eine Stunde länger bei meinem Vater, als bei ihr). Wenn er das Klammern zulassen würde, hätte sie noch mehr Probleme, die Trennung zu verarbeiten.

Gruß
Tato

Hallo Frank,

Vielleicht erpresst sie Dich auch mit Ihrer Krankheit?

Nein, nicht direkt. Sie traut sich nicht mir gegenüber zu sagen, dass häufiger Kontakt will, sondern weint sich bei meinem Vater aus, der es nur fair findet, es mir weiterzusagen.

zuerst komme ich - und dann lange gar nichts und dann…

Tja, jeder hat seinen eignenen Stil…

Noch eine Anmerkung: Von welchen dummen Menschen hörst Du so
Bemerkungen wie: die Kinder haben sich um ihre Eltern zu
kümmern ?? und warum machst Du es für Dich zum Gesetz??

Stop. Diesen Satz kann ich so nicht akzeptieren. Dieser „dumme Mensch“ - wie du ihn beschreibst - kümmert sich sehr um mich, hört mir zu und versucht mich zu verstehen - wirklich. Die Sätze die er gesagt hat, stehen natürlich in einem Zusammenhang. Er drückt es so ähnlich aus, wie Mathilda hier geschrieben hat. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen gemacht und hat seinen eignen Lebensstil. Ihn deshalb als dumm darzustellen oder seine Meinung zu verurteilen finde ich nicht korrekt.

Gruß
Tato

Hallo Matilda,

Dass es deiner Mutter gut geht glaube ich nicht, so wie du sie :beschreibst.

Ich meine körperlich geht es ihr gut.

Ich vermute dass es sehr helfen würde, wenn du versuchst :herauszufinden, was wirklich das Problem ist.

Ja, das versuche ich seit etwa einem Jahr - bloß wie mach ich das?

Ich denke, dass dieser Vorwurf berechtigt sein kann, aber nicht muss. :Ich sehe es schon so, dass eine gewisse Dankbarkeit einfach angebracht :ist und man den Eltern wenn sie einen brauchen auch etwas zurückgeben :sollte.

Ich MÖCHTE ja, aber ich KANN nicht.

Aber da gibt es auch Grenzen, man muss sich auch selber schützen, wenn :der Kontakt nicht gut tut.

Genau, diese Grenze würde ich gerne setzen, doch ich weiß noch nicht wo und wie…

Sie beschreibt, welche Phasen Menschen durchmachen, die den Tod vor :Augen haben (z.B. Depression, Wut usw.)(jeder hat das, bei dem Krebs :diagnostiziert wurde, auch wenn es glückliche Fälle gibt, bei denen :das nicht so schnell eintritt).

Ich kenne diese Phasen.

Das Problem ist es, dass ich mich gerne kümmern würde und möchte, bloß ich kann es irgendwie nicht, weil ich nicht kann.
Warum ich nicht kann, weiß ich nicht. Manchmal nervt sie mich mit ihren Eigenarten und ich kann schwer damit umgehen. Im Moment möchte ich einfach nur Abstand…
Diesen Kreislauf möchte ich durchbrechen, aber mir gelingt es nicht.

Gruß
Tato

Hi,

Stop. Diesen Satz kann ich so nicht akzeptieren.

Okay, danke für die Korrektur.
Wir können hier nur das nehmen, was wir von Dir lesen, da bleiben Interpretationen (und darunter auch falsche!) nicht aus. Sicher auch für Dich wichtig - die Beiträge aller in diesem Thread können nicht umfassend und objektiv sein, sondern nur Gedanken, Ideen, Anregungen.

Gruß,

Malte.

Hallo,

Respekt, Dankbarkeit und Fürsorge sind imho Dinge, die man
sich verdienen muß.

sicher. Aber die allermeisten Mütter und Väter verdienen sich auch Respekt, Dankbarkeit und Fürsorge. Auch wenn sie Fehler machen oder gemacht haben. Das muss ja nicht heissen, das man in sklavischer Treue und emotionaler Abhängigkeit bleiben muß. Ich kann für mich die Dinge sehen, die mich an meinen Eltern stören, die mich aufregen, die ich nicht verstehe usw., ohne daß ich ihnen deswegen die Tochterliebe und damit auch den Respekt, die Dankbarkeit und später, wenn sie es einmal benötigen, die Fürsorge, aufkündigen muss. Oder?

Ich würde im Übrigen jemanden, der eine gewisse Verantwortung
der Kinder für ihre Eltern vorschlägt, nicht als „dummen
Menschen“ bezeichnen. Dafür gibt es keinen Grund, oder?

Zu diesem Satz stehe ich. Ich würde niemanden als „dummen Menschen“ bezeichnen, wei er anders empfindet als ich.

Besonders das zweite Zitat, die Sätze ihres Vaters, strotzt
vor Dummheit, weil der Vater

Mein Posting bezog sich im übrigen nicht direkt auf Tato, sondern auf meinen Vorredner. Aber trotzdem würde ich nicht so über jemanden reden, erst recht nicht, wenn ich ihn gar nicht persönlich kenne. Es ist sicher nicht nur für Tato eine schwierige Situation, sondern auch für ihre Eltern.

Gruß

Tahere

Es gibt in all diesen Dingen ein gewisses Maß an „Vorschuß“,
welches man bestimmten Personen gewährt (Eltern, eine neue
Liebe…), aber dieser Vorschuß muß sich rechtfertigen und ist
recht zügig aufgebraucht, wenn nichts „nachgeschoben“ wird.

Ich würde im Übrigen jemanden, der eine gewisse Verantwortung
der Kinder für ihre Eltern vorschlägt, nicht als „dummen
Menschen“ bezeichnen. Dafür gibt es keinen Grund, oder?

Doch, den gibt es. Solche Sätze z.B.:

„Ich denke für eine Tochter ist mein Verhalten normal (gibt es
soetwas?), aber sie braucht mehr, wofür aber keine Tochter,
sondern andere Personen (Freunde, Ehemann, Familie,
Therapeuten, seelischer Mülleimer, PC-Spezialisten…)
zuständig sind.“

oder

„Ich höre dann Sätze wie „vielleicht bereust du es später“,
„sie ist doch so alleine“, „sie hat immer alles für dich
getan“ und „fahr sie doch öfter besuchen“. Das ist für mich
Bestrafung genug.“

Das hat nichts mehr mit einer „gewissen Verantwortung“ zu tun,
das ist nichts anderes als emotionale Erpressung, und die auch
noch von beiden Seiten, von Vater UND Mutter. Wie soll eine
Tochter DAS aushalten?

Besonders das zweite Zitat, die Sätze ihres Vaters, strotzt
vor Dummheit, weil der Vater
a) seine Tochter überhaupt nicht ernst nimmt und ihre Sorgen
abwiegelt,
b) nicht erkennt, in welche Situation er seine Tochter damit
bringt, daß er das Verhältnis zur Mutter eher verschlechtert
als beiden zu helfen und
c) sich selbst auch nicht gerade toll darstellt - die
Fragestellerin hat bisher nicht viel dazu geschrieben, wie das
Verhältnis zwischen Vater und Mutter ist, aber mein Eindruck
ist, daß der Vater sich nicht nennenswert um die Mutter
kümmert, da beide seit einer Weile getrennt sind. Dies muß
dazu führen, daß die Tochter noch mehr verwirrt und
verunsichert wird als ohnehin schon - wieso erwartet Papa
etwas von mir, was er, als ehemaliger PARTNER dieser Frau noch
nicht mal leisten kann?

Gruß,

Malte.

Sicher auch für Dich wichtig - die Beiträge aller in
diesem Thread können nicht umfassend und objektiv sein,
sondern nur Gedanken, Ideen, Anregungen.

Jepp, ich weiß.
Bloß ich möchte falsche Eindrücke (die passieren können) gleich stoppen, ehe noch mehr hineininterpretiert wird.

Hallo Matilda,

Da ist für mich klar, dass es für dich richtig ist, dich zu kümmern, :nicht, möglichst viel Abstand zu haben.

Ich möchte beides. Der Kontakt fällt mir schwer. Die Eigenarten nerven mich und die Situation ist so schwer, so dass ich danach immer Zeit brauche, in mein Leben zurückzufinden. Daher scheue ich ein Treffen und rede lieber am Telefon.
Ein richtiges Gespäch kommt nicht zustande, wie reden aneinander vorbei. Sie erlebt wenig und hat nur „langweilige“ Dinge zu erzählen. Uns fehlt manchmal der Gesprächsstoff. Das macht ein Treffen nicht gerade leicht.

Ich denke viel - machmal vielleicht zu viel. Zumindest kann ich mit dem Denken nicht so einfach aufhören… Ich will Menschen verstehen (vielleicht liegt das an meinem Berufswunsch :smile: ), daher mach ich mir Gedanken, wie man helfen / unterstützen / reagieren kann bzw. muss.

Ich habe in den letzten zwei Jahren viel durchgemacht, bin jetzt wahrscheinlich erschöpft und brauche Zeit für mich und „unkomplizierte“ Leute. Ich möchte mich mal unterhalten können, ohne immer daran zu denken, wie die Gegenseite das jetzt interpretieren könnte. Natürlich denkt man das immer (sollte man zumindest), aber meine Mutter interpretiert sehr sehr viel und ist schnell (zu unrecht) gekränkt. Zusätzlich umsorgt sie mich wie ein kleines Kind. Ich weiß, dass es normal ist, aber manchmal finde ich es etwas extrem. Sie nimmt meine 22 Jahre gar nicht richtig wahr.

Einfacher wird es, wenn andere Leute dabei sind, aber da sie keine Familie mehr hat (außer mich) und alle anderen zu weit weg wohnen sind wir meist alleine. Letztens hab ich bei ihr in der Wohnung ein paar Regale angebracht *oh gott ist die groß geworden - die kann ja sogar mit Bohrmaschine und Säge umgehen*. Die Augen hat es ihr aber nicht geöffnet, denn danach hat sie sich wieder verhalten, als wenn ich 12 wäre…

Viele Grüße
Tato

Hallo Tato,

wollte Dir damit nicht zu nahe treten, aber ich kann mich nun mal nur an das halten was Du geschrieben hast:

ich höre immer wieder, dass in gewissen Situationen (oder immer) sich die erwachsenen Kinder um ihre Eltern zu kümmern haben.

Ich weiß eben nicht wer dieses Gesetz geschrieben hat.
Warum ich solche Aussagen für bedenklich halte, schreibe ich in meiner Antwort an Tahere

Gruß

Frank

Liebe Tahere,

von Dir lass ich mich gerne „anpieksen“, zumal ich Deine Beiträge hier im Forum schätze.

Es scheint mir ein wenig Erklärungsbedarf zu geben und eigentlich wollte ich den Lesern hier die mich kennen nicht zum wiederholten Male meine Geschichte mit meiner Mutter um die Ohren hauen. Die Situation war sehr ähnlich: Auch meine Mutter hatte Krebs, auch meine Mutter hat mich erpresst, auch meine Mutter hat mich "auffressen wollen und ist mir hinterher geflogen. Ich hätte nicht auf Tatos Anfrage geantwortet, wenn ich nicht allzu gut „nachempfinden“ könnte, wie sich das anfühlt.

Es als einen „ganz natürlichen Konflikt“ anzusehen zeigt mir, dass Du nicht wissen kannst, wie es sich anfühlt „gefangen“ zu sein.

Ich habe aus einem Guß geschrieben und die türkische Freundin kam mir in den Sinn, als ein Beispiel für eine Nationalität bei der Respekt den Eltern gegenüber einen hohen Stellenwert hat- vielleicht ähnlich Deiner.
Meine Tätigkeit bringt es nun mal mit sich, dass ich täglich mit Menschen zu tun habe, denen solche Aussagen wie beispielsweise: „Du hast Dich zu benehmen“ oder „Du musst immer schön lieb sein“ und auch „Du hast Dich um Vater und Mutter zu kümmern“ zum Verhängnis werden. Sie LEBEN danach (wir hatten erst kürzlich das Thema mit den ZUSCHREIBUNGEN) weil es ihnen so eingetrichtert wurde, weil die Eltern gesagt haben:" Das gehört sich so"

Schwierige Situationen wie ich sie erlebt habe, oder Tato sie jetzt mit ihrer Mutter erlebt, führen dann dazu, dass wir in solche Gewissenskonflikte geraten und nicht mehr wissen was richtig oder falsch ist- ja sogar die eigenen Gefühle anzweifeln (darf ich meiner Mutter böse sein? Darf ich meine Mutter dafür hassen??) Denn das tut man nicht, das gehört sich nicht und blabla.

Das dem so ist, wird beim lesen von Tatos Anfrage sehr schön deutlich.

Diese Dramen ereignen sich auf Grund schnell und unüberlegt daher gesagter Sätze wie: „Kinder haben sich um ihre Eltern zu kümmern“ Je nach dem von wem und zu welcher Zeit sie kommen, werden sie zu Zuschreibungen, denen wir uns ein Leben lang verpflichtet fühlen, wenn wir nicht da raus finden. „Dumm“ war vielleicht das falsche Wort und Menschen, die solche Äußerungen machen, müssen nicht zwangsläufig dumm sein. Da habe ich mich unglücklich ausgedrückt o.K.?

Liebe Tahere- wir liegen hier in der Meinung auseinander. Meine Grundaussage bleibt: Ein gesunder Egoismus- zuerst ICH- dann andere, sorgt letztendlich für ein GESUNDES Verhältnis zu anderen Menschen, für ein „ich bin o.K. und alle anderen auch“ Ich habe es nur sehr deutlich machen wollen und deshalb geschrieben:

und dann lange gar nichts und dann…

Ich habe es deshalb AUSDRÜCKLICH angeführt, weil ich es in meiner damaligen Situation und Tatos heutigen sehr ähnlichen Situation als NOTWENDIGKEIT sehe, um Luft holen zu können!!

Liest Du nicht; dass sie förmlich nach Luft schnappt?
Ist es für Dich wirklich nur ein ganz normaler Konflikt?
Lese ich etwas anderes als Du?

Das es Deines Erachtens nicht der gesunden psychischen Struktur entspricht tut mir leid. Erpressung entspricht auch nicht einer gesunden psychischen Struktur des Menschen, die auf soziale Gefühle ausgerichtet ist. Wo ist das soziale Gefühl der Mutter?

Von Werten halte ich nicht viel- von richtig und falsch, von gut und böse schon gar nichts und von o.e. Zuschreibungen überhaupt nichts.
Ich fühle mich o.K. oder eben nicht.
Helfen hat für mich keine besondere Bedeutung, mir kam lediglich in den Sinn, dass ich damals (Tato heute) meiner Mutter hätte besser helfen können, bzw mit der Situation besser hätte umgehen können, wenn ich selbst nah genug bei mir gewesen wäre. Ich möchte zu gar nichts raten, aber ich habe eine ganz persönliche Meinung: Mir hat die „radikale Lösung“ geholfen- ich halte sie für einfacher, als mühevoll das Verhältnis so weiterzuführen wie es ist und dabei Abgrenzung zu lernen- Verzeihung- ich halte das sogar für gefährlich und nahezu nicht machbar.

Hier müssen meiner Meinung nach sehr deutliche Worte gesagt werden (Malte tut es)

Liebe Tahere gefangen gehalten zu werden von der eigenen Mutter ist kein schönes Gefühl- hier einen Mittelweg zu suchen ist meiner bescheidenen Meinung nach wenig erfolgversprechend. Wenn ich gefangen bin, dann muss ich mich befreien, um wieder atmen zu können, um wieder klar zu werden, um wieder Kraft zu bekommen.

Es ist hart und deshalb unbeliebt und klingt vielleicht auch herzlos- aber es ist die Wahrheit. Erpressung wie sie hier betrieben wird ist nun mal eine sehr UNANSTÄNDIGE Methode, die meines Erachtens keine grossen Alternativen zulässt- hier hilft nur ein klares NEIN und eine ganz deutliche Sprache- auch wenn es die eigene Mutter betrifft.

Es ist eben nicht ein ganz normaler Konflikt…zumindest war es das bei mir nicht.

Ein lieber Gruß

Frank

Hallo Tato,

ich finde Frank sein Satz sehr wichtig und richtig. Auch andere wie Malte und alle anderen versuchen Dir etwas mitzuteilen. Ich versuche es auch einmal.
Ich kenne die Angelegenheit aus beiden Sichtweisen. Kind sein und Kind „haben“.
Wenn Du Deiner Mutter helfen willst, solltest Du zuerst auf Dich achten. Wenn Du unter einer Situation leidest riskierst Du feine Sachen wie Angina pectoris, HWS-Probleme, usw. Wem willst Du dann helfen? Wenn Du flach liegst gibt es gar nichts für den anderen Menschen. AUCH WENN DU IHN LIEBST.
Hier ist noch ein Sätzchen für Dich aus der Präambel der Anonymen Alkoholiker. (Steinigt mich nicht wenn er nicht hundertprozentig ist)

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann.
Die Kraft Dinge zu ändern die ich ändern kann,
und die Weissheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Auch wenn es Dir schwer fällt. Hier mußt Du einmal im Leben „NEIN“ sagen. Dieses „NEIN“ darfst Du Deinem Vater gegenüber wiederholen.

Ich wünsche Dir „die“ Weissheit und bleib gesund.

Gruß Norbert

Hallo Frank,

Liest Du nicht; dass sie förmlich nach Luft schnappt?
Ist es für Dich wirklich nur ein ganz normaler Konflikt?
Lese ich etwas anderes als Du?

wahrscheinlich liest du wirklich etwas anderes als ich, so wie wahrscheinlich jeder hier etwas anderes liest. Denn immer schwingt ja auch eine eigene Betroffenheit mit. Ich glaube, jeder Mensch, der über solche Probleme liest, wird dabei in der einen oder anderen Weise an eigene Konflikte, vielleicht auch an eigene schöne Erfahrungen, erinnert. Es schwingt immer etwas eigenes mit.

Liebe Tahere- wir liegen hier in der Meinung auseinander.
Meine Grundaussage bleibt: Ein gesunder Egoismus- zuerst ICH-
dann andere, sorgt letztendlich für ein GESUNDES Verhältnis zu
anderen Menschen, für ein „ich bin o.K. und alle anderen auch“

Der OK-Coral - Ich bin OK, du bist auch OK, ein hübsches Bild aus der Psychologie. Ich verwende diese Sichtweise auch meinen Eltern gegenüber. Ich bin OK, meine Eltern sind OK, trotz aller Unterschiede.

Das es Deines Erachtens nicht der gesunden psychischen
Struktur entspricht tut mir leid. Erpressung entspricht auch
nicht einer gesunden psychischen Struktur des Menschen, die
auf soziale Gefühle ausgerichtet ist. Wo ist das soziale
Gefühl der Mutter?

Um die Mutter geht es doch nicht. Sie liest hier gar nicht mit, also wird sie hier auch keine Veränderungsimpulse aufnehmen. Wir können uns nicht darauf zurückziehen, zu bedauern, dass andere Menschen nicht so sind, wie wir sie uns wünschen würden. Wir können nur unser Verhalten und unsere Bewertungen so einrichten, dass wir mit den Menschen zurechtkommen, so denke ich jedenfalls.

Liebe Grüße

Tahere

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi

ich höre immer wieder, dass in gewissen Situationen (oder
immer) sich die erwachsenen Kinder um ihre Eltern zu kümmern
haben. Da die Eltern - als man klein war - immer für einen da
waren.

wieso sollte man sich um einen anderen Menschen zu kümmern haben, für den man sich nicht wissent- und willentlich entschieden hat (Eigene Kinder, Pflegschaft, Adoption, Trauung, etc.) ?

Du hast dir deine Eltern nicht ausgesucht - sie haben dich mehr oder weniger bewusst in die Welt gesetzt , wohl wissend was an Arbeit und Verantwortung auf sie zukam. Sie haben dich „verursacht“ also sind sie auch „verpflichtet“ für dich „da“ zu sein

DU hast dich nicht freiwillig entschieden auf die Welt zu kommen und du hast sie dir nicht ausgesucht.

Andere Frage : wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du sie dir freiwillig als Mutter aussuchen ? Wäre sie die Frau die du als Mutter haben willst ? Lässt sie dich dein leben leben ?

Wenn NEIN : so what ?

Ich finde es absolut nicht verwerflich sondern halte es in deinem (und auch in meinem) Fall für durchaus in Ordnung, wenn man erstmal nach sich selber schaut, dann nach den Menschen die man liebt und wenn dann noch zeit ist nach den Menschen die einem durch die eigene Geburt aufgezwungen wurden (Eltern, Geschwister) - dabei muss man sich aber nicht selber aufopfern noch sonstwas … ich sehe es da schon als ausreichend Hilfe an wenn man ihnen die notwendige Pflege (Pflegedienste) bzw. finanzielle Unterstützung zukommen lässt

Das was ist, wenn dieses erwachsene Kind sich nicht in der
Lage sieht, der Mutter ausreichend (wieviel ist das?)
Zuneigung entgegenzubringen?

niemand zwingt dich - Liebe lässt sich nie erzwingen sie ist da oder auch nicht … einen Grund hat es sicher - klar ich bin auch großgezogen worden, ich hatte zu essen, zu trinken, was anzuziehen ,meine Hausaufgaben wurden überprüft und meine noten auch solang da nichts aussergewöhnliches auftrat, liess man mich in Ruhe (mein Hauptziel) … das war sehr weit davon entfernt eine liebevoll umsorgte Kindheit zu sein

aus diesem Grund hat meine Mutter auch nicht mehr von mir zu erwarten, als das was sie mir auch entgegengebracht hat - sie wird mit dem nötigsten zum Überleben versorgt - Punkt (bei meinem vater sieht das - wie bei dir - wieder anders aus, an ihm hänge ich wirklich und er an mir)

Auf jeden Fall ist jeder Besuch sehr anstrengend und nervenzehrend
für mich. Ichbrauche immer ein paar Tage, bis ich mich regeneriert habe.

warum tust du dir das immer und immer wieder an ? sie tut dir nicht gut

Doch ich muss immer wieder hören, dass ich mich zu wenig um sie
kümmere und was sie doch alles für mich getan hat. Das erzeugt
bei mir ein schlechtes Gewissen.

Genau das will sie auch … Psychoterror ist das schlimmste aller Machtspiele

Du kannst relativ einfach darauf eingehen indem du ihr sagst : „noch so eine Bemerkung und du musst leider leider 2 Wochen länger auf meinen nächsten Besuch warten *lächel* DU hast die Wahl !“

Dann hat sie die Wahl und sie kann selbst entscheiden :o) und du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich dafür entscheidet, dass du die nächsten zwei Wochen „mutterfrei“ hast

Wie gern würde ich kommenden Weihnachten verreisen, um dem
Familienstress zu entfliehen, aber das schlechte Gewissen
quält mich.

wieso denkst du heute schon an weihnachten ? und wenn du dran denkst :
fahr weg … fahr weit weit weg mit Menschen die dich lieben, die dich NICHT unter druck setzen und dir kein schlechtes Gewissen machen

Schließlich ist es eine besondere Situation - sie ist keine
Fremde, sondern meine Mutter.

NA UND ??? Nochmal : hast du sie dir bewusst als Mutter ausgesucht ? nö !

Klar, sie hat viel durchgemacht, aber auch sie hat
eine Chance verdient.

ja, ABER nicht auf deine Kosten !!! Und nicht auf Kosten deiner Nerven, deiner Psyche, deiner Zeit etc.

Theoretisch könnte sie unter Leute gehen
und Kontakte knüpfen, aber zur Zeit ist daran gar nicht zu
denken. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, die kaum einer
versteht.

sie WILL nicht

aber ist das DEIN Problem ? sie lebt in ihrer Welt du in deiner … sie wird sich selber nicht verstehen warum denkst du du müsstest es ?

Sag es dir immer wieder vor

erst du - dann die die du LIEBST (und das sind sicher nicht die von denen dir eingeredet wird, du müsstest sie aus dubiosen Gründen lieben und dich damit erpressen ) - dann erst Bekannte … etc.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen für DICH - und dass du hoffentlich ganz bald, ganz egoistisch wirst, das ist nämlich absolut nichts Schlechtes

Liebe Grüße
H.

Hallo Tato,
schön, daß sich so viele Menschen hier Gedanken machen über deine Situiation. Deine Thematik betrifft eigentlich viele Menschen, denn jeder hat Eltern und muß sich irgendwie mit solchen/ähnlichen Gedanken auseinandersetzen.

Nun geht jeder auf seine Weise damit um. Es ist grundsätzlich schwierig, sich von einem leidenden Menschen genügend zu distanzieren.

Deine Mama hat vielleicht mehr Probleme als sie sich eingesteht und könnte sicher eine Einbindung in eine Hilfeleistung von außen gut vertragen. Dahin muß sie aber eben wieder selbst den Antrieb haben und da sind wir wieder bei deinem Problem. Wenn jemand anders nicht den Antrieb hat etwas zu ändern ist es ehr schwer von außen etwas zu bewegen, dies stellt Einen nicht nur emotional vor ein scheinbar unlösbares Problem.

„Ich habe eigentlich ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern gehabt,
welches ich aber bei meiner Mutter in letzter Zeit nicht
ertragen kann.“

klar, weil es dich eben überfordert, da es nicht mehr um andere Dinge geht - und du dich eben nicht als geliebte, selbstständig werdende Tochter fühlst, die in ihrem Lebensweg bestärkt werden will, sondern als eine Pflicht-Pflegeschwester, die sich verantwortlich fühlt für das Wohlergehen der Mutter.

Warum suchst du dir nicht professionelle Hilfe - bevor dir der Druck aus den Händen gleitet? Es gibt verschiedene Möglichkeiten dir Hilfe zu holen auch du kannst Hilfe annehmen. Die Dinge, die auf dich zukommen sind nicht leicht alleine zu tragen und es gibt viele, die sich gerne über diese Probleme regelmäßig austauschen und diese Prozeße miteinander erleben.

„Wie verhindere ich, dass ich „genervt“ bin?“

gar nicht wirklich, denn das kann immer wieder mal passieren, auch wenn du dich mit ihr prima verstehen würdest. Laß es zu, daß du negative Gefühle hast ihr gegenüber das ist doch ehrlich gegenüber dir selbst. Du mußt nicht die Mustertochter sein, du hast Schwächen und Stärken. Du kümmerst dich ja schließlich eh um sie. Sie hat ihre Kämpfe und wir dich deshalb genauso lieben und sie sieht auch daß du da bist für sie, ob sie einsieht, daß sie vielleicht zuviel verlangt von dir ist ihre Sache (Entwicklung).

„Wie genze ich mich ab?“

Wieviel willst du ihr geben und wo ist Schluß? Welche Unterstützung brauchst du, um ihr die Aufmerksamkeit zu geben, die sie braucht und die du leisten kannst?
Verstehen hilft manchmal auch, vernünftige Grenzen zu finden. Sie muß zwei geliebte Menschen entbehren, mit denen sie zusammen lebte und die Umstellung ist hart. Und jetzt verlangt dir das Leben etwas ab, das in deinem Alter schwer ist zu leisten, weil du dadurch gleichzeitig auf was anderes Wichtiges verzichten mußt und es deine Freiheit und Unabhängigkeit einschränkt. Es ist an jedem selbst, was er tut.

Wie würdest du die Situation am liebsten handeln, wie sollte das realistisch dann aussehen? Versuch mal in diese Richtung einzuwirken,- offen ein „Nein“ aussprechen, mit dem Grund der hinter diesem steht, ohne dem anderen einen Vorwurf zu machen - einfach deine Bedürfnisse klarstellen ( du wirst dadurch auch merken wie wichtig diese denn wirklich für dich sind und wo du Kompromisse machen willst ). Deine Sorge darüber ansprechen, aber auch die Notwendigkeit, daß es nun auch mal so sein muß, dafür gibt es ein ander mal wieder mehr Zeit für Gemeinsames. Finde deine Grenzen und teile diese mit - in einem souveränen Ton. Und wenn du sie überschreitest sag das auch, daß du das für sie tust, damit sie dies erkennt und schätzen lernen kann.

Und vielleicht tut dir ein bisschen Abstand örtlich und zeitlich auch gut und du findest wieder zu neuen Gedanken und Sichtweisen, wenn du mal streßfrei darüber nachdenken kannst.

Eine positive Veränderung muß auch reifen, es geschieht nicht über Nacht.

LG Patricia