Verarsche, Kosten für Terminvereinbarung!

hallo!

Du meinst damit aber nicht deine Rechnungen, oder?

jetzt wo du es schreibst sehe ich auch dass man es so verstehen
könnte. ich bin aber nur kleiner angestellter. ausserdem gibt es in
unserer branche sowas eh nicht da wir nur das berechnen können was
auf dem rezept steht.

das dumme ist nur, dass für den Patienten viele Sachen nicht
nachvolziehbar sind. Z.B. berechtnet mein Zahnartzt zu den
Kosten einer örtlichen Betäubung die Kosten für das
Narkosemittel. Leider gibt es zu dieser Abrechnungsweise viele
verschiedene Gerichtsurteile. Was ist in diesem Fall dann zu
tun?

hier hat aber die abgerechnete leistung noch einen zusammenhang mit
der behandlung. telephonate mit arzthelferinnen als beratung
abzurechnen ist schon wieder was anderes.
der härteste fall ist das ausstellen einer rechnung über eine
eingehende beratung als die patientin ihren arzt beim einkaufen im
supermarkt getroffen hat und der nachfragte wie es ihr den ginge.
müsste vor dem amtsgericht bamberg verhandelt worden sein wenn man da
was übers netz finden kann.

Ich finde diese Situationen einfach unmöglich, zumal Ärzte bei
Selbstzahlern ohnehin mehr bekommen als bei Kassenpatienten.

da machen inzwischen die privatkassen aber auch gewaltig wirbel und
zahlen manchmal nur noch teilsätze.

tschüss

matthias

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Hallo Matthias,

Du meinst damit aber nicht deine Rechnungen, oder?

jetzt wo du es schreibst sehe ich auch dass man es so
verstehen
könnte. ich bin aber nur kleiner angestellter. ausserdem gibt
es in
unserer branche sowas eh nicht da wir nur das berechnen können
was
auf dem rezept steht.

Puh, da bin ich aber froh - hatte schon den Glauben an die Menschheit verloren :smile:

Ich finde diese Situationen einfach unmöglich, zumal Ärzte bei
Selbstzahlern ohnehin mehr bekommen als bei Kassenpatienten.

da machen inzwischen die privatkassen aber auch gewaltig
wirbel und
zahlen manchmal nur noch teilsätze.

Das mit den Teilsätzen zahlen, bedeutet dann aber meist, dass der Patient mehr zuzahlen muss. Ich habe auch schon überlegt -ob ich nicht gleich bei der Anmeldung sage, dass ich nur den einfachen Satz bezahlen will - aber mir hat bisher die Traute gefehlt, es durchzusetzen. Ich finde es nicht gerechtfertigt, wenn man als Selbstzahler bei den gleichen Leistungen mehr zahlen muss.

Viele Grüße
Utemaus

Hallo,

es ist wirklich schrecklich was die Ärzte sich erlauben. Es sind die Kosten eh schon sehr hoch, wenn eine Behandlung abgerechnet wird. Aber dass für eine Terminvereinbahrung schon die telefonische Beratung (GOÄ-Ziffer 1) abgerechnet wird, ist für mich der blanke Horror! Es ist zwar ein Telefongespräch, allerdings ist dies keine ärztliche Leistung (der Patient ruft ja an und nicht die Arzthelferin im Auftrag des Arztes!) und schon gar keine Beratung!!!

In jedem Fall jede Liquidation kontrollieren, auch Abrechnungsstellen fügen Ziffern und Materialkosten mit ein, die nicht berechtigt sind und von denen auch oft der behandelnde Arzt gar nichts weiß! Einen Vertrauensbruch sehe ich gar nicht darin, denn auch wenn ich Shoppen gehe, möchte ich auch nur für die Hose zahlen die ich mitnehme und nicht für das T-Shirt, dass ich anprobiert und zurückgehängt habe.

Ich bin zu erschüttert um noch mehr zu schreiben.

Grüße
Kathai

Einfacher Satz?
hallo Utemaus,
du bringst es auf den Punkt. Darüber wundere ich mich jedes Mal. Wieso ist das Blutdruckmessen bei einem Privatpatienten teurer, als bei einem Kassenpatienten.

Ich hobe schon überlegt, ob es nicht sinnvoll ist, für alle Leistungen den gleiche Gebührensatz festzulegen - mit Möglichkeit des Zuschlages für höheren Zeitaufwand. Außerdem bin ich der Meinung, dass das Gespräch als solches besser bezahlt werden muss.

Und ich denke, mein Antibiotikum zu verschreiben - kosten die gleichen Kräfte in der Praxis, egal ob privat oder nicht.

Leider habe ich das Gefühl, dass wir uns zurückentwickeln. Jahrzehntelang gab es kaum getrennte Wartezimmer - die sind auf dem Vormarsch. Und in den Uni-Kliniken da laufen die jungen Professoren (!!!) mit einem Heiligenschein herum, es ist schlimm. Wir gehen also auf die 60er Jahre zurück.

Sorgen mache ich mir dann, dass Kassenpatienten dann vielleicht gar nicht mehr betreut werden…
kikut

… Ich habe auch schon überlegt
-ob ich nicht gleich bei der Anmeldung sage, dass ich nur den
einfachen Satz bezahlen will - aber mir hat bisher die Traute
gefehlt, es durchzusetzen. Ich finde es nicht gerechtfertigt,
wenn man als Selbstzahler bei den gleichen Leistungen mehr
zahlen muss.

Viele Grüße
Utemaus

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Hallo Kikut,

es gibt Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte. Für Kassenpatienten werden die einfache Sätze bezahlt und zusätlich noch eine Praxispauschale. Bei Privatpatienten je nach Zusatzversicherung einfacher bis sogar 5 facher Satz (da bin ich mir aber nicht so sicher) Sicher ist, dass erhöhter Zeitaufwand oder Schwierigkeiten mit einem höheren Prozentsatz abgegolten werden können. Leider sind viele Ärzte der Meinung, dass sie trotzdem noch zusätzliche Kosten, die nicht in der Gebührenordnung sind geltend machen könne - soweit dies die Zusatzkassen übernehmen - kein Problem. Nur wenns an die eigene Kohle geht… Es gibt inzwischen eine unmenge Gerichtsurteile zu dem Thema. Allein schon, dass ein Arzt zusätzlich zu den Honorarkosten für örtliche Betäubung ein Betäubungsmittel in Rechnung stellt, dass aber in der Position enthalten ist - meinen ein paar Gerichte, andere sehen es anders. Es fehlt eine eindeutige Regelung. Auch die Sache mit dem Mehraufwand ist so eine Sache. Viele Abrechnungspunkte enthalten von Haus aus schon Schwierigkeitsgrade, zusätzlich noch was abzusahnen ist nicht richtig. Beurteilen kann ein Patient die Probleme meist nicht.
Problematisch ist bei Leuten, die mit Ersatzlassen arbeiten müssen, dass sie vor der Behandlung oft nicht wissen, auf welchen Kosten sie sitzen bleiben. Das ist ein schlimmer Zustand.
Mir wäre es lieb, wenn es bald eine Familienversicherung für alle gäbe. Dann müssten die Besserverdienenden eben auch mehr Beiträge zahlen. Es soll Leute geben, die sehr gut verdienen, aber in der gestzlichen zu Sondertarifen sind.
Vieles liegt im Argen - aber die Lobby der Privatversicherungen scheint groß zu sein und auch die Ärzte haben kein Interesse, es zu ändern.
Seufz - am besten man bleibt gesund!

Viele Grüße
Utemaus

:hallo Utemaus,

du bringst es auf den Punkt. Darüber wundere ich mich jedes
Mal. Wieso ist das Blutdruckmessen bei einem Privatpatienten
teurer, als bei einem Kassenpatienten.

Ich hobe schon überlegt, ob es nicht sinnvoll ist, für alle
Leistungen den gleiche Gebührensatz festzulegen - mit
Möglichkeit des Zuschlages für höheren Zeitaufwand. Außerdem
bin ich der Meinung, dass das Gespräch als solches besser
bezahlt werden muss.

Und ich denke, mein Antibiotikum zu verschreiben - kosten die
gleichen Kräfte in der Praxis, egal ob privat oder nicht.

Leider habe ich das Gefühl, dass wir uns zurückentwickeln.
Jahrzehntelang gab es kaum getrennte Wartezimmer - die sind
auf dem Vormarsch. Und in den Uni-Kliniken da laufen die
jungen Professoren (!!!) mit einem Heiligenschein herum, es
ist schlimm. Wir gehen also auf die 60er Jahre zurück.

Sorgen mache ich mir dann, dass Kassenpatienten dann
vielleicht gar nicht mehr betreut werden…
kikut

Hallo Magic,

… womit bewiesen ist, daß Versicherer und Ärzteschaft unter
einer Decke stecken. Viele Peanuts verleiten eben dazu, diesen
Beschiß systematisch auszubauen.

Aha - warum glaubst Du, geht mittlerweile ein hoher
Prozentsatz der Arbeitszeit der Ärzte für Papierkram drauf ?
Meinst Du etwa, wir unterhalten uns mit den Versicherungen
über die „Farbe der Bettwäsche“ ?
Wenn Du keine Ahnung/keinen Einblick in die Materie hast,
schreibe doch bitte nicht solch einen Blödsinn.

Was hat denn das mit einander zu tun? Ich habe den Beschiß ja weiter unten spezifiziert, also lenk doch nicht so unqualifiziert ab.

Es gab mal früher (vielleicht auch noch heute) eine Software
für Privatliquidation für Weißkittel. Diese Software
durchkämmte alle Patienten, die gegenwärtig nicht in
Behandlung waren und schusterte ihnen Minirechnungen zu, die
unterhalb der Nachprüfschwelle für die Versicherer lag und -
zack - wurde Herrn Maier eine Behandlung abgebucht, der er nie
zuteil wurde. Er war ja gar nicht in der Praxis und hatte auch
telefonisch keine Beratung gehabt.

Diese Softwaremodule wurden auf Sonderwunsch in die bestehende
Fakturierung eingeklinkt und freilich unterm Tresen verkauft.
Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Kassen von dieser Praxis
Wind bekommen hatten. Nun gut, das ist schon eine Ewigkeit her
(DOS-Zeitalter), mich sollte es aber wundern, wenn solche
Möglichkeiten heute ganz und gar nicht mehr ausgeschöpft
werden sollten.

Sollte es dies wirklich mal gegeben haben (nenne doch mal Roß
und Reiter), so ist das heutzutage völlig unvorstellbar.
Dies ist ein Freibrief zum Betrug, was strafbar ist, und
außerdem hat der Arzt/die Ärztin eine große Chance, entweder
die Kassenzulassung zu verlieren, möglicherweise auch noch die
Approbation. Somit kann er/sie dann in Zukunft in der
Fußgängerzone Pan-Flöte spielen. Dies wird wohl kaum jemand
riskieren. Ich habe bereits weiter oben geschrieben, dass es
sicherlich schwarze Schafe gibt, aber es gibt in KEINEM
anderen Berufszweig eine derarte Transparenz des
Abrechnungssystems.

Ich lach mich schief: Was nennst Du denn eigentlich Transparenz? Wenn die Kassenpatienten nicht sehen, was der Arzt der Kasse berechnet, ist das etwa Transparenz? Warum geht es denn in Frankreich, wo auch die ärztliche Versorgung viel besser ist als bei uns?

Du solltest Dich mal in Programmiererkreisen schlau machen, welche Zusatzmodule so angeboten werden. Damals, in der DOS-Zeit, das waren ja nur die Anfänge des methodischen Betrugs. So lange es zu viele Ärzte gibt, die an dem Kuchen partizipieren wollen, wird es Vorteilsnahmen geben, um eben zu überleben.

Gruß Richard