Hallo,
mit der geschriebenen Sprache komme ich relativ gut zurecht.
Geht es aber um die gesprochene Sprache stammel ich manchmal einen Müll vor mich hin, dass es zum verfluchen ist…
Mein Problem ist, dass ich während dem Reden mir den Satz ausdenke / weiterdenke(ist doch eigentlich normal!?)
So ist es, dass ich dann nach einem Satzteil aufeinmal stocke und nichtmehr weiss, was für ein Wort ich nutzen will.
Zum anderen passiert es, dass Satzteile nichtmehr zusammen passen…
dann kommt ein Müll raus, wie, ach, zum Beispiel „der Katze“, oder auch sehr gut, „… Bus Sterilisieren“ anstatt "… Bus Desinfizieren"´.
Zum anderen überschlage ich mich manchmal mit dem Reden, bin halt ein „schnell Redner“… Da dies bei mir markant ist, fällt das stocken im Satz natürlich um so schlimmer auf.
Kennt jemand diese Problematiken(Nicht das schnelle Reden, da bin ich mittlerweile auf einem aufsteigenden Ast) und hat Lösungsansetze?
Danke & Grüße,
Sven.
Kennt jemand diese Problematiken … und hat
Lösungsansetze?
Lieber Sven
Deine eigentlichen Fragen kann ich nicht beantworten.
Hingegen kann ich dir einen heissen Tipp geben (und ich hoffe
sehr, dass auch andere dies lesen!).
Du solltest, wenn du von anderen lernst, nicht deren
unsinnigen Moden und Gewohnheiten übernehmen. Viele haben
nämlich ihr VERTRAUEN IN DIE KRAFT DER EINFACHEN WORTE
verloren, obwohl es dazu keinen vernünftigen Grund gibt. Sie
blähen Worte zu hohlen Gebilden auf, in der irrtümlichen
Meinung, dass sie dadurch stärker würden. Das Gegenteil ist
wahr!
Ein Lösungsansatz ist WENIGER als eine Lösung, da es ja eben
nur ein Ansatz, ein schüchterner Beginn ist.
Eine Hilfestellung ist weniger als eine Hilfe, weil es nur
die Bereitschaft ist, bei Bedarf einzugreifen.
Eine Zielsetzung ist weniger als ein Ziel, weil es nur den
Vorgang bezeichnet, bei dem ein Ziel festgelegt wird.
Ein Gedankenimpuls ist weniger als ein Gedanke.
UND SO WEITER!
Um bei deinem Beispielsatz zu bleiben: Eine Problematik ist
so etwas wie ein problematisches Feld oder Thema, und daher
m.E. auch weniger als ein handfestes Problem!
Mit freundlichen Grüssen
Rolf
Hallo, Sven
mit der geschriebenen Sprache komme ich relativ gut zurecht.
Aber auch da kommt es vor, dass man einen Satz angefangen hat und ihn während des Schreibens umkonstuiert, dabei jedoch vergisst, die Worte vorher der neuen Konstruktion anzupassen. Geht mir oft so, wenn ich etwas im Konzept Geschriebenes ins Reine schreibe.
Geht es aber um die gesprochene Sprache stammel ich manchmal
einen Müll vor mich hin, dass es zum verfluchen ist…
Mein Problem ist, dass ich während dem Reden mir den Satz
ausdenke / weiterdenke(ist doch eigentlich normal!?)
Ganz normal! Lies dazu mal Heinrich von Kleists kleinen Aufsatz: „Über die allmähliche Verfertigung von Gedanken während beim Reden“. Da ist dieses Phänomen positiv beschrieben.
=> http://gutenberg.spiegel.de/kleist/erzaehlg/gedanken…
Fpr dich aber zunächst ein paar Hausmittel.
-
Mit Spickzetteln arbeiten, wenn es wichtig und offiziell ist. Im Privaten fallen solche lapsi linguae eh nicht ins Gewicht.
-
Vor jedem Satz auf zehn, na gut, auf fünf zählen!
-
Kunstpausen einbauen und mit Wendungen wie: Stimmt ihr bisher zu? Seid ihr mit dem Gesagten einverstanden? Ist das soweit klar?
Mit netter Stimme und einem Lächeln klingt das auch gar nicht so besserwisserisch. 
Und sich zwingen, beim vorgefassten Text zu bleiben! Konzentration darauf!
Und vielleicht einmal einen kleinen Rhetorikkurs besuchen, bei der Volkshochschule oder so.
Und nicht nachlassen in den Verbesserungsbemühungen. 
Fritz
hi
Geht es aber um die gesprochene Sprache stammel ich manchmal
einen Müll vor mich hin, dass es zum verfluchen ist…
Mein Problem ist, dass ich während dem Reden mir den Satz
ausdenke / weiterdenke(ist doch eigentlich normal!?)
Ganz normal! Lies dazu mal Heinrich von Kleists kleinen
Aufsatz: „Über die allmähliche Verfertigung von Gedanken
während beim Reden“. Da ist dieses Phänomen positiv
beschrieben.
=> http://gutenberg.spiegel.de/kleist/erzaehlg/gedanken…
ich kann dem hinweis von fritz nur zustimmen. der satzbau de4 tatsächlich gesprochenen sprache ist oft so kompliziert und verwirrend, dass er bei verschriftlichung weitgehend unverständlich ist. insofern bist du mit deinem problem kein besonderer „fall“; vielleicht ist es bei dir ein bisschen stärker ausgeprägt als bei anderen, oder du bemerkst es heftiger als andere, die da weniger skrupel haben.
Fpr dich aber zunächst ein paar Hausmittel.
- Mit Spickzetteln arbeiten, wenn es wichtig und offiziell
ist. Im Privaten fallen solche lapsi linguae eh nicht ins
Gewicht.
SCNR: das müsste - glaubich - „lapsus linguae“ heißen; auch im plural. (u-deklination)
- Vor jedem Satz auf zehn, na gut, auf fünf zählen!
jedenfalls: „speed“ herausnehmen. unter umständen brauchst du kein sprachtraining, sondern bloß etwas mehr selbstbewusstsein. (aber auch das lässt sich trainieren.)
michael
SCNR: das müsste - glaub ich - „lapsus linguae“ heißen; auch im
plural. (u-deklination)
Du hast Recht!
Quandoque bonus dormitat Homerus!
Fritz