Wo bleibt das „gleiche Recht für Alle“?
Wo siehst du hier eine Ungerechtigkeit? Du kannst doch auch
das Blaue vom Himmel lügen und sagen, dass du den Brief nie
erhalten hast, und den Richter urteilen lassen, genau wie die
Gegenseite…
Die "Ungerechtigkeit ergibt sich aus dem Rat des Anwalts,
dass ich alles aufwändiger, besser machen muss als die
„Gegenseite“.
Wenn die Gegenseite z.B. ne Behörde oder ähnlich ist
Naja, dass sehe ich als die allgemeine weltliche Ungerechtigkeit an, dass hat nichts mit der bösen GEZ zu tun (hätte ich bloss vorher geahnt worum es hier wieder mal geht…)
Wäre der Gegner irgenein privates Reichschwein, wäre die Situation genauso, er könnte das Prozessriskio locker tragen und wenn er verliert (der Richter also glaubt dass du den Mahnbrief nicht bekommen hast) sitzt du trotzdem mit dem Ärger und Anwaltskosten da, und darfst versuchen, die wieder reinzuholen.
Aber als Behörde, Inkassounternehmen oder sonstiger professioneller Gläubiger kennst du das Risiko, 99,x % der Briefe kommen an und werden bearbeitet, die paar hundert, die pro Jahr nicht ankommen (wirklich oder nur behauptet) stören dich nicht so sehr, die Kosten für einen zweiten Brief oder Mahnbescheid sind verhältnismässig gering, da lohnt es sich nicht immer und jeden Brief aufwendig mit Beleg zu versenden.
Die einzige Besonderheit der Behörden ist, dass sie grob gesagt sofort die Vollstreckung einleiten können, ohne das übliche gerichtliche Mahnverfahren, aber auch da kann man dem Bescheid widersprechen und es kann in einem Gerichtsverfahren geklärt werden.
Nun kann man aber behaupten, die Mahnung nie erhalten zu haben
und (falls nicht anderweitig begründet) sich somit nicht in
Verzug befindet, und darum keine Verzugskosten zu tragen hat.
Dann wird der Gläubiger evtl auf die Mahngebühren verzichten
und nochmals anmahnen oder versuchen die Kosten trotzdem
einzutreiben.
Sieht mein Anwalt eher negativ für den Verbraucher, wenn die
Gegenseite z.B. ein „GEZ“- Nachfolger ist…
Sorry, aber das stimmt nicht, es gibt genug Beispiele, wo erfolgreich der Zugang eines Bescheides bestritten wurde, und die Lage so angenommen wurde, als ob kein Bescheid ergangen wäre (mal nicht nach GEZ suchen, die Treffer sind da leider sehr fragwürdig und von gewissen Gruppierungen vollgespammt, sondern zB nach Bescheiden des Finanzamtes). Wenn man natürlich behauptet, dass ausnahmslos alle GEZ-Briefe der letzten Jahre nicht angekommen sind, sieht das schlecht aus.
Grüße,
.L